Ruhrtal-Radweg: Muss es erst einen Unfall geben? Gefährliche Querung der B 480 nahe Haus Wildenstein …

Querung B 480
Hier müssen die Ruhrtal-Radtouristen die B 480 überqueren. (foto: zoom)

Der Frühling ist da, und auf dem Ruhrtalradweg werden auch in dieser Saison Massen an Radtouristen von Winterberg über Niederfeld und Wiemeringhausen Richtung Duisburg radeln.

Seit Jahren ist die sehr gefährliche Querung der Bundesstraße 480 in der Nähe von Haus Wildenstein südlich Wiemeringhausen bekannt[1][2].

Zwar ist die Geschwindigkeit in diesem kurvigen Bereich der Straße auf 70 km/h begrenzt, aber trotzdem wird hier oft gerast und überholt „was das Zeug hält“: einfach mal nach „B 480 Wildenstein Unfall“ googeln.

Von rechts kommen die Radfahrer aus Richtung Winterberg herüber.
Von rechts kommen die Radfahrer aus Richtung Winterberg herüber.

Wenn schon das Autofahren auf diesem Abschnitt risikoreich ist, so ist die Überquerung dieser unübersichtlichen „Raserstrecke“ für die Radtouristen lebensgefährlich.

Im Grunde bieten sich zwei Lösungen an:

  • Keine Querung hier, sondern Bau eines neuen Abschnitts des Radweges und Querung erst im oder vor dem Ort Wiemeringhausen.
  • Bau einer Unterführung. Die Ruhr fließt an dieser Stelle auch unter der B 480 her.
Links die Querung heute, rechts fließt die Ruhr unter der B 480.
Links die Querung heute, rechts fließt die Ruhr unter der B 480 hindurch.

Auf der Website des Radwegs heißt es: „Seit 2006 hat sich der RuhrtalRadweg zu einem der beliebtesten Radfernwege in Deutschland entwickelt. Rund 50.000 Übernachtungsgäste fahren jedes Jahr die 230 Kilometer zwischen Winterberg und Duisburg. Der ADFC zertifiziert den RuhrtalRadweg erneut als 4-Sterne-Qualitätsroute, dennoch soll durch gezielte Investitionen in die Infrastruktur die Freude am Radeln weiter gesteigert werden.“

Also bitte mal gezielt in eine Entschärfung der B 480 Querung investieren, bevor … aber ich will das Unglück hier nicht herbei schreiben … klopf, klopf …

[1] Ohne Datum, aber wahrscheinlich 2010: http://www.cdu-olsberg.de/meldungen/147-gefaehrliche-strassenquerung-in-wiemeringhausen
[2] 2012: http://www.wiemeringhausen-live.de/index.php?option=com_content&view=article&id=239:eine-unendliche-geschichte-querungsstelle-der-b-480-in-hoehe-haus-wildenstein&Itemid=18

10 Gedanken zu „Ruhrtal-Radweg: Muss es erst einen Unfall geben? Gefährliche Querung der B 480 nahe Haus Wildenstein …“

  1. Ich fahre die Strecke täglich – manchmal auch mehrfach am Tag. Auf dem Nürburgring wird man weniger überholt. Hohe Geschwindigkeiten und Überholmanöver – selbst in Ortschaften, Kurven, bei durchgezogener Mittellinie und bei rutschiger Fahrbahn, leider alles schon häufig erlebt. Jede Maßnahme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf dieser Straße liegt mir sehr am Herzen, da es hier schon viel zu viele Verkehrsopfer gab.
    Nebenbei ist auch die teils erhebliche Wartezeit auf eine Lücke im Straßenverkehr, um die Straße endlich überqueren zu können, für Touristen sicherlich höchst nervig und das Symptom eines wenig attraktiven und keineswegs familienfreundlichen Radweges.

