“Ein Grabstein erzählt” – Teil 1: Nina Worowina, 21 Jahre, verheiratet, „Ostarbeiterlager“, gest. 24.8.1944.

Nina Worowina, 21 Jahre, verheiratet, „Ostarbeiterlager“, gest. 24.8.1944. Ein Grabstein erzählt. (alle fotos: thelen-khoder)

WALDFRIEDHOF FULMECKE – DER FRIEDHOF WURDE IM I. WELTKRIEG ANGELEGT UND DIENTE ALS RUHESTÄTTE FÜR KRIEGSGEFANGENE MEHRERER NATIONEN (INSBES. FRANZOSEN), DIE IM MESCHEDER KRIEGSGEFANGENENLAGER VERSTORBEN WAREN. FRANZÖSISCHE, BELGISCHE UND ITALIENISCHE KRIEGSTOTE WURDEN NACH DEM I. WELTKRIEG IN IHRE HEIMAT ÜBERFÜHRT. FÜR DIE RUSSISCHEN UND POLNISCHEN KRIEGSTOTEN DES I. WELTKRIEGES BLIEB DER WALDFRIEDHOF DIE LETZTE RUHRSTÄTTE.

IM JAHRE 1964 WURDEN 121 UNBEKANNTE RUSSISCHE TOTE AUS DEN GEMEINDEN SUTTROP UJND WARSTEIN NACH HIER ÜBERFÜHRT. IN DEN JAHREN 1965/66 ERFOLGTE DIE VÖLLIGE NEUGESTALTUNG DES FRIEDHOFES. HEUTE RUHEN HIER 287 RUSSISCHE UND POLNISCHE KRIEGSTOTE.

DAS SCHMIEDEISERNE TOR MIT DEN SANDSTEINFLÜGELMAUERN SOWIE DIE FIGUR DES FRANZÖSISCHEN SOLDATEN SIND ARBEITEN UNBEKANNTER FRANZÖSISCHER KRIEGSGEFANGENER.

DIE STELE IM HINTEREN BEREICH DES FRIEDHOFES WURDE NACH DEM II. WELTKRIEG DURCH DIE SOWJETUNION ERRICHTET.

So steht es auf der schmiedeeisernen Tafel im Eingangsbereich des „Waldfriedhofs Meschede-Fulmecke“ an der Waldstraße, und die sowjetische Stele ganz hinten in der Ecke sagt:

HIER RUHEN RUSSISCHE BÜRGER, BESTIALISCH ERMORDET IN FASCHISTISCHER GEFANGENSCHAFT. EWIGER RUHM DEN GEFALLENEN DES GROSSEN VATERLÄNDISCHEN KRIEGES 1941 – 1945

Und was sagen die Grabsteine?

Inzwischen habe ich etwas über die Namen finden können; durch den wunderbaren „International Tracing Service (ITS)” in Bad Arolsen fand ich zunächst folgende Listen:

  1. „Gräberliste von Bürgern der Vereinten Nationen nach Zivilisten, U.S.S.R., Waldfriedhof Meschede“, ITS Bad Arolsen, 2.1.2.1 / 70792345;
  2. „Bürger der Vereinten Nationen, die seit dem 4.9.1939 hier ortsansässig geworden und hier verstorben sind, Waldfriedhof Meschede“, ITS Bad Arolsen, 2.1.2.1 / 70792343;
  3. „Nachweis über die im Amte Meschede verstorbenen russischen Staatsangehörigen“, ITS Bad Arolsen, 2.1.2.1 / 70792351 und 2.1.2.1 / 70792352;
  4. „Gemeinde Meschede, Nationalität Russen, Sterbeurkunde ja, Waldfriedhof“, ITS Bad Arolsen, 2.1.2.1 / 70689395
  5. „Grablagen von sowjetrussischen Staatsangehörigen; Originale beim Bundesvertriebenenministerium“ = „Az.: WASt-Gräberliste“, ITS Bad Arolsen, 2.3.2.1 („Grablagen von sowjetrussischen Staatsangehörigen; Originale beim Bundesvertriebenenministerium“, heute im Bundesarchiv in Koblenz)

Durch diese Listen bekam ich viele Geburts- und Sterbedaten, mit denen ich weiter nach den Toten suchen konnte. Und so fand ich manche Geburts- und Sterbeurkunde, Vermerke vom Oberstaatsanwalt in Arnsberg und Hinweise auf zahlreiche „Ostarbeiterlager“ und „Kriegsgefangenenlager“, in denen auch die Ermordeten der drei Massaker vom

  • am 20. März 1945 im Langenbachtal (Warstein, damals Landkreis Arnsberg),
  • am 21. März 1945 im Körtlinghausener Forst (Suttrop, damals Landkreis Lippstadt)
  • und am 22. März 1945 auf der Kuhwiese (Eversberg, damals Landkreis Meschede) leben mußten.

Dies ist meine Ausbeute nach zwei Wochen im ITS:

Afanasijow, Iwan
Geboren 13.2.1926 in Taganrog
„Letzter Wohnsitz“: „Stockhausen“
Gestorben 1.4.1944 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Gasphlexamane nach kompl. Unterschenkelbruch“
Sterbeurkunde: 1/1944
ID: 58650767

Aleschina, Olga
Geboren 9.12.1943 in Waldtrop
Gestorben 23.2.1945 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Krämpfe“
Sterbeurkunde: 87/1945 (2.2.2.4 / 77078042)
„Landkreis Meschede, Amtsbezirk Meschede, Stadtgemeinde Meschede, Standesamt Meschede, Sterbeurkunde Nr. 87/1945: Die Olga Aljeschina, griechisch-katholisch, wohnhaft in Meschede, Ostarbeiterlager, Waldstr., ist am 23. Februar 1945 um 3 Uhr 30 Minuten in Meschede verstorben.
Die Verstorbene war geboren am 9. Dezember 1943 in Waldtrop.
Mutter: Ostarbeiterin Katja Aljeschina, wohnhaft in Meschede
Meschede, den 17. Mai 1946“
Hinweise auf Katharina, geboren 3.11.1921:
2.1.2.1 / 60140823
2.1.2.1 / 59463669
3.2.4.2 / 61485374
Weitere Fundortangabe: KS-Archiv
56608179

