Schweinepest – wie weit ist Mexico entfernt?

Sehr aktuell und umfassend berichtet der britische Guardian über den Ausbruch der Schweinepest.
Sehr aktuell und umfassend berichtet der britische Guardian über den Ausbruch der Schweinepest (screenshot).

Ich gestehe, dass ich bei großen weltweiten Themen nicht lange herumfackel, sondern mich meist ohne Umwege zur Website des britischen Guardian begebe.

Ob der Ausbruch der Schweinepest in Mexico das Potential zur Epoche machenden Seuche hat (siehe ruhrbarone), kann ich nicht beurteilen. Durch die tiefe Zäsur der jetzigen, sich noch weiter entfaltenden Wirtschaftskrise bin ich allerdings verunsicherter als ich es vor, sagen wir fünf Jahren, gewesen wäre.

Egal ob Zeitgeist, Ära oder Epoche, hier geht es zu den informativen Seiten des Guardian.

Beachtenswert finde ich auch das Live-Blog. Letzter aktueller Eintrag:

4.49pm:
New York mayor, Michael Bloomberg, has confirmed that swine flu has infected eight students of a high school in the city.

Hasta la Vista Mexico City

Vielen Dank, lieber Christopher, für die farbigen und tollen Berichte aus Mexico-City.

Ich hoffe, dass du irgendwann noch einmal Zeit findest, das ein oder andere “Update” zu liefern.

Wer die insgesamt neun Teile hintereinander lesen will, braucht bei der Suchfunktion oben rechts nur das Stichwort “Mexico City” einzugeben und schwupps sind alle neun Episoden in der Archivansicht auf dem Bildschirm.

Um dann jeweils den einzelnen Artikel komplett zu sehen und zu lesen, muss man lediglich die Überschrift anklicken.

Mexico City – Neunter Tag: man gönnt sich ja sonst nichts …

Jeder lese, solange es für ihn kurzweilig bleibt; ansonsten hat er auch nichts verpasst im Leben.
(Sprüche und Wendungen eines alten chinesischen Meisters)

Sonntag, der 8. Februar 2009

Um die Ecke ...
Um die Ecke …

Der andere Portier heißt Sergio und der hat mir heute erstmal erklärt, wie die Kabelglotze geht. – „Ich habe zu früh Tage gemacht!“, könnte ich mit Emila Galottis Prinzen Hettore Gonzaga zum Hofmaler Conti ausrufen, denn mein Wecker zeigte mir eine Stunde früher an, als es tatsächlich war. Zuerst, klar, dachte ich, ich hätte mich gestern Abend beim Stellen vertan. Aber bei genauerer Hinsicht stellte sich heraus, dass mein aus Deutschland mitgebrachter Wecker den Strom nicht ohne Weiteres schluckt, sondern bei ca. 110 Volt mexikanischen Gleichstroms schneller zu ticken beginnt. Nun ja, beim „Superama“-Supermarkt um die Ecke gibt’s einen Heizradiator für 17 Euro, da wird’s auch einen Wecker geben. Einen Heizradiator werde ich mir zulegen, da in México D.F. alpines Klima ist: Morgens kann es empfindlich kalt bei so 5 bis 8 Grad sein, mittags dann mediterrane 25 bis 30 Grad. – Ich habe mir vom gestrigen Wandern im Chapultepecpark einen Sonnenbrand an der Stirn geholt.

Meine neue Bleibe (im Hinterhof – schön ruhig) – Mein neues Auto: BMW 735 i - man gönnt sich ja sonst nichts
Meine neue Bleibe (im Hinterhof – schön ruhig) – Mein neues Auto: BMW 735 i – man gönnt sich ja sonst nichts

Heute also der erste Tag nach dem Umzug – nachts habe ich nichts geträumt, was denn in Erfüllung gehen könnte – am ersten Tag also durchstreifte ich natürlich meinen Barrio und stellte fest, es ist goldrichtig hier. Es ist wie dieses verwunschene Stück Berlin zwischen Wilmersdorfer Str., Bismarckstr., Hardenbergstr. und Zoologischem Garten und zurück über die Kantstr. oder südlich über den Ku’damm, also ein Charlottenburg zwischen Einkaufsmeile westlichen FuZo-Zuschnitts mit C&A, Herthie, Deichmann etc., „Mexico City – Neunter Tag: man gönnt sich ja sonst nichts …“ weiterlesen

