NRW: 2025 verunglückten fast ein Viertel mehr Seniorinnen und Senioren im Straßenverkehr als vor 10 Jahren

  • 14,4 % mehr getötete Personen ab 65 Jahren im Straßenverkehr als im Jahr 2015
  • Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren waren bei knapp 16 % der Unfälle mit Personenschaden die Hauptverursacher
  • 37 % verunglückten mit dem Fahrrad, darunter mehr als die Hälfte mit dem Pedelec
Grafik: IT.NRW

Düsseldorf (IT.NRW). Im Jahr 2025 sind in Nordrhein-Westfalen 11.764 Seniorinnen und Senioren im Alter von 65 Jahren und älter im Straßenverkehr verunglückt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 6,6 % mehr als ein Jahr zuvor (2024: 11.032) und 22,8 % mehr als vor zehn Jahren (2015: 9.583).

Die Anzahl der getöteten Personen ab 65 Jahren in Straßenverkehrsunfällen stieg im Zehnjahresvergleich um 14,4 %. Dies ist insofern beachtlich, da die Anzahl der Getöteten insgesamt seit 2015 um 8,2 % gesunken ist.

Die Anzahl der leichtverletzten Seniorinnen und Senioren stieg im gleichen Zeitraum um 33,5 % und damit stärker als die Anzahl der Leichtverletzten insgesamt (+12,1 %).

Bei der Anzahl der schwerverletzten älteren Verkehrsteilnehmer war hingegen ein Rückgang von 8,3 % zu verzeichnen; die Anzahl der Schwerverletzten insgesamt sank im gleichen Zeitraum sogar um 22,6 %.

Deutschlandweit verunglückten im Jahr 2025 insgesamt 57.189 Personen ab 65 Jahren im Straßenverkehr. Etwas mehr als ein Fünftel von ihnen (20,6 %) allein in NRW.

Personen ab 65 Jahren sind bei knapp 16 % der Unfälle mit Personenschaden Hauptverursacher

Im Jahr 2025 waren in NRW insgesamt 121.949 Personen an einem Verkehrsunfall mit Personenschaden beteiligt. Personen ab 65 Jahren machten hier mit 17.299 einen Anteil von 14,2 % aus. In 15,8 % der Unfälle mit Personenschaden (65.232) war eine Person mit 65 Jahren oder älter der Hauptverursacher (10.337). Hierbei verursachten Männer mit 66,5 % fast doppelt so oft einen Unfall wie Frauen (33,5 %).

Die häufigste Unfallursache von Seniorinnen und Senioren bei Unfällen mit Personenschaden war, wie auch bei allen Altersgruppen zusammen, ein Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren oder Ein- und Anfahren mit 20,2 %. Das Nichtbeachten der Vorfahrt bzw. des Vorrangs war als Fehlverhalten bei Personen ab 65 Jahren mit 16,3 % vertreten. Das dritthäufigste Fehlverhalten war mit 8,4 % das Missachten der Abstandsregelung.

37 % der Seniorinnen und Senioren verunglückten mit dem Fahrrad

Mit 37,0 % verunglückten die meisten Personen ab 65 Jahren mit dem Fahrrad (4.348), darunter über die Hälfte mit Pedelecs (2.249). Mit Personenkraftwagen verunglückten in NRW 34,6 % der Seniorinnen und Senioren, als Fußgängerinnen und Fußgänger machten sie einen Anteil von 13,1 % aus.

Grafik: IT.NRW

Weitere Informationen zu Verunglückten bei Unfällen mit Fahrrädern und Pedelecs: Pressemitteilung vom 19. Mai 2026.

Hinweise zur Statistik

Die Straßenverkehrsunfallstatistik erfasst alle von der Polizei aufgenommenen Unfälle, bei denen auf öffentlichen Straßen und Plätzen Personenschäden oder Sachschäden entstanden sind.

Bei Pedelecs handelt es sich um Fahrzeuge mit Elektromotor, dessen Unterstützung sich mit zunehmender Geschwindigkeit progressiv verringert. Der elektrische Motor wirkt zusätzlich zur Muskelkraft und nur unterstützend. Solche Fahrzeuge sind verkehrsrechtlich den Fahrrädern gleichgestellt. Zu Krafträdern mit amtlichem Kennzeichen zählen zweirädrige Kraftfahrzeuge wie Leichtkrafträder oder Motorräder, sowie drei- und schwere vierrädrige Kraftfahrzeuge. Zu Krafträdern mit Versicherungskennzeichen zählen Mofas, Kleinkrafträder, S-Pedelecs sowie drei- und leichte vierrädrige Kraftfahrzeuge.

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, handelt es sich bei den Unfallursachen um Mehrfachzählungen. Bei einem Unfall können bis zu acht Ursachen angegeben werden.

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