Antimonow, Sergej
Geboren 12.9.1906 in Tambwsk; Ljubasch
„Letzter Wohnsitz“: „Ramsbeck“
Gestorben am 26.7.1943
„Ursache des Todes“: „Perforiertes Magengeschwür“
Sterbeurkunde: 130/1943
„Der Schlepper Sergej Antimonow, wohnhaft in Ramsbeck, ist am 26. Juli 1943 um 5 Uhr 00 Minuten in Meschede verstorben.
Der Verstorbene war geboren am 12. September 1906 im Gebiet Tambowak, Geburtsort unbekannt.
Der Verstorbene war nicht verheiratet.
Meschede, den 26. Januar 1950“
ID 70689400. „Soll auch auf den Waldfriedhof in Meschede beerdigt werden“

Bogunowa, Alexandra
Geboren 15.2.1898 in Stalino
Gestorben 30.12.1944
Sterbeurkunde-Nr.: 286/1944
„Die Ostarbeiterin Alexandra Bogunowa, griechisch-katholisch, wohnhaft in Hoppecke, Lager Bremecke, ist am 30. Dezember 1944 um 7 Uhr 30 Minuten in Meschede verstorben.
Die Verstorbene war geboren am 15. Februar 1898 in Stalino.
Die Verstorbene war verwitwet.
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer: 2.1.10.1 / 58866621, Verschiedene Kreise 19/119
Weitere Fundortangabe: Personenstandsurkunde (Moskau) 11/54

Borilone, Leonid
Geboren Mai 1924 in Leningrad
„Letzter Wohnsitz“: „Düsseldorf“
Gestorben 11.3.1945 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Kopfverletzung“
Teilbestandsnummer: 2.1.10.1, Verschiedene Kreise 19/120
Sterbeurkunde-Nr.: 113/1945

Brotnik, Wasyl
Geboren am 8.4.1916 in Rußland
Gestorben am 13.5.1943 in Meschede
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
„Ursache des Todes“: „Bauchfell – Rebsleiden“
Sterbeurkunde-Nr.: 259/1945

Brzkalow, Jemilian
Geboren 19.8.1908 in Mariupol
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 27.10.1942 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Benzinvergiftung“ (wie Iwan Kalinkin am gleichen Tag)
Sterbeurkunde-Nr.: 152/1942
„Der Schumacher Jemelian Brzkalow, sowjetrussischer Zivilarbeiter, wohnhaft in Meschede, ist am 27. Oktober 1942 um 21 Uhr 30 Minuten in Meschede verstorben.
Der Verstorbene war geboren am 19. August 1908 in Mariupol, Kreis Stalino.
Meschede, den 24. Januar 1950“
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 58883393, Verschiedene Kreise 19/122
ID 59463663

Chanjukin, Ilja
58 Jahre alt, geboren in Jwotski
Gestorben 26.7.1945 in Meschede
„Letzter Wohnsitz“: „Winkhausen“
„Ursache des Todes“: „schwere Darmentzündung, Gelbe Lebertrophie, Verstopfung eines Herzkranzgefäßes“
Sterbeurkunde-Nr.: 372/1945

Chartschenko, Alexander
Geboren 25.5.1925
„Letzter Wohnsitz“: „Dörnberg“
Gestorben am 9.5.1943 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Tuberkulose, Hüftgelenksentzündung“
Sterbeurkunde-Nr.: 84/1943
„Der Ostarbeiter Alexander Chartschenko, wohnhaft in Dörnbeck bei Ramsbeck, Ostarbeiterlager, ist am 9. Mai 1943 um 11 Uhr 00 Minuten in Meschede verstorben.
Der Verstorbene war geboren am 29.Mai 1925.
Der Verstorbene war nicht verheiratet.
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer 2.2.2.8 / 61790995, Personenstandsurkunde (Moskau) 16/144
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 62849131, Verschiedene Kreise 19/123

Dembizki, Kosma
Geboren 24.4.1925 in Wergnake
Gestorben 22.7.1945 in Meschede
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
„Ursache des Todes“: „Hitzschlag, Lungenentzündung, Herzschwäche“
Sterbeurkunde-Nr.: 359/1945
„Der Ostarbeiter Kosma Dembitzki, griechisch-katholisch, wohnhaft in Meschede, Ostarbeiterlager Haus Dortmund, ist am 22. Juli 1945 um 16 Uhr 30 Minuten in Meschede verstorben.
Der Verstorbene war geboren am 24. April 1925 in Wergnake.
Der Verstorbene war nicht verheiratet.
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer 2.1.2.1 / 57594324
Teilbestandsnummer 2.2.2.8 / 61790995, Personenstandsurkunde (Moskau) 19/99

Dmytermlp, Maria
Geboren 29.7.1923 in Beresaniwka
Gestorben 16.9.1943 in Meschede
„Letzter Wohnsitz“: „Hoppecke“
„Ursache des Todes“: „Eitrige Blinddarmentzündung“
Teilbestandsnummer 2.1.2.1 / 55025225

Domaleha, Iwan
Geboren 15.10.1909 in Dnjepropetrowsk
„Letzter Wohnsitz“: „Neuss“
Gestorben 15.10.1945 in Meschede
Lt. anderer Liste: 1.6.1945
Lt. Sterbeurkunde: 16.3.1945
„Ursache des Todes“: „Schwere Beinverletzung“
Sterbeurkunde-Nr. 132/1945:
„Der Ostarbeiter Iwan Domaleha, griechisch-katholisch, wohnhaft in Neuß, ist am 16. März 1945 um 10 Uhr 30 Minuten in Meschede verstorben.
Der Verstorbene war geboren am 5. Oktober 1909 in Dnjepropetrowsk.
Der Verstorbene war verheiratet.
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 55465926, Verschiedene Kreise, 19/128
Teilbestandsnummer 2.2.2.8 / 57951038, Personenstandsurkunde (Moskau) 21/075

