Tag 1: Frühe Abreise, letzter Stopp in Polen
„Das Wichtigste wäre allerdings, das Gefühl nicht vergessen zu werden“
Jan van Egmond und Andrew Joy sind für Kipepeo fair und sozial e.V. zu einer neuen Hilfsreise vom 1. bis 8. Februar in die Ukraine aufgebrochen. Sie berichten hier täglich über ihre Erlebnisse.
Wir haben uns entschieden, am ersten Tag, kurz vor der Ukrainischen Grenze einen Zwischenstopp zu machen, weil das eigentliche Programm erst ab Montag beginnt.
(Jan van Egmond)
In Winterberg sind wir bei bei plus 1 °C früh gestartet, denn vor uns lagen 1.126 Kilometer. Alle 100 Kilometer Richtung Osten wurde es ungefähr 1 Grad kälter. In Rzeszów, im Osten von Polen, bei unserem ersten Stopp herrschten minus 10 °C.

Der eisige Wind sorgte dafür, dass wir nur einen sehr kurzen Rundgang durch das Zentrum diese schönen Kleinstadt unternommen haben und dann wieder schnell die Wärme in unserem Hotel aufsuchten.
Wie kalt wird es dann erst in Ukraine sein? Für dort zeigt uns unsere Wetter App eine Temperatur von minus 17 bis 22 °C an. Wir werden es morgen erfahren, wenn wir die letzten 200 Kilometer bis zu unserem Ziel in Lviv zurückgelegt haben.
Wer ist mein Begleiter Andrew Joy?
„Ich bin in Perth, Australien, geboren, wohne und lebe aber schon seit 45 Jahren in Köln, wo ich lange als professioneller Musiker der Kölner Philharmonie tätig war.

Ich spielte dort das Französische Horn und war mit der Philharmonie in fast der ganzen Welt unterwegs.
Hier könnt ihr Andrew Joy zuhören
In der Zeit von Gorbachov bereiste ich auch Russland und die Baltischen Länder.
Weltpolitik interessiert mich sehr. Ich habe auf meinen Reisen viele politische Systeme gesehen und erlebt.
Das für die Bevölkerung repressive System in Russland war mir sehr unangenehm, und es war mir klar, dass ich nie unter so einen Regime leben möchte.
Was in der Ukraine momentan passiert, finde ich sehr schrecklich. Ich bin kein Kriegsmann, aber das Volk muss sich verteidigen, um sein Identität und Freiheit nicht ganz zu verlieren.
Schon seit längerem hatte ich darüber nachgedacht, was ich tun könnte, um der Ukraine zu helfen. Dann habe ich ganz zufällig Jan getroffen. Ich war Gast in einer seiner Ferienwohnungen. Als Jan dort Schnee räumte, habe ich ihm einfach geholfen. Wenn man zusammen arbeitet, kommt es oft zu guten Gesprächen. So ergab es sich, dass wir über Weltpolitik und auch über die Situation in der Ukraine sprachen. Der Ball kam ins Rollen, und jetzt fahre ich gemeinsam mit Jan in die Ukraine.
Mein Herz ist bei der Menschen dort. Ich bin gespannt, wie ich ein bisschen helfen kann, um die Ukraine zu unterstützen.
Meine Frau und Kinder hatten zuerst ein bisschen Angst wegen dieser Unternehmung, aber schließlich unterstützten sie mich doch bei diese Reise. Jan war schon sieben Mal dort, also wir geben uns bestes.
Mein ältester Sohn hat ein schwere Behinderung. Weil wir in der Ukraine auch Häuser und Einrichtungen für Menschen mit einer Behinderung besuchen wollen, bin ich gespannt wie das dort aussieht“.
Morgen sind wir in Lviv und berichten weiter hier auf Schiebener.net
Mehr Info auf : www.kipepeo-fair-sozial.de

Diese Art der Berichterstattung gefällt mir sehr gut. Schön ist es auch den Mitreisenden Andrew näher kennen zu lernen.
Ich wünsche euch beiden alles erdenklich Gute und hoffe dass ihr persönlich diese Reise- vor allem bei der Kälte- gut überstehen werdet.
Sicherlich werdet ihr von den armen Menschen dort wieder sehr herzlich und dankbar empfangen, wie wir es ja aus Berichten bisher kennen.
Obwohl diese viele Hilfe ja eigentlich immer nur kleine ‚Seeen‘ auf den heißen Stein sind, kann man den Menschen vor Ort aber vermitteln, dass sie nicht vergessen werden. Und das ist schon sehr wichtig.
Ich grüße euch herzlich und wünsche euch trotz allem, eine gute Zeit.
Susanne