
- Gestern Abend am Rhein – Blick Richtung Mehrum

das Sauerland und mehr

Die Versteigerung des Hotel Claassen in Winterberg, über die ich hier vor ein paar Tagen geschrieben habe, ist gescheitert:
„In Immobilien anlegen!“, das raten einem viele Experten angesichts der Krise. Warum dann nicht in ein Grundstück in bester Lage am Winterberger Waltenberg? Obwohl es 2 Mio. Euro wert sein soll und für 1 Mio. frei versteigert werden sollte, wollte das „Hotel Claassen“ gestern auf diesem Wege keiner haben. Dabei waren rund 250 Schaulustige gekommen. „Lass dich registrieren, Josef!“, raunte einer dem anderen augenzwinkernd zu. … weiter Westfalenpost
Aus den Details der Berichterstattung in der örtlichen Presse bin ich nicht klug geworden. Anscheinend soll, dem oben zitierten Artikel nach, der Betonklotz noch in diesem Jahr abgerissen werden. Aber das halte ich genauso wie alle weiteren Aussagen zum Thema Hotel Claassen für reine Spekulation.

Ich erwische mich ab und zu bei dem Gedanken, was ich denn hier in den Tälern und Schluchten des Hochsauerlandes treiben soll, wenn ich einmal nicht mehr munter durch den Wald traben kann. Miserabler öffentlicher Nahverkehr, 16 Prozent Steigung hinauf zu unserer „Hütte“ …. Und auch sonst scheinen die Aussichten düster: weniger Schüler, Schulzusammenlegungen, weitere Wege … Unsere Kinder werden das Sauerland verlassen, wenn sie sich nach der Schulzeit weiter qualifizieren wollen. Dann hocken wir hier mit dem schönen Ausblick und den vielen Quadratmetern Wohnfläche die beheizt und bewirtschaftet werden müssen. Es bleibt(vielleicht) der Schnee und mit ihm der Tourismus. Aber wie lange noch?
Demographischer Wandel – Herausforderung für eine vorausschauende Entwicklung unserer Städte und Gemeinden
Die Fraktion Sauerländer Bürgerliste lädt ein
Mittwoch, 01.April 2009, 19.00 Uhr
Raum Sauerland
im Kreishaus in Meschede, Steinstr. 27
18.40 Uhr Einlass
19.00 Uhr Begrüßung – Matthias Schulte-Huermann, stellv. Fraktionssprecher der SBL
19.05 Uhr Demographischer Wandel – Herausforderung für eine vorausschauende Entwicklung des Sauerlandes/
Vorstellung der Ergebnisse des „Wegweiser Kommune“ der Bertelsmann-Stiftung
durch Reinhard Loos, Teamleiter für die Bevölkerungsvorausberechnungen im „Wegweiser Kommune“, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Demographie
19.30 Uhr Wie gut ist der Hochsauerlandkreis für die Zukunft gerüstet?
Moderiertes Arbeitsgespräch
Moderation: Matthias Schulte-Huermann
Teilnehmer:
Björn Nessler, Geschäftsführer der Diakonie-Station in Soest,
Franz-Josef Rickert, Fachbereichsleiter Strukturförderung und Regionalentwicklung beim Hochsauerlandkreis,
Reinhard Loos
20.00 Uhr Diskussion
Eine kleine Anmerkung: Der Begriff „Demografischer Wandel“ wird sehr häufig benutzt, ist aber eigentlich im Zusammenhang falsch verwendet, denn er bedeutet „Wandel der Bevökerungswissenschaft“. Es soll aber um den Wandel der Bevölkerung gehen 😉 Sei es drum: Ich versuche dort hin zu fahren.
Freitag ist Bettenwechsel im Feriengebiet Winterberg. Ganz schlimm im Winter. Dann staut sich der Verkehr kilometerweit von Assinghausen bis zur innerörtlichen Ampel in Olsberg. Abflussverkehr. Kein Durchkommen.
Genau dann meide ich die Fahrt nach Olsberg wie die Pest. Die Touristen aus dem Westen fahren nach Hause, in der Mehrzahl Niederländer und „Ruhris“. Der Weg führt fast immer über die B480 durch Olsberg, Nuttlar und Bestwig bis zum Autobahnanschluss in Velmede.
Die Ortsumgehung soll den Verkehrsfluss verbessern und Olsberg entlasten. Der Tunnel ist inzwischen frei gesprengt, der Brücke fehlen nur noch wenige Meter bis zum Anschluss an die B 480 unterhalb der Hasley-Hütte.
Ab 2010 werden die Autofahrer die „Twin-City“ Olsberg-Bigge umfahren. Bis dahin müssen sich auch noch die Radtouristen mit einem provisorisch umgeleiteten Radweg oberhalb und fernab des Ruhrstausees begnügen.
Welche Auswirkungen die umgeleitete Verkehrsader auf Olsberg-Bigge haben wird, vermag ich nicht zu beurteilen.
We shall see … und berichten.