Dschanbei, Dschenasej
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 1.6.1945 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Doppelseitige Lungen- und Hirntuberkulose“
Sterbeurkunde-Nr.: 286/1945

Dskadlovsky, Michel
Geboren 20.12.1901 in Rosaliewka
Gestorben 30.3.1944
„Letzter Wohnsitz“: „Wennemen“
„Ursache des Todes“: „Flecktyphus, Herzmuskelentzündung“
Sterbeurkunde-Nr.: 57/1944

Durianko, Johannes
Geboren 23.6.1945 in Meschede
„Letzter Wohnsitz“: „Wennemen“
Gestorben 23.6.1945 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Angeborene Missbildung, Vorliegen der Baucheingeweide infolge Bauchdeckendefektes“

Gentscharnke, Anatoli
Geboren 9.2.1945 in Wennemen
Gestorben 17.2.1945 in Wennemen
Sterbeurkunde-Nr.: 9/1945

Iwanowa, Maria
Geboren 20.3.1936 in Slawkowski, Kreis Leningrad
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 6.6.1945
„Ursache des Todes“: „Verletzung durch Bordwaffenbeschuss“
Teilbestandsnummer 2.1.10.1, Verschiedene Kreise 19 / 143

Jonow [Ionov], Nikoley [Nikolaus]
„Letzter Wohnsitz“: „Bamenohl“
Gestorben 29.6.1945
„Ursache des Todes“: „Vergiftung durch Trinken vergällten Alkohols (Brennspiritus)“
(wie Stugin, Akim)
Sterbeurkunde-Nr.: 344/1945
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 56824031, Verschiedene Kreise 19 / 147
Teilbestandsnummer 2.2.2.8 / 55521026, Personenstandsurkunde (Moskau) 141/152

Kalinkin, Iwan
Geboren 16.10.1906 in Makeevla
Lt. anderer Liste 16.9.1906 in Makewka
Lt. Sterbeurkunde 16.9.1906 in Makeevka, Kreis Stalino
„Letzter Wohnsitz“: „Eversberg“
Gestorben 27.10.1942 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Benzinvergiftung“
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 54267741, Verschiedene Kreise 19 / 153
Sterbeurkunde-Nr.: 151/1942
„Der sowjetrussische Zivilarbeiter, Hilfsarbeiter Iwan Kalinkin, wohnhaft in Eversberg, ist am 27. Oktober 1942 um 21 Uhr 00 Minuten in Meschede verstorben.
Der Verstorbene war geboren am 16. September in Makkevka, Kreis Stalino.
Meschede, den 24. Januar 1950“
ID 56289185
ID 60720364

Kolubamko, Iwan
Geboren 26.10.1895 in Kiew
„Letzter Wohnsitz“: „Wennemen“
Gestorben 4.3.1944 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Flecktyphus, Herzmuskelentzündung, Versagen des Kreislaufs“

Konstantinowa, Joja
Geboren 11.12.1944 in Meschede
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 11.12.1944 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Lebensschwäche, Frühgeburt“

Korsch, Iwan
Geboren 5.5.1908
„Letzter Wohnsitz“: „Dörnberg“
Gestorben 27.6.1943 in Meschede
„Ursache desw Todes“: „Lungentuberkulose“
Sterbeurkunde-Nr.: 118 / 1943
„Der Maschinist Iwan Korsch, griechisch-katholisch, wohnhaft in Dörnberg bei Ramsbeck, ist am 27. Januar 1943 um 5 Uhr 00 Minuten in Meschede verstorben.
Der Verstorbene war geboren am 5. Mai 1908.
Der Verstorbene war nicht verheiratet.
Meschede, den 24. Januar 1950
Bezeichnung der Grabstelle: Waldfriedhof Meschede
Meschede, den 26. Januar 1950“
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 54979525

Krasitschkow, Pawel
Geboren 6.6.1904 in Baku
„Letzter Wohnsitz“: „Arnsberg“
Gestorben 17.7.1944 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Schädelbruch“
Sterbeurkunde-Nr.: 139/1944
„Der Ostarbeiter, Reichsbahnaushilfeheizer Pawel Karsitschkow, wohnhaft in Arnsberg, Mannschaftsbaracke Bahnhof, ist am 17. Juli 1944 um 14 Uhr 36 Minuten in Meschede gestorben.
Der Verstorbene war geboren am 6. Juni 1904 in Baku.
Der Verstorbene war verheiratet mit der Katharina Krasitschkow, wohnhaft in Schawkasje, Kreis Baku.
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer 2.2.2.8 / 60364327, Personenstandsurkunde (Moskau) 55/110
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 61247046, Verschiedene Kreise 3/191
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 61247046, Verschiedene Kreise 19/162
ID 70689396:
„Der Oberstaatsanwalt 9-47, Arnsberg, den 19. Dezember 1949
Betr.: Aufstellung einer Liste von Todesfaellen der Personen nichtdeutscher Staatsangehoerigkeit, die vom 3.9.1939 bis 8.5.1945 ums Leben gekommen sind und deren Tod aus den verschiedenen, sich bei den Polizeibehoerden befindlichen Unterlagen zu ersehen ist. (Karteien, Unfallmeldungen, Berichte usw.)
I. Russen
Ich, Leiter der Dienststelle der Staatsanwaltschaft Arnsberg erklaere hiermit, dass auf Grund der von meiner Dienststelle geprueften Unterlagen folgendes zu melden ist:
14) Krasitschkow, Pawel
2 AR 142/44,
p.p.,
geb. am ?, geb. in ?, Nationalität Russe,
gest. am 17.7.1948 in Meschede,
Todesursache: toedlicher Eisenbahnunfall,
Verbleib des Toten: Meschede“

Krawzowa, Joja [Kravcov, Joga]
Geboren 24.7.1926 in Schachta-Kapitalnaja
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 15.11.1943
„Ursache des Todes“: „Doppelseitige Lungenentzündung“
Teilbestandsnummer 2.1.2.1 / 58601397
Sterbeurkunde-Nr.: 204/1943

