Hat die SPD die Warnsignale gehört? Fehlersuche auf Wahlkonferenz in Bestwig.

Achim Post engagiert sich für Wandel, Beständigkeit und Selbstkritik. (foto: zoom)

“Wir dürfen uns nicht in die Tasche lügen. Die SPD liegt in den Umfragen zur Bundestagswahl bei 20%”.

Achim Post (Vorsitzender der NRW Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion) kommt schnell zur Sache. Vor der “Flüchtlingsfrage” wäre die Politik wie in Stein gemeißelt erstarrt gewesen. Jetzt sei alles in Bewegung.

Konferenz der Sauerländer SPD zum Wahljahr 2017. Der Versammlungssaal im Bestwiger Gasthof Hengsbach ist am Dienstag Abend fast komplett gefüllt. Die Mehrzahl der Genossen ist männlich und, wie sich im Verlauf der nächsten zwei Stunden herausstellen wird, sehr kritisch.

Achim Post, seit Oktober 2012 Generalsekretär der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE), skizziert  die Weltlage von Trump über Europa bis Deutschland in dunklen Farben.

In der Einschätzung von Trump gebe es zwei “Schulen”. Die einen meinten, es werde schrecklich, die anderen hofften darauf, dass Trump von den Sachzwängen eingerahmt und gemäßigt werde.

Das Kabinett Trump, so Achim Post, sei ein “Horrorkabinett” mit dem König der Zwangsversteigerungen, dem König der Bankrotteure.  Die Umweltbehörde werde von einem Minister geleitet, der den Klimawandel leugne, “Mad Dog” wäre ins Verteidigungsministerium und die Verachtung der Minderheiten ins Justizministerium eingezogen.

“Ich habe bei Ben Wisch angefangen. Damals war die Lage in der Welt sehr übersichtlich.” Heute jage ein Schrecken den anderen. Syrien schrecklich, der Nahe Osten so schlecht wie noch nie.

“Der Gewinner des Jahres 2016 ist Putin.”

Auch in Europa stünden schwere Zeiten bevor. Die Rechtspopulisten um Geert Wilders könnten bei den Wahlen im März in Niederlanden stärkste Partei werden. Die Sozialdemokraten würden nach Umfragen auf 7% abstürzen.

Marine Le Pen habe im April/Mai eine Chance die Wahlen in Frankreich zu gewinnen. Wenn Le Pen gewinne, so Post, “haben wir ein richtiges Problem, und ich meine EIN RICHTIGES PROBLEM”.

In Tschechien würde eventuell im Oktober mit dem Unternehmer und Milliardär Andrej Babis eine Mischung aus Trump und Berlusconi zum Ministerpräsidenten gewählt.

Die Lage für die SPD in Deutschland sieht Achim Post durchwachsen. Den Kanzlerkandidaten hätte die SPD, wäre es nach ihm gegangen, früher bestimmen sollen. Eine Urwahl der Mitglieder wäre aber nur möglich gewesen, wenn auch andere Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen hätten. Martin Schulz und Olaf Scholz seien bei anderen Gelegenheiten nicht durch Zurückhaltung aufgefallen.

Im Jahr 2017 gehe es politisch richtig los. “Und was macht die SPD”?

1. Die SPD solle zusammenhalten und sich “nicht gegenseitig in die Fresse hauen.”

2. Mutig sein. Immerhin habe man, trotz Minderheit in der Bundesversammlung, Frank Walter Steinmeier als Bundespräsidentenkandidaten durchbekommen.

3. Die SPD solle sich nicht nur als Regierungspartei, sondern auch als Mitgliederpartei und Volkspartei sehen. Bis auf die AfD solle man für Regierungsbündnisse mit allen anderen im Bundestag vertretenen Parteien offen sein.

4. Ralf Dahrendorf habe schon 1983 das Ende des sozialdemokratischen Zeitalters konstatiert, doch die alten Inhalte der Sozialdemokratie seien “kein kalter Kaffee”.

Das alte sozialdemokratische Milieu (Reihenhaussiedlung, alle waren gleich) sei zerstört. 1973 arbeiteten zum ersten Mal mehr Menschen im Dienstleistungssektor als in der Industrie. Heute hätten mindestens 20% der Beschäftigten kein ordentliches Arbeitsverhältnis.

Für welche Inhalte sollte die SPD heute eintreten?

