Gegenwind am Rothaarsteig: Wir dokumentieren die Argumente der Winterberger Windenergieanlagen-Gegner

“Um was geht es bei der Windenergie? Bei der Windenergie geht es nicht um Strom, es geht auch nicht ums Klima, es geht um Geld!”, schreiben die Herausgeber der Website Gegenwind am Rothaarsteig.

In einem Wechselspiel von These und Antithese, hier Mythen und Fakten genannt, präsentieren Willi Schmidt, Michael Brinkmann und Josef Gruß vom “Bündnis Winterberg” sechs Argumente gegen die Windkraft.

Um eine offene Diskussion zu ermöglichen, dokumentieren wir an dieser Stelle die “Mythen und Fakten” des Bündnis Winterberg.

Mythen und Fakten

Mythos 1: Windkraft kann Atom und Kohle ersetzen
Fakt ist: für die Stromerzeugung wird in Deutschland nur ca. 0,6% des Weltenergieverbrauchs benötigt. Strom aus Windkraft fällt naturbedingt nur zeitweise und mit stark schwankenden Ergebnissen an. Im Schnitt liefert eine Windkraftanlage bezogen auf Ihre Nennleistung gerade einmal 2,5 Monate im Jahr tatsächlich Strom. Die Stromerzeugung ist verbrauchsunabhängig und kann nicht gespeichert werden. In Phasen von „zu viel“ oder „zu wenig“ Wind wird, unabhängig von der Anzahl installierter Windkraftanlagen, gar kein Strom erzeugt. Windkraft ist daher weder versorgungssicher noch grundlastfähig. Insofern müssen im Hintergrund zusätzlich immer verlässliche und konstante Energieerzeuger (= konventionelle Kraftwerke) bereitgehalten werden und laufen, um die Stromversorgung zu gewährleisten.

Mythos 2: Windkraft reduziert CO2
Fakt ist: Das für die Stromerzeugung in Deutschland ausgestoßene CO2 hat an den Weltemissionen einen Anteil von ca. 0,9%. Allein China erzeugt in 19 Tagen so viel CO2 wie Deutschland in einem ganzen Jahr. Das durch Windkraft in Deutschland eingesparte CO2 wird durch den EU-Zertifikats-handel einfach an anderer Stelle erzeugt. Der unwirtschaftliche Back-up-Betrieb der konventionellen Kraftwerke zum Ausgleich des Zufalls- Energielieferanten Windkraft erhöht den CO2-Ausstoß zusätzlich. Insofern hat der Ausbau der Windkraft in Deutschland weder spürbaren Einfluss auf die CO2-Entwicklung noch auf das Weltklima.

Mythos 3: Windkraft schafft Arbeitsplätze
Fakt ist: fast nirgendwo auf der Welt sind die Strompreise so hoch wie in Deutschland. Ursache hierfür ist unter anderem das EEG-Gesetz, dass den Ausbau der erneuerbaren Energien hochgradig subventioniert. Bisher wurden hierfür seit 2002 über 120 Milliarden € ausgegeben. In 2014 liegt der Subventionszuschuss bei ca. 24 Milliarden € dem ein tatsächlicher Marktwert des erzeugten Stroms von ca. 3 Milliarden € gegenüber steht. Bezahlen muss das alles der private und gewerbliche Verbraucher. In 2014 macht diese Zwangsumlage bereits ca. 22% unseres Strompreises aus, Tendenz weiter steigend. Die Folge: massiver Kaufkraftverlust für den Privatverbraucher und nicht mehr wettbewerbsfähige Energiekosten für energieintensive Unternehmen. Im Ergebnis führen unsere künstlich hochgepuschten Strompreise zur Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland.

Mythos 4: Gegen Windkraft sind nur Rückständige
Fakt ist: die bisherigen Aktivitäten zur Umsetzung der Energiewende erfolgen ohne jede Koordination und haben außer einer Stromkostenexplosion die langfristig nicht mehr finanzierbar ist, keinerlei Effekte. Die hochgradige Subvention der Zufallsenergie Windkraft blockiert aber sinnvolle Baustellen wie die Reduzierung des Energiebedarfs, die Entwicklung geeigneter Stromspeichersysteme sowie die Entwicklung zukunftsträchtiger Technologien die versorgungssicher, umweltschonend und auch bezahlbar sind. Auf diesen Feldern könnte der Energie- und Emissionszwerg Deutschland einen echten Beitrag für Weltklima und Umweltschutz leisten.

