Der kleine Unterschied: In Bad Driburg entscheiden die Eltern, in Meschede beschließt der Stadtrat.

Meschede im Hochsauerland (foto: archiv)
Meschede im Hochsauerland (foto: archiv)

Meschede. Auch im Blätterwald einiger Städte und Gemeinden im Sauerland rauscht es beim Thema „Schulentwicklung“. Die Westfalenpost schrieb sogar von einem „Schulstreit“ in Meschede.

Glaubt man der Berichterstattung, haben sich in der Kreisstadt (und in allen anderen Kommunen im HSK) Verwaltung und Politiker auf die Sekundarschule und gegen die Gesamtschule eingeschworen. In der Sitzung des Schulausschusses in Meschede schienen, so schreibt die Tageszeitung, letztlich alle davon überzeugt, dass die Gesamtschule die deutlich schlechtere Lösung sei.

Siehe:
http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-meschede-eslohe-bestwig-und-schmallenberg/das-ziel-bleibt-die-sekundarschule-id6500832.html

Immerhin entschieden sich Ausschuss und Stadtrat nach dem vorausgegangenem „sanften Druck“ von MbZ- und SPD-Fraktion dafür,

a) die Eltern umfassend zu informieren und
b) die Eltern der Drittklässler

unter Einbeziehung des Begriffs „Gesamtschule“ zu befragen.

„Aber“, so wird ein CDU-Fraktionsmitglied in der WP zitiert, „er verstehe nicht, warum der Rat sich nicht schon in der Informationsveranstaltung zum deutlichen Bekenntnis für die Sekundarschule durchringen könne.“

Sprich, den Eltern soll vor dem Start der Elternumfrage deutlich klar gemacht werden, dass eine Gesamtschule für Meschede nicht passt.

Für die Erstellung des Fragebogens wird übrigens ein Arbeitskreis gegründet.

Mehrmals wurde offenbar betont, dass in Meschede nicht die Eltern, sondern der Rat über die zukünftige Schulform entscheidet.

Hier zwei Zitate aus der WP: „Doch letztlich entscheidet der Rat, so machte noch einmal Mechthild Thoridt (Grüne) klar.“ Und: „Die Reihenfolge sieht nun vor, dass nach Ostern Elterninformationen stattfinden werden. Auch aus diesen Veranstaltungen, so hofft der Ausschuss, ergibt sich schon ein Stimmungsbild. Die vorgeschriebene Befragung der Eltern der jetzigen Drittklässler wird – wie geplant nach den Sommerferien stattfinden, was aber in dem Fragebogen steht, muss bis dahin noch ein Arbeitskreis erarbeiten. Letztlich jedoch – und da waren sich dann wieder alle einig – entscheidet der Rat über die zukünftige Schullandschaft.“

Bad Driburg. Da geht der Schulausschuss die „Herausforderung“ etwas anders an. Zitat aus nw-news.de:

„Der Schulausschuss der Stadt Bad Driburg stellte am Dienstagabend die Weichen für die Errichtung einer Gesamtschule in der Badestadt.

Einstimmig empfahlen die Mitglieder des Gremiums dem Stadtrat, die Caspar-Heinrich-Hauptschule, die Friedrich-Wilhelm-Weber-Realschule und das Städtische Gymnasium zum Schuljahr 2013/14 zu einer Gesamtschule zusammenzuführen. … Es gelte daher rechtzeitig wichtige Entscheidungen für eine tragfähige Zukunft der Bildungslandschaft in Bad Driburg zu treffen, die sicher niemandem leicht fiele.

“Das Wohl unserer Kinder sollte dabei das Maß aller Dinge sein”, unterstrich der Bürgermeister. Es gehe insbesondere um zukünftige Schülergenerationen, aber auch um die betroffenen Lehrerkollegien. Die Verwaltung habe daher von Anfang an alle Zahlen und Fakten offen gelegt.