Kampf für Demokratie. “Wir haben doch vor zwei Jahren noch gedacht, unsere Demokratie wäre unzerstörbar.” Doch heute sei sie gefährdet durch Nazis, Islamisten, russische Hacker und türkische Nationalisten.

Europa. Wer wie in England 30 Jahre gegen Europa hetze, brauche sich nicht zu wundern. Wirtschaftlich starke Regionen in England und Schottland waren gegen den Austritt. Trotz aller Schwächen habe Europa Vorteile, “Wir profitieren vom Binnenmarkt.”

Soziale Gerechtigkeit als Kern. Die 20% der SPD hätten ihre Ursache auch in der Agenda 2010. Das Krankensystem müsse wieder paritätisch finanziert werde. Man müsse gegen die Rente mit 71, die vom Sachverständigenrat gefordert werde, sein.

Friedenspolitik. Das Säbelrasseln zwischen der NATO und Putin sei sehr gefährlich.

Die Zuhörer sind ernsthaft und kritisch. (foto: zoom)
Die Zuhörer sind ernsthaft und kritisch. (foto: zoom)

In der nachfolgenden Diskussion wurden Unsicherheit und Unzufriedenheit geäußert. Es gab niemanden, der für ein “Weiter so” gesprochen hätte.

Einige Stimmen:

“Wie brechen wir unsere Vorstellungen auf den ländlichen Raum hinunter. Wie erreichen wir die Leute?”

“Wir müssen uns für die Leute einsetzen, die nicht so gut bezahlt werden, für die Leiharbeiter, für die mit den 400 Euro Jobs.”

“Vissmann hat über Weihnachten alle Leiharbeiter entlassen, aber 10 Flüchtlinge eingestellt. Das ist ein Problem.”

“Die Leute gehen uns verloren. Es sind nicht wenige. Wir brauchen gerechte Arbeit und gerechte Bezahlung.”

“Mit Populismus sind wir schlecht beraten.”

“Gabriel ist als Kanzlerkandidat nicht der Kandidat, den die Leute wollen.”

“Es fehlt das Zukunftsgefühl.”

“Der Mindestlohn wird unterlaufen, das Tariftreuegesetz gebrochen.”

“Wir müssen uns von ALLEN Parteien abgrenzen können.”

“Wir haben kein Problem mit den Rechtspopulisten, sondern ein Problem mit unserer Glaubwürdigkeit.”

“Wir schaffen es nicht die Vergangenheit adäquat aufzuarbeiten. Hartz IV ist “Scheiße”. Wer hat denn die Rente mit 67 erfunden?”

“Die Kollegen sehen [Müntefering] aus Sundern  als Verursacher der Rente mit 67.”

“Schröder unterstützt Gabriel. Ist das gut? Die Kolleginnen und Kollegen sehen: die haben es nicht gelernt.”

“Wie haben uns in den vergangenen Koalitionen verzwergt.”

“Das andere, was wir in letzter Zeit erreicht hatten, das war die AGENDA.”

“Viele unserer Wähler wählen AfD.”

“Ich hoffe, bete, dass wir nicht noch einmal mit 20% in die große Koalition gehen.”

“Wie war das mit der Mehrwertsteuererhöhung. Im Wahlkampf dagegen. Die CDU für 2% und Steinbrück schließt als “Kompromiss” 3% ab.”

Die Kandidaten: Dirk Wiese (Bundestag), Peter Newiger (Landtag) und Margit Hieronymus (Landtag).
Die Kandidaten: Dirk Wiese (Bundestag), Peter Newiger (Landtag) und Margit Hieronymus (Landtag).

Das Lokale im Hintergrund
Über all den Problemen, die die SPD zu verarbeiten hat, rückten in den knappen zwei Stunden die beiden Landtagskandidaten Peter Newiger und Margit Hieronymus in den Hintergrund.

“Wir haben unsere Landtagskandidaten nicht konfrontiert”, bemerkte ein Teilnehmer gegen Ende der Veranstaltung. Der Wirtschaftsstandort NRW, sowie die Bildungspolitik wurden nur angerissen.

Franz Schrewe, ehemaliger Bürgermeister von Brilon, war sauer über die “verdammte ewige Schlusslichtdebatte[NRW]. Man müsse nur die richtigen Zeitungen lesen, dann “sind wir nicht mehr Schlusslicht”, beklagte er die Berichterstattung der heimischen Presse.

