Überleben als Ziel? Das reicht nicht mehr. Auf geht’s!

Symbolbild Steinzeit: Viktor Vasnetsov (1848–1926) (Bildquelle: wikimedia)

Am Beginn der Geschichte der Menschheit ging es unseren Vorfahren schlicht ums Überleben. Der Motor für die Entwicklung von Fortschritt war anfangs die Erleichterung der Lebensbedingungen: die Fähigkeit zu lernen, wie man Feuer macht, oder die Herstellung einfachster Werkzeuge. Das half in der frühen Steinzeit, zu überleben und sich als Jäger von Klein- wie auch Großwild und Sammler von Früchten und Kräutern in der Natur zu etablieren.

(Ein Beitrag von Detlef Träbert)

Als die Menschen vor etwa 12.000 Jahren zu Beginn der Jungsteinzeit, dem Neolithikum, sesshaft wurden und anfingen, Landwirtschaft zu betreiben, wuchs der Bedarf an technischen Hilfsmitteln für den Ackerbau und die Viehzucht. Daraus ergab sich die Entstehung von handwerklichen Berufen. Wer Geräte für den Ackerbau herstellen konnte, erhielt dafür beispielsweise Lebensmittel. Dieser Tauschhandel machte feste Werte der Tauschobjekte erforderlich. Aber wie bewertete man die Arbeit von all den Viehzüchtern, Fischern, Berg- oder Metallarbeitern? Aus ersten Tauschwährungen entwickelte sich nach und nach schließlich das Geld. Damit entstand Wohlstand und mit diesem die Möglichkeit, aktuell nicht benötigtes Bares gegen Zinsen zu verleihen und damit weiteres Geld zu verdienen. So entwickelte sich das Finanzsystem, das wir heute haben und das dazu führt, dass vermögende Menschen immer vermögender werden.

Ganz offensichtlich ist der Antrieb für den Fortschritt in unserer heutigen Welt die Aussicht auf persönlichen Gewinn. Der Staat fördert dieses Streben, z.B. mit „Hilfen für Existenzgründer/-innen“, die ihrerseits wiederum Arbeit für die Nicht-Selbstständigen bieten können. Je mehr Menschen in „Lohn und Brot“ sind, desto niedriger können die Sozialausgaben des Staates ausfallen, die Arbeitsunfähige oder Menschen mit zu geringem Einkommen brauchen, um überleben zu können. Je niedriger die Sozialausgaben, desto mehr kann der Staat für sonstige Aufgaben aufwenden, etwa für die Verteidigungsfähigkeit des Landes. Die ist deswegen so wichtig, weil es andere Staaten auf unserer Erde gibt, die ihre Macht vergrößern wollen und darum bestrebt sind, sich andere Nationen zu unterwerfen und einzuverleiben. Das aktuelle Paradebeispiel dafür ist Russland.

Die Welt ist also kompliziert. In dieser Situation gerät nicht nur die Fürsorge für alle in unserer Gemeinschaft, auch für die Menschen ohne Vermögen, sondern vor allem die Rücksichtnahme auf ökologische Belange aus dem Blick. Ein Musterbeispiel für diese Entwicklung ist der amerikanische Präsident, Donald Trump. Der verteufelt erneuerbare Energien und leugnet den Klimawandel nicht nur, sondern lässt die Förderung von Erdöl, Kohle und Gas massiv steigen. Er macht die Weltlage so schwierig, weil er eine extrem einfache Weltsicht hat: Je mehr Vermögen sich in den USA anhäuft, desto besser sei die Situation. Dass von dem Vermögen in den USA möglichst viel auf seinen persönlichen Konten landen soll, kommt noch hinzu. Diese Egozentriker in der Weltpolitik, neben Trump auch Putin, Kim Jong-un (Nordkorea) oder Xi Jinping (China), früher Adolf Hitler oder Benito Mussolini, haben noch nie die Welt für die Menschheit besser gemacht und tun das auch heutzutage nicht.

Machtpolitik und Egozentrik sind die größte Gefahr für den Fortbestand der Menschheit. Allerdings gilt das auch im Kleinen, denn Egozentrik gibt es schließlich überall im zwischenmenschlichen Bereich: Raser im Straßenverkehr gefährden andere Menschen für ihre persönliche Lust an der Geschwindigkeit; Kabelklau an Eisenbahnanlagen oder E-Auto-Ladesäulen beeinträchtigt die Allgemeinheit. Wenn Netzerpresser Kliniken oder öffentliche Verwaltungen lahmlegen, um Geldzahlungen zu erzwingen, ist das zudem oft genug Kriminalität im Auftrag eines Staates – allzu oft wird beispielsweise Russland hinter solchen Aktionen vermutet.

Doch mittlerweile ist die ökologische Lage auf unserem Erdball derart katastrophal, dass die umweltpolitische Perspektive unbedingten Vorrang vor allem anderen haben muss. Der Sommer 2026 mit seinen Rekordtemperaturen und der Trockenheit in Mitteleuropa, die den Rhein vom Strom zum Rinnsal machte, lässt Meteorologen wie auch Ökologen warnen: Die Existenzbedingungen für uns Menschen verschlechtern sich dramatisch! Bei uns in Mitteleuropa merken wir das bislang nur eingeschränkt, aber immer mehr Regionen auf der Erde werden unbewohnbar! Handeln wir nicht konsequent gegen diesen Trend, wird die Menschheit innerhalb weniger Generationen aussterben. 99,9 Prozent aller Arten, die jemals auf unserem Erdball existiert haben, sind ausgestorben, aber die Menschheit scheint es schneller zu schaffen als alle anderen.

Eigentlich können wir uns keine Konflikte, keine Kriege mehr leisten. Eigentlich müssten wir alle wissenschaftliche und wirtschaftliche Energie in die Entwicklung von Umweltschutz anstatt in die Produktion von Waffen stecken. Eigentlich müssten wir zusammenstehen, überall auf der Welt und zu allererst in unserem Land. Eigentlich. Lasst uns anfangen, hier und jetzt, ab sofort – auf geht’s!

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Detlef Träbert arbeitet seit vielen Jahren mit pädagogischen Vorträgen in Kitas und Schulen (www.schubs.info). Neben Sachbüchern verfasst er in seiner Freizeit Aphorismen und alltagsphilosophische Artikel.
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