“Die Ergebnisse der Elternbefragung sind bereits seit einigen Wochen im Internet nachzulesen”, betonte Bürgermeister Deppe.

Siehe:

http://www.nw-news.de/lokale_news/hoexter/hoexter/6241363_Gesamtschule_fuer_Bad_Driburg.html

Klicken wir den Link zur Elternbefragung an:

http://www.bad-driburg.de/bildung/downloads/220_Ergebnis_der_Elternbefragung.pdf
,

finden wir u.a., dass dort 55 Prozent der Eltern, die sich an der Befragung beteiligt haben, eine positive Meinung zur Einführung einer Gesamtschule geäußert haben, 39 Prozent eine negative und 28 Prozent ist es egal.

Bei der Schulausschusssitzung in Bad Driburg war, im Gegensatz zur Sitzung in Meschede, der Schulexperte Dr. Rösner  anwesend. Zitat Dr. Rösner aus nw-news.de:

„Betrachtet man die reinen Zahlen, dann ist die Errichtung einer Gesamtschule in Bad Driburg rational gesehen die vernünftigste Lösung”, erläuterte der Dortmunder Schulexperte Dr. Ernst Rösner seine Einschätzung im Schulausschuss. Die Option einer Sekundarschule sieht er nicht. “Bei der aktuellen Entwicklung der Schülerzahlen wäre dies keine langfristige Alternative. Sie bekämen eine Sekundarschule, die mit Gründungsdatum bereits ein Verfallsdatum habe.“

Und, man sehe und staune, lesen wir weiter im www:

„Letztendlich entscheiden die Eltern”, gab der Schulexperte zu bedenken. Und die müssten über die Qualitäten einer zukünftigen Gesamtschule informiert und in den Entwicklungsprozess mit eingebunden werden. Daher empfiehlt er der Stadt als Schulträger, im Vorfeld des Anmeldeverfahrens ein tragfähiges pädagogisches Konzept zu entwickeln und dieses intensiv zu kommunizieren.“

In Bad Driburg entscheiden also die Eltern, in Meschede beschließt der Stadtrat. Das ist der kleine Unterschied.

35 Gedanken zu „Der kleine Unterschied: In Bad Driburg entscheiden die Eltern, in Meschede beschließt der Stadtrat.“

  1. Die Lage in Bad Driburg ist falsch dargestellt, da sich der Stadtrat auch hier über den Willen der Elternschaft stellt. Aus der oben genannten Umfrage geht zwar hervor, dass 55% der Eltern grundsätzlich einer Gesamtschule gegenüber positiv eingestellt sind, aber auch, dass nur 24% (=48 Schüler) ihr Kind tatsächlich an einer Gesamtschule anmelden würden! Diese Zahl ist jedoch vom Bürgermeister bewusst verschwiegen worden, um die vom Stadtrat favorisierte Gesamtschule aufzubauen. Auf der Basis der zitierten Umfrage ist nun diese beschlossen worden. In einer weiteren Umfrage soll bald entscheidend der Elternwille evaluiert werden. Allerdings werden die Eltern hier aufgrund der alternativlos gestellten Fragen nicht die Möglichkeit haben, ihren Willen zu artikulieren. – Das ist die Realität in Bad Driburg!

  2. @Oberschelp Wenn es denn so ist, dann ist es in Bad Driburg ähnlich wie Arnsberg und Meschede, nur mit einem anderen Vorzeichen. Da frage ich mich, wie die Schulform-Entscheidungen in anderen Kommunen zustande gekommen sind?

    Nachfrage: Wie genau soll der Fragebogen für die weitere Elternbefragung aussehen?

