Wanderung zu geplanten Windkraft-Standorten am Heidkopf – ein Bericht.

Pieper, Assinghausen
Blick vom Heidkopf: eines der fünf Windräder will die Fa. Pieper errichten. (foto: zoom)

Nachdem in der Ratssitzung in Olsberg am 17.10.2013 der „Teilflächennutzungsplan Windenergie“ mit großer Mehrheit befürwortet wurde, hoffen potentielle Investoren, dass sich die Umsetzung ihrer Windenergie-Vorhaben nicht weiter verzögert. Zu diesen Interessenten gehört auch die „Waldinteressenschaft Forstinteressenten Assinghausen„.

Schon ein Jahr vor dem erwähnten Beschluss im Olsberger Rat hatte der Vorsitzende der Assinghauser Waldinteressenschaft Forstinteressenschaft Bernd Simon die Mitglieder der im Kreistag des Hochsauerlandkreises vertretenen Sauerländer Bürgerliste (SBL) zu einer Besichtigung der Windrad-Standorte am Heidkopf eingeladen.

An einem freundlichen, warmen Oktober-Sonntag war es nun endlich soweit. Eine kleine Gruppe Wanderer aus Assinghausen, Brilon, Eslohe, Meschede und Siedlinghausen spazierte lebhaft diskutierend den vom Sturm Kyrill stellenweise leer gefegten Berg hinauf, genoss von fast jedem Standort aus eine beeindruckende Aussicht, stellte einmütig fest, dass am Heidkopf der Wind besonders kräftig pfeift und erfuhr viel Wissenswertes über die Chancen der Windkraftnutzung im Allgemeinen und speziell in Assinghausen.

Fünf Windräder sollen es sein. Die Preis-Kalkulation beläuft sich auf 5 Millionen Euro pro Anlage, also insgesamt auf 25 Millionen Euro. Die Spaziergänger waren sich einig darin, dass Windkraft eine unentbehrliche, zeitgemäße Technologie ist und das nicht erst seit der Katastrophe in Fukushima. Ganz nebenbei erzählten die „Alteingesessenen“ ein paar Anekdoten, z.B. die von einem Forstbeamten, der sich mit seinem nagelneuen, teuren Auto auf einem nassen Waldweg am Heidkopf hoffnungslos festgefahren hatte. Zum krönenden Abschluss des Wander-Nachmittags gab es noch einen kleinen, teils umständehalber alkoholfreien Umtrunk beim Assinghauser Urgestein Reisen Fränzchen.

Die Initiatoren vom Windpark Heidkopf geben nicht nur an Ort und Stelle und in Wanderkluft gerne Auskunft. Auf der „Heidkopf-Internetseite“ findet man detaillierte und fundierte Auskünfte über das Windpark-Projekt, beispielsweise zur Finanzierung, Bürgerbeteiligung und der lokalen Wertschöpfung: http://www.windpark-heidkopf.de

37 Gedanken zu „Wanderung zu geplanten Windkraft-Standorten am Heidkopf – ein Bericht.“

  1. Nicht nur durch mehrere Korruptionsvorwürfe, sondern auch durch eine Buchveröffentlichung (nach Lage der Dinge eine Kampfschrift) sind die Juwi-Gründer aufgefallen:
    http://www.wiwo.de/politik/deutschland/mein-unmoralisches-angebot-an-die-kanzlerin-juwi-gruender-will-halbes-unternehmen-verschenken-seite-all/8381684-all.html

    Zitat aus dem rezensierenden Kommentar:
    „Ein clever inszeniertes Schlaumeier-Buch, stammend aus der Feder eines ehrgeizigen Unternehmers für Erneuerbare Energieanlagen. Hintergedanklich zweifellos mit der Absicht, eigennützige Eigenwerbung zu betreiben….Offenkundig ist erkennbar, dass die rosarot beschriebenen Ansichten + Visionen von eigennützigem Profitdenken geprägt sind.
    Realistische, objektive Ansichten vermisse ich und die Umsetzung der Visionen 2020 würden hinsichtlich Strombezahlbarkeit -gerade für Geringverdiener- zweifellos zu einer weiteren Steigerung der existierenden Strompreis-Schmerzgrenze führen und mindestens 1 Mio. Stromsperrungen verursachen….Ohne Rücksicht auf Verluste würden Naturparks und Waldlandschaften zerstört etc. Kurz + bündig gesehen, verbreitet das Propaganda-Buch des Unternehmers Willenbacher „AKTIONISMUS pur statt VERNUNFT“ in Sachen „Erneuerbare Energien“.“

  2. @Interessierter Bürger

    Ohne dass ich jetzt tiefer in die Materie einsteigen will, stelle ich mal die Frage: „Wie sollen die Mitglieder der Waldgenossenschaft Assinghausen ein solch gewaltiges Projekt ohne know how und Unterstützung eines Fachunternehmens wie z.B. Juwi stemmen?“

    Ihre Bedenken gegenüber der Windenergie kann ich nicht teilen, weder was die Optik anbelangt und erst recht nicht grundsätzlich. Windkraft gehört, wenn vielleicht auch nur für ein paar Jahrzehnte, die Zukunft. Schließlich ist sie eine der umweltverträglichsten Varianten der Energie-Erzeugung. Windräder setzen keine Radioaktivität frei, vergiften weder Böden noch Gewässer und das Material ist irgendwann ohne nachhaltige Schäden demontier- und recycelbar.

    Der stark überzogene Strompreis resultiert m.E. aus Interessenskollisionen und einer verfehlten (Klientel-)Politik. Das muss sich unbedingt schleunigst ändern. Wie asozial ist es, wenn Rentnern und Arbeitslosen der Strom abgestellt wird und wie peinlich, wenn sich die Regierung von Konzernen erpressen lässt.

    Klar, für viele ist es ein Jammer, wie wenig Kohle RWE und Co. (und ihre Aktionäre) im Moment machen. Mir ist auch klar, dass viele in den Startlöchern stehen, um aus Windkraft Kapital zu schlagen. Das kann, muss aber nicht, verwerflich sein – je nachdem.