Seit weit über zehn Jahren wohne ich in der Stadt Winterberg. Vom ersten Tag an ist mir der häßliche, leerstehende, nutzlose Betonklotz des ehemaligen Hotel Claassen am „Oberen Waltenberg“ aufgefallen.
Die Geschichten über das Hotel sind Legion: Bumms- und Clubhotel, Saufen, Vögeln, Cha, Cha, Cha … Beton kennt keine Scham.
Heute befriedigen die Kegelclubs et alii ihre Bedürfnisse in anderen Etablissements.
Die barocken Zeiten des Hotel Claassen sind endgültig vorbei.
Als ich vor zwölf Jahren nach Winterberg zog und diesen überlebten Steinhaufen sah, dachte ich bei mir, dass eine solche Bausünde nicht das nächste Jahr überleben würde können.
Naiv gedacht, denn auch Hässlich, Nutzlos und Leerstehend kann Privateigentum sein.
Die Touristenhochburg Winterberg hat es bislang nicht vermocht, den Quader zu beseitigen.
Jetzt soll das Hotel wieder einmal den Besitzer wechseln, so ein Bericht in der örtlichen Presse.
Am kommenden Freitag um 17 Uhr wird das Haus vielleicht versteigert. Mindestgebot eine Millionen Euro.
Wanderer kommst du nach Winterberg, gönne dir einen Augenblick vor dem Hotel Claassen. Vielleicht denkst du dann das Gleiche wie ich:
Hau weg den Schei…!
CDU Hochsauerlandkreis
Heute schaue ich mir den Internet-Auftritt der CDU im Hochsauerlandkreis an. Meine Frage an die Website zielt (siehe Artikel hier) allein auf die Interaktivität des Internetauftritts. E-Mail Adressen, tote Foren und langweilige, weil nichtssagende, Gästebücher zählen nicht.
Unter Presseservice heißt es lapidar:
Pressesprecher Stefan Lange steht Ihnen bei Anfragen aller Art mobil zur Verfügung.
Danke – aber es gibt doch das Internet. Da könnten Sie doch schon etwas hineinstellen und damit Service bieten.
Den Newsletter darf ich zwar abonnieren, aber im Internet steht er nicht zur Verfügung.
Die meisten Stadtverbände im Kreisgebiet sind immerhin über eine eigene Website erreichbar.
Ausnahmen sind :
Der 37-jährige Professor Dr. Patrick Sensburg ist als Nachfolger von Friedrich Merz zum Bundestagskandidaten der CDU Hochsauerlandkreis gewählt worden, aber mehr als ein kurzer Text und zwei Bilder gibt der Internetauftritt nicht her. Kein Statement, kein Weblog, Nichts 🙁
Vorläufige Einschätzung:
Über die Websites der Stadtverbände kann man zwar den ein oder anderen Trüffel finden doch leider:
Keine Interaktivität. So kann sich eine politische Diskussion im Internet nicht entwickeln. Eine Verlautbarungswebsite ohne Fokus.
Meine Tipps:
Stellen Sie doch mal zum Beispiel Ihre Position hierzu dar und richten Sie Kommentarmöglichkeiten ein.
Nehmen Sie ihre beste Frau / Ihren besten Mann und lassen Sie sie oder ihn ein thematisches Weblog führen. Flankieren Sie die Aktion mit Ankündigungen in anderen lokalen Medien.
In den nächsten Tagen folgt nach Alphabet: Die FDP.
Der tote Haider hat für die FPÖ die Wahlen gewonnen. Dem kranken Dieter Althaus wird das in Thüringen hoffentlich nicht gelingen.
Seine Partei, die Christlich Demokratische Union, hat einen nicht präsenten Althaus zum Spitzenkandidaten gewählt.
Den Parteifreunden hat er aus dem politischen Nirwana gerade einmal eine SMS geschickt.
Für die Bildzeitung allerdings konnte Althaus mühelos ein Interview durchstehen, welches nun über mehrer Folgen den Atem der Leser stocken 😉 lassen wird.
Nun ja, jeder muss halt sehen wo er die Kohle zum Überleben in der Wirtschaftskrise herkriegt.
Ich hoffe, dass sich Dieter Althaus jetzt nicht nur moralisch, sondern auch politisch selbst ins Aus geschossen hat.
Gehe er nach erfolgter Therapie im heimischen Garten Rosen schneiden und kümmere er sich um die Blattläuse. Da bleibt viel Zeit über Schuld und Sühne nachzudenken.
Medienkrise I. Welche Krise? Verleger Ippen tickt anders … deutschlandfunk
Medienkrise II. Die WAZ hat es nicht nötig … Sauerländer Bürgerliste
Wirtschaftskrise. dm-Gründer: Grundeinkommen statt Hartz IV … ruhrbarone
Erklärungskrise. Amoklauf: Hitler würde „Half-Life“ spielen … Coffee And TV