Rüttgers CDU, das wäre Stillstand gewesen. “Nix hat sich getan als die CDU dran war.”

Er ärgerte sich über die “rechten Hetzer”, die auf den Leserbriefseiten viel Raum bekämen.

Der Briloner Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese, der die Veranstaltung organisiert hatte, zeigte sich am Schluss optimistisch. Die heimische SPD wäre gut aufgestellt und sehr gut vernetzt. Für das Hochsauerland habe er in seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter viel erreicht, Gelder für Infrastrukturprojekte wie den Wegeschluss der B7n.

Die Diskussion sei notwendig und ehrlich gewesen. “Wir haben im HSK immer gut gelegen.”

53 Comments
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5 % Hürde ?
4 Jahre her

Oh je.

Na, mal positiv sehen: vielleicht schafft die SPD doch noch die 5 % Hürde, bei den vielen guten Ideen

Bernd Schwens
4 Jahre her

Rente mit 67 ist sicherlich nicht toll, mit 63 wäre bestimmt besser. Bloß: wo soll bi steigender Lebenserwartung das Geld herkommen um das zu finanzieren? Solange diese Schlüsselfrage nicht beantwortet wird, muss an der Stelle nicht weiter diskutiert werden. Wie sagte Müntefering: um festzustellen, dass das so nicht passt, reicht die sauerländischen Volksschule. Wir müssen uns über Alternaive Systeme Gedanken machen, über Teilzeitarbeit im Alter etc. Da muss vielmehr Flexibilität rein, nicht bloß: entweder Du arbeitest Vollzeit, oder Du arbeitest garnicht. Und wenn Hartz 4 so ein Mist ist wie immer behauptet wird, ok, dann lässt es uns abschaffen. Und… Read more »

Thomas Klaßen
4 Jahre her

Frau Le Pin heißt Marine. Der zweite Vorname ihre Vaters war Marie… Toller Experte, der diesen Artikel schrieb…

Andreas
4 Jahre her

@ Bernd Schwens Sie haben Recht: über “Rente mit 67” muss man nicht reden: Haben Sie mal im Straßenbau / Tiefbau gearbeitet? Ich zwar nur ganz kurz – in den Semesterferien – aber es reichte, um zu verstehen, dass man so etwas nicht lange durchhält – und schon gar nicht bis “67”. Ich war übrigens so von der modernen “Sklavenarbeit” beeindruckt, dass ich an der “UdK” (Universität der Künste) versucht habe, sie darzustellen: Im Fach “Ergonomie” des Studiengangs “Industrial Design”: Für meine Presslufthammer-Performance gab es auch einen Schein: das geht voll auf die Gelenke, Wirbelsäule (Bandscheiben) … – Das war… Read more »

Andreas
4 Jahre her

@ Thomas Klaßen

“Frau Le Pin”?

“Pin-Up” – abgekürzt?

( sie scheinen ja wirklich ein “Experte” zu sein )

Andreas Lichte
4 Jahre her

@ zoom

gab es bei der SPD-Veranstaltung auch Ideen für die Gestaltung der ZUKUNFT ?

oder nur ein Kreisen um den Status Quo, und die Fehler, die die SPD gestern gemacht hat?

Bei “Zukunft” denke ich – beispielsweise – an:

– die Herausforderung durch “Robotik” und “Künstliche Intelligenz”, und die Konsequenzen für den Arbeitsmarkt:

dabei fällt mir erst wirklich auf, wie absurd die “Rente mit 67” ist

– Sozialgesetzgebung: haben die SPD-Politiker schon mal etwas vom “Bedingungslosen Grundeinkommen” gehört?

– “…”: ad libitum – alles andere, das irgendwie mehr als Stillstand ist …

Andreas Lichte
4 Jahre her

@ zoom

“Finde ich nicht schlecht, wenn sich da nachhaltig etwas tun würde. Eine mitreißende Idee habe ich nicht wahrgenommen.”

Ich finde, das ist ein Widerspruch: wie soll sich etwas tun, wenn es keine (mitreißende) Idee gibt?