Mexico City – Achter Tag: Nackthunde, Zählen und ein angenehmer Stadtteil

Jeder lese, solange es für ihn kurzweilig bleibt; ansonsten hat er auch nichts verpasst im Leben.
(Sprüche und Wendungen eines alten chinesischen Meisters)

Samstag, der 7. Februar 2009

Der City-Teil des Chapultepecparks
Der City-Teil des Chapultepecparks

Dem peruanischen Nackthund bin ich bei Trujillo im Juli 2005 über den Weg gelaufen, am Eingang einer Pyramidenanlage der Chimú-Kultur, die ich besuchen wollte. Zuerst dachte ich, ich hätte es mit einem mit der Leishmaniose infizierten Exemplar reudigen Köters zu tun, bei derm eben auch die Haare nach und nach komplett ausfallen. Diese Krankheit wird durch zum Glück recht flugunfähige Sandmücken übertragen, und die Virennester rund um die Einstichstelle zerstört die Haut in hässliche Pockenflatschen und bei schweren Arten der Leishmaniose bluten auch die inneren Organe. Übrigens hat diese Krankheit laut Wikipedia-Seite 42% der Hunde in Andalusien infiziert – da habe ich im Herbst 2008 Urlaub gemacht! Die Peruaner belehrten mich jedoch eines besseren, dass diese Hunde für die Küstenwüste Perus ganz typisch seien.

In Mexiko sind die Nackthunde ebenfalls verbreitet; die Azteken nannten sie Xoloitzcuintle. Im Palacio Nacional, dem Parlamentsgebäude am Zócalo, befinden sich Diego Riveras Murallas und auf zweien von ihnen sieht man eben auch die Nackthunde: Einmal knurrt einer einen spanischen Konquistadorenhund an, während Hernán Cortés nach der Landung in Vera Cruz Geld von den Unterworfenen eintreibt und ein andermal trinken zwei Nackthunde aus einem Tümpel, in dem Azteken ein bestimmte Baumrinde präparierend einweichen, um aus ihren Streifen später Papyrus zu walzen. „Mexico City – Achter Tag: Nackthunde, Zählen und ein angenehmer Stadtteil“ weiterlesen

Mexico City – Siebter Tag: Stadtevolution, Geografie und ein neues Auto

Jeder lese, solange es für ihn kurzweilig bleibt; ansonsten hat er auch nichts verpasst im Leben.
(Sprüche und Wendungen eines alten chinesischen Meisters)

Freitag, der 6. Februar 2009

Blick vom westlichen Rand des Zentrums in den Westen der Stadt
Blick vom westlichen Rand des Zentrums in den Westen der Stadt

La Ciudad de México D.F. hat eine ganz und gar ungewöhnliche Physiognomie durch seine Höhenlage im Talkessel zweier Bergmassive. Die Stadt hat sich im Laufe ihrer Evolution an den Bergflanken emporgerankt und kleinere Ausläufer assimiliert. Deshalb sind die Straßen zum Teil bestimmt steiler als die San Franciscos und die Architektur wahrlich abenteuerlich. In den Berghängen kleben Neu- und Altbauten, Straßen nehmen wüste Wendungen und Kehren und Nadelösenwenden zurück. Dieses Prinzip Chaos setzt sich im Antlitz der Stadt fort, wo Bauten im Kolonialstil neben Modernismen des letzten Schreis stehen und der Stadt immer wieder ein überraschendes Gesicht verleihen wie ein plötzlich auftauchendes Dreieckshaus, das die Fahrbahn zerschneidet und wo in seinem Bugfahrwasser die Wellen wieder zusammenschwappen. Oder die Avenida Amsterdam, die eine ehemalige Trapprennbahn war und dann zu einem Wohnviertel umfunktioniert wurde. Die Avenida hat eine ovale Form und man kann auch noch immer im Kreis bzw. Oval herumfahren und in der Mitte der Straße ist ein Grünstreifen, sodass man dort auch entlangjoggen, besser traben kann. Das typische lateinamerikanische Schachbrettmuster, das die Plaza de las Armas oder halt den Zócalo vergittert, hat Mexiko-Stadt zum Glück nur im Centro Histórico, okay, vielleicht auch noch ab und an woanders, aber eigentlich dominieren im Gegenteil die abenteuerlich mäandernden Straßen. „Mexico City – Siebter Tag: Stadtevolution, Geografie und ein neues Auto“ weiterlesen

Mexico City – Sechster Tag: Heuschrecken, Verkehr und der Guru spricht

Jeder lese, solange es für ihn kurzweilig bleibt; ansonsten hat er auch nichts verpasst im Leben.
(Sprüche und Wendungen eines alten chinesischen Meisters)

