Kipepeo e.V. und Gora Dobra stellen im Rathaus Winterberg ihre UKRAINE-Hilfsprojekte vor

Jan van Egmond (links) berichtete von seiner achten Hilfsreise in die Ukraine. Oksana Andriievska (Winterberg) und Tanya Emelyanenko (Ukraine) referierten über die Arbeit der Hilfsorganisationen.

Am vergangenen Mittwochnachmittag haben Jan van Egmond und Oksana Andriievska (Kipepeo e.V.) sowie Tanya Emelyanenko (Gora Dobra) ihre Ukraine-Hilfsprojekte im Rathaus Winterberg vorgestellt. Anlass war die einwöchige Hilfsreise von Jan van Egmond (Kipepeo), die er gemeinsam mit dem Kölner Musiker Andrew Joy Anfang Februar unternommen hatte.

Mit Bildern, Blumen und bunten Stoffen präsentierten die Winterberger Ukrainerinnen ihre traditionellen Mohnkuchen.

Bilder, Filme, kleine Vorträge, Akkordeonmusik, ukrainische Mohnkuchen und Gespräche mit den Aktiven aus der Flüchtlingshilfe zeigten die vielen Facetten an Hilfe für das von Putins Russland mit Krieg überzogene Land sehr eindrücklich und aus erster Hand auf.

Oksana Andriievska (links) und ihre Freundin Tanya Emelyanenko stellten die vielen Hilfsprojekte im Hochsauerland/Winterberg und in der Ukraine vor. Wenn Tanya in der Ukraine ist, bleiben die beiden über die sozialen Medien in engem Kontakt.

Oksana Andriievska hielt einen Einführungsvortrag. Tanya Emelyanenko berichtete auf Englisch über die Arbeit der Hilfsorganisation Gora Dobra. Jan van Egmond dolmetschte und ergänzte die Vorträge durch seinen persönlichen Augenzeugenbericht von der achten Hilfsreise in die Ukraine

In Winterberg, so Oksana Andriievska, werden jeden Montag Spenden für die Ukraine gesammelt. Dazu gehörten Sachen für Kinder, Frauen und Männer, Medikamente, Tierfutter und vieles mehr.

2025 haben die Ehrenamtlichen zusammen mit Kipepeo, der Stadt Winterberg und anderen Partnern sieben LKWs mit Hilfsgütern in die Ukraine geschickt. Diese werden von Gora Dobra in der Ukraine an hilfsbedürftige Menschen, Krankenhäuser und Altenheime verteilt.

Jan van Egmond und seine Frau Gerda fahren zweimal im Jahr in die Ukraine. Dort schauen sie, wo die Spenden hingeflossen sind.

Die Stadt Winterberg, Kipipeo und die Stadt Korbach hätten gemeinsam ein Feuerwehrauto gekauft und nach Poltawa geschickt haben. Dieses Auto rettet gerade in der jetzigen Kriegssituation viele Menschenleben.

Oksana bedankte sich für die Hilfe, die sie in Deutschland erfahre. Es sei sehr wichtig, sich nicht allein zu fühlen.

Für Jan van Egmond ist es ein kleiner Traum, wenn auch Winterberg selbst irgendwann ein eigenes ausgedientes Feuerwehrauto herrichten und in die Ukraine schicken könne. Die beiden bislang gespendeten Autos aus Korbach versorgten eine sehr großen Bereich mit über 40 Orten.

Nazar und Zahar leben erst seit wenigen Wochen im Hochsauerland. Am Mittwoch ließen sie die Sprache der Musik erklingen.

Tanya Emelyanenko (Gora Dobra) berichtete von der vielfältigen Arbeit ihrer Organisation in der Ukraine.

Unterstützung (u.a. Grundbedarfsgüter, Hygieneartikel) und emotionale Zuwendung gingen an Heime für Menschen mit Behinderungen.

Dazu kämen Senioren- und Pflegeheime. Dort seien die Bedingungen häufig sehr schlecht. Tanya Emelyanenko: „Für uns ist es ein besonderer Ort, an dem Menschen auf uns warten, sich an uns erinnern und uns immer wie Familienmitglieder willkommen heißen. Wir versuchen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern, ihnen notwendige Hilfsgüter zu bringen und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie nicht vergessen sind.“

Die Seniorinnen freuen sich über den Besuch von Jan

Viele Kinder mit Behinderungen, so Tanya weiter, brauchen ständige Unterstützung. „Leider haben ihre Eltern oft nicht genug Geld, um alle ihre Bedürfnisse zu decken.“

Hilfe würde regelmäßig an die Krankenhäuser in Lwiw, Iwano-Frankiwsk, Dnipro, Kiew, Sumy und Charkiw gehen. „Die Unterstützung von Krankenhäusern in einem Land, das sich im Krieg befindet, ist eine sehr wichtige Aufgabe. Die Krankenhäuser sind mit Patienten überfüllt. Sie waren auf eine so große Zahl von Menschen nicht vorbereitet.“

Das Hauptprojekt von Gora Dobra sei zur Zeit die Zusammenstellung medizinischer Rucksäcke (u.a. Tourniquets (Aderpressen), Hilfsmittel zur Blutstillung) für die Sanitäter und Ärzte an der Front: „Es geht darum, Leben zu retten. Wenn ein Sanitäter nicht über ausreichende medizinische Hilfsmittel verfügt, kann er keine angemessene Hilfe leisten.“

Rucksack Nr. 529 ist beim Front-Arzt angekommen.