    Klar ist mir auch, dass ich Sie nicht überzeugen kann. Das muss aber auch nicht sein! ;-)

  3. @ Gabi:

    Um Ihre Frage umzuformulieren: Warum sollten Mitglieder der Waldgenossenschaft Assinghausen ein solch gewaltiges Projekt mit Auswirkungen auf das ganze Hochsauerland überhaupt stemmen dürfen? Es handelt sich evident um eine Privatisierung von Gewinnen und Sozialisierung von Verlusten und Beeinträchtigungen. Es ist ebenso evident, dass die Anreize in dieser Planwirtschaft völlig falsch gesetzt sind und dass der Projektierer Juwi in reinem Eigeninteresse handelt.

    Windkrafträder sind nicht etwa wie Sie ausführen vollständig rückbaubar: Die Grundbesitzer bleiben pro Windkraftrad auf 1.500 Kubikmeter Stahlbeton sitzen, die wenigstens 50 Meter in die Erde reichen und den lokalen Wasserhaushalt beeinträchtigen. Die Rückstellungsbildung ist nach Expertenmeinung noch nicht einmal für den oberirdischen Rückbau ausreichend.

    Das Studieren des Elaborats des Juwi-Manns in schlafloser Nacht weckte bei mir übrigens, wie oben schon insinuiert, tatsächlich Assoziationen an die manischen Depeschen, die der Österreicher während seines Kuraufenthalts in der Haftanstalt Landsberg am Lech verfasste und in denen er so überaus tollkühn von einer größeren, besseren Zukunft Deutschlands fabulierte.
    Zweimal „Mein Kampf“ also, dort als Tausendjähriges Reich, hier als Reich der hunderttausend Windkrafträder. Beides Hirngespinste mit enormer Anziehungskraft auf die geistige Elite des Lands, bzw. auf das was sich eben dafür hält. Und viel zu viele fühlen sich bekanntlich zu Höherem berufen!

    Wer angesichts der linksgrünen Denkverbote und des Soufflierens des ökoindustriellen Komplexes überhaupt noch selbständig zu recherchieren in der Lage ist, stößt übrigens unmittelbar auch auf mehrere anhängige Gerichtsverfahren gegen Juwi, in denen Kooperationspartner zu optimistisch angesetzte Windhöffigkeit und mithin völlig unrealistische Projektrahmendaten des Projektierers beklagen. Sich rein auf die Windkarte und theoretische Prognosezahlen zu verlassen erscheint insoweit grob fahrlässig, weckt geradezu Erinnerungen an das Winterberger Debakel. Andererseits: Jede Gemeinde braucht wohl ihr Oversum, denn nur der Schaden lehrt die Demut. Und fünf riesige Windkrafträder sind zweifellos ein geeignetes Mahnmal.

    Und sehen Sie mir diesen Kommentar bitte nach, denn er ist gar nicht persönlich gemeint sondern schlichter Ausdruck meiner Fassungslosigkeit: Wenn man durch einen zweifellos schön zu lesenden, mit allerlei Anekdötchen geschmückten Tagesausflugsbericht ein Projekt (und seine niedrigverzinsten, durch die Sparkasse emittierten Sparbriefe) zu verkaufen trachtet, welches man als rationaler Mensch auch nach einer Druckbetankung bei Reisen Fränzchen schwerlich befürworten mag, dann ist die Behauptung wohl nicht aus der Luft gegriffen, dass Kaffeefahrten und deren harmlose Heizdecken ein gemeinwohlunschädlicheres Feld der werbenden Berichterstattung sind.

    Schön und geradezu ökozeitgeistkonform ins Bild passt ferner der stolze Forstamtsdirektor im so verabscheuungswürdigen Luxus-SUV, festgefahren und daher der Häme anheimgefallen. Wer die fähigen Herren von der hiesigen Forstpartie und ihre geländegängigen Elefantenrollschuhe kennt, mag dies kaum glauben.
    Angesichts des in Zweifel zu ziehenden geistigen Zustands der Augenzeugen keimt bei mir vielmehr die Vermutung, dass die Begebenheit schon Jahrzehnte zurückliegt und es sich um Reichsjägermeister Göring gehandelt haben muss, auf der Pirsch nach seinem eigenen „goldenen Kalb“, nämlich kapitalen Hirschen. Mit der Erlegung von „Ameisenhaufen“ und „Matador“ auf Carinhall in der Schorfheide konnte er diesen abartigen Trieb bekanntlich endlich befriedigen. Im Vergleich zum „goldenen Kalb“ der heutigen Ökofanatiker, dem Windkraftrad, ein geradezu harmloses Vergnügen!

  4. @ zoom:

    Den GAU jedes Müllers kann man schon bei Wilhelm Busch (1832 – 1908) nachlesen:

    „Aus der Mühle schaut der Müller, Der so gerne mahlen will.

    Stiller wird der Wind und stiller, Und die Mühle stehet still.

    So gehts immer, wie ich finde, Rief der Müller voller Zorn.

    Hat man Korn, so fehlts am Winde, Hat man Wind, so fehlt das Korn.“

    Damals wie heute:
    http://www.sueddeutsche.de/wissen/erneuerbare-energien-flaute-am-windrad-1.1801365

  5. Und um den hoffnungsfrohen Assinghäuser Kommanditisten schon mal die Branchenusancen, die Perspektiven Ihrer Altersvorsorgegroschen und Ihre völlig unzulängliche rechtliche Handhabe aufzuzeigen:
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/fonds/nachrichten/geschlossene-fonds-die-schmutzigen-tricks-maroder-fonds/8984886.html

    Sapere aude statt Tagesausflug mit Bespassung der Initiatoren in Wanderkluft an Ort und Stelle. Komasaufen auch im Alter bei Reisen Fränzchen geht nur, wenn die mühsam erarbeiteten Spargroschen nicht vorher den Bach runter gegangen sind.