Krawzowa, Wera [Kravcov]
Geboren 15.7.1924 in Rostow
„Letzter Wohnsitz“: „Hoppecke“
Gestorben 19.6.1943 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Lungentuberkulose“
Teilbestandsnummer 2.1.10.1, Verschiedene Kreise 19/163
Sterbeurkunde-Nr.:152/1943

Kuzmin, Iwan
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 29.4.1945 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Bauchschuss mit Verletzung der rechten Niere, Leber, Dickdarmzerreissung“
Es gibt sehr viele Einträge unter „Kuzmin, Iwan“, manches vielleicht auch zu diesem; die Recherche ist umfangreich, da Geburtsdatum und –ort unbekannt sind.
Sterbeurkunde-Nr.: 236/1945
„Der Ostarbeiter Iwan Kuzmin , Religionsbekenntnis nicht bekannt, wohnhaft in Meschede, Haus Dortmund, ist am 29. April 1945 um 2 Uhr 00 Minuten in Meschede verstorben.
Familienstand nicht bekannt.
Meschede, den 17. Mai 1946“

Ljubarski, Prokop [Djubarski]
Geboren 5.4.1912 in Sarabizij [Sarubzij]
„Letzter Wohnsitz“: „Ramsbeck“
Gestorben am 24.6.1944 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Magenblutung“
Teilbestandsnummer 2.2.2.8 / 56910086, Personenstandsurkunde (Moskau) 64/121
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 59084279, Verschiedene Kreise 19/171

Loboda, Wasili
Geboren 25.9.1898 in Olgonka
„Letzter Wohnsitz“: „Brilon“
Gestorben 23.5.1944
„Ursache des Todes“: „?“
Sterbeurkunde-Nr.: 94/1944
„Der Ostarbeiter Wasili Loboda, griechisch-katholisch, wohnhaft in Brilon, Lager Möbelfabrik, ist am 23. Mai 1944 um 17 Uhr 00 Minuten in Meschede verstorben.
Der Verstorbene war geboren am 25. September 1898 in Olgonka, Kreis Stalino.
Der Verstorbene war verheiratet mit der Jewdokija Loboda, wohnhaft in Brilon.“
Teilbestandsnummer 2.1.10.1, Verschiedene Kreise 19/171
Teilbestandsnummer 2.2.2.8, Personenstandsurkunde (Moskau) 64/139
Die „Liste der ausländischen Patienten in der Zeit vom 1.9.39 bis 8.4.45“ des St. Walburga-Krankenhauses in Meschede (2.1.2.1 / 70689859; 1. Seite) vermerkt unter Nr. 603 (2.1.2.1 / 70689880, 22. Seite) Wasili Loboda, geboren am 25.9.1898 in „?“, „von 20.5.44 bis 23.5.44“, „Krankheit: Lungentbc.“, „gestorben 23.5.44“.

Logatin, Dimitri
Geboren 3.3.1902 in Stalino
„Letzter Wohnsitz”: „Wennemen“
Gestorben 4.3.1944
„Ursache des Todes“: „Fleckfieber, Herzmuskelentzündung, Versagen des Kreislaufs“ (Todestag und –ursache identisch wie bei Iwan Kolubanko)
Sterbeurkunde-Nr.: 37/1944
„Der Ostarbeiter Dimitri Logatin, griechisch-katholisch, wohnhaft in Wennemen, Ostarbeiterlager, ist am 4. März 1944 um 23 Uhr 55 Minuten in Meschede verstorben.
Der Verstorbene war geboren am 3. März 1912 in Stalino.
Der Verstorbene war nicht verheiratet.
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 61543579, Verschiedene Kreise 19/172
Teilbestandsnummer 2.2.2.8 / 59774101, Personenstandsurkunde (Moskau) 64/163

Maiboroda, Anton [Meiboroda]
Geboren 25.12.1910 in Kriwekolina
„Letzter Wohnsitz”: „Meschede“
Gestorben 28.8.1944
„Ursache des Todes“: „Auf der Flucht erschossen“
Sterbeurkunde-Nr.: 154/1944
„Der Ostarbeiter Anton Maiboroda, wohnhaft in Meschede, Ostarbeiterlager, Waldstraße, ist am 28. August 1944 um 14 Uhr 30 Minuten in Meschede gestorben.
Der Verstorbene war geboren am 25. Dezember 1910 in Kriwekolina, Kreis Kiew.
Der Verstorbene war verheiratet.
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer 2.2.2.8 / 56994159, Personenstandsurkunde (Moskau) 66/138

Martinenko, Wera
Geboren 8.1.1920 in Alexandrowka
Lt. Anderer Liste 7.1.1920
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 16.2.1945 in Meschede
Sterbeurkunde-Nr.: 50/1945
„Ursache des Todes“: „Veningokocken, Meningitis, Herz- und Kreislaufschwäche“

Merkulow, Wladimir [Merkulov]
Geboren 18.7.1924 in Wroschilowgrad
Lt. anderer Liste Woroschilowgrad
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 30.1.1945 in Meschede
Lt. anderer Liste 20.1.1945
„Ursache des Todes“: „Lungenschuß durch feindlichen Tieffliegerbeschuss“
Teilbestandsnummer 2.2.2.8 / 62684953, Personenstandsurkunde (Moskau) 71/54
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 58140160, Verschiedene Kreise 19/179

Moltschanow, Dimitri
Geboren 15.10.1901 in Stalingrad
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 28.5.1945 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Doppelseitige offene Lungentuberkulose“
Teilbestandsnummer 2.2.2.8 / 59137531, Personenstandsurkunde (Moskau) 73/177
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 64155112

Moltschonow, Iwan
Geboren 24.11.1925 in Meschede
Lt. anderem Eintrag in Luhanks
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 11.12.1944 in Meschede
Lt. anderem Eintrag 1.12.1944
„Ursache des Todes“: „Doppelseitige Lungentuberkulose“
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 61605731
Sterbeurkunde-Nr. 249/1944

Olschitzko, Iwan [Olschitzke]
Geboren 13.6.1913 in Wowschenke [Wawschanko]
„Letzter Wohnsitz“: „Bestwig“
Gestorben 29.2.1944 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Doppelseitige offene Lungenentzündung“
Sterbeurkunde-Nr.: 91/1944
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 59835869, Verschiedene Kreise 19/189