  3. In Bad Driburg stimmten alle Fraktionen im Stadtrat und die Mitglieder des Schulausschusse für eine Gesamtschule, da ihre eigenen nicht auf diese Resteschule gehen werden. In der Umfrage kam heraus, dass Dreiviertel der Eltern vor dem Hinntergrund, dass in Bad Driburg zwei Kathol. Gymnasien vorhanden sind, natürlich ihr Kind an ein „richtiges Gymnasium“ senden werden. Zuvor ist jedoch durch Bürgermeister Deppe (Bürger der Stadt Lügde, nah an Nidersachsen) in Bad Driburg dann das Städt. Gymnasium zerschlagen worden und das hiesige St. Xaver wird es nicht mehr nötig haben wie zuletzt reihenweise Schüler mit reiner Realschulempfehlung aufnehmen zu müssen. Die Gesamtschule in Bad Driburg wird eine Resteschule ohne gymnasiale Oberstufe sein.

    1. @Hans Nolte: Ich kenne die Lage in Bad Driburg nicht, aber soweit ich weiß, umfasst laut §17 Abs 2 des Schulgesetzes die Gesamtschule die Klassen 5 bis 10 (Sekundarstufe I) und die gymnasiale Oberstufe (Sekundarstufe II).

      Somit kann es sich eigentlich in Bad Driburg nicht um eine Resteschule ohne gymnasiale Oberstufe handeln.

      Falls inzwischen das Gesetz geändert worden sein sollte, oder es eine Lex Driburgensis gibt, lassen Sie es mich bitte wissen.

  4. Wie beschrieben wollen die Eltern gymnasialfähiger Driburger Kinder ihre Kinder an ein richtiges Gymnasium senden (so auch Rösner in seinem Gutachten). Wollen Sie auf dem Verordnungswege oder per Zwang die Eltern gymnasialfähiger Kinder nötigen auf eine Gesamtschule zu gehen? Es wird die benötigte Anzahl nicht geben, die freiwillig an einer Schule mit Klassenkameraden aus Ahlhausen (Lernschwache) sitzen wollen (EU-verordnete „Inklusion“) , wenn Sie ein Abitur machen können, wo oben drauf „St. Kaspar“ bzw. „St. Xaver“ steht oder eben „Reismann“, „Peloizäus“ & Co. PUNKT. Wenn die Schulausschussmitglieder und Stadträte ihre eigenen Kinder noch nichtmals dort anmelden werden, warum sollten dies eben andere machen, außer eben aus Kreisen, denen es natürlich lieber ist anstatt „Hauptschule“ auf dem Zeugnis dann „Gesamtschule“ stehen zu haben (ist dann ein kleinerer Makel)?

  5. http://www.sg-bd.de/yamlt3public/fileadmin/…/schule…/Offener_Brief.pdf

    Und damit will ich es gutsein lassen. Ich habe jedenfalls hier in Bad Driburg gemerkt, wie schnell die Mächtigen im Verbund mit der Presse Meinungen schüren können und dabei bestimmte Aspekte, Zahlen, Fakten unterschlagen. Und ob man nun eine Sekundarschule oder Gesamtschule gegen die Bevölkerung durchsetzen will spielt keine Rolle. Die Art und Weise ist immer ähnlich und dies macht Angst. Habe ich aktuell zum ersten male so erlebt.

  6. Die taz hatte ja vor Zeiten getitelt: Gymnasium neue Hauptschule und das ist richtig im Sinne von „die Schule, an die die meisten Eltern ihre Kinder schicken wollen“.

    Die Gesamtschule greift also normalerweise keine Kinder dieser Gymnasialeltern ab, führt allerdings einen kleinen Teil ihrer eigenen Klientel zum Abitur.

    In Meschede werden wir in Kürze die Möglichkeit haben, mit der Schulleitung der GS Soest zu diskutieren. Gerade Ihre Bedenken wären dort gut vorzutragen.