  6. @Interessierter Bürger

    Wenn Sie mir nicht glauben und ich Ihnen nicht glaube, möchte ich Ihnen wenigstens eins noch glaubhaft versichern, nämlich, dass wir (und da spreche ich bewusst für mehrere Leute) vom Komasaufen bei Reisen Fränzchen weit entfernt sind und waren. :-)

  7. @ Gabi:

    Seien auch Sie versichert, dass ich Ihnen zumindest dies gerne glaube! Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass Sie ausgerechnet im beschaulichen Assinghausen über die Stränge geschlagen hätten…

    Doch es sei zu Denken gegeben, dass es nicht nur der Alkohol sein kann, der einem zu Kopf steigt und Projekte wie diese mit rosaroter Brille sehen lässt. Die Winterberger Ratsmitglieder können Ihnen ein Lied davon singen!
    ;-)

  8. Mit aller Macht stemmen sich die schwarzroten Berliner Büttel gegen die Einsicht, dass sie physikalische Naturgesetze und energiewirtschaftliche Axiome trotz manchen Physikdoktorats der SED-Fakultät nicht mittels einer Energiewende stürzen können.
    Immerhin aber scheint die Kostenexplosion ihrer Ökoklientelpolitik und die Angst vor der Wut und infolgedessen dem Schafott einer verarmenden, permanentem Wupwupwup der Windkrafträder ausgesetzten Bevölkerung eine annähernd disziplinierende Wirkung zu entfalten. Entsprechend sind erste Indizien einer verschämten Rückbesinnung auf Realpolitik zu bestaunen:
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/eeg-reform-union-will-foerderung-der-erneuerbaren-einschraenken/9011222.html

    Es ist mithin nur eine Frage der Zeit, bis die sakrosankten Subventionszusagen der Erneuerbaren-Energien-Großoffensive der Taktik des politischen Tagesgefechts geopfert werden und sich die Ökoindustriellen deckungslos, d.h. ohne Bestandsschutz und folglich ohne finanziell tragbares Geschäftsmodell wiederfinden. Die viel zu flach ausgehobenen Schützengräben der Kosten- und Erlösrechnung ihrer Windkrafträder werden sie nicht vor den aufrückenden Insolvenzverwaltern schützen können.

    Aus aktuellem Anlass also eine eindringliche Warnung an die begierigen Assinghäuser Komplementäre und Kommanditisten, ihre Investitionsrechnung konservativ und risikoadäquat aufzustellen.

  9. Sind Politiker nicht süß?

    Im Jahr 2007 wurden die fossile Brennstoffe, also für Öl, Gas und Kohle 342 Mrd. $ subventioniert. Erneuerbare Energien erhielten dagegen nur 39 Mrd $. Kurz darauf griff die Krise um sich und beutelte die Weltwirtschaft. Mit der Überwindung der Krise wurde in der Abschlusserklärung des G-20-Gipfels von Pittsburgh erklärt:

    1. Wir kommen mitten in der entscheidenden Übergangsphase von der Krise zum Aufschwung zusammen, um die Ära der Verantwortungslosigkeit hinter uns zu lassen und eine Reihe von Maßnahmen, rechtlichen Vorgaben und Reformen zu beschließen, die den Anforderungen der Weltwirtschaft des 21. Jahrhunderts gerecht werden.

    Und weiter heißt es:

    24. Die mittelfristige stufenweise Abschaffung und Rationalisierung ineffizienter Subventionen für fossile Brennstoffe bei gleichzeitiger zielgruppenspezifischer Förderung der Ärmsten. Die ineffiziente Subventionierung fossiler Brennstoffe fördert den verschwenderischen Umgang mit ihnen, mindert unsere Versorgungssicherheit, erschwert Investitionen in saubere Energiequellen und untergräbt die Bemühungen zur Bekämpfung der Gefahr des Klimawandels.

    25. Wir rufen unsere Energie- und Finanzminister da zu auf, uns bei unserem nächsten Treffen Bericht über ihre Umsetzungsstrategien und den zeitlichen Horizont für Schritte zur Einlösung dieser entscheidenden Zusage zu erstatten.

    26. Als Teil unserer umfassenden Bemühungen zur Vermeidung exzessiver Volatilität werden wir uns für Transparenz und Stabilität auf den Energiemärkten einsetzen.

    27. Beibehaltung unserer Offenheit und Schritte hinzu umweltfreundlicherem, nachhaltigerem Wachstum.

    Und weil Politiker sind wie sie sind wurde im World Energy Outlook neue Rekordwerte für das Jahr 2011 festgestellt. Die Subventionen für fossile Brennstoffe betrugen 523 Mrd. $, die erneuerbaren und damit klimafreundlichen Energien erhielten mit 88 Mrd.$ nur etwa ein Sechstel davon.

  10. Eine avifaunistische Begutachtung dieser Anlage dürfte kaum positiv zu bescheiden sein, dies aus zwei ortsbezogenen Gründen:

    Erstens: Bekannter Zugvogelkorridor
    Zweitens: Bestätigte Rotmilanhorste

    Weite Teile der oberen Regionen des Rothaargebirges weisen bei gewissenhafter Begutachtung übrigens zumindest eines der oben genannten zentralen Versagensgründe auf. Die Düsseldorfer Windkraftpläne für das Hochsauerland sind entsprechend befremdlich, fast möchte man sagen verwerflich, jedenfalls aber nicht ökologisch.

  11. @Rothaargebirgsornithologe

    „Bestätigte Rotmilanhorste“

    Davon hat Bernd Simon auch berichtet. Bisher ist nicht bekannt, ob das ein Co-Kriterium sein wird.

    Nichts desto trotz bin ich der Überzeugung:
    Windräder müssen da stehen, wo der meiste Wind weht
    Energie muss möglichst dezentral erzeugt werden
    und, dass der ein oder andere seine Einstellung „Energieverbrauch ja, aber bitte keine Stromproduktion in meiner Sichtweite“ überdenken bzw. überzeugend umweltschonendere und gleichzeitig wirtschaftliche Alternativen darstellen sollte.