Ein einziger dieser medizinischen Rucksäcke, kostet 1100 Euro. Weit über 500 seien schon an die Front geschickt worden. In einigen Fällen sei das Leben von zehn Soldaten mit einem Rucksack gerettet worden.

Das Ziel von Gora Dobra sei es, nicht nur materielle Hilfe zu leisten, sondern die Menschen auch emotional zu unterstützen und ihnen zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind.

Joachim Reuter spricht den schrecklichen Krieg in der Ukraine an. Er hofft,dass dieser Krieg bald beendet ist. Jede Hilfe für die Ukraine sei wichtig. Reuter dankte im Namen des Rates der Stadt Winterberg allen Menschen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren.

Nach den beiden Referaten und ergänzenden Schilderungen durch Jan van Egmond wurden Fragen aus dem Publikum beantwortet.

Wer ist Gora Dobra? Ist die Hilfe mehr als der Tropfen auf den heißen Stein?

Gora Dobra, so Jan van Egmond, seien die Gipfel des Guten, die alle gemeinsam erklimmen: „Together we will climb Mountains of Goodness“.

Tanya erklärt, sie seien eine junge, private Organisation, die sich nach dem Beginn des Krieges gegründet habe, um unbürokratisch zu helfen. Es bestehen Kooperationen. Sie helfen an kleinen Orten auf dem Land, wo die großen Organisationen nicht hinkommen. Sie seine eine kleine, flexible und schnelle Organisation. Über die sozialen Medien tauschen sie sich sehr effektiv aus.

Jan van Egmond zur Infrastruktur: Die Hauptwege sind ok, aber es gibt nur wenige Männer, Arbeitskräfte um sie zu reparieren. Die Wege auf dem Land, die kleinen Straßen sind in einem sehr schlechten Zustand.

Die Schneeräumung im Winter erfolgt häufig unzureichend, nicht immer stehen Räumfahrzeuge oder Trecker zur Verfügung.

Ein großes Problem seien die regelmäßigen vierstündigen Stromabschaltungen, dazu kämen unregelmäßige Ausfälle. Jan van Egmond: „Die Russen schießen zur Zeit die Infrastruktur kaputt.“

Schienen werden schnell repariert. Der LKW-Verkehr und die Post funktionieren erstaunlich gut. Pakete die heute in Lviv abgegeben werden, seien häufig schon am nächsten Tag an der Front.

Bürgermeister Michael Beckmann wies am Ende der Veranstaltung darauf hin, dass für die Ukraine auch militärische Hilfe nötig sei. Wenn wir abends die Tagesthemen anschalten, sehen wir die Angriffe der Russen in der warmen Kammer, während die Ukraine in der Kälte versinkt.

Eine Bürgerin fragt nach den großen Tafeln, die zu Beginn des Krieges am Eingang zu Winterberg gestanden hätte: „Stay with Ukraine“. Ob die Stadt diese nicht wieder aufstellen könne. Wo sei das Spendenkonto der Stadt Winterberg für die Ukraine?

Michael Beckmann versprach, die digitalen Werbetafeln für die Botschaft „Stay with Ukraine“ zu nutzen. Das Spendenkonto der Stadt für die Ukrainehilfe gebe es immer noch.

Am Ende des offiziellen Teils der Veranstaltung bedankte sich Jan van Egmond bei den Besucherinnen und Besuchern. Seine Botschaft: „Der Krieg ist nicht schön, aber unsere Projekte sind erfolgreich, so seltsam und widersprüchlich sich das auch anhöre. Wichtig dabei sind die Ehrenamtlichen.“

Für Spenden an Kipepeo – fair und sozial e.V. stehen folgende Konten zur Verfügung:

IBAN DE94 4606 2817 5191 0311 00 Volksbank Sauerland eG oder
IBAN DE44 4665 0005 0000 0042 75 Sparkasse Mitten im Sauerland

Kontoinhaber: Kipepeo – fair und sozial e.V.
Verwendungszweck: Spende Ukraine Aktion

Weitere Infos: Jan van Egmond

E-Mail: verein@kipepeo-fair-sozial.de

oder

www.kipepeo-fair-sozial.de

Marktstraße 4, 59955 Winterberg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert