In alten Zeiten bin ich gern vom Wanderparkplatz auf dem Stimmstamm zum Lörmecketurm spazieren gegangen. Auf der Website der Naturfreunde lese ich: „Die hügeligen Landschaftsformen der Nadel- und Laubwälder des Arnsberger Waldes sind immer wieder von herrlichen Tälern mit plätschernden Bächen unterbrochen.“
Das war einmal. Heute sind große Teile des lauschigen Waldes verschwunden. Klimakrise. Der breite geschotterte Forstweg zum Turm gefällt mir nicht mehr. Ein gewisse Ödnis ist auf der Hochebene östlich des Stimmstamms spürbar.
Früher lief ich tatsächlich durch einen lauschigen Wald, besser Forst oder Wirtschaftswald. Den Lörmecketurm mit seiner wie Mikadostäbe verdrehten Baustammstruktur tauchte im letzten Moment – nur noch wenige Meter waren zu durchmessen – wie aus dem Nichts auf einer Lichtung auf. Ein „Oh!-Moment“. Da stand er plötzlich und jedes Mal unerwartet vor mir und der Aufstieg konnte beginnen.
Auch heute noch pfeift der Wind unerbittlich. Die gewundene Metallgittertreppe hinauf auf die Spitze ist immer noch eine Mutprobe.
Der Turm hingegen ist nach dem Sturm Kyrill, dem Orkantief Friederike und der Borkenkäferplage schon aus der Ferne zu sehen. Das Überraschungsmoment fehlt. Der Schotter macht das Gehen unerquicklich.
Wenn ihr diese Zeilen gelesen habt und ihr nachschauen wollt, ob das alles stimmt, was ich hier geschrieben habe – nur zu! – vielleicht habt ihr völlig andere Gefühle und genießt die weite des Himmels und der Hochebene.
Die Herausforderung Turmbesteigung ist es jedenfalls immer noch wert. An den veränderten Ausblick kann man sich mit der Zeit gewöhnen.



