VCD veröffentlicht Umfrage-Ergebnisse zu Bus und Bahn in Deutschland

Der ökologische Verkehrsclub VCD hat rund 7.500 Menschen in ganz Deutschland befragt, wie sie das ÖPNV-Angebot einschätzen, womit sie zufrieden sind und was dringend besser werden muss. Jetzt hat der Verband die Ergebnisse dieses Online-Checks veröffentlicht. Über 90 Prozent der Befragten glauben demnach, dass mehr Menschen Bus und Bahn nutzen würden, wenn das Angebot besser wäre. Als wichtigste Kriterien nennen sie gute Erreichbarkeit, ein dichter Takt und verlässliche Abfahrtszeiten. Der VCD fordert Konsequenzen für die ÖPNV-Finanzierung.
(Pressemitteilung VCD)
Berlin, 27. September 2026. „Damit Deutschland seine Klimaziele erreicht, müssen mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen – das ist unstrittig“, sagt Alexander Kaas Elias, der ÖPNV-Experte des ökologischen Verkehrsclubs VCD. „Die Ergebnisse unserer Befragung zeigen jetzt, wie das gelingen kann: Durch ein besseres Angebot, also durch gute Erreichbarkeit, einen dichten Takt und mehr Verlässlichkeit.“
Über 90 Prozent der 7.500 Teilnehmenden gaben an, Bus und Bahn häufiger nutzen zu wollen, wenn sich das Angebot verbessert. Für fast 84 Prozent sind die Erreichbarkeit und ein leistungsfähiges Streckennetz das Top-Thema, ein dichter Takt und verlässliche Abfahrtzeiten sind für jeweils knapp 60 Prozent der Befragten relevant. Erst auf Platz 4 landeten bezahlbare Ticketpreise – mit etwas mehr als 48 Prozent. „Ein guter Wert, der vermutlich auch dem Erfolg des Deutschlandtickets zu verdanken ist,“ meint Kaas Elias. Fast 70 Prozent der befragten ÖPNV-Fahrgäste sind inzwischen mit diesem Ticket unterwegs.
Das Potenzial des ÖPNV ist groß, doch wird es vielerorts nicht ausgeschöpft. Auch das zeigen die Ergebnisse: 62 Prozent der Befragten widersprachen der Aussage: „Bus und Bahn sind in den letzten fünf Jahren zuverlässiger geworden.“ Für viele hat es in letzter Zeit keine Besserungen gegeben. „Das kann nicht so bleiben,“ kritisiert Thomas J. Mager aus dem VCD-Bundesvorstand. „Die Fahrgäste müssen sich auf den ÖPNV verlassen können, wenn sie zur Arbeit und zu Terminen fahren. Nur dann werden sie Bus und Bahn als echte Alternative betrachten und das Auto öfter mal stehen lassen.“
Die Ergebnisse zeigen, dass viele grundsätzlich bereit sind, auf Bus und Bahn umzusteigen. Dass dies nicht passiert, hat für Mager politische Gründe. „Wir brauchen mehr ÖPNV. Doch aktuell drohen Kürzungen, werden Linien bereits ausgedünnt oder gar eingestellt. Das geht in die völlig falsche Richtung.“ Das Kernproblem sei die mangelhafte Finanzierung: „Wir brauchen jetzt eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Kommunen, um das Angebot im ÖPNV zu verbessern. Das Geld dafür ließe sich freimachen, indem der Bund etwa Steuerprivilegien für Diesel oder Dienstwagen abbaut.“
Zum Hintergrund: Eine knappe Zusammenfassung der Ergebnisse unserer Online-Befragung finden Sie hier. Eine ausführlichere Darstellung, die auch auf regionale Unterschiede eingeht, können Sie hier herunterladen.