Orlow, Sergej
Geboren 1.2.1923 in Alexandrewska
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 9.12.1943 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Freitod, durch Überfahren mit dem Zug“
ID 70689396: „Der Oberstaatsanwalt 9-47, Arnsberg, den 19. Dezember 1949
Betr.: Aufstellung einer Liste von Todesfaellen der Personen nichtdeutscher Staatsangehoerigkeit, die vom 3.9.1939 bis 8.5.1945 ums Leben gekommen sind und deren Tod aus den verschiedenen, sich bei den Polizeibehoerden befindlichen Unterlagen zu ersehen ist. (Karteien, Unfallmeldungen, Berichte usw.)
I. Russen
Ich, Leiter der Dienststelle der Staatsanwaltschaft Arnsberg erklaere hiermit, dass auf Grund der von meiner Dienststelle geprueften Unterlagen folgendes zu melden ist:
6) Orlow, Sergej
2 AR 118/43
p.p.
Todesursache: Eisenbahnunglueck
Selbstmord
Verbleib des Toten: Meschede”

Paschenko, Ludmilla
Geboren 24.7.1944
Sterbeurkunde-Nr.: 134/1944
„Die Ludmilla Paschenko, griechisch-katholisch, wohnhaft in Meschede, Ostarbeiterlager Wiebelhaus, ist am 27. Juli 1944 um 5 Uhr 00 Minuten in Meschede verstorben.
Die Verstorbene war geboren am 12. Dezember 1943 in Waltrop.
Standesamt Waltrop Nr. 523/1943
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer 3.2.4.2 / 60819674
KS-Archiv (Kinder-Such-Archiv)

Peretgutko, Halina [Healina, Helina]
Geboren 7.9.1920 in Tuschalochanij
Lt. Sterbeurkunde in Tschulschanij
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 9.10.1943 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Eitrige Gehirnhautentzündung“
Sterbeurkunde-Nr.: 186/1943
„Die Ostarbeiterin Helina Peretgutko, griechisch-orthodox, wohnhaft in Meschede, Ostarbeiterlager der Hosel-Werke[sic!] [1], ist am 9. Oktober 1943 um 17 Uhr 30 Minuten in Meschede verstorben.
Die Verstorbene war geboren am 7. September 1920 in Tschulschanij, Kreis Poltawa (Sowjetunion).
Die Verstorbene war nicht verheiratet.
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer 2.1.2.1 / 57594325
Teilbestandsnummer 2.2.2.8 / 77150499, Personenstandsurkunde (Moskau) 85/82

Protosow, Nicolaj [Protosov, Nikolaus, Nicolaj]
Geboren 25.5.1925 in Stalingrad
„Letzter Wohnsitz“: „Steinhelle“
Gestorben 3.6.1943 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Doppelseitige ausgedehnte offene Lungentuberkulose, allg. Entkräftung, Kreislaufschwäche“
Sterbeurkunde-Nr.: 97/1943
„Der Ostarbeiter Nikolaj Protosow, griechisch-katholisch, wohnhaft in Steinhelle, ist am
3. Juni 1943 um 3 Uhr 00 Minuten in Meschedeverstorben.
Der Verstorbene war geboren am 25. Mai 1925 in Stalingrad.
Der Verstorbene war nicht verheiratet.
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 54434828, Verschiedene Kreise 20/162
Teilbestandsnummer 2.2.2.8 / 77161967, Personenstandsurkunde (Moskau) 92/100
Lfd. Nr. 117/85587 auf der „WASt-Gräberliste“ unter Teilbestandsnummer 2.3.2.1 („Grablagen von sowjetrussischen Staatsangehörigen; Originale beim Bundesvertriebenenministerium“, heute im Bundesarchiv in Koblenz)

Pupko, Adam
Geboren 21.8.1943 in Meschede
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 22.8.1943
„Ursache des Todes“: „Lebensschwäche, Fehlgeburt“
Sterbeurkunde-Nr.: 157/1943
„Der Adam Pupko, wohnhaft in Meschede, Ostarbeiterlager der Honsel-Werke, ist am 22. August 1943 um 12 Uhr 00 Minuten in Meschede verstorben.
Der Verstorbene war geboren am 21. August 1943 in Meschede (Standesamt Meschede Nr. 174/1943).
Vater: Landwirtschaftlicher Arbeiter Fritz Pupko, wohnhaft in Doretische, Dorf Sarm (Sowjetunion).
Mutter: Eugenie Pupko, geborene Pupko, wohnhaft in Meschede.
Der Verstorbene war nicht verheiratet.
Meschede, den 17. Mai 1946“
ID 59882558: 3.2.4.2, KS-Archiv (Kinder-Such-Archiv), Ordner 51

Rajtschenko, Annastoli [Reitzchenko, Reitschenkjo, Rajschenko]
Geboren 24.5.1944 in Waltrop
Gestorben 25.5.1944 in Meschede
Lt. Sterbeurkunde: 25.11.1944
„Ursache des Todes“: „Magen- und Darmkatharr“
Mutter: Werta Rajschenko
Fundort: KS-Archiv (Kinder-Such-Archiv), Ordner 52
Grave: D.C.No. 260/44
Sterbeurkunde-Nr.: 260/1944
„Der Annastoli Rajtschenko, griechisch-katholisch, wohnhaft in Meschede, Ostarbeiterlager, Waldstraße, ist am 25. November 1944 um 14 Uhr 45 Minuten in Meschede verstorben.
Der Verstorbene war geboren am 24. Mai 1944 in Waldtrop.
Mutter: Ostarbeiterin Werta Rajtschenko, wohnhaft in Meschede.
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer 2.1.2.1 / 61584004

Rebaloma, Ursula Maria
Geboren 17.11.1943 in Meschede
„Letzter Wohnsitz“. „Meschede“
Gestorben 1.12.1943 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Krämpfe“
Teilbestandsnummer 3.2.4.2, KS-Archiv, Ordner 52, Karton-Nr. 171
Sterbeurkunde-Nr. 214/1943
„Die Ursula Maria Rebaloma, glaubenslos, wohnhaft in Meschede, Ostarbeiterlager Waldstraße, ist am 1. Dezember 1943 um 4 Uhr 00 Minuten in Meschede gestorben.
Die Verstorbene war geboren am 17. November 1943 in Meschede (Standesamt Meschede 256/1943).
Vater: –
Mutter: Ostarbeiterin Maria Rebaloma, wohnhaft in Meschede
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer 2.2.2.3 / 77029754 (Geburtsurkunde)

Schakalow, Nikoley [Schankalow, Sokolow, Nikolai]
Geboren 24.4.1918 in Krasnodar
„Letzter Wohnsitz“: „Bestwig“
Gestorben 21.6.1945 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Bruch der Halswirbelsäule, Lähmung der Arme, Beine und Harnblase“
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 64207328, Verschiedene Kreise 20/184
Lfd. Nummer 139/86078 auf der „WASt-Gräberliste“, Teilbestandsnummer 2.3.2.1 („Grablagen von sowjetrussischen Staatsangehörigen; Originale beim Bundesvertriebenenministerium“, heute im Bundesarchiv in Koblenz)

Seneschen, Andrey
Geboren 20.11.1926 in Bereschanka
„Letzter Wohnsitz“. „Meschede“
Gestorben 21.5.1945
„Ursache des Todes“: „Doppelte Lungentuberkulose“

Schkljar, Katharina [Sklar]
Geboren 31.12.1943 in Meschede
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 12.2.1944 in Meschede
Lt. anderer Liste 13.2.1944
Lt. Sterbeurkunde 13.2.1944
„Ursache des Todes“: „Lungenentzündung“
Sterbeurkunde-Nr.: 23/1944
„Die Katharina Schkljar, katholisch, wohnhaft in Meschede, Ostarbeiterlager der Honsel-Werke, ist am 13. Februar 1944 um 2 Uhr 00 Minuten in Meschede verstorben.
Die Verstorbene war geboren am 31. Dezember 1943 in Meschede (Standesamt Meschede 278/1943).
Vater: Ostarbeiter Emeljan Schkljar, wohnhaft in Meschede
Mutter: Alexandra Schkljar, geborene Kulesch, wohnhaft in Meschede
Die Verstorbene war nicht verheiratet.
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer 3.2.4.2, KS-Archiv (Kinder-Such-Archiv), Ordner 56
ID 64212386
ID 62523373
ID 36177301
Vater: Schkljar, Emeljan [Sklar, Emilian, Emlian]
ID 36176706, Geburtsurkunde für Katerina, KS-Archiv, Karton Nr. 185
ID 51302368
Schkljar, Jemeljan
Geboren 1894 in Koschan-Gorodok, orthodox, russ.
Eltern: Makar und Awdotja, geborene Wojtechowskaja
Ehepartner: Alexandra, geborene Kulesch
Teilbestandsnummer 6.3.3.2
Anfragenummer 6619990423555365.0
Gustinowitsch, Maria Jemeljanowna
Mutter: Alexandra
ID 53745079
„Geboren 1904 in Korschan-Gorodok, orthodox
Anfrage-Nr.: 66199904235553780
6/1943 mit der Familie im Ostarbeiterlager in Meschede aufgehalten und ZA in einer Militärgießerei geleistet
Name des Antragstellers: Gustinowitsch, Maria Jemeljanowna
ul. Tschebotarki 11
225660 Koschan-Gorodok
Land des Antragstellers: BY (Weißrußland)
Datum: 17.2.1999
Eltern der Angefragten: Tit und Natalja“

Serekowa, Nicolai [Serekova, Nikolaus]
Geboren 15.4.1943 in Walze
„Letzter Wohnsitz“: „Walze, Dörnberg“
Gestorben 16.4.1943 in Walze
„Ursache des Todes“: „Lebensschwäche, Frühgeburt“
Sterbeurkunde-Nr.: 65/1943
„Der Nicolai Serekowa, katholisch, wohnhaft in Walze, ist am 16. April 1943 um 2 Uhr 00 Minuten in Walze verstorben.
Der Verstorbene war geboren am 15. April 1943 in Walze (Standesamt Meschede Nr. 75/1943)
Vater: Soldat, Fabrikarbeiter Iwan Serekowa, wohnhaft in Millerowa (Sowjetrussland)
Mutter: Raissa Serekowa, geborene Tertischenkoda, wohnhaft in Walze
Meschede, den 24. Januar 1950“
ID 59214677
Teilbestandsnummer 3.2.4.2, KS-Archiv (Kinder-Such-Archiv), Ordner 57

Sewastiowa, Maria [Sewastiowa]
Geboren 19.6.1925 in Warschina [Werschina]
„Letzter Wohnort“: „Walze“
Gestorben 12.12.1942 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Verkalkung der Hirnarterien“
ID 70689396: „Der Oberstaatsanwalt 9-47, Arnsberg, den 19. Dezember 1949
Betr.: Aufstellung einer Liste von Todesfaellen der Personen nichtdeutscher Staatsangehoerigkeit, die vom 3.9.1939 bis 8.5.1945 ums Leben gekommen sind und deren Tod aus den verschiedenen, sich bei den Polizeibehoerden befindlichen Unterlagen zu ersehen ist. (Karteien, Unfallmeldungen, Berichte usw.)
I. Russen
Ich, Leiter der Dienststelle der Staatsanwaltschaft Arnsberg erklaere hiermit, dass auf Grund der von meiner Dienststelle geprueften Unterlagen folgendes zu melden ist:
1. Sewastiowa, Maria
2 AR 142/42
p.p.
Nationalitaet: Russe
Todesursache: toedl. Eisenbahnunfall
Verbleib des Toten: Meschede”
Sterbeurkunde-Nr. 173/1942
„Die sowjetrussische Zivilarbeiterin, Hilfsarbeiterin Maria Sewastianowa, wohnhaft in Walze, ist am 12. Dezember 1942 um 10 Uhr 00 Minuten in Meschede verstorben.
Die Verstorbene war geboren am 19. Juni 1925 in Warschina in Sowjet-Russland.
Die Verstorbene war nicht verheiratet.
Meschede, den 24. Januar 1950“
ID 57594323
ID 62497959
Verschiedene Kreise 20/203