Mythos 5: Windkraft verursacht keine Gefahren
Fakt ist: Windkraft hat erhebliche Nebenwirkungen. Gesundheitlich können für Anwohner durch unzureichenden Abstand von WKA’s Dauerbelästigungen durch Schlagschatten, Geräusch- und Lichtemissionen, Infraschall, optische Bedrängung usw. auftreten. Hierdurch verfallen die Preise für betroffene Immobilien um ca. 30% und mehr. Daneben gibt es gravierende Auswirkungen auf den Natur- und Artenschutz. Am schlimmsten aber: die Zerstörung des Landschaftsbilds durch bis zu 200m hohe Großindustrieanlagen die in Tourismusregionen den wirtschaftlichen Lebensnerv treffen.

Mythos 6: Windkraft ist als Anlageform attraktiv
Fakt ist: nach einer Untersuchung von 1150 Jahresabschlüssen von 127 Windparks durch den Bundesverbandes Windenergie ist die wirtschaftliche Lage der meisten Windparks katastrophal:
– bei 37 % der Windparks sind die Darlehnstilgungen höher als die erwirtschafteten Mittel
– mehr als die Hälfte der Windparks hat in 11 Jahren gar nichts oder max. 2 Jahre lang ausgeschüttet
– bei der Hälfte der Windparks ist das Einlagekapital nach 20 Jahren gefährdet
Die Ursachen für diese desaströse Lage liegen in der zu optimistischen Einschätzung des Wind- aufkommens, den unterschätzten Betriebskosten und ungeplanten technischen Problemen.
An Windkraft verdienen Hersteller, Projektierer, Bauunternehmer, Grundbesitzer, Versicherungen und Banken. Lt. einer Musterrechnung der Ortsgemeinde Weisenheim bleiben hier ca. 97 % der Erlöse hängen während den Betreibern nach Steuern usw. noch ganze 0,7% der Einnahmen übrig bleiben.
Als Fazit bleibt, dass Windkraft als Anlageform hochriskant und wenig rentabel ist. Bürgerwindparks nutzen einigen, aber nicht uns Bürgern!

31 Comments
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Denkmal
7 Jahre her

Zur Subventionierung der Erneuerbaren Energien und weiteren Mythen der o.g. Schreiber:

http://www.iwr-institut.de/de/presse/presseinfos-energiewende/erneuerbare-energien-werden-subventioniert-staat-zahlt-keinen-cent

Johanna
7 Jahre her

Was ist Mythos, was ist Realität? Unter Pkt. 5 werden Gefahren wie gesundheitliche Belästigungen, Verfall der Immobilienpreise und gravierende Auswirkungen auf den Natur und Artenschutz genannt. “Am schlimmsten aber: die Zerstörung des Landschaftsbilds durch bis zu 200m hohe Großindustrieanlagen die in Tourismusregionen den wirtschaftlichen Lebensnerv treffen.” Bleiben die Touristen wirklich aus? Gibt es dazu Zahlen und Daten aus vergleichbaren Urlaubsregionen? An der Küste, wo so mancher Winterberger Windräder erstaunlicherweise gern sieht, gibt es inzwischen sehr viele Windparks. Sie stehen im Wasser und auf dem Land. Obwohl der Schlagschatten dieser Riesen schon mal die Ferienwohnung trifft, habe ich noch nichts von… Read more »

Walter F.
7 Jahre her

Interessanter Link. Laut Homepage erbringt das IWR („Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien“) Marketingdienstleistungen für die Regenerative Energien-Branchen. Die Publikationsliste des Instituts (Agentur?!) liest sich entsprechend. Interdisziplinarität und Knowhow liegen dort offenbar vor. Unabhängige Forschung betreibt man allerdings nicht.

Im Gegensatz dazu finde ich obige Antithesen (nach erster oberflächlicher Recherche) in den Veröffentlichungen renommierter Forschungsinstitute (ifo-Institut etc.) bestätigt. Die “Schreiber” scheinen ihre Hausaufgaben also durchaus gemacht zu haben.

7 Jahre her
Reply to  Walter F.

@Walter F.