  12. @ Gabi:

    Schon wieder dieses Herumreiten auf der Dezentralität, ein denklich schwaches Argument. Das flächendeckende Stromnetz spricht für sich selbst. Zentralisierte Netzversorgung gewährleistet höhere Netzstabilitäten.
    Den Dezentralitätsgedanken umgesetzt hätte jedes Dorf seine eigene Kläranlage, eigene Raffinerie etc. Was für ein Unsinn!

    Es ist vielmehr so, dass in der Zentralisierung jeglicher umweltbeeinträchtigender Produktion ein großer ökologischer Vorteil liegt. Und weil die Umweltbeeinträchtigungen durch Windkraftanlagen erheblich sind, muss sie an optimalen Standorten zentralisiert werden.

    Dezentralität ist nur bei denjenigen Erneuerbaren Energien sinnvoll und sogar höchst wünschenswert, deren Umweltbeeinträchtigungen minimal sind: Blockheizkraftwerke für Biomasse, Geothermie, Solarenergie etc.

    Windkraftanlagen sind jedenfalls nichts anderes als schmutzige Industriegebiete inmitten unberührter Natur.

    Ihr Argument der Dezentralität entlarvt geradezu die rein ideologische Ursache des Windkraftwahns, es handelt sich nämlich um einen ökologisch verbrämten Kampf gegen das traditionelle Feindbild der Linken und mithin auch der Linksgrünen, die großen Konzerne.

    Und weil laut Energiebericht des Wirtschaftsministeriums jeder Arbeitsplatz in der Windindustrie mittlerweile mit 150 Tsd. Euro gefördert wird und dies 2,5 Arbeitslosen in der freien Wirtschaft entspricht, vermehrt dieses hinterhältige linksgrüne Treiben ganz nebenbei das Prekariat und mithin die Wählerschaft. Ein ganz perfides Spiel mit bösen Konsequenzen. Wehe, wenn der Michel endlich dahinter kommt!

  13. @Gabi:

    Ich hoffe doch Sie meinen „K.O-Kriterium“ im Sinne von Versagensgrund.

    Ihre Überzeugungen scheinen mir keine guten Argumente für die Windkraft zu sein: Subjektive und partielle Eindrücke einer Technologie, deren viele nachteilige Auswirkungen in der Gesamtsicht den Nutzen überwiegen, auch wenn ich mir konkret nur eine Beurteilung aus ornithologischer Sicht erlauben will.

    Nachteilige Auswirkung für die Vogelwelt ist die in mehreren Studien eindeutig dokumentierte Tatsache, dass Vögeln das Gefahrenbewusstsein für den immensen Gefährdungsbereich der Rotorblätter fehlt und sie vom Unterdruck neben/hinter den Radflügeln regelrecht auseinandergerissen werden. Kritische Begrifflichkeiten wie „Vogelschreddermaschinen“ und „industrialisierter Massenmord an Vögeln“ haben also durchaus ihre Berechtigung.
    Dabei ist das Rothaargebirge ein besonders wertvoller Lebensraum für die Vogelwelt mit vielen vom Aussterben bedrohten Arten!

  14. @Rothaargebirgsornithologe

    K.O. – Genau, das ist es was ich meine. ;-) Danke!

    Ihre Sorge um Natur und Umwelt und um die vom Aussterben bedrohten Arten respektiere ich und kann sie sehr gut nachvollziehen.

    Energiegewinnung, Reccourcen-Verbrauch und Industrie mit der Umwelt in Einklang zu bringen ist ein Drahtseilakt, vielleicht sogar unmöglich? Misslungene Beispiele gibt es ja auch im Sauerland zuhauf. Historisch gesehen gehört vielleicht auch die Förderung von Erzen dazu, siehe Bleibelastung in Brion. (Man sollte auch mal in Wulmeringhausen Boden- und Gewässerproben ziehen!?) Aktuell denke ich an Weihnachtsbäume und Fichtenmonokulturen und den Einsatz von Pestiziden und anderen Giften. Auch das ist doch sicher nicht ohne schädliche Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt (und unsere Gesundheit)! Der Supergau droht dem Sauerland durch „Fracking“. Die Energie-Konzerne stehen weiter in den Startlöchern.

    Was sollen wir tun? Laptop aus, Licht aus, Waschmaschine aus, Auto aus …. Sparen ist nicht die schlechteste Idee, hat allerdings auch einen „ideologischen, links-grünen“ Anstrich. Oder nicht @Interessierter Bürger?

  15. @ Gabi:

    Es mag überraschen, aber Energiesparen und Minimierung des carbon footprint steht bei mir hoch im Kurs, wie insgesamt der Umweltschutz. Aber immer rational und mit Blick auf das Ganze, niemals ideologisch, ökofanatisch und aus reinem Selbstzweck.

  16. Oh, Hoffnungsschimmer! Tatsächlich kehrt offenbar die Berliner Laienschar verschämt zur Realpolitik zurück:

    „Das Informationspapier aus dem Bundesumweltministerium, das gestern in Umlauf gebracht wurde, enthält weiter Details, die eine radikale Reform der Ökostrom-Förderung bedeuten würden: Demnach soll vor allem der Windrad-Bau an Land gebremst werden. „Überförderungen werden wir schnell und konsequent bei Neuanlagen abbauen“, heißt es in dem Textvorschlag der Union für den Koalitionsvertrag. „In einem ersten Schritt werden wir bei windstarken Standorten daher die Fördersätze deutlich senken, um den Zubau kostengünstiger zu gestalten.“ Und weiter: „Außerdem werden wir die Förderung bundesweit auf die guten Standorte konzentrieren.“ “
    Zitiert aus: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/energiewende-neue-details-aus-oekostrom-papier-des-umweltminsiteriums-12652322.html

    Wird auch Zeit, sonst entlädt sich im Hochsauerland bald der Volkszorn ähnlich wie in der Bretagne:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/bretagne-wutausbruch-gegen-paris-12651307.html

    1. @Gabi
      Ich denke, dass man/frau unabhängig von der eigenen Meinung die Argumente gegen Windenergie-Anlagen im HSK sehr ernsthaft prüfen muss.