Donnerstag, der 5. Februar 2009

Über der Joggingstrecke im Chapultepecpark
Über der Joggingstrecke im Chapultepecpark

Die Heuschrecke steckt phonetisch irgendwie in Chapultepec, aber wie genau, dazu reicht natürlich mein náhuatl nicht. Heuschrecken aßen die Azteken und danach Mexikos Volk schon immer, bevor es in großstädtischen Szenen hip wurde, Insekten wegen ihrer Proteine als Leckerbissen zu verspeisen. So ist es auch in D.F., wobei diese Speise eher als eine der ärmeren Schichten gilt. Die Heuschrecke begegnet einem recht oft im und außerhalb des Stadtbezirkes Miguel Hidalgo, der eben den Chapultepecpark mit einfasst und dessen Logo, die Heuschrecke, auf zig Verwaltungs- Klein-Lkws prangt. Liebe zum Barrio geht eben doch durch den Magen.
Heute bei der Telefongesellschaft Telcel, wo ich mein neues Handy gekauft habe – ein politisch inkorrektes Nokia, wie mir jetzt gerade beim Schreiben dieser Zeilen auffällt – war im Gebäude neben dem Treppenhaus eine Tafel angebracht, wie man sich bei Erdbeben verhalten soll: also, erstens, Ruhe bewahren, zweitens, nicht ans Fenster gehen und sich von Gegenständen entfernen, drittens, … Die Tafel mit den Symbolen erinnert mich an die Verkehrsschilder in Lota bei Concepción im Süden Chiles, wo auf gelbem Grund in schwarzer Zeichnung mit einer über einem fliehenden Männchen zusammenbrechenden Welle vor Tsunamis gewarnt wurde. – Ein ähnliches Männchen taucht hier bei den Ampeln auf: Wenn es grün wird, rennt es und wird von einer Sekundenzifferntafeln daneben angezählt, sodass man weiß, wie lange der Verkehr noch gebändigt ist.

Alle Metrostationen haben ein eigenes Symbol, um Fremden die Orientierung zu erleichtern und wohl auch wegen des Analphabetismus, damit sich diese gewiß nicht ganz zu vernachlässigende Bevölkerungsgruppe wie alle andern des Segens des öffentlichen Verkehrs ungezwungen bedienen kann. Oberhalb der Erde ist es nämlich zu den Stoßzeiten, so 7.30 bis 10.00 Uhr und 17.00 bis 20.00 Uhr freilich kein Zuckerschlecken. „Mexico City – Sechster Tag: Heuschrecken, Verkehr und der Guru spricht“ weiterlesen

Mexico City – Fünfter Tag: Eiterfluss, Geld und Macht

Jeder lese, solange es für ihn kurzweilig bleibt; ansonsten hat er auch nichts verpasst im Leben.
(Sprüche und Wendungen eines alten chinesischen Meisters)

Mittwoch, der 4. Februar 2009

Blick vom Castillo de Chapultepec
Blick vom Castillo de Chapultepec

Ihre Einwohner bilden eine Stadt und ihre Geschichten wiederum die Einwohner: 1955 wurde der damals 35-jährige Vater der Maklerin, deren Großeltern 1929 aus Deutschland einwanderten, am Ohr operiert. Dem Mann war als Kind das Trommelfell geplatzt und seitdem suppte ihm ’mal mehr, ’mal weniger Eiter aus dem Ohr, da die Verletzung nie verheilte und die Entzündung chronisch wurde. Ein Ärgernis, sicherlich, eigentlich mehr als eines, mit dem man immerhin leidlich leben konnte, bis der Mann mit 35 Jahren hoffte, von seiner Malaise geheilt zu werden. Eben 1955 riet ihm ein Arzt, den Gehörausgang, aus dem der Eiter immer abfloß, zu schließen und nähte die Ausgangsröhre zu. Natürlich mit fatalen Folgen, denn nicht lange danach gärte im Innern der Eiterherd und drückte die Entzündung durch den Gehörgang zwischen Gehirn und Schädel, wodurch sich die Gehirnhaut entzündete. „Mexico City – Fünfter Tag: Eiterfluss, Geld und Macht“ weiterlesen

Mexico City – Vierter Tag: Diana nackt im Brunnen

Jeder lese, solange es für ihn kurzweilig bleibt; ansonsten hat er auch nichts verpasst im Leben.
(Sprüche und Wendungen eines alten chinesischen Meisters)

Dienstag, der 3. Februar 2009

Die Innenstadtautobahn
Die Innenstadtautobahn

Heute ging es nachmittags wieder durch die begehrten Stadtviertel Polanco und La Condesa, die beide um den Chapultepec-Park gelegen sind, auch bis nach Cuauhtémoc, das aber nördlicher gelegen vom Circuito Interior, dem Innenring der Stadtautobahn, eingefasst ist und damit weniger attraktiv.

