Noch 50 Tage bis zur Bundestagswahl – ich stelle mir diesen CSD-Wagen der SPD im Sauerland vor.

CSD-Parade HH 2013
Wir wollten nur einen Burger essen, doch da tauchte diese CSD- Parade auf. (fotos: zoom)

Heute wollten wir bei Jim Block am Hamburger Jungfernstieg einen dieser sogenannten „Burger“ essen, bei denen man das Mischungsverhältnis aus Sägemehl und Fleischersatzstoffen nur erahnen kann.

Um an das Essen zu gelangen, mussten wir uns in eine lange Schlange stellen, 15 Minuten schwitzen und dann noch 17 Euro für zwei Portionen „Beefburger Menü“ bezahlen.

Letztendlich wurden wir dann aber doch mit einer kleinen Überraschung belohnt. Die Parade des Christopher Street Day 2013 führte direkt an unserem Esstisch vorbei.

Zwischen drei Bissen habe ich die beiden Bilder geknippst.

Es sind noch 50 Tage bis zur Bundestagswahl. Der Wagen könnte es noch bis ins Sauerland schaffen und völlig neue Akzente setzen: „Für mehr Rosa im Sauerland und einen Regierungswechsel am 22. September!“

Was würde passieren, wenn dieser Wagen kurz vor der Bundestagswahl auch durch das Sauerland rollen würde? Gewinne? Verluste? Egal?

Aber schauen Sie selbst:

CSD-Wagen der SPD
Der CSD-Wagen der SPD: 100% von allem …

18 Gedanken zu „Noch 50 Tage bis zur Bundestagswahl – ich stelle mir diesen CSD-Wagen der SPD im Sauerland vor.“

  1. „Was würde passieren, wenn dieser Wagen kurz vor der Bundestagswahl auch durch das Sauerland rollen würde?“

    Irgendeine Abteilung beim HSK wird vorsorglich eine Vorschrift aushecken/ausgraben, um derartiges nicht geschehen zu lassen. „Truck zu lang für kurvenreiche HSK-Straßen, Farbgebung erschreckt Schwarzwild – es wird sich was finden…“

    Vermisse im Teilnehmerverzeichnis – http://www.hamburg-pride.de/hamburg-pride-csd/parade/ – CDU Hamburg, Erzbistum Hamburg sowie Nordkirche (ev.-luth. Kirche in Norddeutschland)

  2. Da komme ich wieder auf eines meiner Lieblingsthemen „Schützenfest“! Haben sie nicht vor Jahr und Tag in Niedersfeld einen schwulen Schützenkönig weggeekelt ? Der ist jetzt in Köln. Passt schon. Nur weil er keine Frau in so einem komischen Gardinenkleid an der Seite hatte ?
    Hat der WDR eine sehenswerte Dokumentation gesendet. Kam auch der neue König drin vor. Nee, nee… hier ist was los !

  3. Bei der Gelegenheit muss ich mal die Assinghauser loben. Die hatten schon vor 25 Jahren einen schwulen Schützenkönig. In der letzten Woche zog er glücklich als Jubelkönig durch`s Dorf, zusammen mit seiner netten Jubel-Schützenkönigin.

  4. @nofretete
    Die zwei Filme der WDR-Doku sind ja leider „Dank der Verleger“ nicht mehr in der Mediathek zu finden. Zur Erinnerung: die Öffentlich Rechtlichen müssen ihre Beiträge nach gewissen Fristen „Depublizieren“, das heiß aus dem Internet löschen, um den anderen Qualitätsmedien wie Springer, WAZ und Co keine Konkurrenz zu machen. Täglich wird ein großes Stück Medien-Kultur vernichtet. Das verzeihe ich den Verlegern für den Rest meines Lebens nicht mehr.

    @Ließchen Müller
    Wird der schwule Jubelkönig im Dorf akzeptiert bzw. lebt er dort?