Gerade auch die angesprochenen Themen brauchen dringend eine “Idee”, ein “weiter so!” wird meines Erachtens nicht mehr gehen, dabei:

1. Demokratie
2. Europa
3. soziale Gerechtigkeit
4. Friedens- und Entspannungspolitik

Reinhard Loos
4 Jahre her

Mein Wunsch ist, dass sich die HSK-SPD mehr Gedanken macht, wie sie hier im Kreisgebiet die Felder #1 (Demokratie) und #3 (Soziale Gerechtigkeit) weiterentwickeln kann und will. Da gibt es Nachholbedarf.
Das Profil einer Partei hängt nicht nur davon ab, welche Initiativen Bundes- und Landesverband starten!
Aber Weihnachten ist vorbei, und auch dann werden nicht alle Wünsche erfüllt…

Andreas
4 Jahre her

@ zoom

Frage dazu:

“Thomas Klaßen arbeitet sich auch auf Facebook an meiner Person ab. Scheint ihm wichtiger zu sein als der Artikel.”

https://www.facebook.com/groups/111099135599464/permalink/1376562735719758/

Ist Thomas Klaßen SPD?

Nicht gerade ein “Pin-up” für die SPD …

zoom
4 Jahre her

Im Spiegel ist ein interessantes Interview mit Thomas Beschorner, Professor für Wirtschaftsethik und Direktor des Instituts für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen, erschienen.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sozialdemokratie-in-der-krise-gastbeitrag-thomas-beschorner-a-1129338.html

Es handelt von der verlorenen Geschichte, im Sinne von Erzählung (Narrativ), der SPD.

Achim Post hatte das Thema auf der Veranstaltung ja ebenfalls angesprochen.

“Er drückte es so aus, dass der Arbeit der SPD, insbesondere vor Ort, „eine Erzählung“ fehle. Ich denke, er meinte das, was heute oft mit „Narrativ“ umschrieben wird.”

Das hatte ich hier im Kommentar angemerkt:
http://www.schiebener.net/wordpress/hat-die-spd-die-warnsignale-gehoert-fehlersuche-auf-wahlkonferenz-in-bestwig/#comment-68818

Andreas Lichte
4 Jahre her

@ zoom

was sagst Du denn zum Artikel des SPIEGEL?

ich hab eigentlich nur 2 x “sowas wie gedacht”:

“Oh nein! Teflon Tony und Stromlinie Schröder! DAS musste jetzt aber wirklich nicht sein …”

“Das hat aber lang gedauert, bis das Grundeinkommen kam, das ging bei mir schneller!

Andreas Lichte
4 Jahre her

@ zoom

“Narrativ”:

für mich ist “Narrativ” “Werber-Sprache”.

Ich seh’ da null Unterschied zu “Markenkern”.

Und den Markenkern “sozial” hat die SPD selber zerstört.

Das ist so, als wenn “Persil” nicht mehr für “rein” stünde.

“Werber” fällt mir auch wegen des SPIEGEL-Artikels ein:

Andreas Lichte
4 Jahre her

@ zoom

“… eine Bundesrepublik, in der die SPD unter 20, 15, 10% bei den Bundestagswahlen fallen sollte, wäre eine fürchterlich andere, rechtere Republik.”

eine Koalition von CDU/CSU und Grünen:

würdest Du den Unterschied zur jetzigen großen Koalition bemerken?

Leser
4 Jahre her

Hätten die europäischen Sozialdemokraten das nicht verhindern müssen? “Forza Italia” stellt den neuen “EU-Parlamentspräsident”: http://www.tagesschau.de/ausland/eu-parlament-tajani-101.html Tajani wird Schulz-Nachfolger … Antonio Tajani gehört zur Forza Italia des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Tajani, früher als Journalist tätig, hat die Partei mitgegründet. Bevor Tajani 2010 Vize-EU-Kommissionspräsident mit Zuständigkeit Industrie wurde, war er ab 2008 EU-Kommissar für Verkehr – in der Zeit, als es bereits Hinweise darauf gab, dass Autohersteller bei den Abgaswerten manipuliert haben könnten. Es steht der Vorwurf im Raum, Tajani habe weggeschaut. Für die Grünen gilt er als “unwählbar”. Auch bei Sozialdemokraten, Linken, Liberalen und einzelnen Konservativen weckt Tajani Abwehrreflexe. Vielen… Read more »

Nofretete
4 Jahre her

Na ja, das Wort “unwählbar” scheint es ja seit November 2016 nicht mehr zu geben. Und in diesen Minuten wird ein scheinbar “Unwählbarer” vereidigt. Und er schwörte auf zwei Bibeln (die 2. war die Trumpsche Hausbibel)…
Ohne Worte und ohne politisches Programm.
Und er redet, als hätte er himself Amerika entdeckt und wenn das nicht, zumindest erfunden.

