Die achte Hilfsreise in die Region Lviv, Ukraine

Tag 6: Unser letzter Tag in der Ukraine. Auf nach Leshkiv!

„Das Wichtigste wäre allerdings das Gefühl, nicht vergessen zu werden“

Auf dem Weg nach Leshkiv

Jan van Egmond und Andrew Joy sind für Kipepeo fair und sozial e.V. zu einer neuen Hilfsreise vom 1. bis 8. Februar in die Ukraine aufgebrochen. Sie berichten hier täglich über ihre Erlebnisse.

Wir sind unseren letzten Tag in der Ukraine unterwegs. Wir machen eine Reise zu einem Heim, und was für ein Heim!

Unser Ziel ist heute das Psychoneurologische Internat in Leshkiv.

Ein dreigeschossiger Gebäuderiegel. Der Putz ist gelb-ockerfarben. Alter Schnee um das Haus herum. Fahrspuren im Schnee.
Das Heim im Schnee, fernab von anderen menschlichen Siedlungen, Orten und Städten

In April 2023 waren wir schon einmal hier. Damals gab es ein Sponsor-Konzert des gemischten Pop-Chors Singing Circle aus Winterberg. Aus den Erlösen dieses Konzerts konnten Hilfsgüter für das Heim angeschafft werden.

Wir hatten die Reise von damals über die letzten 25 Kilometer kaputter Straßen noch gut in Erinnerung. Das Tauwetter heute und die teilweise noch vereiste Strecke weckte diese alten Erinnerungen. Aber auch heute werden wir, aller Hindernisse zum Trotz, das Ziel mit unserem vollgeladenen Caddy erreichen.

Ein Mann und eine Frau entladen ein Auto. Die geöffnete Heckklappe zeigt blaue Säcke. Schnee. Links ein hellockerfabenes Gebäude. Links ein Mann der etwas in sein Smartphone eingibt.
Beim Ausladen unserer Hilfsgüter

Die Menschen sind froh, wenn auch zu ihnen in Leshkiv die Hilfe kommt, wenn Menschen sich für die hiesigen Bewohner*innen und Angestellten interessieren, wenn sie das Gefühl haben können, nicht vergessen zu werden.

Fünf Personen (m,w,w,m,w) hinter einer hohen Reihe von Hilfsgütern in Kisten, Kartons, Kanistern und Säcken. Hinter ihnen der Hauseingang.
Der Caddy ist leer. Nun wird alles ins Haus getragen.

Das Heim liegt wirklich fernab aller menschlichen Besiedlungen.

Früher beherbergte das Gebäude eine kleine Fabrik. 1955 wurde sie zu dieser Einrichtung mit momentan 123 Bewohner*innen umgewandelt : 122 Frauen und 1 Mann.

Mehr als die Hälfte dieser Menschen ist älter als 60 Jahre und lebt hier fast ihr ganzes Leben lang.

Zwei Männer in einem bunt gestalteten Raum. Viele Bilder an der Wand. Links ein Vorhang in den Farben der Ukraine (gelb-blau).
Andrew und Jan besichtigen das Haus. Der Kreativ- und Gemeinschaftsraum ist liebevoll eingerichtet.

Das Gebäude ist sehr alt, aber alle geben ihr Bestes, um es instand zu halten. Die Räume sind liebevoll eingerichtet, mit mehreren Frauen auf jedem Zimmer.

Seit 2023 konnten die teilweise schlechten Betten durch andere bessere, ebenfalls gebrauchte, ergänzt werden.

Die Einrichtung des Hauses ist sehr einfach und alles in allem sehr veraltet.

Die verrostete Klappe eines alten Herdes ist geöffnet. Davor ein Holzrost auf dem Boden.
Der alte Backofen

Heimleiterin Frau Olga Khortashko und ihr Team geben ihr Bestes, die Pflege der Bewohnerinnen so gut wie möglich zu gewährleisten, aber es mangelt an vielem.

Eine Frau steht neben einem großen gelb-chromfarbenen Boiler, der hüfthoch auf den hellbraunen großen Küchenfliesen steht. Drei Emaille-Eimer stehen vor dem Boiler-Hahn.
Olga Khortashko am Kochboiler

Das Heim verfügt über eigenes Land, um darauf Getreide anzubauen und Tiere zu halten, aber es fehlen auch hier gute Werkzeuge und Fachleute, um das alles zu bearbeiten.

Ein aufgeklappter medizinischer? Koffer auf einem braunen Nachtschrank.
Wohin man schaut, alte Gerätschaften

Ein weiteres großes Problem in Leshkiv ist die Stromversorgung. Wie derzeit überall in der Westukraine wird jeden Tag zu festgelegten Zeiten die Stromversorgung für einen Zeitraum von drei bis vier Stunden unterbrochen. Auf diese Weise wird die Last der unzureichenden Stromversorgung aufgrund zerstörter Kraftwerke so fair wie möglich über das Land verteilt.

Es ist eine höllische Aufgabe, ein Haus ohne Strom mit 123 Bewohnern, von denen einige unter schweren psychischen Problemen leiden, in dieser abgelegenen Gegend zu versorgen.

Und dann gibt es Momente, in denen auch zu ungeplanten Zeiten der Strom ausfällt und alles zusammenbricht.

Ein kleiner Generator fängt dieses Problem in den kritischsten Momenten auf, aber er hat viel zu wenig Kapazität.

Wie schön wäre es, wenn wir mit vereinten Kräften genügend finanzielle Mittel zusammenbekommen würden, um an diesem besonderen Ort eine gute Notfallversorgung zu gewährleisten.

Machen Sie mit?

Ausladen

Am Ende dieses Artikels finden Sie die Bankverbindung, um einen Beitrag dafür zu leisten.

Olga Khortashko und ihr Team wären dafür sehr dankbar. Und was für ein Segen wäre das für die Frauen, die Tag für Tag an diesem abgelegenen Ort leben.

Ein Mann und eine Frau stehen neben einem niedrigen Gebäude im Schnee auf einem Parkplatz. Der Mann links hat seinen rechten Arm über die Schultern der etwas kleineren Frau gelegt. Im Hintergrund rechts sind zwei Autos zu sehen: Links ein Caddy, rechts ein Combi.
Jan legt einen Arm um Olga Khortashko

Leshkiv, Landsende, das ist es hier wirklich. Das Haus liegt so abgelegen, dass man nur dorthin kommt, wenn man wirklich dort sein muss. Dieser Ort hat unser Herz erneut berührt und wir wollen ihn nicht vergessen. Es ist schon drei Jahre her, dass wir hier waren. So lange wollen wir jetzt sicher nicht wegbleiben. Wir hoffen, bald wieder hierher zurückzukommen, dann mit noch besser gefüllten Händen!


Für Spenden an Kipepeo – fair und sozial e.V. stehen folgende Konten zur Verfügung:

IBAN DE94 4606 2817 5191 0311 00 Volksbank Sauerland eG oder
IBAN DE44 4665 0005 0000 0042 75 Sparkasse Mitten im Sauerland

Kontoinhaber: Kipepeo – fair und sozial e.V.
Verwendungszweck: Spende Ukraine Aktion

Weitere Infos: Jan van Egmond

E-Mail: verein@kipepeo-fair-sozial.de

oder

www.kipepeo-fair-sozial.de

Marktstraße 4, 59955 Winterberg

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