  2. Sehr geehrter Herr Schiebener,

    ich danke Ihnen für Ihre Internetpräsentation. Ich bin der Eigentümer von Haus Wildenstein. Sie vertreten meine Auffassung. Seit 20 Jahren kämpfe ich um eine Geschwindigkeitsbegrenzung bzw. Einlassung, Straßen.NRW hier etwas zu verändern. Mit mir, der ehemalige Ortsvorsteher Hans-Peter Seiffert aus Wiemeringhausen. Sie sollten wissen, dass der Ruhrtalradweg direkt über meinen Parkplatz führt. Am 10.10.2014 ereignete sich wiederum ein folgenschwerer Unfall direkt auf dem Ruhrtalradweg, vor meinem Haus. Ein schwerer Geländewagen lag auf dem Dach, der angekoppelte Anhänger schleuderte 30 Meter über den Ruhrtalradweg in das Fahrzeug meines Mieters der unteren Wohnung. Kaum auszudenken, dass wie üblich, ein Radfahrer bzw. eine Wandergruppe zugegen gewesen wäre, sowie mein Mieter, der nur durch sein Fahrzeug geschützt wurde, hier an diesem Tag ums Leben gekommen wären. Setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung, da ich mich nun aller Hilfsmittel bedienen werden und nicht länger zuschaue, wie üblich, dass ein Menschenleben gefordert wird und erst dann Veränderungen veranlasst werden. Schade, dass Sie an dem Tag Ihrer Fotodokumentation nicht erlebt haben, dass die Ruhrtalwegbenutzer, die die Straße wechseln wollten, mitten auf dieser standen und nicht wussten, ob sie zurück, oder dieser überqueren sollten. Auch darin vertrete ich Ihre Meinung, der Ruhrtalradweg muss überregional in diesem Bereich bekannt gemacht werden, dass dieser nicht weiter zu benutzen ist. In diesem Fall können Sie micht Tag und Nacht erreichen, unter der Mobilnummer: 0170/2111911.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wilfried Wegener

    1. @Wilfried Wegener

      Vielen Dank für Ihren sehr anschaulichen Kommentar. Ich denke, dass den politisch Verantwortlichen das Problem bewusst ist, sie aber aus Gründen, die ich nicht kenne, nichts unternehmen.

      Die Querung der B 480 durch Radfahrer innen und Radfahrer geht so lange gut, bis etwas Ernsthaftes passiert.

      Wer ist dann verantwortlich?

      Auch die Querung zwischen Steinhelle und Assinghausen ist sehr fragwürdig.

      Ein Qualitätsradweg ist der Ruhrtalradweg in diesen Abschnitten gewiss nicht.

      Abgesehen vom Radwegverlauf ist meiner Meinung nach die Kurve bei Haus Wildenstein auch für die Autofahrer eine Gefährdung. Ich persönlich hätte nichts dagegen, dort als Autofahrer auf 50 km/h herunter geregelt zu werden.

      Hier auch der Polizeibericht zu dem von Ihnen geschilderten Unfall:

      Olsberg (ots) – Am Freitagmittag (10.10.2014, 12:38 h) befuhr ein 77jähriger Fahrzeugführer mit seinem Geländewagen mit Anhänger die B480 von Winterberg in Richtung Olsberg. Auf der Winterberger Straße, im Ortsteil Wiemeringhausen in Höhe Haus Wildenstein, wollte er nach rechts abbiegen. Ein nachfolgender 45jährer Lkw-Fahrer aus Fröndenberg übersah die Verkehrssituation und fuhr auf den Anhänger auf. Der Geländewagen samt Anhänger wurde herumgeschleudert. Der Geländewagen überschlug sich und der Fahrer wurde im Fahrzeug eingeklemmt. Der Anhänger riss von der Anhängerkupplung ab und prallte auf dem angrenzenden Parkplatz gegen einen abgestellten Pkw. Beide Fahrzeugführer wurden mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser gebracht, die sie nach ambulanter Behandlung wieder verlassen konnten. Die B480 musste für 90 Minuten für den Verkehr gesperrt werden. (Kri)

  3. Ich möchte euch alle bitten, die Petition „Gefahrenbrennpunkt“ Wiemeringhausen und Haus Wildenstein – Ruhrtalradweg, zu unterschreiben, damit wir viele Unterschriften erhalten.

