100 Jahre Waldorfschule 2019: Alan Poseners Waldorf-Propaganda im Deutschlandfunk Kultur

Das zweite Goetheanum in Dornach (1928 bis heute), Südansicht (foto: “Wladyslaw”, wikimedia, (CC BY-SA 3.0))

Der Deutschandfunk Kultur lädt den Journalisten Alan Posener (Die Welt, Axel Springer SE) zum Gespräch ein, um den 100. Geburtstag der Waldorfschule zu feiern. Was dieser dabei sagte, entsetzte hpd-Autor Andreas Lichte.

(Der Artikel ist zuerst auf der Website des Humanistischen Pressedienstes erschienen.)

“Hat Posener das wirklich gesagt?”, frage ich mich. Ich kann es nicht fassen und versuche eine Inhaltsangabe – frei, aus dem Gedächtnis –, es geht ja um “Schule”, und das ist doch eine gute Übung, Prüfung …:

  1. Bildung sollte privatisiert werden,
  2. weil Waldorfschulen besser als öffentliche Schulen sind:
  3. Waldorfschulen fördern das Individuum,
  4. deswegen waren sie im Nationalsozialismus verboten.

Boah! Was für ein Blödsinn! Aber meine Inhaltsangabe ist korrekt, wie ich beim Vergleich mit Deutschlandfunk Kultur Der Mensch im Mittelpunkt” feststelle. Ich höre mir den Beitrag auch noch einmal an: “Dieser Individualismus (der Waldorfschulen) rekurriert auf das humboldtsche Bildungsideal”, schwärmt Posener im O-Ton.

“Individualismus”? In der Waldorfschule? Bei meiner Ausbildung zum Waldorflehrer fiel mir dieser Merksatz ein: “In der Waldorfschule steht für jeden eine Schublade offen.”

In einem Interview mit dem Bildungswissenschaftler Prof. Dr. Stefan T. Hopmann frage ich danach, Zitat:

“Lichte: Die Waldorfschulen werben damit, Kinder ‘individuell’ zu fördern. Sehen Sie hier einen Widerspruch zu der in der Waldorfpädagogik verbindlichen ‘Jahrsiebtelehre’ (Rudolf Steiners esoterische Einteilung der Individualentwicklung des Menschen in Abschnitte von 7 Jahren)?

Prof. Hopmann: Waldorfschulen wollen nicht im allgemein üblichen Sinne ‘individualisieren’, d. h. die je einzigartige Persönlichkeit eines Kindes achten. Vielmehr werden entsprechend den Waldorflehren die Kinder unterschiedlichen Charaktertypen, Entwicklungsstufen, Seeleneigenschaften usw. zugeordnet, denen sich dann die jeweilige pädagogische Behandlung unterordnen soll. Gehörst du zum Typ A, richtet sich die Behandlung nach Verfahren B usw. Man kann das recht gut kennenlernen, wenn man sich ansieht, wie Rudolf Steiner selbst in seinen Lehrerkonferenzen Einzelfälle analysierte. Es ging ihm nicht um konkrete Individuen, sondern darum, jedes Kind in eine anthroposophische Kategorie zu pressen.”

Wenn es in der Waldorfschule keinen “Individualismus” gibt, kann das auch nicht der Grund dafür sein, dass Waldorfschulen “im Nationalsozialismus verboten waren”. Waren sie das überhaupt? Alle Privatschulen wurden im Laufe der Zeit im “Dritten Reich” verboten. Die Waldorfschulen bestanden durch nationalsozialistische Protektion aber länger als andere Privatschulen …

Posener übernimmt hier Propaganda, die über Jahrzehnte von der Anthroposophie und den Waldorfschulen verbreitet wurde – das immer wiederkehrende Muster ist: “Die Waldorfschulen waren im Nationalsozialismus verboten …”, gedacht, oder ausgesprochen weiter: “… die Anthroposophie war im Widerstand gegen den Nationalsozialismus!”

