TAG 3: Interessante und lebendige Begegnungen
„Das Wichtigste wäre allerdings das Gefühl, nicht vergessen zu werden“

Jan van Egmond und Andrew Joy sind für Kipepeo fair und sozial e.V. zu einer neuen Hilfsreise vom 1. bis 8. Februar in die Ukraine aufgebrochen. Sie berichten hier täglich über ihre Erlebnisse.
In unserer Pension, Villa Zenko, ist es angenehm ruhig. Täglich wird uns hier ein gutes Frühstück zubereitet. Denis und Tanya holen uns schon früh ab. Sie haben vorher im Lager Gora Dobra den Caddy mit Sachen, welche wir heute verteilen möchten, vollgeladen.
(Jan van Egmond & Andrew Joy)
Im Zentrum von Lviv finden wir unseren Weg zum University Hospital Danylo Halytskyl of Lviv . Das Krankenhaus ist nach einem bedeutendem Freiheitskämpfer in der Geschichte von Lviv benannt. Der Stadt hat schon viele Kriege erlebt und überlebt. Das allein ist schon eine eigene Geschichte wert.
Das Gebäude, in dem sich das Krankenhaus heute befindet, wurde ca. 1880 gebaut, in der Zeit, in der Lviv zur Habsburgermonarchie gehörte. Von 1941 bis 1944 unter deutscher Besatzung war es Hauptquartier der Gestapo. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es zum Krankenhaus umgewandelt.
Das Gebäude mitten im Zentrum von Lviv hat Flair, aber ist es ist alt und in viele Teilen renovierungsbedürftig.
Es hat aber auch modernere Bereiche, mit medizinischen Geräten, die teilweise durch Europäische Länder oder Stiftungen gespendet wurden.
Nach einem herzlichen Willkommen, führt uns die Geschäftsleitung des Krankenhauses durch die verschiedenen Abteilungen.
Heute sind auch wir hier, um zu helfen. Im Hochsauerland haben wir die komplette Einrichtung der Kinderarztpraxis Dr. Uta Hildebrandt aus Medebach als Spende erhalten und jetzt Lviv nach transportiert.
In diesem Krankenhaus wird in Kürze ein älterer Bereich umfassend renoviert. Es entsteht eine neue Kinderabteilung mit Schwerpunkt der mentalen Behandlung von Kindern mit Kriegserlebnissen (Traumata). In Lviv leben heute viele Mütter und Familien mit geflüchteten Kindern aus dem Osten der Ukraine.
Geld für die Einrichtung gibt es kaum, und wie schön ist es, dass wir die gesamte Einrichtung von Dr. Hildebrandt hier her bringen können.
Ende das Jahr soll alles fertig sein, und wir sind bereits zusammen mit Dr. Hildebrandt zur Eröffnung dieser Abteilung eingeladen.
Weiter geht es zum psychoneurologischen Internat in Pudkamin, ca. 120 Kilometer von Lviv entfernt.
Jan hat keine schönen Erinnerungen an diesen Ort, weil er beim ersten Besuch vor zwei Jahren mit schwere Rückeschmerzen im Auto bleiben musste.
Heute freut er sich, diese Einrichtung ohne Rückenschmerzen ansehen zu können. Dieser Riesenkasten war früher ein Kloster. Nach der sowjetischen Besatzung im Anschluss an den 2. Weltkrieg wurde es später zu einem Gefängnis der russischen Besatzer. Von hier aus sind viele Ukrainer nach Sibirien deportiert worden. Auch wieder ein schwieriges Kapitel aus der Geschichte der Ukraine.
Ca. 200 Menschen mit eine Behinderung, Männer und Frauen, leben heute in dieser Einrichtung.
Uns hat das liebevolle professionelle Verhältnis zwischen Betreuenden und Betreuten beeindruckt. Mit geringen Mitteln wird viel Gutes zustande gebracht.
Die Einrichtung erhält glücklicherweise große Unterstützung von zwei weiteren deutschen Hilfsorganisationen. Ohne diese, könnten sie ihren Bewohnerinnen und Bewohnern kein gutes Essen geben.
Wir tragen zwar nur einen bescheidenen Teil an Hilfsmittel für die 200 Menschen bei, trotzdem freuen sie sich sehr, dass sie von uns nicht vergessen wurden. Und für uns war es eine große Freude, hier sein zu dürfen.
Auch hier erhalten wir ein Einladung für Ende des Jahres 2026. Der Garten wird zum Großteil in Eigenleistung renoviert. Dazu soll ein kleines Amphitheater gebaut werden.
Ende Sommer diesen Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Zurück nach Lviv zu unserem traditionellen Besuch des sehr wichtigen kleinen Arbeitsplatzes von Yuriy Shvets und Taras Didula. Yuriy und Taras stellen spezielle Rucksäcke voll mit Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln zusammen, welche zu den Ärztinnen und Ärzten an die Front geschickt werden.
Das ist eine lebensrettende Arbeit, und es ist für uns sehr beeindruckend zu sehen, wie heute Rucksack Nr. 529 zusammengestellt wird. Bei unserem ersten Besuch vor zwei Jahren war es noch Nr. 398.
Schrecklich, dass dies notwendig ist, aber wie viele Leben konnten mit den medizinischen Rucksäcken bereits gerettet werden! Wir erinnern uns daran, wie es gestern auf dem Ehrenfeld mit den unzähligen Gräbern der gefallenen Männer und Frauen aussah.
Mit Spenden aus Hochsauerlandkreis hat Kipepeo die Kosten für mehrere Rucksäcke zusammen gebracht, und wir möchten Yuriy und Taras bei ihrer Arbeit auch weiterhin unterstützen.
Am Ende bringen wir den vollgepackten Rucksack mit zwei vollen Kartons mit zusätzlichen Medikamenten zur Post. Rucksack Nr. 529 ist schon unterwegs zu einem Arzt an der Front nahe bei Charkiw. Er hat sehr dringend darauf gewartet.
Zum Schluss dieses intensiven Tages haben wir wir im Großhandel Hygieneartikel, welche wir morgen verteilen werden, eingekauft.
Voller Eindrücke sind wir in unsere warmen Betten gesunken.
Und Jan hat von seinem Tischtennis-Match geträumt. 🙂
Kipepeo e.V.: EINLADUNG zur Informationsveranstaltung UKRAINE
Mittwoch, den 11. Februar 2026 15.00 – 16.30 Uhr
Rathaus Stadt Winterberg, Fichtenweg 10, 59955 Winterberg
https://www.schiebener.net/wordpress/kipepeo-e-v-einladung-zur-informationsveranstaltung-ukraine/