    Danke schön

  4. Wie geschrieben: Ich fahre hier mehr oder weniger täglich, manchmal mehrmals.
    Nach meinen Erfahrungen sind nicht die 70km/h das Problem, sondern die Tatsache, dass hier munter kurz vor oder nach der Kurve überholt wird und wirklich VIELE Verkehrsteilnehmer deutlich schneller als 70km/h fahren. Auch schon erlebt: Ich fahre 70 und hinter mir wird böse gehupt und geblinkt, weil ich zu langsam sei…!
    Und so fleißig in den Ortschaften geblitzt wird, hier nie! Und auch das wissen die meisten Kfz-Fahrer!
    Eine Verbesserung für den Ruhrtalradweg ist zweifelsfrei wünschenswert, aber darf aus meiner Sicht immer nur ein Teil des Ganzen sein. Das Ganze muss eine wesentliche Verbesserung der Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer sein!
    Wie oft wurden hier innerhalb der letzten 12 Monate schon unfallbedingt Leitplanken ausgetauscht??? Mich würde mal eine ehrliche Statistik interessieren, wie viele Unfälle es im Jahr allein zwischen Wiemeringhausen und Niedersfeld gibt.
    In dem Sinne: Vielen Dank an Wilfried Wegener für seine Initiative!

    (@Wilfried Wegener, da hier mitlesend, noch eine Frage in eigener Sache: Darf eigentlich dort, wo Parkflächen rechts vom asphaltierten Weg sind und teilweise der Schotter liegt, geparkt werden oder ist das ein Privatparkplatz? Bin mir da immer unsicher, weil er auf einigen Karten als Parkplatz eingetragen ist, aber privat aussieht).

  5. Baut doch gleich einen Zebrastreifen über die Bundesstraße. Ich versteh eh nicht warum man außgerechnet den Radweg über die meist befahrenste Bundesstraße hier oben führen muss… Das hätte man deutlich klüger planen können, aber soll ja wie immer nix kosten… Das beste wäre die gesamte Kurve zu begradigen und einen Radfahrtunnel zu bauen. Kostet zwar was, ist aber die sicherste Methode, denn alles andere wie 50kmh etc. ist Bullshit. Hält sich eh niemand dran.

  6. Klar, man kann die Strecke auch begradigen – und vielleicht auch gleich die Begrenzung auf 70km/h aufheben. Gibt es „nur“ ein paar Unfälle mehr… – das Problem ist die Raserei, nicht mehr und nicht weniger. Und „hält sich eh keiner dran“ halte ich im Rechtsstaat für keine befriedigende Situation.

  7. @Andreas:

    Sehe ich ähnlich. Blitzer aufstellen. „Geräusch – Ratatatatata … Querstreifen“ auf die Straße bringen. Geht in anderen Ländern problemlos. Radweg verlegen.

    Fertig!

    Aber da sollen sich auch mal die Fachleute des Verkehrswesen zu äußern. Die Probleme sind seit langem bekannt. Die Politiker schlafen, solange sie es sich leisten können. Wäre ja Anstrengung :-(

    Von Winterberg bis Wildenstein ist der Ruhrtalradweg eine absolute „Billig-Nummer“. Winterberg hat den Ruhm des Radweges ohne wirkliche Investitionen eingeheimst.

    Olsberg hat schon ein wenig, wenn auch nicht genug, gemacht.

    Antfeld, Nuttlar: schrecklich!

    Erst hinter Bestwig wird es besser.

  8. @zoom:

    Volle Zustimmung!

    Und „Billig-Nummer“ ist gut gesagt. Ich persönliche finde den Ruhrtalradweg im Stadtgebiet Winterberg mehr als peinlich. Manchmal werde ich von Radlern angesprochen, ob der Ruhrtalradweg (ein eigentlich so schöner und gut zu fahrender Radweg…) wirklich dieser grausam holprige Weg sei…
    Manche Radfahrer nutzen lieber die Straße.
    Je nach Fahrrad ist der Radweg auch tatsächlich mehr oder weniger nicht nutzbar.

    Der Ruhrtalradweg ist ein Markenzeichen, der viele Radfahrer anlockt. Wenn man was sinnvolles für den Tourismus tun würde, wäre ein Ausbau des Radwegabschnitts Winterberg – Haus Wildenstein ein lohnenswerter Ansatz. Man sieht zwischen Winterberg, Züschen und Hallenberg, was man eigentlich unter einem „Radweg“ versteht.

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