“Widerstand”? In meinem Artikel “Anthroposophie und Nationalsozialismus: ‘Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft’” habe ich die Forschungsergebnisse des Historikers Prof. Peter Staudenmaier zur Geschichte der Anthroposophie im Verhältnis zum Nationalsozialismus zusammengefasst. Hier ein Auszug daraus:

“(…) Anthroposophen arbeiteten in allen für sie wichtigen Praxisfeldern mit nationalsozialistischen Organisationen zusammen:

  • Waldorfschulen: “Das Motto der Waldorfbewegung im ‘Dritten Reich’ lautete: ‘Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft.’1 Ihrer Selbstdarstellung zufolge lieferte die anthroposophische Pädagogik einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau des neuen Deutschlands durch ‘die Pflege des völkischen Gedankens und die Betonung des Wesens und der Aufgaben des deutschen Geistes’ und stand damit ‘im Einklang mit der Grundgesinnung des nationalsozialistischen Staates’.2,3
  • Anthroposophische Medizin: “Die Vereinigung anthroposophischer Ärzte stellte eine Hauptstütze der NS-treuen ‘Reichsarbeitsgemeinschaft für eine Neue Deutsche Heilkunde dar’. 4
  • “Biologisch-dynamische” Landwirtschaft: “1935 wurde der ‘Reichsverband für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise’ korporatives Mitglied der nationalsozialistischen ‘Deutschen Gesellschaft für Lebensreform’ (Motto: ‘Die Weltanschauung der Deutschen Lebensreformbewegung ist der Nationalsozialismus’).5 (…)”

Der von Prof. Staudenmaier durchgesehene Artikel ist bei Google auf Platz 1 der Suchergebnisse, wenn man “Waldorfschule Nationalsozialismus”, “Anthroposophie Nationalsozialismus”, “Waldorfschule Nazi” oder ähnliches abfragt.

Weshalb also hat Posener diese schnelle Internet-Recherche nicht gemacht? Zu seinen Gunsten gehe ich davon aus, dass Posener absichtlich anthroposophische Propaganda verbreitet.


Weitere Artikel des Humanistischen Pressedienstes zu “100 Jahre Waldorfschule 2019”:


  1. Vgl. z. B. Bund der Waldorfschulen, “Wesen und Aufgaben der Waldorfschulen” vom 2.3.1935 (BArch, R 4901, Nr. 2519, Bl. 243).
  2. (ebd., Bl. 255)
  3. Peter Staudenmaier, “Der deutsche Geist am Scheideweg: Anthroposophen in Auseinandersetzung mit völkischer Bewegung und Nationalsozialismus”, in: Uwe Puschner/Clemens Vollnhals (Hrsg.), “Die völkisch-religiöse Bewegung im Nationalsozialismus. Eine Beziehungs- und Konfliktgeschichte”,Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2012, Seite 482. “Der deutsche Geist am Scheideweg: Anthroposophen in Auseinandersetzung mit völkischer Bewegung und Nationalsozialismus” im folgenden abgekürzt als “Staudenmaier”
  4. Staudenmaier, Seite 481
  5. Staudenmaier, Seite 489. Weiter Staudenmaier: “Mit Bartsch und seinem Kollegen Franz Dreidax wurden zwei prominente Anthroposophen in den Führerrat der Gesellschaft aufgenommen. Anthroposophische Beiträge erschienen regelmäßig in der Zeitschrift ‘Leib und Leben’ der Gesellschaft. Bartsch konnte 1937 zutreffend behaupten, ‘dass sich die führenden Männer der Demeter-Bewegung rückhaltlos mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen dem nationalsozialistischen Deutschland zur Verfügung gestellt haben’.”
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2 Jahre her

Andreas und Interessierte, lest mal diesen FAZ-Artikel:

“Die große Inszenierung. Der Literaturwissenschaftler Helmut Lethen und seine Frau Caroline Sommerfeld, Autorin der Neuen Rechten, behaupten, ihre Familie sei Opfer von „Sippenhaft“ durch politisch korrekte Kreise. Ist das so?”

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/lethen-und-sommerfeld-und-der-vorwurf-der-sippenhaft-16020233-p5.html?printPagedArticle=true#pageIndex_4

Da ist alles drin, Nazis, Maoisten, Waldorf, Steiner ….