    Ansonsten habe ich festgestellt, dass es doch auch im schwarzen, katholischen Hochsauerland ein Menge Toleranz für abweichende Lebensentwürfe gibt. Mehr jedenfalls als ich zu Beginn meiner „Sauerland-Karriere“ gedacht hatte. ;-)

    Ich hatte mir damals die beiden „Kevin“-Reportagen angeschaut und seitdem beschlossen, dass ich auch bewusst „schwule“ Themen ins Blog nehme, obwohl ich da wirklich nicht sachkundig bin.

    Wenn jemand etwas zu schwul-lesbischen Themen etwas schreiben, sagen oder sonstwie publizieren will, was die Menscheit voran bringt – nur zu, im Blog ist Platz.

  5. @zoom: „Wird der schwule Jubelkönig im Dorf akzeptiert bzw. lebt er dort?“

    Er wohnt schon lange nicht mehr im Dorf. Aber allein die Tatsache, dass er jedes Jahr das Schützenfest mitfeiert spricht doch dafür, dass er sich in Assinghausen akzeptiert fühlt.

  6. Das ist wirklich komisch. Wir haben mit vielen Dingen tagtäglich zu kämpfen. Das mit dem Schwulsein ist nun wirklich nicht unser Problem. Aber ein Problem der Allgemeinheit ! Und eines der Toleranz.
    Insofern finde ich diesen einen Satz des neuen Petrus (auf diesen Fels will ich meine Kirche bauen!) bemerkenswert.
    Dann dürfen die Jung’s auch wieder in die Kirche.
    Und eine große Last ist von ihnen genommen.

  7. Die Sauerländer sind schon eigenartig. Wenn von Schwulen die Rede ist, dann geht es sofort um Schützenfeste und die katholische Kirche. Für diese Assoziationskette muss man vermutlich im Sauerland geboren oder wenigstens in prägenden Phasen seines Lebens dort sozialisiert worden sein.

  8. Ja, ja, der böse Sauerländer, schwulen- und lesbenfeindlich und überhaupt. Dass ein katholischer Schützenverein weder einen protestantischen oder gar kirchenlosen Schützenkönig aufstellt, ist wohl ziemlich selbsterklärend. Genauso nachvollziehbar ist es, wenn ein katholischer Schützenverein einen Mann als Schützenkönigin nicht geeignet sieht. Sie erwarten ja wohl auch nicht, dass ein Feministen-Club einen Mann als Repräsentanten oder die Gewerkschaft einen Lobbyisten-Vertreter der Großindustrie aufstellt.
    Im übrigen sind zwei, zeitweilig waren es sogar drei, meiner Kollegen hier im sauerländischen Unternehmen homosexuell. Das hat zwar mal ein zwilichter Kollege aus dem Internet ausgegraben ( ein Kollege, der anderen Kollegen in persönlichen Belangen hinterherspioniert, ist mir persönlich immer unangenehm ), und unter dem Deckmäntelchen der Diskretion ausgeplaudert, aber letztendlich sind die Kollegen bestens integriert und einer ist wegen seiner Leistungen sehr geschätzt. Nur sie gehen – wie jeder Kollege – mit ihrer Sexualität zurückhaltend um. Allgemein gilt auch im Sauerland: Was geht mich das Privatleben des anderen an, solange keine berufliche Relevanz besteht ?

  9. Nichts für ungut, Herr Wilhelm. zoom@wollte ja nur eine Diskussion anstoßen. Und siehe da, es ist ihm gelungen. Hat gar nichts mit „bösen Sauerländern“ zu tun. Wenn sie einem die Chance gegeben haben, sie richtig kennen zu lernen, möchte man sie gar nicht mehr missen. :-)
    Das mit Ihren Kollegen finde ich gut. Wenn ich richtig erinnere, hatte ich schon vor 29 Jahren einen schwulen Kollgen. Das war damals wirklich gewöhnungsbedürftig – aber wir hatten immer viel Spaß!
    Bei den Vereinen sehe ich es etwas anders als Sie. Immerhin haben wir in Deutschland einen mit einem Mann verheirateten Außenminister. Und was in der Regierung geht, sollte doch wohl….

