Paderborn: Gesellschaft Katholischer Publizisten kritisiert Schließung von „Der Dom“

Herzlich Willkommen in Paderborn, Abschied für "Der Dom"
Herzlich Willkommen in Paderborn, Abschied für "Der Dom" (foto: zoom)

Wenn es um Arbeitsplätze geht, vergesse ich die Religion.

Ich zitiere statt dessen aus zenit.org, um so lieber als sich die Macher dieser Nachrichtenagentur der katholischen Soziallehre verpflichtet zu fühlen scheinen:

Die Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands e.V. (GKP) kritisiert in einer Stellungnahme die fatale Entwicklung in der katholischen Medienlandschaft, die durch die Schließung der Redaktion „Der Dom“ in Paderborn weiter gefördert wird.

Verlegerisch fragwürdig und menschlich tragisch ist die Entscheidung des Paderborner Verlages Bonifatius GmbH, die Redaktion der Bistumszeitung „Der Dom“ zu schließen. Drei Tage vor Heiligabend hat das Unternehmen des Erzbistums Paderborn seine acht Mitarbeiter um Chefredakteur Christian Schlichter über diese Entscheidung informiert. Künftig wird die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) redaktionelle Inhalte für die Zeitschrift liefern.

Die Glaubwürdigkeit beider Medien hängt ab von ihrer Unabhängigkeit. Eine Nachrichtenagentur ist zur Neutralität und Sachlichkeit verpflichtet und muss unabhängig über diözesane Entwicklungen berichten – eine Bistumszeitung muss einordnen, kommentieren, kritisch berichten und im Bistum verwurzelt sein. Was passiert im Interessenskonflikt? Zudem gerät die KNA dadurch in eine Konkurrenzsituation zu anderen Bistumszeitungen, deren Dienstleister sie ist …  alles lesen

the westen in bed with the bildzeitung

Ich mag schon gar nicht mehr über die Qualität der Produkte aus dem Hause WAZ schreiben. Die journalistischen Total-Ausfälle sind zu zahlreich und ich würde am liebsten nur abwinken und sagen: Ein Glück, dass ich kein Geld für ein Abo bezahle. Aber immer noch glimmt ein wenig Hoffnung, dass irgendwann in unserer Region eine lesenswerte Zeitung erscheint.

Bis es soweit ist, müssen wir anscheinend das Tal der Dämmerung durchschreiten. Ein ganz finsterer Artikel titelt heute reißerisch:

Experte fordert Ethiksteuer nach Kirchenaustritt

Ganz abgesehen davon, dass jeder Artikel, der mit „Experte“ fordert“ beginnt in 99 Prozent der Fälle in eine Satire(update: Satire bei den ruhrbaronen)umgeschrieben werden kann, sind zu diesem zusammengeschusterten Elaborat folgende Anmerkungen zu machen:

… sagte Blum der «Bild»-Zeitung (Onlineausgabe) am Dienstag. Er schlage deshalb …

Das Ding ist also zumindest teilweise aus der Bildzeitung abgeschrieben. Hier ist das Original. Auch die Schwester aus dem Hause Springer, nämlich die Welt, hat sich hier der Thematik angenommen. Oder sagen wir mal: Alles die selbe Chose.

Außer der Bildzeitung sind noch ein paar Agenturkürzel unter dem Text zu finden und damit ist die journalistische Eigenleistung des WAZ-Mediums ausreichend beschrieben.

Keine weiteren Kosten. Keine journalistischen Mühen.

Der Vorteil dieses Artikels liegt nicht nur in seiner Billigkeit, sondern in der „Dialektik des Schwachsinns“ verborgen.

Durch den Unfug, eine Steuer für diejenigen zu fordern, die keine Kirchensteuer bezahlen, herausgefordert, regen sich die Leserinnen und Leser auf und verfassen Kommentare ohne Ende. Es klickt im Kasten. Maximale Beachtung bei minimalem Aufwand. So kann man auch mit schlechten Sachen, gute Sachen für die Kasse machen.

Was die sich abzeichnende Symbiose mit Bild angeht, werden aufmerksame Leserinnen und Leser dieses Blogs gewiss nicht überrascht sein.

