Westfalenpost reloaded: Multiple Redaktionsleiter

Die Westfalenpost in Meschede - mit Zombie WR
Die Westfalenpost in Meschede – mit Zombie WR

Ich habe heute herausgefunden, dass Redaktionsleiter der Westfalenpost multiple Persönlichkeiten sind und im schlimmsten Fall Klone ihrer selbst. Aber dazu weiter unten.

Man kann schon auf Gedanken kommen, wenn der Regen draußen auf das Dach des Car-Ports trommelt. Nachdem ich heute die personellen Veränderungen bei der Westfalenpost in Brilon registriert hatte, dachte ich mir: Guck‘ doch mal bei der WP im Internet nach. Die werden ja ihre Redaktionen, Redakteure, Anzeigenbeschaffer und andere wichtige Leute den Leserinnen und den Lesern vorstellen, auf dass sich eine dauerhafte, enge Leser-Blatt-Bindung einstelle.

Und so gelangte ich denn zu einer Seite, auf der mir gesagt wird:

Die Westfalenpost ist das Sprachrohr der Menschen zwischen Warstein und Wittgenstein. Die WP versteht sich als Anwalt der Bürger und sagt, was Sache ist … alles lesen

Aber sonst war und ist da nicht viel Substanz.

Endlich fand ich unter dem Reiter „Kontakt“ die Auflistung der Redaktionen. Aber die Enttäuschung war groß, denn lediglich die Redaktionsleiter sind dort verzeichnet, nicht das gemeine journalistische Fußvolk, welches täglich für die Lokalredaktionen journalistert.

So konnte und kann ich also nicht sehen, welche Journalisten für die Bereiche Winterberg oder Arnsberg oder gar Meschede zuständig sind.

Erstaunlich ist, dass es anscheinend omnipotente Redaktionsleiter gibt, die gleichzeitig über mehrere Redaktionen herrschen, quasi multiple journalistische Persönlichkeiten.

Nehmen wir mal Theo Hirnstein. Er ist gleich dreimal an verschiedenen Orten unter verschiedenen Telefonnummern und E-Mail-Adressen zu erreichen: Arnsberg, Neheim und Sundern. Oder Oliver Eickhoff. Der sitzt gleichzeitig in Meschede und Schmallenberg und leitet, wie das Foto oben zeigt, noch zusätzlich eine rote WR-Redaktion, die es gar nicht mehr gibt.

Zuletzt bleibt noch das Rätsel, wohin ich die ganzen Namen zuordnen soll, die ich täglich über und an den Artikeln der Westfalenpost lese?

Gibt es noch eine Seite, die ich nicht kenne?

Helft mir!

8 Gedanken zu „Westfalenpost reloaded: Multiple Redaktionsleiter“

  1. Kleine Nachfrage: Welches sind die Autoren der Kreisverwaltung? Meistens sind es eingereichte Berichte von Vereinen, Parteien und anderen Organisationen, die ohne Namen bzw. Namenskürzel abgedruckt werden. Meist steht wp dabei. Der Vorteil für die Zeitung: Kost Nix ;-) Zur Ehrenrettung der WP muss man sagen, dass bei Mitarbeiterartikeln(frei und fest) immer Name oder Kürzel angegeben sind. Bei der Siegener Zeitung wurden (werden?) als ich noch in deren Bezugsgebiet wohnte überhaupt keine Autorenhinweise gegeben. Während ich das jetzt vor mich hin tippe, verstehe ich ihren Satz :-) Die Kreisverwaltung Meschede schickt eine PM an die WP und die wird einfach abgedruckt!? Ja, so läuft das sehr wahrscheinlich … und das finde ich von Seiten der Zeitung unredlich … ein weites Feld. Letztendlich machen solche Praktiken die Lokalzeitungen bei zumindest Ihnen und mir unglaubwürdig, aber es sind noch mehr Menschen da Draussen dennen das nicht passt, denn auch die Sauerländer sind nicht blöde.

  2. Ja, so lief das zumindest vor ein paar Tagen bei der Nachricht über den 30-Millionen-Euro-Kauf der RWE-Aktien durch den HSK.

  3. Gibt es da eigentlich Neuigkeiten? Ist der Leserbrief von Reinhard Loos abgedruckt worden?

  4. Ja, am 08.07. im Hochsauerlandteil der WP. In der WR fand ich ihn aber nicht.

  5. es ist schon richtig, durch die gegenwärtige Struktur der WP/WR blickt so keiner durch. Hirnstein bleibt vermutlich immer auf seinem Posten sitzen, aber ansonsten ist das alles wohl in Bewegung. In Sundern haben wir gerade eine neue Redakteurin bei der WP bekommen. Sie ist aus Meschede. Dafür ist die Sunderner Redakteurin nach Schmallenberg gewechselt (die schreibt übrigends ganz gut). Die aus Meschede kommende Redakteurin soll aber nur kurz hier bleiben, weil jemand aus Werl oder Soest (?) hierhin kommt.

  6. Es ist bestimmt jemand in der Lage, die ganze Geschichte aufzudröseln. Aber es wird sich sehr wahrscheinlich niemand trauen, weil der WAZ Konzern Arbeitsplätze (=Menschen) abbaut. Ich schätze mal, dass alle Angst haben und sich nicht aus dem Fenster hängen. Aber vielleicht erwischt mensch ja mal jemanden incognito am Tresen ;-) Es ist für mich erstaunlich, wie die Konzernleitung es schafft, die innerbetrieblichen Vorgänge zu deckeln. Es gibt schon, da stimme ich Dir zu, gute SchreiberInnen bei der WAZ, aber sie schreiben oft nicht über politisch interessante Themen, was meiner Meinung nach an der Gesamtlinie der WAZ hier bei uns liegt. Aber das ist wieder ein weites Feld …

  7. Wenn es nicht nur immer ein solches Raunen im Walde wäre – die folgende Einschätzung mag realistisch sein (aber es fehlen die Fakten, F …, F … ):
    Das ist doch erst der Anfang…
    „Wartet mal die Lokalteile nach den Sommerferien ab, wenn das Schickler-Konzept mit noch weniger Personal greift. Dann werden noch weniger Lokalredakteure noch dü(mm)nnere Lokalteile produzieren. Garantiert ebenso am Leser vorbei wie der Mantel es schon heute in vollem Bewusstsein tut.
    Wo bleibt die Relevanz für den Leser? Auf der Gewinnmaximierungs-Strecke. Daran erinnerte auch NRW-Medienminister Andreas Krautscheid kürzlich in einem in der WAZ abgedruckten Interview…..“
    Quelle: http://tinyurl.com/lzv7lf

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