  10. @Reinhard Wilhelm: „Was geht mich das Privatleben des anderen an, solange keine berufliche Relevanz besteht ?“
    Jetzt frage ich mich, Herr Wilhelm: wann oder ab wann besteht eigentlich „berufliche Relevanz“?

  11. „Immerhin haben wir in Deutschland einen mit einem Mann verheirateten Außenminister. “
    Die Bundesrepublik ist ja im Grundsatz säkular. Bei einem säkularen Schützenverein wäre eine männliche Schützenkönigin rein theoretisch denkbar. Allerdings sind Schützenvereine Traditionsvereine, denen viele Emotionen zugetragen werden. Der Kitsch um besonders feminine Königin und Hofstaat gehören wohl einfach dazu. Ich bin ziemlich nüchtern, mich persönlich verbindet mit den Schützenvereinen emotional nichts, weshalb es mir im Grundsatz egal ist, wer welches Geschlecht wie hat. Allerdings will ich diese Vereine wegen ihrer personellen Zusammensetzung auch nicht kritisieren. Im Grundsatz soll jeder tun, was er will. Wenn die Leute meinen, dass die Königin weiblich sein soll, dann sollen sie es eben so vereinbaren.
    „Jetzt frage ich mich, Herr Wilhelm: wann oder ab wann besteht eigentlich “berufliche Relevanz”?“
    Das hängt vom Beruf ab. Ein wohl homosexueller Kollege war vorher katholischer Priester und wurde mit viel Getöse mit Bild & Co. aus seinem Beruf getrieben. Die Art und Weise war äußerst unschön und schmutzig und die gesundheitlichen Folgen erheblich. Aber inhaltlich war die Diskrepanz ggf. offensichtlich und die Trennung unumgänglich.
    Im Außendienst in der Versicherung spielt die Sexualität keine Rolle. Wenn nicht jemand gerade halb bis nackt durch die Kundschaft rennt oder die Kundschaft mit seinen sexuellen Vorlieben oder Vorbehalten zutextet, dann dürfte im Regelfall keine Relevanz bestehen. In vielen anderen Berufen dürfte es genauso sein.

  12. Persönlich bin ich gerne bereit einiges zu akzeptieren und vieles zumindest zu tolerieren. Und ganz vieles geht mich, ehrlich gesagt, gar nichts an und ich ignoriere es geflissentlich. Mit einer Ausnahme, nämlich ausgerechnet dem deutschen Außenminister:

    Er soll in seinem Amt die berechtigten Interessen Deutschlands im Ausland ehrbar vertreten. Diesem Anspruch kann er aufgrund seines nicht überall unverfänglichen Persönlichkeitsmerkmals nicht vollumfänglich gerecht werden. Wer dies nicht nachvollziehen kann, der unterhalte sich beispielsweise mit Arabern (selbst hatte ich mal in Saudi-Arabien das Vergnügen des vertrauten Gesprächs) über deren Wahrnehmung der Besuche des deutschen Außenministers.

    M.E. benötigen wir daher (zumindest für weniger aufgeklärte Regionen der Welt) einen neuen Außenminister, denn ein solcher Amtsträger muss dem Anspruch des „kleinsten gemeinsamen Nenners zwischen den Nationen“ genügen.

  13. Mich haben Schwule und Lesben bisher nie mit ’sexuellen Vorlieben vollgetextet‘. Ich habe hingegen häufig erlebt, dass Männer durch frauen- und schwulenfeindliche Sprüche auffielen. Mann wollte zeigen, dass mann nicht schwul ist.

