Wird das Hotel Claassen in Winterberg jetzt endlich abgerisssen? Im Prinzip “JA”. Eine kleine Recherche-Geschichte.

Hotel Claassen
Das zerfallende Hotel Claassen am gestrigen Freitag. Noch keine Anzeichen für einen Abriss. (foto: zoom)

Wird das Hotel Claassen ab kommenden Montag endlich abgerissen? Die Abbruchgenehmigung liege vor, sagte mir gestern der Winterberger Unternehmer Siegfried Tausch:

“Wir haben nun die Genehmigung für den Abriss des ehemaligen Hotels Claassen bekommen. Der Auftrag wurde erteilt, mit der Maßgabe, dass der Abriss so schnell wie möglich begonnen wird.” Die Zustimmung der Stadt Winterberg und des Bauaufsichtsamtes Brilon liege vor.

Siegfried (Siggi) Tausch, den viele Winterberger noch als Betreiber des Clubhotels in Züschen kennen, wohnt allerdings nicht mehr im Nuhnetal, sondern hoch im Norden, an der Elbmündung. Unsere letzte Information war, dass die Rosenterrasse-Vermietungs-GmbH im Besitz der Immobilie Claassen ist und nicht der Unternehmer Tausch. Doch Siegfried Tausch scheint am Claassen Projekt beteiligt zu sein, wobei mir die geschäftlichen Beziehungen zwischen der Flensburger Rosenterrasse-Vermietungs-GmbH und Tausch noch nicht ganz klar sind.

Das Abbruchunternehmen Balzersen, so Tausch, sei für die Abrissarbeiten zuständig. Der Sitz des Unternehmens ist Harrislee nahe der dänischen Grenze.

Dort habe ich gestern den verantwortlichen Herrn Sörensen erreicht, der mir in schönstem Norddeutschen Dialekt und gut gelaunt mitteilte, dass es selbstverständlich am Montag los ginge. Allerdings werde nicht Balzersen selbst den Abbruch durchführen, da es von Harrislee doch ein weiter Weg sei. Die Firma habe die TG Umwelttechnik in Büren weiterbeauftragt.

“Noch eben die Rosenterrasse-Vermietungs-GmbH und die TG-Umwelttechnik anrufen und die Bestätigung abholen”, habe ich mir gedacht, “besser is’ nach den Oversum Erfahrungen”.

Leider waren beide Chefs nicht im Hause und die Sekretärinnen beschworen mich, mit der Meldung zu warten. Montag bzw. Dienstag könnte ich Herrn Densch bzw. Herrn Großmann erreichen.

Nach den Vorinformationen und den Andeutungen der Sekretariate hätte ich an dieser Stelle nichtsdestotrotz einen Artikel herausgehauen. Unser Autor Leon Reintke hatte Anfang Januar schon eine gut recherchierte Geschichte zum Thema “Claassen und die Stadt Winterberg” gemacht. Die Meldung vom Abriss wäre das Tüpfelchen auf dem i gewesen.

Als mir allerdings am selben Freitag, also gestern, Tourismusdirektor Michael Beckmann versicherte, dass er nichts, aber überhaupt nichts, von einem Abriss wüsste, beschloss ich die Geschichte bis Montag ruhen zu lassen.

Heute hat die Westfalenpost die Geschichte gebracht. Es ist die Geschichte von Siegfried Tausch. Ich denke, sie ist plausibel. Sicher bin ich mir aber erst, wenn ich die Abbrucharbeiten sehe oder mit einem der beiden Firmenchefs gesprochen habe.

3 Comments
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Interessierter Bürger
8 Jahre her

Sorgfältiger kann man eine solche Begebenheit kaum recherchieren!

Wer Siggi kennt, dem kommt die Angelegenheit durchaus plausibel vor. Zuletzt sah ich ihn mit amerikanischem Wohnmobil und einer Tüte voller D-Mark-Scheine (kurz vor der Jahrtausendwende). Siggi drehte immer große Dinger!

Ob die Stadt drauflegt? Der Bürgermeister wird wohl alles daran legen, sich auch mal in guten Nachrichten zu sonnen…

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8 Jahre her

zoom: Offensichtlich liegst Du mit Deinen Recherchen nicht ganz falsch, erste Anzeichen zeigen sich. Vor dem Claassen stehen zwei große Schrottcontainer, hinter dem Hotel (Feldstraße) stehen zwei Büro- bzw. Baustellencontainer und eine Zugmaschine der Firma TG Umwelttechnik. Nur komisch, dass Herr Beckmann überhaupt nichts von einem Abriss weiß!