Skrebnik, Emilie [Emilia]
Geboren 13.1.1927 in Resnikow
„Letzter Wohnsitz“: „Bestwig“
Gestorben 10.6.1945 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Doppelseitige Lungentuberkulose“
ID 3.2.4.2 / 60932695, KS-Archiv (Kinder-Such-Archiv), Ordner 59
Sterbeurkunde-Nr.: 309/1945
„Die Ostarbeiterin Emilie Skrebnik, griechisch-katholisch, wohnhaft in Bestwig, Ostarbeiterlager, ist am 10. Juni 1945 um 13 Uhr 00 Minuten in Meschede verstorben.
Die Verstorbene war geboren am 13. Januar 1927 in Remikow (Russland).
Die Verstorbene war nicht verheiratet.
Meschede, den 17. Mai 1946“
ID 2.2.2.8 / 63889189, Personenstandsurkunde (Moskau) 113/213

Sorata, Grigori [Sirota]
Geboren 1925 in Kamenes-Peldlsk
Lt. anderer Liste: Kamenez-Poldolsk
„Letzter Wohnsitz“: „Düsseldorf“
Gestorben 5.5.1945 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Militärtuberkulose, Versagen des Kreislaufs“
Teilbestandsnummer 2.1.2.1 / 61913689

Stadtnik, Twitalka
Geboren 15.3.1897 in Winniza
„Letzter Wohnsitz“: „Bigge“
Gestorben 15.3.1945 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Schwere Lungentuberkulose, allgemeine Entkräftung, Versagen des Kreislaufs“
Sterbeurkunde-Nr.: 131/145
„Die Ostarbeiterin Twitalka Stadtnik, griechisch-katholisch, wohnhaft in Bigge, Lager Talblick, ist am 15. März 1945 um 17 Uhr 00 Minuten in Meschede verstorben.
Die Verstorbene war nicht verheiratet.
Meschede, den 17. Mai 1946“
ID 56289180
ID 63999775

Stugin, Akim
„Letzter Wohnsitz“: „Damenohl“
Gestorben 29.6.1945 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Vergiftung durch Trinken vergällten Alkohols (Brennspriritus)“
(wie Jonow [Ionov], Nikoley [Nikolaus])

Tscheborka, Eilia
Geboren 27.11.1944
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 16.2.1945 in Meschede
„Ursache des Todes“: „nicht lebensfähig“
ID 57594322
ID 62212635

Tscherewko, Anna
Geboren 23.7.1926 in Dnjepropetrowsk
„Letzter Wohnsitz“: „Heinrichtstal“
Gestorben 28.4.1945
„Ursache des Todes“: „Doppelseitige offene Lungentuberkulose“
Sterbeurkunde-Nr.: 231/1945
„Die Ostarbeiterin Anna Tscherewko, griechisch-katholisch, wohnhaft in Heinrichstal, Ostarbeiterlager, ist am 28. April 1945 um 16 Uhr 00 Minuten in Meschede verstorben.
Die Verstorbene war geboren am 23. Juli 1926 in Dnjepropetrowsk.
Die Verstorbene war nicht verheiratet.
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer 2.2.2.8 / 61338873, Personenstandsurkunde (Moskau) 127/116

Warawina, Anastasia
Geboren 14.10.1922 in Goreska
Lt. Sterbeurkunde in Gorlowka
„Letzter Wohnsitz“: „Schmallenberg“
Gestorben 9.4.1943
„Ursache des Todes“: „Rheumatische, septische Herzklappenmuskel-Beutelentzündung, Gelenkrheumatismus, Herzinfekt, Versagen des Kreislaufs“
Sterbeurkunde-Nr.: 56/1943
„Die Ostarbeiterin Anastasia Warawina, wohnhaft in Schmallenberg, ist am 9. April 1943 um 1 Uhr 30 Minuten in Meschede verstorben.
Die Verstorbene war geboren am 14. Oktober 1922 in Gorlowka, Kreis Stalino.
Die Verstorbene war nicht verheiratet.
Meschede, den 24. Januar 1950“
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 57158889, Verschiedene Kreise 21/2
Lfd. Nummer 206/87604 auf der „WASt-Gräberliste“, Teilbestandsnummer 2.3.2.1 („Grablagen von sowjetrussischen Staatsangehörigen; Originale beim Bundesvertriebenenministerium“, heute im Bundesarchiv in Koblenz)

Wascheka, Iwan [Vascheka]
52 Jahre alt
Geboren in Kiew
„Letzter Wohnsitz“: „Bestwig“
Gestorben 23.6.1945 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Schussverletzung, Zertrümmerung des Oberkiefers mit einer schweren Weichteilverletzung und Blutung“
Sterbeurkunde-Nr.: 338/1946
„Der Ostarbeiter Iwan Wascheka, griechisch-katholisch, wohnhaft in Bestwig, Ostarbeiterlager, ist am 23. Juni 1945 um 18 Uhr 00 Minuten in Meschede verstorben.
Der Verstorbene war 42 Jahre alt und in Kiew (Russland) geboren.
Der Verstorbene war verheiratet.
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 55864749, Verschiedene Kreise 21/2
Teilbestandsnummer 2.2.2.8 / 54601088, Personenstandsurkunde (Moskau) 131/82

Wilchowa, Pelaheja [Vilchov, Pelaheia]
Geboren 28.6.1921 in Ustiwiza [Ustiwitza]
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 6.9.1944 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Lungenentzündung“
Sterbeurkunde-Nr.: 159/1944
„Die Ostarbeiterin Pelaheja Wilchowa, griechisch-katholisch, wohnhaft in Meschede, Ostarbeiterlager, Waldstraße, ist am 6. September 1944 um 2 Uhr 40 Minuten in Meschede verstorben.
Die Verstorbene war geboren am 28. Juni 1921 in Ustiwiza, Kreis Poltawa.
Die Verstorbene war verheiratet.
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer 2.1.10.1 / 55338225, Verschiedene Kreise 21/5
Teilbestandsnummer 2.2.2.8 / 60533351, Personenstandsurkunde (Moskau) 133/29