      Die „Volkszorn“-Konnotation ist ja zweischneidig.

      Daher wäre ich für eine Diskussion jenseits der Emotionen.

  17. „Union und SPD wollen bei Förderung der Windkraft kürzen
    Union und SPD haben sich bei ihren Koalitionsverhandlungen in Berlin auf Kürzungen bei der Windenergie-Förderung geeinigt. Die SPD-Verhandlungsführerin, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Kraft, erklärte, das Ausbauziel für Windparks in Nord- und Ostsee werde deutlich gedrosselt. Zudem wolle man bei der Windkraft an Land die Fördersätze senken. Unions-Verhandlungsführer, Bundesumweltminister Altmaier, sagte, CDU, CSU und SPD wollten die Umsetzung der Energiewende planbarer, berechenbarer und auf Dauer bezahlbarer machen. Strittig blieb bei den Verhandlungen das Ziel des Anteils erneuerbarer Energien am Strommix bis 2030. Diese Frage soll in der großen Koalitionsrunde am Montag besprochen werden. In der Arbeitsgruppe für Familien, Frauen und Gleichstellung beschlossen die Unterhändler Maßnahmen zum Abbau der Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen.“

    Quelle:

    http://www.dradio.de/nachrichten/201311092000/1

  18. Hätten die Windkraftbefürworter ihre Hausaufgaben „emotionslos“ gemacht, dann wüssten sie um die Irrelevanz des allgegenwärtigen Dezentralitätsarguments, um Zufallsstromproduktion, Überproduktion, fehlende Speicherkapazität, tiefe Stahlbetonfundamente, ungelöste Rückbauprobleme, Immissionen etc. pp. So allerdings sind sie ideologisch verblendete, viel zu willfährige Diener der interessierten Kreise.

    Befremdlich wird es insbesondere dann, wenn man (beispielsweise wie oben) Betroffenheit gegenüber den Umweltsünden der Vergangenheit und deren Gesundheitsgefahren vorschützt, selbst eben solche Gefahren für die Gesundheit aber ausgerechnet für die eigene Utopie blindlings einzugehen bereit ist, und (bezeichnenderweise!) auch noch der ökologische Beitrag im globalen Kontext geradezu marginal und die Verhältnismäßigkeit völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Eben dann hat man aus der Geschichte der Industrialisierung, ihrer Umweltverschmutzung sowie Gesundheitsgefährdung überhaupt nichts gelernt!

    Auf der einen Seite sollen also die aus chronischer Bleivergiftung durch Trinkwasserbelastung aus der Erzförderung resultierenden Nierenerkrankungen als bedauerliche, „misslungene Beispiele“ dienen und so Betroffenheit, Lernwille und Entscheidungskompetenz vorgetäuscht werden, auf der anderen Seite aber redet man dem zügellosen Ausbau der Windenergie über den Köpfen der Bürger und bis in die letzten Winkel unberührter Natur das Wort, nicht erkennend oder nicht erkennen wollend, dass eben diese Windenergie in der Inzidenz von Krankheitsfällen mindestens vergleichbar ist, das komplexe Krankheitsbild schwerer zu behandeln ist und die Auslösefaktoren im Gegensatz zum bleivergifteten Trinkwasser noch nicht einmal gemieden werden können.

    Angesichts dieser ganz konkreten Schieflage in der Auf-einem-Auge-blind-Wahrnehmung ist ein gewissenhaftes (!) Einarbeiten in das Thema „Wind Turbine Syndrome“ jedenfalls dringend erforderlich. Ich schrieb bewusst „gewissenhaft“, denn nur so ist zu erkennen, dass die von der Windkraftlobby vorgebrachten Gegenargumente wie Kritik am Aufbau der Pierpont-Studie, Nocebo-Effekt etc. mindestens fadenscheinig und eigentlich vorgeschoben sind.
    Hier anfangen und danach selbst weiterrecherchieren:
    http://www.windturbinesyndrome.com/

    Nota bene:
    Kann zwar nicht nachvollziehen, wo sich Volkszorn und Fantasie auf dorfinfo entladen (Wo sind denn dort die Kommentare? Der Beitrag ist doch unkommentiert?! Muss man sich erst anmelden? Lohnt sich das?), aber dennoch einen Kommentar zur Vokabel (die oben alludierten, „entarteten“ (um im Bild zu bleiben) Konnotationen scheinen mir deutungsmäßig jedenfalls viel zu sehr aus der heutigen Zeit gefallen):
    Nicht nur an Bürgerproteste wie in der Bretagne, Griechenland und Spanien oder „closer to home“ im Stile von Stuttgart 21 und sowieso an Quittungen des Wahlmichels oder gar den sauerländischen Kälberstrick denken, sondern auch daran, dass der Waldbesitzer sein Holz nicht nur an die an diesem Projekt beteiligte Fa. P, sondern sehr wohl auch an Fa. A verkaufen kann. Inzwischen schon vorgekommen!