    Falls Sie Zeit haben, schauen Sie vorbei:

    http://www.schiebener.net/wordpress/?p=18172

    Die Erkenntnis nährt sich durch Widerspruch :-)

    P.S. Ihr Link oben funktioniert nicht :-(

  7. In der ersten Gesamtschul-Werbeveranstaltung behauptete Deppe sogar, dass alle weiterführenden Schulen in Bad Driburg Ganztagsschulen seien und damit gute Erfahrungen hätten. Er wurde natürlich sowohl von Hauptschule, als auch Realschule bzw. Gymnasium korrigiert, dass das nicht stimmt (hätte ihm zuvor aber besser sein Schulamtsleiter mal sagen sollen). Peinlichkeit hoch zehn. Vor einigen Jahren äußerte er sogar, dass mit ihm als Bürgermeister keine Gesamtschule machbar wäre (seit fünf/sechs Jahren liegen Rösners Prognosezahlen schon -siehe Gutachten für den VBE- schon auf dem Tisch), 2010 oder 2011 hat Bürgermeister Wessels (Altenbeken) im dortigen Schulausschuss noch dargestellt, dass Driburg kein Interesse an einer Gesamtschule sowie an einer Zusammenarbeit hätte. Rösner hat 2011 Lichtenau zu einer Sekundarschule gedrängt (… ja nicht noch warten, bis es mehr Schüler gibt), dort sogar laut Protokoll das Schulgesetz NRW (75 Mindestanmeldungen aus der Heimatgemeinde) irereführend dargestellt, Stadtrat beschließt Einrichtung Sek.-schule, die Eltern weichen auf andere Gymnasien aus (z.B. Paderborn). Die Folge ist, dass die Genehmigung Sek.-schule vom Kreis widerrufen wurde und zugleich mittlerweile vom Bürgermeister dort sämtliche weiterführenden Schulen vernichtet wurden.
    In Driburg geht es nicht um den Elternwillen, sondern darum, dass man (aus welchen Gründen auch immer) die Ersatzschule Xaver sichert. Wenn dann in Jahren noch nichtmals eine Oberstufe kommt ist Deppe (wie seinerzeit als Kämmerer in Meinerzhagen) schon wieder als kommunaler Wahlbeamter auf Zeit weitergezogen oder bei seiner Frau und drei Kindern (alle nicht an einer Gesamtschule) in seinem Heimatort Lügde…
    Sollen doch erstmal die Stadträte, Schulausschussmitglioeder und lauthals für die Gesamtschule eintretenden Eltern von St. Xaver-Kindern ihre eigenen dort anmelden. Dies wird aber nicht geschehen, sondern man hofft auf die uninformierten Haupt-/Realschuleltern, die denken, dass die Gesamtschule beschlossen wäre. Wie schreibt der CDU-Stadtverband so schön: der Elternwille zählt! Abwarten, liebe Kommunalpolitiker der Blockparteien…

  8. Um es aber nochmals klarzustellen: Es geht in meiner Sicht um die wirklich spezielle Situtation hier in Bad Driburg mit zwei gymnasialen Ersatzschulen als unmittelbare Alternative. Anderswo mag eine Gesamtschule berechtigt und chancenreich sein, hier wäre es m.E. eine Sekundarschule. In zwei von drei befragten Jahrgängen der Grundschulen kam sogar heraus, dass das Städt. Gymnasium den höchsten Zuspruch hier in Driburg hat, noch vor St. Xaver als auch St. Kaspar. Und zu keinem Zeitpunkt hat Deppe bislang erwähnt, dass in der Befragung seinerzeit rauskam, das zwar kaum jemand etwas gegen eine Gesamtschule als Schulform hat, jedoch auch kaum jemand sein Kind dorthin senden will. Ist auch der Grund, warum die erste Befragung aus Sicht des Kreises als Elternwillen-Votum nicht wertbar ist (76% wollen ihr Kind nicht dorthin senden), sondern bald eine weitere erfolgt.
    In Driburg würde eine Gesamtschule effektiv nicht durch Elternwillen entstehen, sondern als plötzliche fixe Idee des Bürgermeisters durch Zwang der Ortspolitik. Mit denen verbindet mich jedenfalls dies: dass wir allesamt unsere eigenen Kinder nicht an eine solche Gesamtschul-Ganztagsmassenverwahranstalt (auf dem Niveau irgendwo zw. Haupz- und Realschule laut PISA) geben werden. Soviel DDR 2.0 ist ja gottseidank noch nicht nach Driburg rübergeschwappt, auch wenn die Art und Weise in dieser Frage schon daran erinnert.

