Richtigstellung: PIK Bericht als PDF-Datei vorhanden

Trotz Klimawandel: Es gibt im Winter auch Schnee im Sauerland
Trotz Klimawandel: Es gibt im Winter auch Schnee im Sauerland

Gestern hatte ich aufgrund einer Äußerung auf der Website des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung angenommen, dass die Studie über den Klimawandel in Nordrhein-Westfalen vom Umweltministerium „gedeckelt“ würde.

Dies ist nicht der Fall. Im Gegenteil – die gesamte Studie ist als fast 9 MB große PDF-Datei auf der Website des Umweltministeriums abgelegt.

Ein aufmerksamer Leser hat sofort reagiert und mich darauf hingewiesen.

An der eigentlichen Aussage der Studie ändert es nichts:

Mit dem Skitourismus im Sauerland geht es bergab. Die künstliche Beschneiung durch Schneekanonen kann den Klimawandel verstärken und darüber hinaus die lokalen Wasserressourcen angreifen. In Worten der Studie:

Im Bereich des Wintertourismus ist die Schneesicherheit die wichtigste klimatische Kenngröße. In Zukunft ist eine Abnahme des natürlichen Schneepotentials sowie des klimatischen Beschneiungspotentials zu erwarten. Dies macht deutlich, dass Beschneiungsanlagen keine optimale Antwort auf den Klimawandel darstellen, zumal sie durch ihren Energie- und damit auch CO2-Verbrauch den Klimawandel noch verstärken. Auch könnte eine Zunahme der Beschneiungsaktivität zu einer lokalen Abnahme der vorhandenen Wasserressourcen und damit zu Konflikten mit anderen Sektoren führen. Der Wintertourismussektor kann insgesamt aufgrund der zu erwartenden starken Abnahme der Schneesicherheit als sehr vulnerabel gegenüber dem Klimawandel eingestuft werden. Räumliche Anpassungen des Wintersporttourismus sind aufgrund der begrenzten Höhenlagen über 500 m kaum möglich. Um mögliche wirtschaftliche Verluste dieses Sektors auszugleichen, sollten daher alternative Tourismusformen entwickelt werden, um die Klimaabhängigkeit im Zusammenhang mit der Schneesituation der Bergregionen zu verringern…. Klimawandel in Nordrhein-Westfalen (pdf-Dokument 9 MB), S.214

Merkwürdig bis befremdend empfand ich heute den Bericht im WAZ-Online-Auftritt „DerWesten“ über die Wintersport-Arena Sauerland. Unter der Schlagzeile „Ski und Rodel gut: Glänzende Saison-Bilanz 2008/2009“ berichtet die Winterberger Westfalenpost ohne auch nur einmal auf das gestern im eigenen WAZ-Haus veröffentlichte Katastrophenszenario zu erwähnen.

Ganz im Gegenteil: der Einsatz der Schneekanonen wird naiv im Sinne der kurzfristigen Interessen der Liftbetreiber beschrieben.

Zitat:

Auch künftig setzen die Liftbetreiber auf den verstärkten Einsatz moderner Beschneiungstechnik. Im Skiliftkarussell Winterberg sollen die Hauptinvestitionen in den nächsten zwei Jahren in den Ausbau der Beschneiungsanlagen fließen. So soll auf der Winterberger Kappe, direkt an der Bobbahn, eine komplett neue Anlage entstehen. Geplant ist, zunächst den Käppchenhang zu beschneien, später sollen die Hänge auf der anderen Seite folgen. Auch im Skigebiet Willingen geht es um die Optimierung der Beschneiungsanlage. Hier geht es zum Artikel.

Ich will weder bei der demografischen noch bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Hochsauerlandes, sowie dann auch noch beim Klimawandel, ein Horrorszenario für Südostwestfalen herbeischreien und eine mysthische Endzeitstimmung generieren (siehe auch hier), aber ein bisschen mehr Einmischung dürfte es von Seiten der „Heimatzeitung“ Westfalenpost bitte doch sein. Oder noch bescheidener gesagt: Wenn der Artikel es thematisch herausfordert, könnten doch eventuell unter Umständen und vielleicht die ein oder anderen kleinen Widersprüche wenigstens am Rande erwähnt werden ;-)