  19. Ich bezweifle seit langen eine politisch gewollte Energiewende. Es gibt insgesamt viel zu wenig Bewegung in diese Richtung. Großer Verbrauch wird mit günstigen Tarifen belohnt, Kommunen werden fürs Energiesparen z.B. LED-Straßenleuchten bestraft.

    http://www.agora-energiewende.de/themen/effizienz-lastmanagement/detailansicht/article/staedte-und-gemeinden-sollen-fuers-energiesparen-nicht-mehr-bestraft-werden/

    Wo die Energiewende trotzdem noch stattfindet
    oder
    um es mit den Worten von RWE-Chef Peter Terium zu sagen:

    „Die Energiewende hat zum ersten Mal deutlich gemacht, es geht auch ohne uns.“

    http://www.wiwo.de/politik/deutschland/energiewende-dramatische-umwaelzung/8716024-2.html

  20. Ah doch, jetzt klappt’s auch bei mir mit den dorfinfo-Kommentaren. Putzig, diese „Wutbürger“!

    Angesichts der weitreichenden Konsequenzen, die die Windkraftpläne für unser Leben und unsere Landschaft haben, fällt die Empörung der Hochsauerländer viel zu gering aus. Auch der sauerländer Michel betäubt sich eben lieber mit Wetten dass, DSDS und Bundesliga, zumindest außerhalb der Schützenfestsaison.

    Im Durchschnitt werden übrigens allein schon Pachtpreise je Anlage von 40.000 Euro pro Jahr gezahlt. Kein Wunder also, dass Waldinteressenten da schwach werden und das dem deutschen Steuerzahler inzwischen wohlbekannte Geschäftsmodell auf ihre Verhältnisse zurechtschneidern:

    Gewinne privatisieren, Beeinträchtigungen sozialisieren, und die in der nahen Umgebung wohnenden Bürger mit niedrig verzinsten Sparkassen-Sparbriefen abservieren.

  21. @ Denkmal:

    Sie zweifeln berechtigt. Die Energiewende ist eine einzige unsystematische, von Partikular- und Finanzinteressen fehlgeleitete Flickschusterei.

    Im Kern lässt sie sich allerdings auf eine DDR-sozialisierte, führungsschwache, visionslose und opportunistisch agierende „Mutti“ zurückführen, die sich einem fehlgeleiteten, linksgrünen Mainstream anbiedern will.

    Hier mal ein Denkanstoß:
    http://www.wiwo.de/politik/deutschland/bettina-roehl-direkt-angela-merkel-was-wohl-kommen-wird/9028420.html

  22. Der BUND Landesverband NRW kritisiert den der alten Schwarz-Gelben Landesregierung geschuldeten schleppenden Ausbau der Windenergie in NRW. Windkraftanlagen im Wald sind für den Verband nicht tabu. Allerdings formuliert er Einschränkungen wie:

    „Windkraftanlagen im Wald nicht generell ausschließen: Nach Ansicht des BUND NRW kann die Nutzung des Waldes für WEA dann genehmigungsfähig sein, wenn eine Gemeinde über keine eigenen anderen vorrangig geeigneten Flächen für WEA verfügt. Es muss allerdings nachgewiesen werden können, dass geeignete Vorranggebiete (z. B. auch in bestehenden Industriegebieten) tatsächlich nicht zur Verfügung stehen.
    Im Wald kommen danach insbesondere solche Standorte in Frage, die bereits infrastrukturell genutzt werden oder wurden, wie z.B. aufgegebene militärische Einrichtungen, oder Gebiete mit intensiver forstwirtschaftlicher Nutzung (z.B. forstliche Anbauflächen jünger als 70 Jahre). …“

    Sind wir uns einig, dass der Heidkopf seit Jahrzehnten intensiv forstwirtschaftlich genutzt worden ist?

    Die Argumentation des BUND finde ich in allen Punkten einleuchtend!
    Klick:
    http://www.bund-nrw.de/themen_und_projekte/energie_klima/windkraft/#c42134

  23. Auch die Verlautbarungen aus dem Propagandaministerium der Jahre 1933 bis zumindest 1943 schienen vielen in allen Punkten einleuchtend, waren dennoch ohne Argumente und stattdessen voller interessengeleiteter Lügen. Damals wie heute entgleitet aber den Unterdrückern die Informationshoheit und Meinungsführerschaft. Die Wahrheit bahnt sich immer ihren Weg.

    Sie versuchen hier mit einem singulären Argument in radikal verengter Perspektive, Windkraftanlagen salonfähig zu machen und blauäugige Zustimmung der Bevölkerung zu provozieren, wohlweislich vergessend, dass der Umwelteinfluss deutlich facettenreicher ist, als dass es nur um die Rodung von hundert Quadratmeter Fichtenbestand und den Einstand zweier pflanzenfeindlicher Knospenverbeisser der Gattung capreolus capreolus gehen würde.

    Und wenn man über keinerlei waldbauliche Kenntnisse verfügt und kein Wissen um forstwirtschaftliche Lehrmeinungen (und insbesondere auch deren Entwicklungen im Zeitverlauf) besitzt, die maßgebliche Göttinger Hochschule nie von innen gesehen hat sowie noch nie großflächige, ertragsmaximierende Forstwirtschaft in Augenschein genommen hat und insoweit keinerlei Benchmark für eine kundige Beurteilung hat, dann sollte man sich insbesondere nicht die Einschätzung zutrauen, ob Teile der Kulturlandschaft (!) des Hochsauerlands „intensiver forstwirtschaftlicher Nutzung“ unterliegen oder ob gar eine Fichtenmonokultur vielleicht doch kein geeigneteres Habitat für Fauna und Flora ist als ein stählernes Windrad, an dem das Getriebeöl herunterläuft.

    Ein (in forstwissenschaftlichem Maßstab) Kleinstbestand nicht durchforsteter Fichtenmonokultur ist entgegen Ihrer Deutung jedenfalls keine „intensive forstwirtschaftliche Nutzung“, das BUND-Papier als Anhaltspunkt für die Kulturlandschaft des Hochsauerlands realiter völlig untauglich.

    Und überhaupt Ihre Quelle, wie blauäugig kann man denn überhaupt sein? Ausgerechnet eine der beiden sich in der Energiewende prostituierenden „Umweltschutz“-Organisationen!