  9. Für alle, die dennoch die Gesamtschule verfechten, auch wenn nebenher Alternativen des mehrgliedrigen Schulsystems bestehen:

    http://www.ak-gesamtschule.de/Archiv/Ungerecht-Fritz.htm

    http://www.ak-gesamtschule.de/Archiv/warum%20ich%20meine%20kinder.htm

    Und für alle, die wissen wollen, wohin die Volksvertreter, die für die Restbevölkerung Gemeinschafts-/Gesamtschule propagieren, ihre eigenen Kinder senden:

    http://www.welt.de/politik/nrw-wahl/article7505590/Gemeinschaftsschule-die-Bigotterie-der-Politik.html

  10. Mittlerweile scheint die Stadt in Bad Driburg übrigens doch etwas unsicherer zu werden… In sämtlichen Verlautbarungen zum Thema heißt es nun schon mal vorsorglich „hat der Rat der Stadt AUF EMPFEHLUNG DES SCHULAUSSCHUSSES beschlossen…“ Dann hat man schon mal einen Schuldigen, wenn die Sache in die Buchse geht… Die vier, höchstens fünf interessierten Eltern seinerzeit bei der großen CDU-Stadtverbands-Gesamtschulwerbeveranstaltung, waren wohl schon ein kleines Omen.

  11. Ganz vergessen habe ich, dass diejenigen, die nun unter dem label „fördern“ (als ob dies bisher im mehrgliedrigen Schulsystem nicht stattgefunden habe) für die Gesamtschule schreien, sich auf biegen und brechen davor drücken wollten, dass an ihrer Schule eine Förderklasse eingerichtet wird. Die Realschule wurde dann dazu verdonnert… Soviel zum Thema „durch eine Gesamtschule fördefn wir und integrieren und inkludieren etc. …“.

  12. In Bad Driburg ist es mittlerweile so, dass der Bürgermeister nun die benachbarte Stadt Altenbeken (Kreis Paderborn) aus dem Hut gezaubert hat, die bereits zweimal mit ihrer Sekundarschule gescheitert war. Die sollen nun mangels Interesse in Bad Driburg die Schüler für eine Gesamtschule Bad Driburg-Altenbeken bringen mit der Hoffnung einen Teilstandort bilden zu können (gibt es jedoch derzeit noch nicht im SchulG). Ist angesichts der Zahlen jedoch illusorisch und Altenbeken verkommt zum Steugbügelhalter und wird leer ausgehen. Die Schülerzahl muss nämlich auch für 5 Jahre garantiert sein. In Driburg hatten nur 46 Eltern Interesse an einer Gesamtschule, da hier ein mehrgliedriges staatl./priv. Schulsystem existiert, dass ohne Not geopfert werden soll (zumindest die städt. Schulen).

  13. Am Dienstag (18.09.) haben die Schulausschüsse beider Orte einen einstimmigen Beschluß gefaßt: für eine Gesamtschule mit vier Zügen am Hauptstandort Bad Driburg und zwei Zügen am Teilstandort Altenbeken, ab Sommer 2013! Wenn alle Ausschussmitglieder dafür gestimmt habem, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Interessen einer der beiden Gemeinden vernachlässigt werden sollen.
    Dass sechszügige Gesamtschulen an 2 Standorten möglich sind, steht im 8. Schulrechtsänderungsgesetz, das letzte Woche vom den Regierungsfraktionen in den Landtag eingebracht wurde.
    Bad Driburg hätte auch alleine eine 4zügige Gesamtschule geschafft, denn bisher haben schon viele SchülerInnen aus Altenbeken die Realschule und die Gymnasien in Bad Driburg besucht. Aber diese Lösung bietet beiden Gemeinden bessere Perspektiven.