Die Manipulation der/durch die Medien. Schwindel erregend …

2 Jahre her
Reply to  zoom

wo die Rechte Recht hat. hat sie Recht: “(…) Aber die rechte Aktivistin – Caroline Sommerfeld – stilisiert sich öffentlich als die eigentliche Hüterin der Lehre Rudolf Steiners, dem Gerüst der Waldorf-Pädagogik. Diese, schreibt sie, enthalte „so richtig schön rechte Gedanken, die mitten aus dem Zeitzusammenhang der Konservativen Revolution stammen“. Bei Steiner habe ein „Volk nicht nur seine gemeinsame Abstammung, sondern auch seine gemeinsamen Mythen und eine Seele“. Dem ist zunächst schwer zu widersprechen. Rudolf Steiners Weltanschauung war fest im gegenmodernen Diskurs der Jahrhundertwende verwurzelt. In ihr finden sich die typischen Züge neureligiöser Bewegungen dieser Zeit: ein eklektischer Wust aus… Read more »

2 Jahre her
Reply to  Andreas Lichte

“Bei Steiner habe ein »Volk nicht nur seine gemeinsame Abstammung, sondern auch seine gemeinsamen Mythen und eine Seele«”

Die “Volksseele” bei Rudolf Steiner:

“Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie”, Rudolf Steiner, GA 121, Rudolf Steiner Verlag

eine Inhaltsangabe – unter anderem mit der rechten “Kultstätte” “Externsteine” gebe ich in folgendem Artikel: “Ein ‘rechter’ Waldorflehrer soll gehen – Rudolf Steiner bleibt”, https://hpd.de/artikel/11915

Silke Nieder
2 Jahre her

Interessante Hintergründe zur Waldorfschule. Da erscheint doch vieles in einem neuen Licht.

Wer weiß, was Demeter e. V. am stecken hat?

“Bartsch konnte 1937 zutreffend behaupten, ‘dass sich die führenden Männer der Demeter-Bewegung rückhaltlos mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen dem nationalsozialistischen Deutschland zur Verfügung gestellt haben’.”

2 Jahre her
Reply to  Silke Nieder

@ Silke Nieder “Wer weiß, was Demeter e. V. am stecken hat?” Die Frage ist immer, ob man es wirklich wissen will … Demeter geht anschliessend eigentlich nicht mehr. Darüber schreibe ich auch in meinem Artikel ““Anthroposophie und Nationalsozialismus: ‘Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft’”, Zitat: “(…) Autarkie Deutschlands: „Biologisch-dynamische“ Landwirtschaft Hier bot die anthroposophische, „biologisch-dynamische“ Landwirtschaft eine Lösung an: sie verzichtet auf industriell hergestellten Kunstdünger und Pestizide und setzt stattdessen verstärkt auf menschliche Arbeitskraft. „Demeter“, die „Monatschrift für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise“, stellte die NS-Bemühungen um Autarkie in der Landwirtschaft heraus, Artikel hiessen beispielsweise: „Zurück zum Agrarstaat”, September 1933, „Beitrag zum Autarkieproblem”,… Read more »

Silke Nieder
2 Jahre her
Reply to  Andreas Lichte

Danke für die zahlreichen detaillierten Infos! Eine herausragende Recherche!
Wir haben hier in der Nähe einen Hof, der seine Produkte über Demeter vermarktet. Eine Mehrzahl der der Tiere leidet an Pseudotuberkulose (die Krankheit ist nicht meldepflichtig). Aber wenn es nur das wäre ….

Vielleicht ist das Hintergrundwissen einmal nützlich.

2 Jahre her

Nochmal ganz allgemein zu “Propaganda für die Waldorfschule”:

da wird ein Professor interviewt, und ganz am Ende des Interviews gibt es einen Kasten, wo er “vorgestellt” wird – reicht das, um zu verstehen, dass er befangen ist, FÜR DIE WALDORFSCHULEN SCHREIBT:

“Zur Person

Heiner Barz ist Professor für Erziehungswissenschaften und Leiter der Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seine 2012 erschienene empirische Studie zu «Bildungserfahrungen an Waldorfschulen» wurde von der Pädagogischen Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen unterstützt.”

Quelle: https://www.news4teachers.de/2019/01/steiner-war-nicht-dogmatisch-eher-seine-anhaenger-ein-interview-mit-einem-bildungsforscher/