    Ist Ihnen etwa entgangen, dass BUND und auch NABU inzwischen zu Funktionärsorganisationen mit interessendivergentem Eigenleben entartet sind, die ihre Fortexistenz und das In-die-eigene-Tasche-Wirtschaften zum Selbstzweck erhoben haben und sich immer mehr vom Gründungsgedanken, Vereinszweck und Mitgliederinteresse wegbewegen? Finanzielle Interessen und Ausbau ihrer Pfründe über Naturschutzbelange stellen?
    Wissen Sie etwa nicht, dass beide Organisationen klammheimlich und ohne Ihre Mitglieder zu informieren riesige Flächen in Deutschland aufkaufen und damit „managerial empire building“ in Reinkultur betreiben? Dass sie mit der Windkraftlobby und -industrie zusammenarbeiten, um wirtschaftlichen Profit aus der Energiewende zu ziehen? Selbst vor Schutzgelderpressung nicht mehr zurückschrecken? Dass sogar der große, ehrenwerte Enoch zu Guttenberg dem BUND angewidert den Rücken gekehrt hat?

    Hier mal erste Anregungen zum Selbststudium in dieser Angelegenheit:
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/enoch-zu-guttenberg-ich-trete-aus-dem-bund-aus-11748130.html
    http://www.berliner-zeitung.de/energiewende/windkraft-betreiber-beklagen–wegezoll-fuer-windraeder-,10808242,21851132.html

    Und Sie wollen die Bürger des Hochsauerlands mit einem dünnen Papier des völlig verkommenen BUND betäuben, das offensichtlich nicht einmal in waldbaulicher Hinsicht für unsere besondere Kulturlandschaft einschlägig ist?

  24. Das vom @Rothaargebirgsornithologen vorgebrachte, sehr interessante Argument des industrialisierten Vogelmords mittels Unterdruck verlangt noch nach einer Quelle.

    Hab mir mal die Mühe gemacht:
    http://www.natur-windraeder.de/PDF/Windra__der_to__ten.__26.1.2012.pdf
    Alternativ: Google mittels „Windrad“ und „Luftmine“.

    Fraglich, ob die offenkundig ideologisch unterwanderte SBL mit einem in diesem Themenbereich so undifferenziert und unkritisch von den Grünen übernommenen Wahlprogramm erneut reüssieren kann, wo man doch noch nicht einmal Problembewußtsein besitzt und Sorgen der Bevölkerung wegbügeln will. Langsam dämmert’s dem Michel: Verantwortungsvolle Politik sieht völlig anders aus.

  25. @ Interessierter Bürger

    Ob und wie weit der BUND verkommen ist, das kann ich nicht beurteilen.

    Um die Sache ohne Umschweife auf den Punkt zu bringen:
    Ich möchte nicht im Dunkeln und im Kalten sitzen. Darum muss ich mich wohl für irgendetwas entscheiden. Atom-Kraft halte ich für unverantwortlich? Das gilt ebenso für Fracking. Kohlekraftwerke haben auch ihre Schattenseiten. Dass mich die Grünen womöglich instrumentalisieren wenn ich genau wie sie die „Erneuerbaren“ bevorzuge, ist mir egal. Sonnen-, Wasser- und Wind-Energie sind für mich nun mal eindeutig das kleinere Übel. Da bin ich ganz bei den Grünen und dem BUND!

  26. @ Gabi:

    Wenn man eine politische Agenda durch Schüren von Ängsten verteidigen muss, dann sollte man in sich gehen. Die Geschichte der Menschheit lehrt nämlich, dass dann irgend etwas im Argen liegt.

    Sitzen wir etwa im „Dunkeln und Kalten“, wenn die Windkraft nicht weiterhin so zügellos auf Kosten der Bürger ausgebaut wird? Oder wollen Sie Ängste schüren?

    Haben wir nicht schon ohne weiteren Windkraftausbau Kapazitätsüberhang und Überversorgung?

    Sitzen wir nicht vielmehr deshalb bald im Dunkeln und Kalten, weil die Zufallsstromproduktion der Windkraft zu Netzinstabilität und Blackouts führt?

    Fallen Ihnen wirklich keine vernünftigen Alternativen zu zügellosem Windkraftausbau, zu Atomkraft und zu Fracking ein?

    Warum bringen Sie überhaupt auf einmal Fracking ins Spiel, wo das doch weniger die Energieerzeuger sondern vornemlich die Öl- und Gasindustrie tangiert? Gaskraftwerke laufen immerhin auf billigerem, russischen Flüssiggas. Etwa um Ängste zu schüren?

    Ist Ihnen wirklich nicht bekannt, dass man Kohlekraftwerke mit den derzeit in der Windkraftförderung fehlinvestierten Milliarden deutlich umweltschonender gestalten könnte, Biomasse-Blockheizkraftwerke bauen könnte etc.?

    Wissen Sie nicht, dass die Nachhaltigkeit im Drei-Säulen-Modell auch noch zwei andere, derzeit völlig ignorierte Säulen hat als nur die (in diesem Fall noch dazu vermeintliche) ökologische?

    Sind Sie eigentlich Befehlsempfängerin oder haben Sie einen eigenen Kopf?

  27. @ Interessierter Bürger
    „… .Sind Sie eigentlich Befehlsempfängerin oder haben Sie einen eigenen Kopf?“

    Danke! Schon seit Tagen nicht mehr so gelacht! :-)

  28. @ Gabi:

    Wie man angesichts des Dramas mit dem Titel „Anspruch und Wirklichkeit“, Untertitel „Wahlprogramm versus Realpolitik“ lachen kann ist mir unerklärlich, eingedenk von Strophen im Präludium wie diesen hier:

    „Sie hat sich in dieser Zeit als kritisch-konstruktive Alternative zu den großen Fraktionen … etabliert. …Wiederholt konnte man den Eindruck haben, dass Entscheidungen von Parteizentralen außerhalb des Kreises gesteuert wurden.“ (Direktzitat aus: Berichterstattung in hiesigem Blog)