Cuauthémoc erinnerte mich stark an Asunción bzw. entsprechende ganze Städte in Südamerika: Die Häuser recht niedrig, ein- oder zweistöckig, zum Teil im spanischen Kolonialstil, um der Armseligkeit Etikette zu verleihen. Meine Maklerin allerdings meinte, dass ein Viertel wie Cuauhtémoc früher tatsächlich schöner als heutzutage war und nur heruntergekommen sei. Außerdem warnte sie vor diesem Barrio wie auch vor der Zona Rosa, da dort Erdplatten zusammenstießen, was im Falle eine Erdbebens besonders gravierend sei – jede Stadt hat ihr kollektives Ventil bei frei flottierenden Ängsten – hier der omnipräsenten vor Unsicherheit im privaten und wirtschaftlichen Leben.

In La Condesa
In La Condesa

Die Arbeit einer Maklerin spielt sich zwischen Straßenschluchten und Handygesprächen beim Fahren ab, was übrigens alle Autofahrer ebenso praktizieren. Nach dem langen Wochenende, der Montag war Nationalfeiertag, tobte der Verkehr ab fünf Uhr abends und man brauchte von einem zum andern Stadtteil ziemlich lange, wofür wir sonst am Feiertag fünf oder zehn Minuten unterwegs waren. „Mexico City – Vierter Tag: Diana nackt im Brunnen“ weiterlesen

Mexico City – Dritter Tag: Meiden Sie Fruchtsäfte!

Jeder lese, solange es für ihn kurzweilig bleibt; ansonsten hat er auch nichts verpasst im Leben.
(Sprüche und Wendungen eines alten chinesischen Meisters)

Montag, der 2. Februar 2009

Die Stadtteil-Fressmeile von Bosque de Virreyes
Die Stadtteil-Freßmeile von Bosque de Virreyes

Heute Morgen traf ich eine zukünftige Kollegin mit ihrem Freund und eine jetzige mit ihrem Mann, um im Hotel Majestic hoch über dem Zócalo zu frühstücken – berühmt in Winterberg für seinen schmackhaften und bekömmlichen Orangensaft – bei Nachfragen oder Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Packungsbeilage. Klug aus Erfahrung geworden, mied ich die Fruchtsäfte.

Die riesige Fahne wehte im Winde, die Kathedrale ist nicht mehr windschief – nicht mehr schief? Nein, an ihr hat die moderne Technik wahre Wunder gewirkt, andre würden sagen, hat sie verhunzt. Dafür wirkt jetzt ihr rechtes Seitenschiff schief. Jedenfalls begegnete mir die Beziehung des Mexikaners zum Tod hier zum ersten Mal. Gumano, der Mann meiner Kollegin, ist Mexikaner und gab zum mexikanischen Humor eine Anekdote zum großen Erdbeben 1985 zum besten. Wegen des Erdbebens war eine Tankstelle nahe der U-Bahnstation Indias verdes, Grüne Indianer, explodiert, wodurch viele Familien starben – ein Tragödie.

Schon zwei Tage später kursierte in der Presse als allgemein akzeptierter Witz, dass die U-Bahnstation in Pieles rojos, Rothäute, umbenannt werden müsse. Schwarzer Humor scheint keine englische Angelegenheit zu sein.

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Mexico City – Zweiter Tag: Die Welt ist ein Dorf

Jeder lese, solange es für ihn kurzweilig bleibt; ansonsten hat er auch nichts verpasst im Leben.
(Sprüche und Wendungen eines alten chinesischen Meisters)

Sonntag, der 1. Februar 2009

Ein subtropischer Garten im Winter
Ein subtropischer Garten im Winter

Schon morgens pfeifen im Garten vor der Pension, von deren Betreiberin die Tochter Karin meine Wohnungsmaklerin werden sollte, seltsame Vögel und duften seltsame Blumen und anderes Gewächs; ein blauer Himmel und gute Luft liegen über der Stadt. Auf dem Garten liegt der nach der doch etwas kühlen Nacht wärmende Sonnenschein. Nur der Lärm der vielen Flugzeuge, die hier ihre Einflugschneise haben, nervt.

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