Am 27. Oktober 2008 bemerkte ich in Teil 2 eines Eintrags mit der Überschrift „No Time To Think! – WAZ: Dessous und Volksbibeln? Entlassungen!“

unter anderem:

Der neue WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus spricht in der Süddeutschen über den neuen Sparkurs für die vier WAZ-Blätter rund ums Ruhrgebiet. Bei der Bild-Zeitung hat er gelernt,

“dass man mit starken Marken eine ordentliche Rendite erwirtschaften kann. Und ich habe gelernt, dass man eine aggressive Marketingstrategie und Markenpflege betreiben muss. Bei Bild haben wir Dessous, Volksbibeln und Handytarife vermarktet. Diese Zeitung ist in Wahrheit eine Marketingmaschine. Da muss man schauen, was davon übernommen werden kann. Erfolg kann man nicht genug haben.”

Tschüs heißt es für viele Mitarbeiter, die dann den Konzern leider Richtung Arbeitsagentur werden verlassen müssen. Die betriebsbedingten Kündigungen sind anscheinend beschlossene Sache.

Die WAZ ist zwar heute mehr denn je „in bed with bild“,  amputiert aber konsequent denjenigen Teil ihrer Kompetenz mit dem sie auf dem Zeitungsmarkt punkten könnte: Den Lokaljournalismus. Eine Meldung im WAZ-Protestblog von heute:

Die WR hat einen weiteren Redaktionsstandort aufgegeben. In Kreuztal, offiziell immer nur ein Redaktions-”Büro”, waren über Jahrzehnte drei Redakteure für vier Kommunen des nördlichen Siegerlandes zuständig, also für ein Gebiet mit über 90000 Einwohnern und wichtigen, weltweit bekannten Wirtschaftsbetrieben wie SMS, Hoesch, Bombardier oder der Krombacher Brauerei. Im Rahmen der Personaleinsparungen sind zwei verbliebene Redakteure nach Siegen abgezogen worden. Das “Büro”, das eigentlich eine Redaktion war und noch vor einiger Zeit eine eigene Ausgabe bearbeitete, ist zu. Die WR/WP-Geschäftsstelle dort wurde bereits vor Jahren geschlossen.
Ganz anders der Wettbewerber: Die “Siegener Zeitung” hält in Kreuztal weiterhin eine kleine Redaktion und eine Geschäftsstelle vor..

PFT = Push Für Trinkwasserpreis? Gewinne sind Privat- oder Firmensache, Verluste und Schäden kompensiert die Allgemeinheit

In meinem BriefkastenPFT = Push Für Trinkwasserpreis? „Gebühr für Wasserzähler wird zum 01.01. 2010 erhöht.“ Das entnahmen die Kunden der Hochsauerlandwasser GmbH kürzlich des Tageszeitung. Den Meschedern kostet ab Januar ihr Zähler “Qn 2,5″ jährlich brutto 145,52 Euro und somit 11,73 Euro mehr als in den Vorjahren. Der Kubikmeterpreis bleibt dagegen wie gehabt bei 1,26 Euro brutto.

Die 2005 gegründete Hochsauerlandwasser GmbH, die Bestwig, Meschede und Olsberg mit Trinkwasser versorgt, begründet die Tariferhöhung vor allem mit „den erheblichen Investitionen in die Trinkwasseraufbereitungsanlagen und das Versorgungsnetz in den drei Kommunen“.

Zurzeit würde das Wasserwerk Stockhausen für rund drei Millionen Euro erweitert, und für 450 000 Euro sei beim Werk Mengesohl Aktivkohlefiltration installiert worden. Die Sauerländer Bürgerliste ist überzeugt, die Hochsauerlandwasser GmbH handelt in Punkto Wasseraufbereitung nach bestem Wissen und Gewissen. Schließlich hat sie – genau wie ihre Kundinnen und Kunden – die PFT-Suppe auszulöffeln, die ihr andere eingefüllt haben.

Böden, Fluss- und Grundwasser im Hochsauerlandkreis und anderenorts sind nach wie vor erheblich mit der Industriechemikalie PFT verseucht. Im Sauerland geht die Giftbelastung vor allem von den zahlreichen Weihnachtsbaumflächen aus, die ja bekanntlich zum Teil erheblich mit PFT „gedüngt“ worden sind.

Die Kreisverwaltung veröffentlichte vor einigen Monaten endlich, aufgrund mehrfacher Nachfragen der Sauerländer Bürgerliste (SBL), wie hoch die Belastung der 55 bisher im HSK ermittelten PFT-Flächen ist. Leider schwieg sich die Verwaltung über die genaue Lage und die Besitzer und Pächter der Weihnachtsbaum- und landwirtschaftlichen Felder aus.