  14. Ja, Reinhard, und heute geht die Butterwerbefahrt zur Gesamtschule Elsen ab 10:XX Uhr bis kurz nach 15:00. Immerhin müssen die Eltern nur einen um einige Stunden kürzeren Schulalltag dort erleben…Warum man nicht zum Kaukenberg fährt, an dem Frau K.-T. didaktische Leiterin ist (Mitglieder in der Driburger Gesamtschulwerbetruppe) erschließt sich nicht so recht. Zumal die ja mittlerweile bei der Russischolympiade ganz groß sind! Wenn die Rats- und Schulausschussmitglieder, die Kinder und Enkel haben, dort mitfahren würden, wäre es ja eine große Truppe. Nur werden die ihre Kinder ja nicht gerade an eine Gesamtschule senden, die ist halt für diejenigen, die nicht am Xaver aufgenommen werden. Hurra, dann kann das Xaver ab 2013 wieder gymnasialfähige Schüler aufnehmen anstatt wie letztens welche mit reiner Realschulempfehlung und Vieren auf dem Zeugnis! Wenn dies Wille der Politik ist: Bitteschön, dann wandern wir auch ab. Gottseidank melden ja noch die Eltern an! Dann werden unsere Kinder (Gesamtschulablehnerfamilie) wieder auf die lautstarken Gesamtschulbefürworterfamilien am Xaver/Kasper treffen! Man könnte lachen, wie sich der Kreis dann wieder schließt und wo man sich wiederbegegnen wird …

  15. „Bad Driburg hätte auch alleine eine 4zügige Gesamtschule geschafft, denn bisher haben schon viele SchülerInnen aus Altenbeken die Realschule und die Gymnasien in Bad Driburg besucht“. Das glaubt doch wohl kein normaler Mensch nach den Zahlen der ersten Befragung! Oder sind wir mittlerweile in der DDR, wo man die Realitäten hinbiegt. Altenbeken war der allerletzte Rettungsanker und eine Lösung, die gegenwärtig überhaupt keine Rechtskraft hat, da dies Gesetz gerade erst in die Lesungen gegangen ist. Zu keinem Zeitpunkt zogen hier Eltern mit Plakaten durch die Stadt, die eine Gesamtschule wollten; es war die Stadt/Schulausschuss, die dies in Blockparteienmanier für die Restbevölkerung angeleiert haben.

  16. In Driburg haben sich bei der heutigen Auszählung der Elternbefragung absolut und hochgerechnet mehr Eltern gegen eine Gesamtschule ausgesprochen als dafür. lediglich die befragten Altenbekener, die wohl glaubten, nichts mehr zu verlieren zu haben, haben etwas bessere Zahlen gehabt. Driburg allein hat absolut und hochgerechnet nicht die notwendigen Anmeldezahlen für eine Gesamtschulgründung, lieber Reinhard, und die Altenbekenfrage als Steigbügelhalter ist auch nicht so gewiss.

  17. Frage an Frau Günther: Welche Informationen haben Sie über die Auszählung der Elternstimmen? – In der Presse ist noch nichts erschienen. Bin gespannt.

  18. So, es ist der 07.01. und die Bürgerinitiative in Bad Driburg hat die erforderlichen Unterschriften in Driburg gegen die Tricks des Bürgermeisters (Sozialraum Bad Driburg-Altenbeken, um doch noch gegen die Mehrheit der befragten Eltern seine fixe Idee durchzupeitschen) zusammen. Richtet sich gegen diesen Kniff eines Sozialraumes. Ohne diesen gäbe es nur 69 Anmeldungen für eine Driburger Gesamtschule. Politik gegen die Bevölkerung zu machen, lohnt sich nicht. Schadet der Stadt und seiner Partei allemal.
    Das nächste wird somit wohl der Bürgerentscheid sein, da sich Deppe einfach zu weit herausgelehnt hat. Aber genug Haltestellen und Abzweigungen hat es im Verfahren gegeben. Die Chancen hat er nie genutzt.
    Im Landtag NRW liegt zudem eine Petition. Morgen ist der nächste Sitzungstermin.
    In Bad Lippspringe wehren sich die Eltern und Bürger auch gegen die dortige Arroganz der Macht hinsichtlich Gesamtschule…

