Ein Fest für US-Ölfirmen unter Trump
Grafik: mitwelt.org
Aktueller Einschub:
„Venezuelas Machthaber ist gestürzt, damit hat Donald Trump den US-Imperialismus mit Wucht nach Lateinamerika zurückgebracht“ schreibt der Spiegel.US-Medien zufolge kam es in mehreren Städten zu Protesten gegen den Militäreinsatz, darunter in New York, Los Angeles und Washington. In Chicago protestierten Demonstranten der „New York Times“ zufolge unter anderem mit Transparenten, auf denen stand „Kein Blut für Öl“ oder „Hände weg von Lateinamerika“. Vor dem Weißen Haus war auf Plakaten zu lesen „Trump ist ein Kriegsverbrecher“ sowie „Kein US-Krieg gegen Venezuela“.
Es gibt erschreckend viele Diktaturen und Diktatoren auf dieser Welt. Laut Demokratieindex leben 35,9 % der Menschen in einer Diktatur. Im Demokratieindex des Economist belegte Venezuela Platz 142 von 167 Ländern und wurde als autoritäres Regime eingestuft. »Unsere Freunde« in der »guten Diktatur Saudi-Arabien« landen auf Platz 148 nach Venezuela.
(Der Artikel ist gestern bei mitwelt.org erschienen und wird mit Erlaubnis des Autors hier übernommen.)
Theoretisch könnte der amerikanische Präsident Trump allen diesen Diktaturen die »Segnungen des American Way of Live« zuteilwerden lassen.
Doch in den USA gibt es, ähnlich wie auch bei der Bewertung in Deutschland, die »guten, nützlichen« Diktaturen, die unterstützt, mit Waffen beliefert, mit denen Handel betrieben wird und bei denen die Medien über Menschenrechtsverletzungen großzügig hinwegschauen.
Und es gibt die »bösen Diktaturen«, die destabilisiert und notfalls auch militärisch gestürzt werden sollten. Von der negativen Qualität der »bösen Diktaturen« unterscheiden sich die »guten Diktaturen« recht wenig. (die Macht liegt bei einer einzelnen Person oder Gruppe, es gibt keine Gewaltenteilung, Grundrechte wie Meinungs- und Pressefreiheit werden abgeschafft, Oppositionelle werden unterdrückt, es finden keine freien Wahlen statt, Verstöße gegen die Menschenrechte …)
Erschreckenderweise gibt es zu dieser willkürlichen und zumeist von ökonomischem Interesse geprägten Unterscheidung zwischen »guten und bösen« Diktaturen, in den westlichen Demokratien und auch in Deutschland keine Debatte, doch eine Diktatur ist eine Diktatur, ist eine Diktatur.
Manche aktuellen Medienberichte zum Umsturz in Venezuela zeigen, dass unsere Westlichen Werte Warenwerte sind und sie zeigen auch unsere westliche Doppelmoral.
Die Lieblingsfeindesländer von Herrn Trump und den klimaterroristischen Fossilisten in den USA haben ein Alleinstellungsmerkmal. Iran und Venezuela besitzen enorme Ölreserven. Das südamerikanische Land verfügt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel (je 159 Liter) über die größten Ölreserven der Welt. Und in diesen Ländern machen die US-Konzerne keine Profite.
In einem langen Post warf der von Gier getriebene US-Präsident Trump Venezuela vor, Ölfelder «gestohlen» zu haben. «Amerika wird es nicht zulassen, dass ein feindseliges Regime unser Öl, unser Land oder andere Vermögenswerte an sich reißt», schreibt der US-Präsident. Sie müssten «sofort an die Vereinigten Staaten zurückgeführt werden». Das »amerikanische Öl« im Iran hat 1953 zum Putsch im damals demokratischen Iran geführt und das »amerikanische Kupfer« war 1973 Anlass für den CIA-Putsch im demokratischen Chile.
Beim Sturz von Präsident Maduro in Venezuela geht es nicht um Demokratieexport oder um die Verhinderung von Drogenimporten. Es ist wieder einmal ein US-Krieg um Öl und Macht. Die USA sehen mit zunehmender Sorge ihre schwindende Macht und den geringer werdenden Einfluss in Mittel- und Südamerika und stellen diese, notfalls auch mit Gewalt, wieder her. Aus der alten Monroe-Doktrin wird die neue Donroe-Doktrin.
Die republikanische US-Abgeordnete Maria Salazar zitiert in der Frankfurter Rundschau
Kongressabgeordnete verspricht: Venezuela wird Fest für US-Ölfirmen unter Trump
„Die Kongressabgeordnete nannte drei wirtschaftliche, sicherheitsbezogene und politische Gründe für das US-Engagement und erklärte, „Venezuela wird für amerikanische Ölunternehmen ein wahres Fest sein, denn es wird mehr als eine Billion Dollar an wirtschaftlicher Aktivität hervorbringen.“
„Amerikanische Unternehmen können hereinströmen und die Ölpumpen sowie alles, was mit venezolanischen Ölunternehmen, Öl und deren Derivaten zu tun hat, wiederherstellen.“ „Die Venezolaner verfügen über die größten Ölvorräte der Welt, sogar mehr als Saudi-Arabien. Das wäre ein riesiger Gewinn für uns, was fossile Brennstoffe angeht.“
Die Vergabe des Friedensnobelpreises an die rechte, marktradikale Politikerin María Corina Machado war eine peinliche Unterwerfung des Nobelpreiskomitees unter den Willen von US-Präsident Trump, der sich immer mehr wie der römische Kaiser Nero aufführt.
Das Vorgehen der USA, Interventionen, Putsch und Kriege für Einfluss, Macht, Öl und Rohstoffe, hat eine lange Tradition.
- Die Gründung der Vereinigten Staaten wurzelt in der beinahe Ausrottung der ursprünglichen, indigenen Bevölkerung
- Putsch gegen die demokratische Regierung im Iran 1953 (Operation Ajax)
- Unterstützung des Militärputschs in Chile am 11. September 1973
- Der Irak-Krieg 2003 wurde offiziell mit der falschen Behauptung begonnen, Saddam Hussein besitze Massenvernichtungswaffen, doch das irakische Öl war das Hauptmotiv
Wikipedia bietet umfassende und sehr objektive Listen und Übersichten zu US-Interventionen: „Liste von Militäroperationen der Vereinigten Staaten und Beteiligung der Vereinigten Staaten an Regierungswechseln im Ausland“
