100 Jahre Hans Frankenthal

Stiftung Auschwitz-Komitee schreibt Hans-Frankenthal-Preis 2026 aus

Zum Interview siehe auch: https://www.schiebener.net/wordpress/27-januar-1945-jahrestag-der-befreiung-des-kz-auschwitz/ Am Anfang ist der Ton etwas durcheinander. Das ändert sich nach ca. 50 Sekunden.

Am 15. Juni 1926 wurde Hans Frankenthal in einer alteingesessenen jüdischen Familie in Schmallenberg im Sauerland geboren. Dieses Jahr würde er hundert Jahre alt werden.

Für die diesjährige Verleihung des mit 5.000 Euro dotierten nach Hans Frankenthal benannten Preises können Vorschläge und Bewerbungen bis zum 8. Mai 2026 eingereicht werden. Die Ausschreibung richtet sich an Gruppen, Initiativen und Institutionen, die im Sinne der Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung Aufklärungs-, politische und Bildungsarbeit gegen das Vergessen und gegen nationalsozialistische und neofaschistische Bestrebungen leisten.

1943 wurde die Familie Frankenthal, Hans, sein Bruder Ernst und ihre Eltern Max und Adele von den Nazis nach Auschwitz deportiert. Als sie sich an der Rampe trennen mussten, forderte ihr Vater die Brüder auf, nach Schmallenberg zurückzugehen, sollten sie überleben.Hans und Ernst überlebten. Dem Wunsch Ihres Vaters zu folgen, empfanden Sie als ihre Pflicht. Sie gingen zurück unter die Tätern*innen, Mitläufern*innen und Zuschauern*innen, von denen nicht wenige sich wünschten, Schmallenberg wäre „arisch“ geblieben. 

Hans gab nicht nach, wenn er von seiner Nachbar*in die gestohlenen Möbel seiner Familie zurückverlangte oder sich am Stammtisch das Sprechen über Auschwitz nicht verbieten ließ. Er kämpfte darum, dass die ermordeten jüdischen Schmallenberger*innen nicht vergessen werden. Hans und Ernst hatten das konzerneigene KZ Monowitz überlebt. Auf den Aktionärsversammlungen der IG Farben i.A. erinnerte er die Aktionär*innen an ihre Verbrechen und forderte Entschädigungszahlungen.

Später sprach Hans davon, wie dieser Wunsch seines Vaters sein Leben schwer gemacht hat und dass er in Israel wahrscheinlich glücklicher geworden wäre. Israel blieb für ihn, wie für viele Überlebende der Shoah, ein Zufluchtsort. Er engagierte sich u. a. im Vorstand des Auschwitz-Komitees, im Zentralrat der Juden und in der Jüdischen Gemeinde Dortmund. Unbeugsam, hartnäckig, wütend setzte er sich ein für eine gerechte und friedliche Welt ohne Faschismus und Krieg.

Auf der Veranstaltung zum 100 Geburtstag von Hans Frankenthal im Oktober 2026 in Hamburg werden die Preisträger*innen ausgezeichnet.

Näheres zu den Auswahlkriterien, zum Verfahren und zur Form der
Bewerbung unter
www.stiftung-auschwitz-komitee.de/seite/der-hans-frankenthal-preis/1.

Weitere Informationen über die Stiftung Auschwitz-Komitee und den
Namensgeber des Preises unter
www.stiftung-auschwitz-komitee.de.

Bewerbungen: hfp-bewerbung@stiftung-auschwitz-komitee.de.


Stiftung-Auschwitz-Komitee
Stiftung des Bürgerlichen Rechts

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