  19. Ja, hier werden die Eltern und Bürger entscheiden!!! Und wenn sie Deppe aus dem Amt wieder ins heimatliche Lügde fegen…
    Rund 14XX Unterschriften mussten es sein und nun sind es über 2000 (70.01. Mttags) und immer mehr unterschreiben gegen diesen selbstherrlichen Typen mit seiner Politik gegen den zweifach dokumentierten Elternwillen gegen eine Driburger Gesamtschule. Deppe und die CDU werden sich von diesem (unnötigen) Disaster nicht erholen. Die können sich schon auf die nächste Wahl freuen und sich bei ihm für diesen Scherbenhaufen bedanken.

  20. Wie erwartet hat Driburgs berüchtigster Gastarbeiter mit einem breiten Grinsen die rund 1980 Unterschriften in Empfang genommen. Scheinen ihn in seinem Parforceritt hin zur Deppenschule nicht zu interessieren. Aber wie schreibt Wilk Spieker von der Bürgerinitiative: „Ich muss, den Menschen, so Gott will, auch noch in 40 Jahren in die Augen schauen. Sie nicht. Sie haben ihr Amt, werden irgendwann weiterziehen von Lügde nach …“ Dem braucht man nichts hinzuzufügen. Es wird als zum Verwaltungsgericht gehen.

  21. Interessant fand ich den heutigen Bericht in der NW hierzu. Der Rat wird am 28.01. das Begehren behandeln. Bereits jetzt meinte Deppe, dass der Rat dieses als unzulässig einstufen würde, auf Nachfrage des Reporters, weshalb, antwortete Deppe, dass er dies nicht sagen könne und dieses erstmal lesen müsse! Wie schön, dass jeder Stadtrat auch schon von Deppe nun weiß, wie er am 28. stimmen muss. Blockparteien… Und dies hier im ehemals schwarzen OWL. Welches Trauerspiel, welche Provinzposse auf dem Rücken der Schüler, die zum Spielball der Mächtigen degradiert wurden.

  22. @Wilk Spieker:
    Kommentieren, dass man nicht kommentiert – wie heißt das noch mal in der formalen Logik? „Antinomie“ ist wahrscheinlich zu hoch gegriffen …

  23. Ich verstehe nur nicht: wenn diese Sozialraum-Vereinbarung fällt, dann gäbe es doch nur die Möglichkeit einer Gesamtschule in Bad Driburg, oder? Und diese hätte mangels anmeldewilligen Eltern in der offiziellen Befragung ja erst gar nicht beantragt werden dürfen (69 oder so anstatt 100), da kein Bedarf nachgewiesen wurde. Demgemäß dürfte sie auch nicht genehmigt werden, falls sie beantragt wurde Sehe ich dies richtig?

  24. Und was ich nicht verstehe: wie kann ein Bürgermeister von „Unzulässigkeit“ reden, wenn Bürgerbegehren bereits Wochen vor Abgabe gemäß Kommunalgesetz dort beantragt werden? Außerdem kennt er dann doch den Wortlaut, oder? Die Kommunalverwaltungen sind doch m. W. dazu angehalten diese Bürgerbegehren zu begleiten, so dass alles korrekt verläuft, auch wenn sich diese Begehren (naturgemäß) zumeist gegen deren eigene Entscheidungen wenden.