    „Wichtige Grundsätze für Kommunalpolitik, aus unserer Sicht:
    Unabhängig,
    transparent,
    ökologisch,
    sozial,
    bürgernah.
    Daraus ergeben sich u.a. folgende Ziele (…):
    1. Politik für die Bürger, nicht für eine Partei
    Die politischen Ziele der Kreispolitik sollen sich an den Interessen der im Kreisgebiet wohnenden Bürgerinnen und Bürger orientieren, nicht an von Parteizentralen vorgegeben Zielsetzungen. Für die Kandidatinnen und Kandidaten der SBL/FW ist es wichtig, eine transparente, bürgernahe, parteiunabhängige, ökologische und soziale Kommunalpolitik zu verwirklichen. …
    18. Landschaftsschutz
    Eine wichtige Aufgabe des Kreises ist der Landschaftsschutz. …eine Alibifunktion. Die Naturschutzgebietsausweisungen werden auf das nötigste beschränkt, viele Naturdenkmale sind nicht mehr geschützt. Um die Umsetzung der Landschaftspläne und einen wirksamen Arten- und Biotopschutz zu gewährleisten,… Eine parteipolitische Einflussnahme auf die Behörde muss unterbunden werden.“ (Direktzitat aus: Wahlprogramm SBL/FW 2009)

    Tränen in den Augen habe ich auch, aber wohlgemerkt nicht vom Lachen, sondern vom Weinen ob dieses tränenschwangeren Dramas. Der Kaiser ist nackt, sein Röckchen gefallen, jeden Moment fällt der Vorhang.
    Der Zuschauer bleibt verstört zurück, um ihn nichts als Schall, Rauch und der penetrante Geruch unreflektierter Linksgrünideologie.
    Und wenn er endlich benommen aus dem Schauspielhaus stolpert, so blickt er auf eine in der Zwischenzeit verschandelte Landschaft.

  29. @ Gaby:

    Weiter oben haben wir beide ja ausführlich herausgearbeitet, dass die als unabhängiges, kritisches und bürgernahes Gegengewicht zu den Duckmäuserparteien angetretene SBL in der Windkraftfrage nicht etwa die Belange der Bürger des Hochsauerlands gegen die subventionsjagenden Ökoindustriekapitalisten verfechtet, sondern in Mitläufermanier der ökofanatischen Parteilinie der Grünen-Parteizentrale folgt und der Windkraftinvasion im oberen Hochsauerland auch noch den roten Teppich ausrollen will, kurz: Auf dem link(sgrün)en Auge blind ist.

    Ihre für jeden interessierten Bürger oben nachlesbaren, nicht belastbaren und, pardon: willfährigen Argumentationen wie „Dezentralität“ und „Irgendwo muss der Strom ja produziert werden“ dokumentieren dies jedem, der bei Reisen Fränzchen nicht seine Sinneswahrnehmungen mit einem kühlen Blonden betäuben konnte.

    Nun erweist sich die SBL in der Windkraftfrage sogar grüner und ökofanatischer als es die Grünen selbst sind, denn in der Parteibasis der Grünen regt sich trotz jahrzehntelanger linksgrüner Gehirnwäsche inzwischen der schon verloren geglaubte gesunde Menschenverstand und mithin Widerstand:
    „Da ist Platz für 20 Anlagen“, sagt Kühbach [Geschäftsführer Grünen-Ortsverband Kelberg, A.d.V.], deutet auf einige Hügel, „wenn es so kommt, dann sind wir hier umzingelt mit Windkraftmonstern.“ So nennt Kühbach die 200 Meter hohen Mühlen der neuesten Generation. „Die werden ohne Sinn und Verstand in die Gegend gebaut.“ … [E]r hat angekündigt, den Ortsverband aufzulösen. Aus Protest gegen die Energiewende. … „Die Landesregierung zwingt die Kommunen mit dem Landesentwicklungsplan, Flächen für Windkraftanlagen auszuweisen“, schimpft Kühbach, „dabei gibt es nicht einmal eine Bedarfsanalyse, wie viele Anlagen überhaupt gebraucht werden.“ So werden Bäume gefällt, die nicht fallen müssten. Damit Windräder gebaut werden können, die vielleicht gar nicht gebaut werden müssten. Und doch großen Schaden anrichten, wie Kühbach befürchtet. „Die Windräder würden die Landschaft komplett verändern und damit auch den Tourismus, von dem die Menschen hier leben. Der würde sicherlich stark zurückgehen.“ Es sind nicht nur die Auswirkungen für Schwarzstörche und Rotmilane, Fledermäuse und Kraniche, die den Eifler stören. Es ist vor allem das fehlende Konzept beim Ausbau der Windkraft.“
    Quelle: http://www.wiwo.de/politik/deutschland/energiewende-gruener-protest-gegen-die-energiewende/9113348.html

    Dringender Anlass also für Sie und für die als überparteilich, unabhängig, kritisch und bürgernah angetretene SBL, Ihre/ihre Haltung in der Windkraftfrage zu reflektieren, aufgeklärte Schlussfolgerungen zu ziehen und sich der Sorgen und Belange Ihrer/ihrer Wähler und der übrigen Bevölkerung endlich anzunehmen sowie als Korrektiv der irrenden Staatsratspolitik zu wirken. Und, mal unter uns: Wer, wenn nicht Sie?!

    Dimidium facti qui coepit habet: sapere aude, incipe!

  30. Ja, ja, ich geb`s ja zu. Ich bin matt-dunkel- bis hell-quietsch-grün, total grün und zwar in allen Varianten. Und von mir aus bin ich auch noch ökofanatisch. Egal, mir macht das nichts. ;-)

    Mal im ernst, das wird nichts mit uns. So wenig wie Sie meine Argumente verstehen, so wenig begreife ich Ihren Standpunkt zur Windkraft. Weitere Messerwetzereien sind Energieverschwendung.

  31. Um es mit Karl Schiller zu formulieren:

    „Man kann die Pferde zwar zur Tränke führen. Man kann sie aber nicht zwingen, das Wasser zu saufen.“

Kommentare sind geschlossen.