Doch wir wissen, etliche dieser PFT-Areale befinden sich in Bestwig und im Stadtgebiet Meschede, z.B. auch in Wennemen, vermutlich in unmittelbarer Nähe zur Ruhr. Das Wasser der Ruhr wird für die Trinkwassergewinnung genutzt. Und da schließt sich der Kreis zur Hochsauerlandwasser GmbH.

Der Wasserversorger will uns ein möglichst sauberes und von Chemikalien unbelastetes Trinkwasser anbieten. Um die hochgiftige und gesundheitsschädliche Chemikalie PFT aus dem Wasser effektiv zu entfernen, rüstete er die Wasserwerke Mengesohl und Stockhausen mit Aktivkohlefiltern aus. Dafür bezahlen müssen wir die Verbraucher.

Die Namen der Verursacher, also derjenigen die Flächen mit PFT und anderen Umweltgiften und Pestiziden befrachten und somit für einen Teil der Erhöhung des Wasserpreises verantwortlich sind, werden uns von den Behörden nicht genannt.

Warum auch, denn es ist wie es immer ist, Gewinne sind Privat- oder Firmensache, Verluste und Schäden kompensiert die Allgemeinheit.

Die eigene Netz-Persönlichkeit formen. Ist das möglich?

Eine interessante Diskussion der Isarrunde:
„Wie sichtbar sind wir heute im Web, ohne dass wir das wollen? Welchen Einfluss haben wir auf unsere Sichtbarkeit, muss man persönliches SEO betreiben?“

Den Hinweis habe ich hier über Twitter bekommen.

Umleitung: Afghanistan, Tucholsky, Mord, Guttenberg, Rüttgers und die wichtige Lokalpolitik nebst einem Watschen für die lokalen Parteien …

Afghanistan: Merkels Krieg … sprengsatz

Ab Weihnachten: Versicherungswirtschaft verstärkt Propaganda … nachdenkseiten

Kurt Tucholsky: Heute vor 74 Jahren – Freitod. Er war für mich einer der bedeutendsten Journalisten und – ja – Schriftsteller/Stilisten  des 20. Jahrhunderts. Außerdem: „Der Grund, aus dem der Kirche täglich mehr und mehr Leute fortlaufen, was nur zu begrüßen ist, liegt eben hierin: dass viele Diener dieser Kirche nur noch viel reden, aber wenig zu sagen haben“hpd

Mord: vom Fahrrad geschossen. Weihnachtsbuchempfehlung … ruhrbarone

Guttenberg: Die hohe Kunst des “von sich selbst Distanzierens” … spiegelfechter

Rüttgers: kein Rau. Die Bilanz … WirInNRW

Hochsauerland: bei einigen Bürgermeistern scheint es Widerstand gegen den Entwurf des Kreishaushalts zu geben … sbl

Sundern: Ergebnisse der letzten Ratssitzung … grünesundern

Anmerkung in Frageform plus Antwort:

Aus welchem Grund tauchen hier zu lokalpolitischen Themen immer wieder die Stellungnahmen der Grünen aus Sundern und der SBL auf? Ist das hier ein SBL oder Grünen-Blog?

Antwort:

Nein!

Aber:

Die anderen Parteien veröffentlichen keine inhaltlich interessanten Pressemitteilungn, geschweige denn, dass sie uns irgendetwas schicken würden. Da ist „Tote Hose“ .

Also:

Dies ist kein SBL – oder Grünen-Blog! Wer etwas zu sagen hat bekommt Platz. Aber sagen muss man schon 😉

Jungle World ist im Besitz der ultimativen Klick-Falle: So macht User-Fangen Spaß

Die kommerziellen Websites wie auch die Internet-Portale der Zeitungen messen ihren Erfolg daran, wie oft jemand in und auf ihren Seiten herumklickt. Mehr Klicks, mehr Werbeeinnahmen lautet die vereinfachte Gleichung.

Um den Mäusefinger der User zu reizen lässt sich beispielsweise der Westen allerlei Gedöns einfallen. Angefangen von den noch halbwegs journalistisch zu rechtfertigenden Foto-Strecken (Ach, wenn die Bilder doch einen Qualitätsstandard hätten!) bis hin zu irgendwelchen Online-Spielchen weit unterhalb der Sudoku-Lernschwelle.

Wie bekomme ich aber die Leserinnen und Leser in die Fänge meiner Klickfallen? Durch die ultimative Klickfalle mit all den schönen Begriffen, die in der Online-Welt Stürme von Visits auslösen, weil sie bei den Suchmaschinen ganz hoch im Kurs sind.