Dann bitte her mit den Links zum zweiten Absatz. Behaupten lässt sich viel.

Denkmal
7 Jahre her

„nicht mehr wettbewerbsfähige Energiekosten für energieintensive Unternehmen“ Wie beim VIK – Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. nach zulesen ist haben wir zur zeit das Kosten-Niveau von 2005 wieder erreicht: http://vik.de/tl_files/downloads/public/strompreisindex/VIK_Index_Daten_Version1.pdf „Im Ergebnis führen unsere künstlich hochgepuschten Strompreise zur Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland“ Ja, müssten die nicht schon seit Jahren nach Frankreich abwandern? Der Hauptgrund warum das nicht passiert, ist der Tatsache geschuldet, dass der Energiekostenanteil am Bruttoproduktionswert bei den 36.000 Industriebetriebe zu fast 90% im Mittel weniger als 3% des Bruttoproduktionswerts (BPW) ausmachen (Angaben statisches Bundesamt). Energiekosten über 5% des BPW betreffen nur 3,4 % der Betriebe… Read more »

Walter F.
7 Jahre her

Zu Frankreich fallen mir Stichworte wie Dirigismus und drohender Bankrott ein. Der Mittelstand ist schlauer: Ab nach Osteuropa… Der niedrige Energiekostenanteil am BPW ist bekanntlich Ergebnis von Knowhow-Vorsprung, Innovationsstärke und Eigen-Energieerzeugung (und –verbrauch) deutscher Industrie. Alles nicht in Stein gemeißelt… Nettoanlageinvestitionen energieintensiver Industriezweige in Deutschland muss man schon seit Jahren mit der Lupe suchen. Und das setzt sich natürlich über die gesamte Wertschöpfungskette der deutschen Industrie fort! Die Investitionszurückhaltung ist doch mittlerweile im Mittelstand angekommen. Der industrielle Kapitalstock in Deutschland verfällt auf breiter Front. Es ist nur mehr ein Zehren von der Substanz. Der Grund für die Investitionszurückhaltung liegt aber… Read more »

Walter F.
7 Jahre her

Tourismus, gutes Stichwort von Johanna. Wurmt mich auch. Ein paar Studien und Gutachten lassen sich bei Google durchaus finden. Kein einheitliches Bild, tendenziell nur geringe Tourismusrückgänge. Auf den ersten Blick unproblematisch. Plausibel scheint mir das allerdings nicht. Wahrscheinlich weisen alle Studien einen Bias auf und unterschätzen die Tourismusrückgänge systematisch. Bei Befragungen werden bekanntlich zeitgeistkonforme/opportune Angaben gemacht (Stichwort Political Correctness). Wenn es an die Umsetzung geht, wird aber doch gerne mit der Brieftasche bzw. den Füßen abgestimmt und das Windkraftgebiet gemieden. Es geht immerhin um „die schönste Zeit des Jahres“, da ist der Verbraucher besonders kritisch. Windkraftfreie Alternativen gibt es reichlich.… Read more »

7 Jahre her

Moin! Moin! Melde mich mal aus einer kleine Grippe-Pause zurück. Es gibt mit den sechs Punkten der Windkraftgegner ein paar Probleme, die wir hier zu lösen versuchen könnten. Welcher Seite das nützt, wer weiß das schon im Vorwege? Das erste Problem: Die Formulierung von sechs Mythen unterstellt, dass die Windradbefürworter ihre Befürwortung auf genau diese Punkte stützen. Die Windradgegner laufen Gefahr, dass sie hier einen Popanz aufgebaut haben, der leicht unterlaufen werden kann. Das zweite Problem: Die Argumente der Windradgegner sind IMHO nicht ausreichend belegt. Sie setzen gewissermaßen auf ein verborgenes Einverständnis. Um meinen ersten Punkt deutlich zu machen, fange… Read more »