Bei frühlingshaftem Wetter wollte ich heute eine Eloge über die Dortmunder Landesbibliothek schreiben. Meine Leihkarte (15 Euro/Jahr) habe ich verlängert, tütenweise Bücher durch die Drehtüren geschleppt und dann noch ein Eis in der Dortmunder Einkaufszone in der Nähe von Conrad gegessen.
Die Polizei parkte gerade in der Nebenstraße um einen Ladendieb beim Elektronikhändler zu verhaften, die Sonne schien warm in die Straßenschlucht Westhellenweg, die Eisportionen waren ansehnlich und mein Blick fiel auf das Schild zum Thema (siehe oben).
Mehr gibt es nicht zu sagen, bis auf:
Die Trinkgemeinschaften auf dem Bahnhofsvorgelände waren klimabedingt sehr aktiv, zwei grauhaarige Männer vom Sozialforum betreuten einen Stand und riefen zu einer Demonstration in Frankfurt auf, die Treppen hinauf wurde an einem weiteren Stand vor Drogen gewarnt, der NABU warb mit jungen Menschen für eine bessere Welt, und auf dem Weg zum Buchgeschäft lief ich in eine gelb gekleidete Drückerkolonne vor Karstadt (oder war es Kaufhof?). Auf dem Rückweg bemerkte ich auf den gelben Jacken den Schriftzug „Amnesty International“.
So regt doch die Großstadt den Menschen vom Lande immer wieder zu allerlei nutzlosen Betrachtungen an 😉
Wirtschaftskrise: Der ehemalige Staatssekretär Oskar Lafontaines wird von Politikern nicht um Rat gefragt … der Freitag
Bezahlte Grünen-Blogger: „Ihr fliegt aus meinem Feedreader“ – erneute Diskussion bei den Ruhrbaronen
Firmenwerbung: Der geheimnisvolle Energiesparkoffer – für Leser mit dreifachbödiger Ironie … derwesten