Nofretete
4 Jahre her

Das stimmt @zoom. Ich habe auch überlegt, den völlig abseitigen Herrn Höcke strafrechtlich anzuzeigen… Dann wiederum – die Polizei ist doch eh überfordert… Siehe Köln Silvester 2016. “Nafris” – wochenlang Falschmeldungen bis heraus kam – siehe da: Kaum jemand aus den Mahgreb-Staaten dabei, dafür 46 Deutsche mit Pass und Herkunftssiegel… Mein Gott, wo sind wir hingekommen. Ich war ja nie ein Fan von Joschka Fischer, aber einem Satz aus einem kürzlich veröffentlichten Interview muss ich zustimmen: “Die westliche Welt, so wie wir sie kennen, wird es demnächst nicht mehr geben.” Wir können sagen, wir sind live dabei und in Farbe.… Read more »

Narrative halten zum Narren ...
4 Jahre her

Beispiel für ein “Narrativ”:

“Die westliche Welt, so wie wir sie kennen, wird es demnächst nicht mehr geben.”

Die “westliche Welt”, von der Joschka Fischer spricht, hat es nie gegeben, genauso wenig wie das andere “Narrativ”:

„Vom Tellerwäscher zum Millionär“

Michael Stechele
4 Jahre her

Erfolgsfaktoren für ein aktiv gesteuertes Narrativ (Wikipedia): Es braucht • ein Problem • den Mut, es zu erkennen • den Willen, es zu lösen • die Kraft, ein Ziel zu beschreiben • die Verpflichtung, es zu erfüllen Im Lichte der konkreten Erfahrungen sind viele Punkte der Agenda 2010 heute fraglich. Richtig war aber die Debatte um die Rente mit 67. Und mutig der damalige Schritt von Bundesarbeitsminister Franz Müntefering den Weg dahin zugehen. Denn die entscheidende Frage war und ist, wie kann eine auskömmliche Rente sicher gestellt werden, wenn die Zahl derer die das System nutzen können im Vergleich zu… Read more »

Michael Stechele
4 Jahre her

Die Grundwerte der SPD sind Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit. An diesen Prinzipien muss sich sozialdemokratische Politik messen lassen. Prinzipien sind verlässlicher als spontane Überzeugungen. Gerade in unsicheren Zeiten verschaffen sie Orientierung und sind Richtschnur in schwierigsten Situationen (Ferdinand von Schirach) Freiheit: Freiheit und Sicherheit sind kein Widerspruch, aber wir müssen uns überlegen wieviel Freiheit wir aufgeben um scheinbar mehr Sicherheit zu erzielen. Und wie schmal der Grat ist auf dem wir uns bewegen, wissen wir aus der eigenen Geschichte und können dies aktuell in der Türkei nachverfolgen. Und die Sorge um die Konsequenzen ist in zahlreichen literarischen Werken beschrieben seit… Read more »

Bernd Schwens
4 Jahre her

????

Leser
4 Jahre her
Leser
4 Jahre her

@ zoom

“Ich bedanke mich bei Sigmar Gabriel”

ist die SPD eine Ein-Mann-Diktatur, in der der Kanzlerkandidat von Gabriel auserwählt weird?

Nofretete
4 Jahre her

Schulz geht aus Brüssel weg. Gabriel gibt Parteivorsitz ab. Schulz bekommt Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur. Schulz bedankt sich bei Gabriel und Gabriel will Außenminister werden. Diesmal weiß es der “Stern” und die “Zeit” zuerst, nicht aber Frau Kraft… Seltsam. Und noch nicht einmal die Gremien, die für Sonntag alles exakt vorbereitet haben und nichts, aber auch nichts sollte nach außen dringen… Was ist da los ? Und wie fühlt sich ein SPD-Mitglied in so einer Situation, gar ein Mitglied der Fraktion ? Nun ich selbst finde Herrn Schulz auch als die bessere Wahl, kann mir wiederum den Herrn Gabriel als Außenminister… Read more »