Denkmal
7 Jahre her

@walter F. Die Deutsche Bank hat sich mit Libor-Skandal und anderen Leckereien nicht ansatzweise in eine Position versetzt, um auf dbresearch nun glaubhaft zu sein. Die fehlende Glaubwürdigkeit zeigt m.E. die Betrachtung der Kostenaufteilung des produzierenden Gewerbes am BPW für das Jahr 2011: Material u. Rohstoffkosten 44,6 % Personalkosten 16,8 % Einsatz Handelsware 11,5 Steuern, Abschreibungen, Mieten, Zinsen 7,7% Energiekosten 2,1% Sonstige Kosten 17,3% Der Grund für die Investitionszurückhaltung kann demzufolge nur in einer empfundenen abnehmenden Versorgungssicherheit liegen!? Dies ist als Argument mit Blick auf Deutschland eher zu vernachlässigen, hat aber bei der schleppenden Erholung von Ländern wie Portugal Griechenland… Read more »

7 Jahre her

Gerade auf Deutschland-Radio Kultur gehört. Sehr interessant:

http://www.deutschlandradiokultur.de/eeg-novelle-vom-vorreiter-zum-bremser-deutschland-und-die.970.de.html?dram:article_id=298033

“Schwarz-Rot hat das Erneuerbare Energien Gesetz novelliert. Eine schlimme Ausbaubremse, kritisiert Hans-Josef Fell. Als Bundestagsabgeordneter der Grünen hat er das EEG im Jahr 2000 noch mit auf den Weg gebracht …”

Die Website von Hans-Josef Fell:
http://www.hans-josef-fell.de/content/

Walter F.
7 Jahre her

Für meinen bescheidenen Teil an einer der fraglichen Flächen wurde mir von Projektentwicklern ein komfortabler fünfstelliger Pachterlös in Aussicht gestellt. Holz und Jagdgeld sind dann nur noch Trinkgelder. Wildverbiss, Zäune, Wegebau – alles nicht mehr von Bedeutung. Die Gier der Nachbarn zwingt wegen der Eigentumsstrukturen auf den Flächen und dem Flächenverbrauch eines Windparks regelrecht zum Mitmachen. Mein individuelles Empfinden lässt sich daher vor allem mit „obszön“ beschreiben: Die hohen Erträge, die Gier, der Zwang, das Einlullen durch die interessierten Unternehmen. An so einem Geschäft muss was faul sein. @denkmal: Ihre Skepsis gegenüber der volkswirtschaftlichen Abteilung der DB in Ehren, aber… Read more »

7 Jahre her
Reply to  Walter F.

“Und das Hantieren mit aggregierten Zahlen wie in einem Proseminar der Staatswissenschaften scheint mir die Lebenswirklichkeit mittelständischer Unternehmer nicht wirklich abzubilden. Jedenfalls höre ich eben diese Unternehmer viel eher über hohe Strom-/Energiekosten lamentieren als bspw. über hohe Lohnkosten.”

Das ist nun wirklich billige Polemik. Denkmal hat Zahlen und Zusammenhänge genannt. Darauf bitte eingehen.

Walter F.
7 Jahre her

Die Lebenswirklichkeit des Mittelstands sieht so aus:
http://www.welt.de/sonderthemen/mittelstand/finanzierung/article132370244/Mittelstaendler-sehen-sich-durch-Stromkosten-bedroht.html

Mit volkswirtschaftlichen Daten Probleme beschönigen wollen, mit dem sich der Teil der Bevölkerung täglich zu befassen hat, der den großzügig umverteilten Wohlstand überhaupt erarbeitet: Das ist Polemik.

7 Jahre her
Reply to  Walter F.

Sind die Zahlen von Denkmal falsch oder richtig?

7 Jahre her

Punkt 1 der 6 Punkte ist für mich abgearbeitet, es sei denn es gibt einen begründeten Einwand.

Ich würde jetzt gerne zu Punkt 2 der Argumente der Windenergieanlagengegner kommen:

Mythos 2: Windkraft reduziert CO2
Fakt ist: Das für die Stromerzeugung in Deutschland ausgestoßene CO2 hat an den Weltemissionen einen Anteil von ca. 0,9%. […] Insofern hat der Ausbau der Windkraft in Deutschland weder spürbaren Einfluss auf die CO2-Entwicklung noch auf das Weltklima.

Frage: Wird dieser “Mythos” so vertreten? Bitte belegen. Wenn ja, in die Argumentation einsteigen.