    Der Spielraum für nicht-konformes Verhalten ist im Sauerland recht gering, die dominierenden männerbündischen Organisationen wie die katholische Kirche, Vereine und zahlreiche Parlamente erzwingen in hohem Maße Konformität.

    Schwule Politiker in Führungspositionen sind m.E. noch kein Garant für mehr Toleranz, allerdings sind sie mir viel lieber als Politiker, Kirchenvertreter o.ä., die nach außen aggressiv schwulenfeindlich auftreten und damit ihre homoerotischen Neigungen verdrängen/ überspielen oder was auch immer.

    Von mir aus könnte es also wesentlich mehr Westerwelles, Wowereits und von Beusts in der Politik geben.

    Und @Interessierter Bürger: So wie Sie argumentieren, wäre eine Frau als Außenministerin ebenfalls völlig ungeeignet.

  14. @ Johanna:

    Nein, meine Argumentation ist für Ihre Lesart nicht geeignet. Eine Frau als Außenministerin ist auch aus Sicht eines patriarchalisch geprägten Arabers eine Respektsperson und würde Deutschland nicht negativ ausgelegt. Im Gegenteil. Auch persönlich würde ich eine weibliche Außenministerin sehr begrüßen, denn Frauen sind auf der diplomatischen Ebene meist begabter und vertreten Interessen geschickter, denken Sie an Albright, Clinton etc. Nur Frau Merkel fällt zugegebenermaßen völlig aus dem Rahmen…

    Angesichts der Selektionswirkung der Political Correctness ist „aggressive Schwulenfeindlichkeit“ in Führungspositionen inzwischen übrigens ausgestorben. Wir sind vielmehr in das andere Extrem geraten, wo manch einer seine Homosexualität mit Wahlkalül einsetzen und nicht nur in seiner Zielgruppe sondern insbesondere auch bei den ach so aufgeklärten Gutmenschen reüssieren kann. Die (steuerliche) Gleichbehandlung der Homoehe mit der „althergebrachten“ Ehe beispielsweise ist – bei allem Verständnis für alternative Lebensentwürfe – starkes Indiz einer gravierenden Fehlentwicklung.
    Und wenn man vor dem Hintergrund der bedrohlichen Eurokrise mit der Homoehe Wahlkampf machen muss bzw. kann, so ist das ein Armutszeugnis für unsere Demokratie.

    Übrigens:
    Ihre namentliche Enumeration (Westerwelle, Wowereit, Beust, ich ergänze noch den auf Kosten des deutschen Steuerzahlers in homosexuellen Belangen und Menschenrechten weltweit missionierenden Beck) bereitet mir Unbehagen: Allesamt keine guten Politiker und dennoch von den Medien so positiv belegt. Ist es etwa Zufall, dass sie alle ausgeprägte Hedonisten sind, die ihre Ämter nicht im Bürgerinteresse sondern in Eigen- bzw. Partikularinteressen wahrnehmen?
    Ist es Zufall, dass sie in ihren Ämtern trotz teils gravierender Fehler quasi unantastbar sind?

  15. Der Begriff ist tatsächlich sachlich falsch und führt zu Irritationen. Lassen Sie mich daher umformulieren: Art. 3 GG gilt unumstößlich und ist (angesichts einiger Defizite) endlich vollständig umzusetzen. Soweit selbstverständlich. Selbstverständlich aber eigentlich auch: Privatsachen sind diskret zu behandeln.

    Gruppeneigenschaft ist mir der Verstoß gegen letzteres. Die moderne Form der öffentlich praktizierten Bekenntnishomosexualität einiger Politiker ist indiskret. Sie mag aus mehreren Gründen politisch opportun sein, verursacht auf lange Sicht aber gesellschaftliche Spannungen (indem sie polarisiert) und ist der Sache insgesamt nicht dienlich.

  16. @Interessierter Bürger

    Sein Schwulsein ist das was mich an unserem Aussenminister am allerwenigsten stört.

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