Bad Arolsen ist voller Rätsel. Was will uns beispielsweise dieses Mosaik sagen?

arolsen2011092301Die hessische Stadt Bad Arolsen gibt uns mit diesem Mosaik in der Mitte des Ortes ein kleines Rätsel auf.

Sind die Arolser nicht zufrieden mit der der jetzigen Größe unseres schönen Staates Deutschland? Hatte der Künstler einfach zu viele Steinchchen gekloppt und und ist dann mental nach Osten abgedriftet? Müssen wir in Zukunft mit weiteren Wiedervereinigungen rechnen? Reicht die Größe und Qualität unserer Bundeswehr für diese Aufgabe aus, wo sie doch schon überall auf der Welt damit beschäftigt ist, in humanitären Einsätzen Frieden zu stiften? Existieren eventuell noch irgendwo auf der Welt weitere Mosaike, die nicht von unserem schönen unteilbaren Deutschland abgetrennt werden dürfen?

Alles nicht so gemeint, meinen die Arolser, denn statt das Mosaik auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen, haben sie 1990 eine Tafel angebracht, auf welcher zu lesen steht:

arolsen2011092302

„Das vereinte Deutschland erhebt keinerlei Gebietsansprüche gegen andere Staaten und wird solche auch in Zukunft nicht geltend machen.“

Glück gehabt, liebe Polen und Königsberger.

Der Abriss der Tafel war im Jahre 1990 von den Grünen im Stadparlament beantragt worden, fand allerdings keine Mehrheit.

In einer Broschüre wirbt der Bund der Vertriebenen für das „Denkmal“, selbstverständlich in neutralem, objektivem Ton.

6 Gedanken zu „Bad Arolsen ist voller Rätsel. Was will uns beispielsweise dieses Mosaik sagen?“

  1. „Existieren eventuell noch irgendwo auf der Welt weitere Mosaike, die nicht von unserem schönen unteilbaren Deutschland abgetrennt werden dürfen?“ –
    So etwas weiß man aber! Aber wer traut sich schon, es offen – frei raus! – zu sagen?!
    Egal: Bad Arolsen. Sollte man sich merken.

  2. Freunden historischer Karten – und das scheinen die Bad Arolsener ja zu sein – empfehle ich die Karte der größten Ausdehnung des Nationalsozialisten Deutschen Staates und seiner Verbündeten während des II. Weltkrieges 1942. Da „gehörte uns“ fast ganz Europa sowie Teile Nordafrikas. Das macht doch richtig was her!

  3. Arolsen: Am Ar… der Welt, jedoch oft auffällig.

    „Besten Willens“ – DER SPIEGEL, 15/1979
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40350488.html
    Artikel als PDF inkl. Karikatur(!)
    http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=40350488&aref=image035/E0519/PPM-SP197901500670070.pdf&thumb=false

    —-
    Christine Brückner in „Meine kleine Stadt (1964)“:
    (…) Josias hieß er. Es kann sein, daß mancher sich an den Namen erinnert, aus den dreißiger und vierziger Jahren. Es handelt sich um den Kommandierenden General der SS, der seine Stadt in den Blickpunkt der Welt rücken wollte. Er machte aus Arolsen die „Stadt der SS“; die SS-Standarte Germania lag dort in Garnison. (…)
    http://www.staff.uni-marburg.de/~naeser/brueckner.htm

  4. @gp: Danke für die hervorragenden Links. Der Widerspruch zwischen den beiden Tafeln ist anscheinend kein dialektischer, sondern ein widerlicher. Heile Welt dismantled :-(

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