2 Jahre her
Reply to  Andreas Lichte

“Bildungserfahrungen an Waldorfschulen Empirische Studie zu Schulqualität und Lernerfahrungen Sylva Liebenwein ‘Heinrich-Heine-Universität’ Düsseldorf, Deutschland Heiner Barz ‘Heinrich-Heine-Universität’ Düsseldorf, Deutschland Dirk Randoll ‘Alanus Hochschule’ Alfter, Deutschland Die Studie wurde finanziell gefördert durch die ‘Software AG Stiftung’, Darmstadt und die ‘Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen’.” https://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/fileadmin/Redaktion/Institute/Sozialwissenschaften/BF/Barz/Kolumne/Bildungserfahrungen_an_Waldorfschulen.pdf – “Die Software AG Stiftung” fördert anthroposophische Projekte, ist Hauptsponsor der: anthroposophischen “Alanus Hochschule”, die in der Anthroposophie die Aufgabe hat, Rudolf Steiners Esoterik für die Öffentlichkeit als “Wissenschaft” umzuetikettieren, siehe dazu beispielsweise den Artikel: – „100 Jahre Waldorfschule 2019: 100 Jahre Pädagogik aus dem Esoterik-Baukasten Im Jahr 2019 wird die Waldorfschule hundert Jahre… Read more »

gp
2 Jahre her

@ A.L. und Interessierte … Falls am frühen Nachmittag des 23.02.2019 der Blutdruck ein wenig im Keller sein sollte, DLF einschalten: Campus & Karriere von der Didacta 2019 in Köln | 14.05 – 15.00 Uhr https://www.deutschlandfunk.de/100-jahre-waldorf-alternative-zu-bulimie-lernen-und.680.de.html?dram:article_id=441761 “100 Jahre Waldorf – Alternative zu „Bulimie-Lernen“ und Leistungsdruck? Das Konzept Waldorf feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Einst als esoterisch verschrien, finden die Schulen vor allem in den großen Städten immer mehr Anklang. Was lockt Schüler und Eltern an? Was macht die Waldorf-Pädagogik so erfolgreich?” Gesprächsgäste: -> Nele Auschra, Vorstand im Bund der Freien Waldorfschule -> Franz Glaw, Waldorflehrer und Medienpädagoge ->… Read more »

gp
2 Jahre her
Reply to  gp

Oh, der Artikel ist überarbeitet worden:

Neue Überschrift:

“100 Jahre Waldorf – Namentanzen oder sinnvolle Alternative?”

Interne “article_id=441761” ist geblieben.

https://www.deutschlandfunk.de/100-jahre-waldorf-namentanzen-oder-sinnvolle-alternative.680.de.html?dram:article_id=441761

2 Jahre her
Reply to  gp

@ gp

Danke für den Hinweis !

“Jetzt müsst ihr ganz stark sein …”

um die nächste Propaganda-Sendung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu überleben …

“Heiner Ullrich” kenn ich natürlich: der wird im DLF immer als “Kritiker” der Waldorfpädagogik angesagt, und hält dann eine Laudatio …

2 Jahre her
Reply to  Andreas Lichte

mail vom 14.1.2005: Sehr geehrter Dr. Heiner Ullrich, Mit großem Interesse verfolgte ich die Sendung des DLFs zum Thema: „Was machen Waldorfschulen besser?” Ich habe einige Nachfragen, im Skript der Sendung lese ich beispielsweise: “(…) Und das, obwohl der Mainzer Schulforscher einer der schärfsten Waldorfkritiker ist.” Ich habe in dem gesamten feature kein einziges Waldorf-kritisches statement gehört/gelesen, höchstens “Andeutungen”: “Autorin: Der Schulforscher Heiner Ullrich hatte ein so positives Urteil der Schüler an Waldorfschulen nicht erwartet. Gerade die besondere Rolle des Klassenlehrers, der acht Jahre lang die Schüler eng führt, hält er für problematisch.” – Was ist für Sie an der… Read more »

2 Jahre her
Reply to  Andreas Lichte

Antwort von Dr. Heiner Ullrich: Sehr geehrter Herr Lichte, gerne gehe ich hier in aller Kürze auf Ihre Fragen ein; Sie könne mich gerne bei weiterem Interesse an einem Gedankenaustausch auch anrufen: dienstlich [Telefonnummer gelöscht], privat: [Telefonnummer gelöscht]. Als “Waldorfkritiker” werde ich apostrophiert, wiel ich in meiner Dissertation und einigen anschließenden Aufsätzen die anthroposophischen Grundlagen der Waldorfpädagogik einer philosophischen und psychologischen Kritik unterzogen habe – vor allem die Erkenntnistheorie sowie die Entwicklungs- und Temperamentenlehre Steiners (vgl. Ullrich: Waldorfpädagogik und okkulte Weltanschauung, Weinheim/Basel 1991). An dieser kritischen Haltung gegenüber der Anthroposophie als einer Neo-Mythologie mit einem paradoxen wissenschaftlichen Geltungsanspruch halte ich… Read more »

2 Jahre her

“… nach 5 Minuten im Eurythmie-Unterricht war ich SO BERÜHRT …”, sagt die ehemalige Philosophie-Studentin …

am Stand der Waldorfschulen auf der “Didacta” …

ja, ich bin wohl “Masochist”, ich höre den DLF-Beitrag …

2 Jahre her

” … eine Bildungs-erfolgreiche (sic!) Elternschaft, die die Waldorfschule bewußt wählt …”, sagt Heiner Ulrich.

