Neuerscheinung: Dieter Beckmann über die Varusschlacht

Beckmanns Erstling: Geheimnis der Heiligen Steine
Beckmanns Erstling: Geheimnis der Heiligen Steine

Der Arnsberger Autor Dieter Beckmann hat sein erstes Buch veröffentlicht. Titel: „Geheimnis der heiligen Steine“. Der Roman basiert auf den historischen Ereignissen der Germanenkriege.

Ich selbst habe das Buch noch nicht gelesen, werde dies aber nachholen, sobald es mir in die Hand fällt. Aufmerksam gemacht hat mich Gerd Pater von Ruhrtal-Cruising. Dieter Beckmann: Geheimnis der Heiligen Steine – Ein Erzählung der Varusschlacht, ISBN: 978-3-9810166-9-7) ist im Buchhandel zum Preis von 12,80 erhältlich.

Der Autor selbst beschreibt die Handlung folgendermaßen:

Germanien im Jahre 9 n. Chr. Der in römischen Diensten stehende, junge Cheruskerfürst Arminius, plant einen Aufstand gegen Rom. Er versucht die germanischen Stämme zu einen. Doch einer der größten Stämme, die Brukterer, versagen ihm ihre Unterstützung. Ohne das Amulett des Wodan, ein seit 20 Jahren verschollenes, uraltes Heiligtum, wollen sie nicht gegen die Römer kämpfen. Dankward, den man den Reisenden nennt, ist der letzte der das Amulett gesehen hat. Er holte es Jahre zuvor zusammen mit der Seherin Blitgard, aus den heiligen Steinen, um es vor dem Zugriff von Marada, ebenfalls eine mächtige Seherin der Brukterer, zu schützen. Als sich Blitgard in einen Römer verliebt, wird sie aus dem Dorf verstoßen. Im Römerlager Fenestela bringt Blitgard einen Sohn zur Welt. In den Wirren der Aufstände gegen Tiberius verliert sich ihre Spur und das Amulett scheint verloren.

Jetzt habe ich aber schon mehr Reklame gemacht als ich nach meinen eigenen Statuten dürfte und der Grund liegt zur Zeit noch außerhalb der Literatur: Dieter Beckmann wohnt nicht weit entfernt in einem Ort an der Ruhr, er ist Familienvater und er macht Musik. Er kann kein gänzlich schlechter Mensch sein 😉

Über eine erste unabhängige Rezension würde ich mich freuen und sie auch hier veröffentlichen.

Altersradikale: Das kritische Jahrbuch 2008/2009

Vor 18 Jahren saßen wir mit Helmuth Warnke („Bloß keine Fahnen“) im Moorkamp am Küchentisch.

Ich weiß nicht mehr wie wir beim Schwadronieren über die allgemeine und besondere politische Lage nach dem Fall der Mauer auf die Entwicklung politischer Einstellungen bei Homo Sapiens zu sprechen kamen. Der damals schon 82-jährige Helmuth Warnke bemerkte bei einem Gläschen Rotwein sinngemäß:

„Wenn die Menschen alt werden, verwandeln sie sich mehrheitlich in Altersreaktionäre, eine kleine Minderheit wandelt sich zu Altersradikalen.“

Ich vermute, dass Albrecht Müller ein Altersradikaler ist. Der heute 70-jährige Müller war Ghostwriter von Bundeswirtschaftsminister Schiller, verantwortlich für den Wahlkampf Willy Brandts 1972, Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt bei Brandt und Schmidt und Bundestagsabgeordneter.

Ich vermute, dass auch Wolfgang Lieb (65) ein Altersradikaler werden könnte. Lieb hat unter anderem unter Johannes Rau als Regierungssprecher in NRW gearbeitet und war von 1996 bis 2000 Staatssekretär im Wissenschaftsministerium NRW.

Männer des Establishments, könnte man meinen.

Doch beide legen sich als Herausgeber der Nachdenkseiten mit der „herrschenden Meinung“ an, schwimmen bewusst gegen den neokonservativen Zeitgeist, auch in der eigenen Partei.

Jetzt haben sie das kritische Jahrbuch 2008/2009 in traditioneller Papierform (Buch) veröffentlicht. Seit gestern liegt es bei mir auf der Frühstücksbank und ist gerade für’s Foto vor dem Monitor aufgestellt.