  25. Das „Begleiten“ durch die Stadt sah so:
    Nach einem ersten Gespräch mit der Stadt, in dem ihr das Ansinnen eines Bürgerbegehrens vorgetragen wurde, dauerte es ganze drei Wochen (die voll von der Sammelfrist abgingen), bis die Stadt zwei der vielen Ratsbeschlüsse zum Thema in Kopie herausgegeben hat, um dann am nächsten Tag in der Presse mitzuteilen: „Ja, wir haben von einem Bürgerbegehren gehört, was die aber konkret wollen, wissen wir auch nicht – die kommen ja nicht in die Gänge!“
    Den Stadtratsbeschluss zur Gründung des Sozialraums, auf den sich das Begehren bezieht, hat die Stadt bis heute offiziell nicht rausgerückt!
    Statt dessen hat die Stadt in ihrer Stellungnahme zum vorgelegten Fragebogen angekündigt, was sie bei der Unterschriftenübergabe noch einmal bekräftigt hat: Egal was ihr macht, wir erklären alles für ungültig und machen weiter wie geplant (kurz zusammengefasst, das gesamte Schreiben ist unter http://www.freie-schulwahl.de, unter dem Eintag vom 1.1.2013 zu finden).

  26. Ein Kommentar aus der „Neue Westfälische“ von heute:
    „Die neue Gesamtschule wird die erste ihrer Art im Kreis Höxter. Während die Eltern und Schüler im Kreis Paderborn in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen
    mit Gesamtschulen gesammelt haben, scheint man im Nachbarkreis Angst vor Neuem zu haben.
    Dabei kann man sich das nicht leisten – angesichts
    eines Gymnasiums und einer Hauptschule, deren Schülerzahlen zurückgehen, die um ihre Existenz bangen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, für den Erhalt einer weiterführenden Schule für Bad Driburg und Altenbeken zu sorgen.“

    Genau so sehe ich das auch!
    Aber in manchen Gebieten dauern solche Entwicklungen etwas länger, da haben die Kreise Höxter und Hochsauerland einige Gemeinsamkeiten…

  27. Lieber Herr Loos, natürlich ist die Gesamtschule zunächst verlockend für die eher nicht so Klugen und nicht so Strebsamen im Gegensatz zum mehrgliedrigen Schulsystem. Bis zur 9 Klasse kann man nicht sitzenbleiben und wenn man das letzte Jahr irgendwie überlebt hat bekommt man schon mal irgendeinen Abschluss. Problematisch ist es schon eher für die Realschüler, die am Ende der 10 wissensmäßig rund ein Jahr im Hintertreffen gegenüber dem mehrgl. Schulsystem sind und besonders den Gymnasiasten, die dann schon zwei Jahre dümmer gemacht wurden gegenüber ihren Kollegen im mehrgl. Schulsystem. Im Zentralabitur sausen dann die Gesamtschüler natürlich reihenweise durch (mit Noten vier und schlechter), die dann durch die geschönten Vornoten der Qualifikationsphase etwas ausgeglichen werden. Tolles Abitur sowas! Aber: Jeder Arbeitgeber weiß doch einen Gesamtschulabschluss einzuschätzen im Verhältnis zu einem bodentändigen Realschul- bzw. Gymnasialabschluss. Daher schicken ja auch die Landesparlamentarier (und auch die Stadträte hier) ihre eigenen Kinder nicht an eine solche Schulform. Im Studium kommt dann für die Gesamtschüler, die dachten, ihr Wissen/Abitur wäre mit dem von Absolventen des mehrgl. Schulsystems vergleichbar, die große Ernüchterung. Warum will man Menschen immer etwas aufzwingen, was sie nicht wollen? Für irgendwelche Utopien aus dem Wolkenkuckusheim oder Elfenbeinturm müssen doch nich unsere Kinder leiden. Die Gesamtschule in Driburg würde durch Zwang und Tricks entstehen, die Eltern haben sich bereits zweimal dagegen ausgesprochen. Wir sind doch nicht in der DDR und wollen Menschen vorschreiben, was sie für sich und ihre Kinder zu wählen haben.

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