Vergleiche:

Nur das deutsche Bürgertum ist bis heute von Rudolf Steiner begeistert. Die von Steiner begründeten „Waldorfschulen“ sind erste Wahl, wenn Besserverdienende eine Schule ohne Kinder aus „sozial schwachen Verhältnissen“ und ohne Ausländer suchen: „Man bleibt gern unter sich“

https://www.schiebener.net/wordpress/rudolf-steiner-kafkaesk/

2 Jahre her

“ich bin ja auch selbst Waldorfschülerin gewesen – mein Sohn war auch auf der Waldorfschule …”, Nele Auschra, Vorstand im Bund der Freien Waldorfschule:

einmal Sekte, immer Sekte …

2 Jahre her

“… eine Waldorflehrer-Ausbildung ohne die Schriften von Rudolf Steiner kann ich mir nicht vorstellen …”, Heiner Ullrich, weiter: “.. die Lehre Rudolf Steiners ist in einem Maße bestimmend, die Aussenstehende nicht sehen …”

na, immerhin –

fragt sich, ob Heiner Ullrich den “Aussenstehenden” noch erklärt, was mit der “Lehre Rudolf Steiners” eigentlich gemeint ist …

2 Jahre her

“Vieles ist in der Waldorfpädagogik DOGMATISCH …”, Heiner Ullrich, auf die Frage, warum eine Kooperation von Waldorfschule und öffentlicher Schule gescheitert ist:

Waldorfschule in staatlicher Trägerschaft – offener Brief an Senator Ties Rabe, Hamburg, https://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-in-staatlicher-traegerschaft-offener-brief-an-senator-ties-rabe-hamburg/45889

2 Jahre her

“… es ist keine Esoterik mehr, aber es KOMMT AUS DER ESOTERIK …”, Heiner Ullrich, über den “Dreischritt” als waldorfpädagogische Methode: Der Lehrer soll im Unterricht bewusst Fragen offen lassen (erster Schritt), weil das „Ich“ und der „astralische Leib“ des Kindes im Schlaf die körperliche Hülle verlassen und diese Fragen außerhalb des „physischen Leibes“ im Schlaf verhandelt werden (zweiter Schritt). Im dritten Schritt – am Tag danach – holt der Lehrer die Antworten aus dem “Unterbewussten” und bringt sie in das Wachbewusstsein. Dazu schrieb der Anthroposophen-Gründer-Guru Rudolf Steiner: “Das Kind geht aus der Schule, schläft; sein Ich und sein astralischer… Read more »

2 Jahre her

“… der Waldorfklassenlehrer, der 8 Jahre lang, in 8 Fächern unterrichtet … ist ein Waldorf-Unikat …”, Heiner Ullrich vergleiche: “Lichte: Ist es nicht eine Überforderung des Klassenlehrers, 8 Jahre lang alle Fächer unterrichten zu müssen? Welche Qualität kann so ein Unterricht noch haben? Prof. Hopmann: Natürlich hat die Konstruktion, eine einzelne Lehrkraft allzuständig sein zu lassen, zwei entscheidende Risiken: Zum einen gibt es keine Lehrkraft, die tatsächlich sämtliche Schulinhalte auf einem so hohen fachlichen Niveau beherrscht, dass sie die unterschiedlichen Lernbedürfnisse und Lernschwierigkeiten angemessen berücksichtigen kann. Die Schulforschung ist sich da ziemlich einig: Spezialisierung ist notwendig. Zum andern öffnet die… Read more »

2 Jahre her

“… ohne die Lehre Rudolf Steiners käme die Waldorfschule nicht aus …”, Franz Glaw, Waldorflehrer

2 Jahre her

“… fast 90 % der Waldorflehrer sich mit Anthroposophie beschäftigen, zeigen Studien …”, Heiner Ullrich

zoom
2 Jahre her

@Andreas

So viele Einzelkommentare … warum hast du nicht statt dessen einen knackigen Blogbeitrag geschrieben?