Das kritische Jahrbuch

Eine Auswahl der 15 Kapitel liest sich so:

  • Politik a la mode – am Zeitgeist orientierte Beliebigkeit statt sachlicher Politik
  • Eliten ohne Scham – die Gier ist Teil des Systems
  • Klippschul-Ökonomie a la Peer Steinbrück
  • Rürup, Riester & Co – der Rentenschwindel wird sichtbar.

Das Credo von Lieb und Müller lautet:

„Wir möchten … informieren … mit Fakten und Argumenten dagegen wappnen, von Politikern und Meinungsmachern hinters Licht geführt zu werden … helfen, dahinter zu schauen, was hinter den wohltönenden Versprechen unserer selbst ernannten „Eliten“ tatsächlich steckt.“(Vorwort, S. 7)

Ich stöbere viel und oft in den Internet NachDenkSeiten. Es gibt dort tatsächlich immer wieder anregende, nachdenkenswerte Informationen und Meinungen zu entdecken.

Die Papierausgabe werde ich in den Weihnachtsferien durcharbeiten. Dann mehr.

Peter Maiwald ist tot

Auf dem Rückweg von der Arbeit im Radio aufgeschnappt. Ich weiß nicht mehr, ob DRadio Kultur oder WDR5:

Der Dichter Peter Maiwald ist im Alter von 62 Jahren am vergangenen Montag in Düsseldorf gestorben. Der Lyriker wurde Mitte der 1980er Jahre mit seinem Gedichtband „Balladen von Samstag auf Sonntag“ bekannt. Er galt als Dichter mit einem guten Gefühl für die Sprache und Themen des Volkes. Maiwald schrieb außer Gedichten auch Kurzprosa, Hörspiele, Reportagen und Texte fürs Kabarett. Seit 1985 lebte er in Düsseldorf.

Maiwald arbeitete bei der „Düsseldorfer Debatte“ mit und wurde 1984 als „Abweichler“ aus der DKP ausgeschlossen. Von Marcel Reich-Ranicki wurde Peter Maiwald für seine „Balladen von Samstag auf Sonntag“ hoch gelobt. Von diesem Lob hat sich Maiwald allerdings nie mehr „erholt“. Für die große Öffentlichkeit fiel er dem Vergessen anheim.

Mehr fällt mir momentan, so zwischen Tür und Angel, nicht ein.

Wer weiß mehr als Spiegel und FAZ? Wer hat Erinnerungen an die „Düsseldorfer Debatte“?

Kathrin Heinrichs: Druckerschwärze

Es ist schon einige Jahre seit mir der Redakteur unseres Lokalblattes „Ausflug ins Grüne“ den ersten Krimi von Kathrin Heinrichs in die Hand drückte und sagte: „Lies mal und schreib.“

Das Buch habe ich gelesen, die Besprechung nie geschrieben. Ich wollte keinen Veriss schreiben und habe es nicht getan. Verzagt – Versagt!

Gerade habe ich die letzten Seiten von „Druckerschwärze“ beendet. Ein Geschenk. Ich lese fast alle Buchgeschenke.

Jetzt aber:

Kathrin Heinrichs schreibt keine Romane, keine Kriminalromane. Kathrin Heinrichs schreibt Drehbücher. Die Charaktere leben nicht, die Orte haben keine Atmosphäre. Die Handlungfäden erscheinen wie zusammengeknotet. Die Sprache treibt nicht vorwärts, sie stakt von Satz zu Satz, von Kapitel zu Kapitel. Zu viel wird erklärt. Die Fragen, die sich der Leser selbst stellen sollte, werden ihm vorgekaut, und überflüssigerweise auch die Schlußfolgerungen.

Kathrin Heinrichs schreibt sehr engagiert. Sie hat gute Ideen. Sie beobachtet gut. Sie spricht aus, was im konservativen Sauerland sonst kaum in den öffentlichen Diskurs gelänge. Und daher hat sie auch eine große Fangemeinde. Ein kluger Regisseur wird aus den bislang schon sieben Fällen des Lehrers Vincent Jacobs sieben oder mehr unterhaltsame Krimi-Folgen für den Vorabend oder den Abend im WDR-Fernsehen zusammenbasteln. Ich würde es Kathrin Heinrich gönnen.

Jetzt fehlen nur noch die Textbelege für die obigen Behauptungen und der Artikel wäre fertig. Wird es aber heute nicht mehr. Es sei denn, jemand widerspräche mir 😉