Die Zeitschrift Jungle-World macht es genial-selbstironisch vor:

Sex mit Britney dank CIA-Routenplaner: Porno-Lesben kastrieren blutjunge Hitler-Aliens in Tokio Hotel

Wenn das kein Einstieg in die Heft-Thematik ist. Die lautet ziemlich nüchtern:

„Die Zukunft der Zeitung zwischen Papier und Pixel“

Mein Tipp: Lesen!

Johannes Boie über Formspring: Das nächste große Ding, vielleicht aber auch nicht.

Ein paar Klicks entfernt: Das Geschäftsmodell von "Formspring"
Ein paar Klicks entfernt: Das Geschäftsmodell von "Formspring" - aufs Bild klicken 😉

In der Süddeutschen Zeitung(Printausgabe) bespricht Johannes Boie unter der Rubrik „Nachrichten aus dem Netz“(S. 9) den Internetdienst Formspring als das neue Twitter, das neue Facebook, sogar das neue Google, das Ende von Amazon und Microsoft.

„Formspring wird die Welt verändern. Vielleicht aber auch nicht!“

Für humorlose Leserinnen und Leser sei bemerkt: Boie startet seine Betrachtung mit einem gehörigen Schuss Ironie und Augenzwinkern, bevor er das Konzept von Formspring beschreibt. Alles launig und gut geschrieben.

Nur ein Satz hat mich verwundert:

„Da stört es auch kaum, dass weder Formspring noch Twitter ein Geschäftsmodell vorweisen können.“(Hervorhebung im Original)

Klar www.formspring.me sieht so gar nicht nach bezahlen aus, aber klickt man unten links auf der Eingangsseite auf den Firmennamen gelangt man zu formspring.com. Da sind die  Preise. Gute Preise. Das könnte man als Journalist „Geschäftsmodell“ nennen.

Umleitung: Jahresrückblicke, Jahressünden, ein Todestag, eine interessante Geschichtswebsite und der Schnee …

Jahresrückblick: keine schlechte Idee hatten die … ruhrbarone

Jahressünden: „ Vielleicht müste man mal wieder den Mut haben, die Tür zum Beichtzimmer bzw. die Tür zum Herzen zu öffnen?“, meint allen Ernstes die … wp

13. Todestag: Carl Edward Sagan – ein großartiger Humanist und Wissenschaftler … hpd

Lernen aus der Geschichte: Nationalismus und Holocaust in Schule und Jugendarbeit … ladg

Der Schnee- und Kältehype: „Bei extremen Wetterbedingen müssen Eltern selber entscheiden, ob der Schulweg für die Kinder zumutbar ist oder nicht“ … rn

Schnee: Die L742 Richtung Silbach und Winterberg

Heute 13 Uhr: Die Straße nach Silbach und Winterberg
Heute 13 Uhr: Die Straße nach Silbach und Winterberg

Gerade hat es zu schneien angefangen. Auf dem Bild ist die Landstraße 742 Richtung Silbach und Winterberg zu sehen, die sogenannte Nebenstrecke, die in Steinhelle von der B480 abzweigt.

Es weht ein heftiger, kalter ungemütlicher Wind. Wahrscheinlich werden sich die Straßenverhältnisse im Hochsauerland im Laufe des Tages verschlechtern. Gerade außerhalb der Wintersport-Orte wird es auf den Nebenstrecken ungemütlich werden, zumal es früh dunkelt.

Winterreifen sind Pflicht, sonst wird im Schadensfall die Versicherung eine lange Nase machen.

Umleitung: Datenskandale, Lesen, Christkind, Schulden und Schnee …

2009: Das Jahr der Datenskandale … carta

Lesen: Buchempfehlungen … spiegelfechter

Satire: Sucht-Geständnisse – Ich blogge nachts heimlich unter der Bettdecke … spon

Private E-Mail: am Arbeitsplatz ein Problem … heddesheimblog

Das Fest: Liebes Christkind, mach dass Weihnachten schnell vorüber geht … freitag

Schulden der Kommunen: Nö, Ich will noch nicht zahlen … ruhrbarone

Lehrstellenmangel im HSK: Leserbrief zum Sensburg Interview in der WP … spdmeschede

Schnee im Sauerland I: hier wird berichtet … dorfinfo

Schnee im Sauerland II: Raus an die frische Luft …

Der Winter vor der Haustür: Heute an der Himmelskrone (foto: zoom)
Der Winter vor der Haustür: Heute an der Himmelskrone (foto: zoom)