Umleitung: Wahlprüfsteine vom VCD, HTML5, Kalle Wixa, Nietzsche, Wahlkampf und ein abgewatschtes Landgericht.

Friedhofskapelle in SilbachRadfahrerInnen aller Täler vereinigt euch: VCD stellt Fragen … sbl

Web-Standard: Was bringt HTML5 … ruhrtalcruising

Größenwahn: kleiner König Kalle Wixa … bieseveih

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SPD: Wahlkampfauftakt … pottblog

NRW: Parteien läuten heiße Wahlkampfphase ein … derwesten

NRW II: Tante Kraft tischt auf … stern

Landgericht Arnsberg: von Bundesgerichtshof abgewatscht … wpBrilon

Zeitungslese: Prantl, Rühle und ein Interview mit Michael Hardt

Lesestoff aus Süddeutscher und Freitag (foto: zoom)
Lesestoff aus Süddeutscher und Freitag (foto: zoom)

Es sind nicht stets alle Artikel in der Zeitung interessant. Meist nur sehr wenige. Oft nur ein oder zwei, in diesem Falle drei.***

Heribert Prantls Kommentar zur Rechtsgeschichte der Gewalt in der Süddeutschen Zeitung von heute, S. 4, ist mir aufgefallen. „Eiszeiten der Erziehung“ lohnt es, gelesen zu werden. „Die furiose öffentliche Ächtung der Lehrer, der Patres, der Chorleiter und sonstiger Erzieher …“ diene, so Prantl letztendlich der Resozialisierung  einer Gesellschaft, die sich bei diesen Prügeleien in den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts so lange wenig gedacht habe.

„Die spinnen, die Eltern“, meint Axel Rühle in der gleichen Ausgabe im Feuilleton auf Seite 13. „Warum nur gleicht Erziehung heute in so vielen Fällen pädagogischer Käfighaltung?“, fragt Rühle und beschreibt ein System in dem überbehütete Kinder von ergeizigen Eltern vom Säuglingsalter an zum Erfolg getrieben werden.  Liege es daran, fragt sich der Autor, „dass heute geborene Kinder das Glück und das Pech zugleich haben, perfekt getimte Wunschkinder zu sein, statt wie früher als Nebenprodukt des Geschlechtsverkehrs einfach irgendwann geboren worden zu sein?“ Zum Schluss des langen Essays gibt es für Leserin und Leser drei lakonische Tipps zur Erziehung: Zeit. Zeit. Zeit. Zum Nichtstun, Vorlesen. Zuhören.

Den möglichen Übergang zu einer gerechten, demokratischen Gesellschaft hat ein Interview von Steffen Vogel mit Michael Hardt im aktuellen Freitag, Seite 17,  zum Thema. Schon in den fünfziger Jahren habe Joseph Schumpeter die Vitalität des Kapitalismus in Frage gestellt, weil die Unternehmer ihre Innovationskraft verloren hätten. „Heute ist der Unternehmer“, so Hardt, „vollständig von den innovativen Kräften getrennt.“

Selbst Steve Jobs oder Bill Gates seien nur Vorspiegelungen der Innovation. Die neuen Kräfte seien breitere Netzwerke sozialer Beziehungen, die über die Grenzen ihrer Firmen hinausgingen.

Augenzwinkernd bezeichnet sich Hardt im zweiten Drittel des Interviews als Leninisten und wendet Lenin unter den heutigen Bedingungen gegen sich selbst. Dieser kleine Schlenker dürfte für diejenigen unter uns interessant sein, die die ideologischen Auseinandersetzungen innerhalb der bundesrepublikanischen Linken der siebziger Jahre mitbekommen haben.

***Leider habe ich sowohl den Kommentar von Prantl als auch das Interview mit Hardt (noch?)nicht auf den Websites von SZ beziehungsweise Freitag gefunden. So soll zum Thema „Hardt“ die Buchrezension von Vogel hier ersatzweise verlinkt werden.

Gehört: Das philosophische Radio über Karl Marx mit Jürgen Wiebicke und Michael Krätke.

Philosophie im Radio (foto: archiv)

Im philosophischen Radio auf WDR 5 lief gerade eine interessante Diskussion mit einem Herausgeber der MEGA (Marx-Engels Gesamtausgabe) Michael Krätke. Geleitet wurde das Gespräch in Dortmund bei der VHS gewohnt souverän von Jürgen Wiebicke.

