Wiemeringhausen-Blog gibt auf

Erst vor kurzer Zeit hatte ich das Wiemeringhausen-Blog entdeckt und in meine Linkliste aufgenommen. Ich habe in den wenigen Wochen meiner Bekanntschaft mit dem Blog versucht, mich in die Vorgänge im Nachbartal einzudenken.

Bis heute ist mir dieses nicht gelungen, weil es auch in der Welt des Internet eine Grenze der Erkenntnis gibt. Auf gut Deutsch: Ich hätte einfach mal ins Nachbartal pilgern und mit dem ein oder anderen Bürger dieses 800 Einwohner zählenden Olsberger Ortsteils an der B 480 zwischen Assinghausen(Olsberg) und Niedersfeld reden müssen.

Unter Bloggern würde man sagen: Das Wiemeringhausen-Blog ist ein befreundetes Blog. „Befreundet“ heißt: man verlinkt sich, gibt sich Tipps und wenn dann noch ein paar Blogs dazu kommen, bildet man ein kleines Netzwerk. Das fördert den Gedankenaustausch. „Befreundet“ heißt nicht, dass man über Alles und Jedes einer Meinung ist. Das würde die Vielfalt und den Meinungsaustausch hemmen.

Doch jetzt hat ein Flugblatt der CDU Olsberg, welches dem Briloner Anzeiger beilag, den Betreiber/die Betreiberin des Blogs den Anlass zum Aufgeben geliefert und den ehemaligen Ortvorsteher zu melancholischen Gedanken bewegt.

An dieser Stelle geht es mir nicht um das Flugblatt der CDU. Dazu müssten andere Bürgerinnen und Bürger, Leserinnen und Leser, Schreiberinnen und Schreiber, die sich mit den Verhältnissen auskennen, etwas sagen.

Mein Punkt ist:

In einem 800-Seelen Dorf kann man/frau selbstverständlich ein Blog incognito betreiben, aber nur, wenn man/frau beispielsweise über die Farbe des Schnees in der Antarktis schreibt.

Sobald man sich mit seinen Beobachtungen und Kommentaren in die Unmittelbarkeit des Dorflebens begibt, ist „incognito“ die Einladung zum Großangriff.

In diesem Sinne, lieber Wiemeringhauser, mach weiter – unter deinem Namen, oder wie es so schön heißt: Mit offenem Visier ;-)

3 Gedanken zu „Wiemeringhausen-Blog gibt auf“

  1. Hallo ZOOM!

    Vielen Dank für deinen guten Beitrag.

    Es stimmt, ich habe insofern „aufgegeben“, als dass ich den „Wiemeringhausen Blog“ ersteinmal ruhen lasse.

    Ruhen lasse deswegen, weil die Vorkommnisse hier im Ort inzwischen einen Grad der Lächerlichkeit aber auch der Intrigen und des Unfriedenstiftens erreicht haben, der kaum noch zu beschreiben ist.

    Da möchte ich nicht weiter beteiligt sein.

    Ich kann gut verstehen, dass du „nur“ durch Lesen des Blogs keine Übersicht über die „Lage in Wiemeringhausen“ bekommen konntest. Viele Sachverhalte sind aktuell nicht nachvollziehbar und teilweise in Vorgängen begründet, die schon 2-3 Jahrzehnte zurückliegen.

    Aber kommen wir zum „Wiemeringhauser Blog“:

    Ich habe den Blog vor einem Jahr gestartet, weil ich der Meinung bin, dass persönliche Blogs persönlich sind und, wenn sie nicht die Grenze des Legalen überschreiten, auch jedem seine Meinungsfreiheit geben sollten. Davon lebt die „Bloggerszene“ und bildet inzwischen auch ein nicht unwesentliche Informationsbasis im grossen Internet und im realen Leben.

    Der persönliche Blog von Hubertus Moos (www.cowblog.de) war ein Fortschritt, einen Neuerung für unseren Ort. Ein für den Ort engagierter Mann führt für jeden nachlesbar die Ziele seiner geplanten Aktivitäten öffentlich auf. Sachverhalte seiner Tätigkeit als Ortsvorsteher waren für jeden Ortsbewohner nachlesbar. Informationen aus dem Rathaus wurde so dem Ort bekannt gemacht. Es wurde einfach Information weitergegeben.

    Dieses kannte und kennt Wiemeringhausen leider nicht.