Walter F.
7 Jahre her

Nicht die Richtigkeit hochaggregierter Zahlen zur Kostenstruktur der bekanntermaßen energieeffizienten deutschen Industrie wird angezweifelt, sondern ihre Relevanz. Für Investitionsverhalten und (zeitverzögert) Beschäftigungsentwicklung sind Entwicklungen im zeitlichen und wettbewerblichen Kontext von Relevanz: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/273344/umfrage/strompreisaenderungen-fuer-die-industrie-im-europaeischen-vergleich/ Das eigentliche Problem liegt sowieso nicht bei den Industrie-, sondern den Verbraucherstrompreisen. Die Industrie wird Ausweichstrategien entwickeln. Justus Haucap, bekannt als ehemaliger Vorsitzender der Monopolkommission: „Die bisherige Förderung des Ausbaus erneuerbarer Energien … hat durch den planwirtschaftlichen Ansatz zahlreiche Verwerfungen und Ineffizienzen bewirkt. Neben dem ganz allgemeinen klimapolitischen Versagen … ist vor allem auch ein massives ordnungspolitisches Versagen festzustellen. Das bisherige Fördersystem hat zu einer massiven Überförderung einzelner… Read more »

Gabi
7 Jahre her

Die Energiewende verhagelt der RWE und anderen Energie-Riesen die Bilanzen.

Klick:

http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article125294956/Energiewende-beschert-RWE-Milliarden-Verlust.html

Weht der Gegenwind auch aus der Richtung?

7 Jahre her
Reply to  Gabi

@Gabi
Na klar, die Energieerzeuger sind ja keine “einheitliche Front”. Die Vermarkter fossiler Energien sehen ihre Felle davon schwimmen. Jeder ist sich selbst der Nächste.

Wie schnell solche Industriesaurier vom Markt gefegt werden, konnte man ja bei der alten Stahlindustrie sehen. Siehe Mannesmann.

Das alles spielt sich ja im Rahmen unseres Wirtschaftssystems ab. Das heißt Kapitalismus, und wer da nicht aufpasst wird gefressen.

Walter F.
7 Jahre her

Kapitalismus im Neunzehnten Jahrhundert: Häufige Windstille macht Windräder zu Dinosauriern. Sie werden von Dampfmaschinen gefressen. Industrialisierung, Wohlstand.

Kapitalismus (?!) im Einundzwanzigsten Jahrhundert: Die Politiker machen ordentlich Wind. Die Windräder werden aus der Mottenkiste hervorgekramt. Investitionszurückhaltung in der Industrie, Wohlstandsverluste.

Was die verhagelten Bilanzen zeigen ist die Abwendung vom Standort Deutschland. Schauen Sie mal wo die Umsätze inzwischen herkommen. Bei Eon z.B. aus Brasilien und der Türkei. Gefährlich! Sobald das Auslandsgeschäft trägt wird das Deutschlandgeschäft “ausgeknipst”, wartungs- und daher kostenintensive Anlagen und Atom-Altlasten durch Umstrukturierungen mittels Insolvenzen „entsorgt“.

Elektrolurch
7 Jahre her

Gut, dass der Strom aus der Steckdose kommt, die fossilen Brennstoffe ewig währen und der Atomstrom totsicher ist.

7 Jahre her

@Elektrolurch:

Der (un-)wirtschaftliche Aspekt des Atomstroms:

“Ohne hohe staatliche Subventionen geht es bis heute nicht. Bislang sei kein Atomkraftwerk von privaten Investoren unter marktwirtschaftlichen Bedingungen finanziert und gebaut worden, schreibt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer Studie. Der hohe Bedarf an Forschung und Entwicklung, die Versicherung gegen Unfallrisiken und die Endlagerung der Abfälle mache Atomkraft “gesamtwirtschaftlich unrentabel”.”

http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-09/atomkraft-ausbau

Gabi
7 Jahre her

Ein Argument für Windkraft ist, dass diese Technik beherrschbar ist. Ganz anders ist das – wie wir alle wissen (müssten) – bei der Atomenergie!