Klar scheint zu sein, dass die wissenschaftliche herausgegebenen Schriften von Marx und Engels nichts(?) mit dem dogmatischen, zusammengelogenen Kanon der MEW zu tun haben. Krätke hält Marx selbst für einen der größten Kritiker seiner selbst, fernab dogmatisch geschlossener Syteme. Er betont in der Sendung aber auch die Aktualität der Marx’schen Theorien und geht auf die aktuelle Krise unserer kapitalistischen Wirtschaftsordnung ein:

Erst Gott, dann Karl? Karl Marx ist tot, nach Gott ist er das zweite überaus prominente Opfer der Moderne. So schien es zumindest in den 1990er Jahren, als nach dem Fall des real existierenden Sozialismus kein Hahn mehr nach dem großen Gesellschaftstheoretiker krähte. Marx gilt als Vordenker des Sozialismus, mit ihm schien er im Sog der Geschichte zu versinken. Tatsächlich war der Ökonom eher ein Kritiker des Kapitalismus, dessen komplexe Wirkungsweisen er mit wissenschaftlicher Methodik zu analysieren und verstehen suche. Während Marx für tot erklärt wurde, tobte der Kapitalismus munter weiter, eroberte das globale Dorf, spitzte sich immer weiter zu, machte sich die Welt untertan und wurde sich während der Finanzkrise beinahe selbst zum Verhängnis. Spätestens damit wurde einer erschütterten Öffentlichkeit klar, wie wichtig es nach wie vor ist, die Wirkungsweisen des Kapitalismus zu hinterfragen. Womit die Frage erlaubt ist, ob das Marxsche Denken nicht aktueller ist denn je … auf WDR5 lesen

Die Sendung macht Appetit auf die Neuausgabe der Schriften im Rahmen des MEGA-Projekts und kann als Podcast nachgehört werden.

Umleitung: Von Henkel bis zur wirren WAZ im Westen.

Henkel, Sarazin und Co: Manch einer wundert sich … nachdenkseiten

Blattkritik: Kraft, Rüttgers und so … WirInNRW

René Descartes: vor 360 Jahren gestorben … hpd

Rüttgers: steckt in Washington fest. Schnee bis Mitte Mai? …  radiogütersloh

Steuersünder: zur Zeit nervös … ruhrbarone

Hochsauerland: Warum wird die Kreisumlage nicht gesenkt? … gruenesundern

WAZ und CDU: Wirr im Westen … ruhrtalcruising

Umleitung: Kirche und Missbrauch, mit Gesangbuch und Parteibuch, Streik, Dinther, tolle Tage, Schnee und mehr …

Kirche und sexueller Missbrauch: Das Schweigen der Lämmer … taz

Mit Gesangbuch und Parteibuch: Christen formieren sich in den Parteien … nachdenkseiten

Ruhrbarone drehen auf – im Dreierpack: Steiners Rassenlehre … CDU-Kampfblog? … Auschwitz – unvergleichbar?

Warnstreik in Bochum: nicht bei Kindergärten … pottblog

Regina van Dinther: Verschleiern, Tricksen und Täuschen … WirInNRW

Tolle Tage: „Rolle Rüttgers“ und „Kunden in Kundus“ … bieseveih

Lokalzeitung: Die Schneemassen und die Folgen … WpBrilon

Gefunden: Der Feind in der Wiege

Gestern, am Montag, den 4. Januar,  habe ich in der Süddeutschen Zeitung auf Seite 2 den Beitrag von Wolfgang Benz „Was die Antisemiten des 19. Jahrhunderts und manche „Islamkritiker“ des 21. Jahrhunderts eint“ gelesen.

Wolfgang Benz, der das Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin leitet, untersucht in dem Artikel die Konstruktionsbedingungen von Feindbildern.

Die Überlegungen von Benz halte ich für sehr lesens- und nachdenkenswert:

Zitat:

„Das Feindbild „Westen“ im arabischen Kulturkreis wird von Populisten im Westen mit dem Feindbild „Islam“ erwidert. Es folgt den gleichen Konstruktionsprinzipien.

Feindbilder bedienen verbreitete Sehnsüchte nach schlichter Welterklärung, die durch rigorose Unterscheidung von Gut (das immer für das Eigene steht) und Böse (das stets das Fremde verkörpert) sowie darauf basierender Ausgrenzung und Schuldzuweisung zu gewinnen ist. Feindbilder, die eine solche Welt beschwören, lindern politische und soziale Frustrationen und heben das Selbstgefühl. … alles lesen

Umleitung: Was sind eigenlich Reformer? Focus feuert Rüttgers-Kritiker und dunkle Zeiten für den Westen …

Reformer: Gestern sozial – heute Zeitgeist? … nachdenkenseiten

Focus: feuert Rüttgers-Kritiker … ruhrbarone

DerWesten: vor dunklen Zeiten … indiskretion

Auf der Steuerbrücke: Orientierung in schwierigen Gewässern … bieseveih

Abschiebe-Gutachten: Bergstraße meets Sauerland … sbl

Sundern: Stellvertretende Bürgermeister rechtswidrig gewählt … grünesundern