2 Jahre her

@ zoom

das ist mitgeschrieben … ( während der DLF-Beitrag lief )

erwartest Du, dass ich “einen knackigen Blogbeitrag” mitschreibe ?

2 Jahre her
Reply to  Andreas Lichte

Als Protokoll wäre es doch auch gut: “Steiner im DLF – das Protokoll”. Why not?

2 Jahre her
Reply to  zoom

@ zoom

ich hab gerade nach einer Text-Version der DLF-Sendung gesucht, und sie nicht gefunden:

das ist ja mitgeschrieben, vermutlich nicht fehlerfrei, das müsste man für einen Artikel/Blogbeitrag schon noch mal überprüfen …

2 Jahre her
Reply to  zoom

… das “Protokoll” der Sendung des Deutschlandfunks (siehe die Kommentare oben) jetzt auch als “Blogbeitrag”:

“100 Jahre Waldorfschule 2019: Der Deutschlandfunk wirbt für die Waldorfschule”

https://www.schiebener.net/wordpress/100-jahre-waldorfschule-2019-der-deutschlandfunk-wirbt-fuer-die-waldorfschule/

2 Jahre her

… für unsere türkischen Leser …:

http://www.cumhuriyet.com.tr/haber/pazar_yazilari/1366471/_Goetheanum__uzay_gemisini_andiriyor.html

Ich weiß selber noch nicht, was in dem “Cumhuriyet”-Artikel steht, “google translator” hat mir bisher nur vorgeschlagen: “Nach Angaben des investigativen Journalisten Andreas Lichte …” und dann kommt irgendwas mit Waldorf-Bewegung und Nationalsozialismus …

2 Jahre her

“100 Jahre Waldorfschule:

Rudolf Steiners ‘survival of the whitest’

“Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse” ist ein Ausspruch Rudolf Steiners, der die vom Begründer der Waldorfschulen behauptete Überlegenheit der “Weißen” zusammenfaßt. Der Erziehungswissenschaftler Prof. Heiner Ullrich behauptet dagegen in der Wochenzeitung “Die Zeit”: “Rassentheorien spielen meiner Einschätzung nach aber in der heutigen Waldorf-Pädagogik keine Rolle.” Passt das zusammen?

(…)“

weiter bei „Humanistischer Pressedienst“: https://hpd.de/artikel/100-jahre-waldorfschule-rudolf-steiners-survival-of-the-whitest-16893

2 Jahre her

„100 Jahre Waldorfschule

„Waldorf hat den Charakter einer Sekte“

Süddeutsche Zeitung, 7. September 2019

(…)

Nicholas Williams, Jahrgang 1981, kennt die Binnensicht gut. Er war Waldorflehrer in Baden-Württemberg – und hat der Schule inzwischen den Rücken gekehrt. Ein Protokoll.

(…)

Was ich da zuletzt erlebt habe, hat mich verstört: Es geht in den Waldorfschulen viel esoterischer zu, als ich mir das früher je gedacht hätte. Waldorf hat den Charakter einer Sekte, und mittlerweile bin ich überzeugt: Waldorf richtet Tag für Tag Schaden an.

(…)“

zum vollständigen Artikel der Süddeutschen Zeitung: https://www.sueddeutsche.de/bildung/100-jahre-waldorfschule-erfahrung-kritik-1.4588339

2 Jahre her

sehr scharfe Kritik der Waldorfschule vom rbb Politikmagazin „Kontraste“, Sendung am 26.09.2019: – “100 Jahre Waldorf-Bewegung: Siegeszug einer fragwürdigen Ideologie Die Wiege der Menschheit liegt in Atlantis. Ein Kind ist eine wiedergeborene Seele und hat ein schicksalhaftes Karma. Mit sieben Jahren wird der Ätherleib geboren, mit 14 Jahren der Astralleib. Dies sind nur einige der Überzeugungen des Anthroposophen Rudolf Steiner, die bis heute Form und Inhalt des Unterrichts in den Waldorfschulen prägen. Kontraste hat zum 100. Waldorf-Geburtstag mit Experten, ehemaligen Schülern und Lehrern sowie Vertretern der Waldorf-Schulen über das seltsame Weltbild der Waldorf-Bewegung gesprochen. Anmoderation: Aber jetzt zu einem Jubiläum… Read more »