Leser
4 Jahre her

Schulz: “Ich will, dass die HART ARBEITENDEN Menschen, die sich AN DIE REGELN HALTEN, sicher und gut in Deutschland leben.” “SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering hat es auf seine Weise erklärt. »Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen«, sagte er“ So “sozial” sind Sozialdemokraten. Deutsche Sozialdemokraten. Es geht auch anders, und zumindest Vorwahlen kann man damit gewinnen: https://de.wikipedia.org/wiki/Benoît_Hamon “Im August 2016 erklärte Benoît Hamon sich als Kandidat für die Präsidentschaftswahl in Frankreich 2017 und trat damit bei den Vorwahlen der PS an. Die erste Runde der Vorwahl am 22. Januar 2017 gewann er mit rund 35 % der Stimmen Politische Positionen: …… Read more »

Nofretete
4 Jahre her

@Leser – na ja, wenn er denn Kanzler würde, kann er ja dafür sorgen, dass es genügend Arbeitsplätze für die hart arbeiten wollenden Menschen gibt, die sich dann genauso an die Regeln halten können wie die “hart arbeitenden” Manager von VW, Deutsche Bank, German Pellets etc. Es gibt diese Arbeitsplätze nicht und sie werden immer weniger in einer digitalisierten Welt. Hart arbeiten, ja das gibt es noch in Deutschland. Wir haben den größten Niedriglohnsektor in Europa und der wird noch unterlaufen. Hat mal jemand die Reportage über Deutschlands Sklavenarbeit gesehen ? der Schlachthof Vechta in Niedersachsen zum Beispiel. Das ist… Read more »

Leser
4 Jahre her

@ Nofretete

Genau.

Wertschätzung muss über etwas anderes als “Arbeit” passieren. Grundsätzlich. Als ethisches Prinzip. Und erst recht, wenn es nicht mehr Arbeit für alle gibt:

was ist mit denen, die nicht “hart arbeiten” können?

Verhungern lassen, wie Müntefering es sagt?

Das “bedingungslose Grundeinkommen” wäre ein _erster_ Schritt, den Menschen als Menschen wertzuschätzen, unabhängig von dem, was er “verdient”: “bedingungslos”

Das verstehen die neoliberalen SPD-Technokraten natürlich nicht:

Die haben gar kein “Herz, das schlagen könnte”, der Slogan von Benoît Hamon, Parti Socialiste:

“Faire battre le cœur de la France”

das Herz zum Schlagen bringen

Leser
4 Jahre her

Benoît Hamon hat die Vorwahlen der Parti Socialiste gewonnen:

http://www.tagesschau.de/ausland/hamon-valls-109.html

“Laut vorläufigem Ergebnis kam der frühere Bildungsminister auf rund 58 Prozent der Stimmen …

Hamon vertritt ausgesprochen linke Positionen und profilierte sich vor allem mit der Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen …”

Andreas Lichte
4 Jahre her

Ein persönlicher Grund, warum die SPD – in Berlin – für mich unwählbar ist: Tim Renner Renner habe ich heute auf dem Savignyplatz angesprochen, als er versuchte, Wahlwerbung für sich zu machen (Dialog sinngemäß, aus dem Gedächtnis): Lichte: „Na, zufrieden mit Ihrer Wahl für die Volksbühne (am Rosa-Luxemburg-Platz)?“ Renner: „Das wird sich erst zeigen, wenn Chris Dercon wirklich angefangen hat, zu arbeiten …“ – Momentan steht „Volksbühne“ nämlich für „Chaos“, weil so ziemlich alle Chris Dercon, Tim Renners Wahl für das „Management“, boykottieren … Gestern, am 2.8.2017, kam eine e-mail für eine Petition bei „change.org“: „Unterschreiben Sie für den Erhalt… Read more »

Andreas Lichte
4 Jahre her

… ist das „SPD“, die Welt „unpolitisch zu machen“? genau das hat Tim Renner, SPD, mit seiner Ernennung von Chris Dercon (siehe vorhergehenden Kommentar) vollbracht … ich dachte, ich les mal, was aktuell so an der Volksbühne passiert: – „Neue Volksbühne hat jetzt noch mehr Ärger vor dem Start Chris Dercons neues Team an der Volksbühne hat in den sozialen Netzwerken mit wenigen Äußerungen für viel Wirbel gesorgt. (…) Es begann schon damit, dass die alten [Social Media-] Accounts der Volksbühne einfach bruchlos übernommen und von „Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz“ in „Volksbühne Berlin“ umbenannt wurden. Einen Account weiterzuführen, ist nicht so… Read more »

Andreas Lichte
4 Jahre her

Ich denke ja, dass es richtig war, Tim Renner anzusprechen, siehe meinen Kommentar vom 3. August 2017, oben …

aber jetzt „verfolgt“ er mich: Renner kandidiert für den Bundestag und grinst mich in Charlottenburg-Wilmersdorf von jedem zweiten Laternenmast an: sind so viele Wahlkampfplakate „normal“?