Woronina, Nina
Geboren 9.11.1922 in Kurk
Lt. Sterbeurkunde in Kursk
„Letzter Wohnsitz“: „Wennemen“
Gestorben 24.8.1944
„Ursache des Todes“: „Doppelseitige Lungenentzündung“
Sterbeurkunde-Nr. 151/1944
„Die Ostarbeiterin Nina Worowina, griechisch-katholisch, wohnhaft in Wennemen, Ostarbeiterlager, ist am 24. August 1944 um 19 Uhr 00 Minuten in Meschede verstorben.
Die Verstorbene war geboren am 9. November 1922 in Kursk.
Die Verstorbene war verheiratet mit dem Emiljan Worowina.
Meschede, den 17. Mai 1946“
Teilbestandsnummer 2.1.1.1 / 75754310:
„Allgemeine Ortskrankenkasse
Name: Worowina
Vorname: Nina
Geburtsdatum: 9.1.22
Geburtsort: Ost (dicker übergroßer Stempel)
Arbeitgeber: Gebr. Zimmermann Arnsberg
Beschäftigungsart: Gleisbauarbeiten
Eintritt: 10.7.42
Austritt: 26.6.1944
Abmeldung: 22.6.44
Nr.: 3×75
Arzt: Dr. Wibel
Krankheit: schwere Kehlkopfentzündung m. Atemnot
Krankheitsbeginn: 5.5.44
Insgesamt arbeitsunfähig
Vom: 5.5.44
Bis: 26.6.44
Tage: 53“

Woronina, Valentina (Wilroiwa, Valentina)
Geboren 3.8.1944 in Wennemen
„Letzter Wohnsitz“: „Meschede“
Gestorben 11.10.1944 in Meschede
„Ursache des Todes“: „Frühgeburt“

Die Namen PODAKOW, JOSEF ZAWIJE, BLASCHE SKIBINSKI, EDUARD ROSZWSK und DIMITRI OLTSCHANOW, stehen noch lesbar auf Grabsteinen, während ich bei

MARIA IKIEL (?) und __________Z ______WSK (?)

,

WETSCHIA… OROGAW

,

HELEWE, WASLAW ____ und JAN DLUGA ___

nur Teile des Namens lesen konnte. Sie standen auch nicht auf „meinen“ Listen; ich habe bisher „nur“ nach „Russen“ (Attribut „RUS“) gesucht, und wenn es Polen waren allein deshalb nicht gefunden.

Man kann nämlich im ITS nach verschiedenen „Attributen“ suchen. Sehr wichtig sind dabei die Landkreise, so daß beim Waldfriedhof Meschede-Fulmecke jede Suche dreimal stattfinden muß (Arnsberg, Lippstadt und Meschede).
Dann kann man „Listentypen“ angeben. „Listentyp 3“ etwa sind „Verstorbene“, „Listentyp 4“ sind „Verstorbene mit bekannte Grabstelle“, „Listentyp 7“ und „Listentyp 11“ sind Meldungen von Industrie- und Handwerkskammern oder Krankenkassen.
Dabei muß man wissen, daß diese Attribute additiv sind. Wenn ich also „Listentyp 3“ wähle, bekomme ich nur die gelisteten Verstorbenen. Wenn ich aber „Listentyp 7“ dazu gebe, weiß ich nicht, ob die aufgeführten Personen auch „verstorben“ sind.
Und so galt es für mich, erst nach „Listentyp 3 und 4“ zu suchen (Waldfriedhof Meschede), und danach konnte ich die gefundenen Namen in den verschiedenen Landkreisen suchen. Dabei habe ich mich auf RUS beschränkt.

Durch wunderbare Hilfe des ITS kann ich heute zwei Namen ergänzen:

ist

Toporowski, Franz
Sterbeurkunde-Nr.: 408/1945
„Der polische Zivilarbeiter Franz Toporowski, wohnhaft in Hoppecke Lager, ist am
24. August 1945 um 21 Uhr 45 Minuten in Meschede verstorben.
Der Verstorbene war geboren 17. Okotber 1921 in Tarnopol (Polen).
Der Verstorbene war nicht verheiratet.
Meschede, den 17. Mai 1946“,

und

ist

Dlugasek, Jan
Sterbeurkunde-Nr.: 107/1944
„Der polnische Zivilarbeiter, Hilfsarbeiter Jan Dlugasek, katholisch, wohnhaft in Meschede, Honselheim, ist am 9. Juni 1944 um 18 Uhr 45 in Meschede verstorben.
Der Verstorbene war geboren 13. Januar 1915 in Grudz, Kreis Garwolin.
Der Verstorbene war nicht verheiratet.
Meschede, den 17. Mai 1946“
Die „Liste der ausländischen Patienten in der Zeit vom 1.9.39 bis 8.4.45“ des St. Walburga-Krankenhauses in Meschede (2.1.2.1 / 70689859; 1. Seite) vermerkt unter Nr. 617 (2.1.2.1 / 70689880) Jan Dlugasek, geboren am 13.1.1915 in Grusz, „von 9.6.44 bis 9.6.44“, „Krankheit: Bauchquetschung“.

Ohne Hilfe hätte ich den Namen Toporowski wohl nie erkannt; es bedarf viel Erfahrung im Umgang mit Namen, um von diesem Grabstein lesen zu können. Das ITS schickte mir auch die entsprechende Seite der Liste vom St. Walburga-Krankenhaus in Meschede zu, als ich nach Jan Dlugasek fragte, und es ist reiner Zufall, daß auf der gleichen Seite 22, auf der Jan Dlugasek steht, auch Wasili Loboda verzeichnet ist; so konnte ich seine „Todesursache“ jetzt schon nachtragen, ohne die ganze Liste durchgehen zu müssen.

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[1] Einer der vielen Schreibfehler, die sich oft auch aus Irritationen bei der Schreibweise von sowjetischen Namen und Orten ergeben. Auch deshalb ist manche Recherche besonders zeitraubend.