Auf dem Weg vom Melaten Friedhof zum Rhein habe ich ein sehr großes Wandbild entdeckt.
„Entdeckt“ ist übertrieben, denn das 10 x 6 Meter große Bild drängte sich geradezu auf.
„put in prison“ könnte man als Kölner Solidaritätsadresse an den Düsseldorfer Karnevalswagenbauer Jaques Tilly verstehen. Ein Gericht in Moskau hat den deutschen Bildhauer und Karnevalisten Jacques Tilly in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Hintergrund sind die von Tilly gebauten Karnevalswagen, die Kremlchef Wladimir Putin und den von ihm befohlenen Krieg gegen die Ukraine kritisieren. (Quelle: Tagesschau)
Das Mural ist allerdings schon vier Jahre an der Aachener Straße zwischen dem Melatengürtel und dem Aachener Weiher zu bewundern. Der grimmig schauende russische Staatschef Wladimir Putin in Sträflingskleidung, einer schlaff vom Kopf hängenden Banane und der Brust Aufschrift „Put-in-Prison“ ist ein Kunstwerk des Kölner Bananensprayers Thomas Baumgärtel.
Im Radio Köln Interview hatte Baumgärtel 2022 seine Motivation erklärt:
„Dass den Menschen und gerade der Freiheit zur Demokratiebewegung in der Ukraine mit allen Mitteln geholfen wird, also eben vor diesem Diktator und Mörder mit Größenwahn namens Wladimir Putin. Ich sag auch, bevor der nicht wirklich im Knast ist, wird er keinen Krieg beenden. Also das ist mein Ziel und dafür mein Statement auf der Aachener Straße.“
Quelle: https://www.radiokoeln.de/artikel/protest-kunstwerk-put-in-prison-in-koeln-1289898.html
Er hoffe, so Baumgärtel damals, dass das Motiv auch weit über Köln hinaus als ein solcher Protest wahrgenommen wird.
So soll es sein. Solidarität mit Tilly.