    Eine politische Gruppierung hier im Ort übte jedoch, auch über sein Privatleben, so viel Druck auf Hubetus Moos aus, dass er anfangen musste, Beiträge, die vollkommen legal waren, aus seinem Blog zu entfernen.

    Der Blog wurde also praktisch von „Externen“ zensiert.

    Dieses halte ich für nicht hinnehmbar!

    Um dieser „Zensur“, aber auch den massiven Druck auf mein Privatleben zu entgehen, habe ich schweren Herzens den Wiemeringhauser Blog (www.wiemeringhausen.blog.de) anonym gestartet.

    Dieses ist legal, kann gemacht werden, auch wenn es natürlich suboptimal ist und den Blog gleich in eine Ecke des „Denunziantentums“ schiebt.

    Aber nur so war eine „neutrale Sichtweise“ für einige Zeit möglich.

    Der „Grossangriff“ auf den anonymen Blog war weithin kleiner, als der zu erwartende und im CowBlog schon durchgeführte „Grossangriff“ auf einen erkennbaren Blogschreiber.

    Der Aufwand von meiner Seite war natürlich sehr hoch. Jeder Beitrag musste gegengelesen und auf mögliche „Rechtsunsicherheiten“ überprüft werden, denn in den 12 Monaten sind verschiedene Versuche unternommen worden, per Rechtsanwalt meine Identität „zu lüften“.

    Nur ein grosses Engagement verschiedenster Stellen hat es mir überhaupt ermöglicht, so lange „unentdeckt“ zu bleiben.

    Wenn meine Identität gelüftet wird, so habe ich massive Nachteile hier zu befürchten, obwohl ich ja eigentilch nicht Schlimmes getan habe. Ich habe Sachverhalte dargestellt, ein wenig Kritik geübt und den Finger in schon lange offene Wunden gelegt.

    Etwas, was eigentlich bei jedem „Thekengespräch“ möglich sein sollte.

    Nur leider hier in Wiemeringhausen nicht.

    Der Ort selber hat sich in den letzten Jahren in einen sehr desolaten Zustand gefahren. Wie in dem „Infobrief der CDU“ schon angegeben, liegen die letzten Aktivitäten 5-6 Jahre zurück.

    Die Zeit dazwischen ist unausgefüllt.

    Ich schaue auf den Kalender und sehe, dass wir das Jahr 2009 haben. Die Meinungsfreiheit ist seit 60 Jahren gesetzlich verankert, das Internet gibt es seit 40 Jahren.

    Für „Nicht-Wiemeringhauser“ ist es sehr schwer vorstellbar, dass z.b. das Internet hier im Ort immer noch „verbannt“ wird. Verbannt wird deshalb, weil hier Informationen für jeden zur Verfügung stehen.

    Das darf laut Meinung einer kleinen Gruppe hier im Ort nicht sein!

    Das Informationsmonopol (alleine dieses Wort beschreibt schon einen unhaltbaren Zustand in unserer Zeit) darf nur in den Händen weniger liegen.

    Da diese Gruppe nun mich und meinen Blog benutzt hat, um den sehr engagierten Verein „Pro-Wiemeringhausen“ zu diskreditieren, habe ich die Notbremse gezogen.

    Auf den Weg in die Gegenwart legt Wiemeringhausen nun eine „Vollbremsung“ hin.

    Ich selber wünsche mir, dass ich den Blog, der zu dreivierteln die Vorgänge im Ort satirisch kommentiert und auch mit einen gewissen ironischen Humor dargestellt hat, in absehbarer Zukunft unter meinem Namen wieder aus der selbsternannten Ruhe heben kann.

    Bis dahin jedoch, muss das Umfeld in Wiemeringhausen eine Menge aufarbeiten.

    Der Wiemeringhauser

    In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas! – Crescat et floreat Wiemeringhausen!

  2. @Ralf Müller:
    Vielen Dank für den Hinweis. Es kann noch gar nicht so lange her sein, dass das Blog vom Netz gegangen ist. Bis vor kurzem hatte ich bei meinem abendlichen „Blogspaziergang“ meist auch beim Wiemeringhausen-Blog nachgeschaut, um zu sehen, ob die seit April währende Sendepause doch irgendwann einmal beendet wäre. Schade – ich hatte gehofft, dass der Wiemeringhauser eventuell mit einem neuen Konzept wieder an die Öffentlichkeit kommt.

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