Tim Renner illustriert mit seiner Entscheidung zur Volksbühne – „OST“ – wie sich Politiker „ihre eigene Realität“ schaffen …

Bilder zur Demontage des „OST“:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/ende-der-aera-castorf-ost-schriftzug-spektakulaer-von-berliner-volksbuehne-entfernt/19977010.html

Andreas Lichte
4 Jahre her

Tim Renner ist scheiße mit freundlicher Genehmigung von Tim Renner, Zitat Tim Renner im Tagesspiegel: „Ich finde es legitim, wenn Menschen sagen: Tim Renner ist scheiße. Das muss ich als Politiker aushalten können.“ – „Berliner Volksbühne Dercon: Fehlgriff oder Volltreffer Ex-Kulturstaatssekretär und SPD-Bundestagskandidat Tim Renner holte Chris Dercon an die Volksbühne. Und schließt nun sein Scheitern nicht aus. Tagesspiegel, 10.08.2017, VON HANNES SOLTAU (…) Heute sagt Tim Renner: „Ich kann nicht ausschließen, dass Dercon ein totaler Fehlgriff war, aber es könnte sich genauso gut als Volltreffer herausstellen.“ (…)“ – Die „Volksbühne am Rosa Luxemburg Platz“ hatte vor Tim Renners Eingreifen… Read more »

Andreas Lichte
4 Jahre her

“Auch die SPD setzt auf Nackt-Wahlkampf:

BERLINS EX-KULTUR-STAATSSEKRETÄR TIM RENNER ZIEHT FÜR DEN BUNDESTAG BLANK …”

http://www.bild.de/regional/berlin/bundestagswahl2017/auch-die-spd-setzt-auf-nackt-wahlkampf-52836342.bild.html

Andreas Lichte
4 Jahre her

Weiße Schrift auf rotem Grund natürlich eine Aufforderung zu künstlerischer Bearbeitung – Beispiele:

„Die ente ist sicher – SPD“

„Tim Penner – SPD“

Andreas Lichte
4 Jahre her

… hier auch noch ein Foto von „Tim Penner“:

https://mobile.twitter.com/MartinSonneborn/status/895384629447938050

Opposition
4 Jahre her

Nun, das SPD-Bashing ist das eine, aber zur Bundestagswahl treten noch mehr Parteien an.

Das Beste, was der SPD und den Bürgerinnen und Bürgern passieren kann, ist dass die Partei in der Opposition wieder zu einer sozialdemokratischen Partei wird.

Punkt.

Andreas Lichte
4 Jahre her

@ Opposition

„… dass die SPD in der Opposition wieder zu einer sozialdemokratischen Partei wird“

_

Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Aber sie stirbt.

Nico Semsrott, Die PARTEI

https://die-partei-berlin.de/plakate-unseres-spitzenkandidaten

Andreas Lichte
4 Jahre her

Neues von der Volksbühne, die Tim Renner, SPD, zu dem gemacht hat, was sie ist (siehe Kommentare oben): „Protest gegen neuen Intendanten Aktivisten besetzen Volksbühne Im Vorfeld war die Aktion angekündigt worden: Etwa hundert Menschen haben die Berliner Volksbühne besetzt – sie wollen so für einen kompletten Neustart am Rosa-Luxemburg-Platz kämpfen. … Man verstehe sich als Zentrum gegen Gentrifzierung. Zudem kritisierte eine Sprecherin die Einsetzung des neuen Intendanten Chis Dercon: Man setze eine kollektive Intendanz im Haus am Rosa-Luxemburg-Platz ein. Dercon solle sein Programm in der Dependance im Tempelhofer Feld fortführen dürfen …“ http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/berliner-volksbuehne-aktivisten-besetzen-theater-a-1169420.html Statt den Flughafen Tegel offen zu… Read more »

Andreas Lichte
4 Jahre her

… übrigens …:

“nach dem Absturz der SPD” habe ich vor der ersten Hochrechnung geschrieben

Andreas Lichte
4 Jahre her

… übrigens …:

Tim Renner hat verloren, kein Bundestag für den Abwickler der Volksbühne