Klick:

http://www.wdr5.de/sendungen/neugiergenuegt/freiflaeche/fukushima456_lpic-2_lupe-true.html

Denkmal
7 Jahre her

Die RWE AG fördert Öl, Gas und Braunkohle, baut und betreibt konventionelle Kraftwerke, handelt mit Rohstoffen, ist mit dem Transport und Vertrieb von Strom und Gas aktiv. Wenn also einer der größten europäischen Strom- und Gasanbieter auch im Ausland Geld verdient, soll ich das als Problem sehen? Mittlerweile versucht die RWE mal wieder vom Mischkonzern etwas weiter weg zukommen. Aber die Entscheidung mit den Erneuerbaren Energien kein Geld verdienen zu wollen hat die RWE immer eigenverantwortlich getroffen. Es gab nie ein Verbot für die RWE und andere ein Windrad oder eine PV-Anlage betreiben zu dürfen! Wer ein solches Mißmanagement betreibt… Read more »

7 Jahre her
Reply to  Denkmal

:

Sind im letzten Absatz RWE-Aktien gemeint?

Denkmal
7 Jahre her

Machte Rockefeller füher in Öl, will die heutige Rockefeller-Stiftung sich aus dem Kohle- und Ölgeschäften zurückziehen. Damit werden Sie Teil einer Allianz von 800 Stiftungen mit dem Ziel ca. 50 Mrd. Dollar aus Geschäften mit fossilen Brennstoffen abzuziehen.
Das könnte einen Ruck zur Folge haben.
Leben dort Menschen die die Folgekosten aus dem heutigen gesellschaftlichen Tun kennen?

http://www.handelsblatt.com/technologie/das-technologie-update/energie/kursschwenk-der-rockefeller-erben-erneuerbare-energien-statt-oel/10741048.htmlbaejecti collec

Walter F.
7 Jahre her

@Gabi: Ja wenn die Windkraft die Atomkraft vollständig ersetzen könnte. Kann sie aber – leider – auch in Jahrzehnten nicht. Stichwort Reservebetrieb. Und in den übrigen europäischen Ländern hält man an der Atomkraft fest. Kein wesentlicher Sicherheitsgewinn also, denn ein GAU in Frankreich käme sicherlich nicht nur mir ganz genau so ungelegen wie einer in Bayern. Einerseits also (im Gegensatz zu den Sprüchen aus Berlin) kein evidenter Sicherheitsgewinn, andererseits EEG-Auszahlungen von unglaublichen 240 Mrd. allein bis 2018 (S. 94): https://www.bdew.de/internet.nsf/id/83C963F43062D3B9C1257C89003153BF/$file/Energie-Info_Erneuerbare%20Energien%20und%20das%20EEG%20%282014%29_24.02.2014_final_Journalisten.pdf Was glauben Sie wer das zahlt, wo die großen gewerblichen Stromverbraucher doch von der EEG-Umlage weitgehend befreit worden sind? Und… Read more »

Gabi
7 Jahre her

@Walter F.

Bei allem Verständnis für die vielen Gegenargumente, ich bleibe dabei:
Atomkraft ist Harakiri!
Und:
Erneuerbare Energien sind mit Abstand das kleinere Übel!
Die Gretchenfrage ist:
Wollen wir die Energiewende oder wollen wir sie totreden und -treten!?

7 Jahre her
Reply to  Gabi

@Gabi Atomstrom ist unwirtschaftlich. Die enormen gesellschaftlichen Kosten sind nur nach hinten verschoben. Einige müssen heute schon bezahlt werden. Frankreich wird sich auch nicht mehr lange freuen. Es wird kein Weg an den sogenannten Erneuerbaren vorbeiführen. Wie denn auch? Die Windenergie wird (weltweit) einen, wahrscheinlich kleineren Anteil haben, aus den geophysikalischen Gründen, die ich schon genannt habe. Die Entwicklung der Technik wird vorangehen. Ein Windrad ist leichter zurückgebaut, als ein AKW. Der Teil der Energiekonzerne, der auf die regenerativen Energien setzt wird überleben, die Fossilen werden heute noch versuchen, mit ihrem Gejammer so viel Knete wie möglich abzugreifen, um dann… Read more »

Walter F.
7 Jahre her

@Gabi: „Harakiri“ scheint mir kein tauglicher Begriff für Hochtechnologie made in Germany by Siemens. Wenn Sie hingegen schrüben, dass die Atomkraft eine Technologie ist, deren Gefahren in gängigen Risikomodellen wegen einerseits singulären Auftretens der Schadensfälle und andererseits dann dramatischer Schadenshöhe eklatant unterzeichnet werden und ihre soziale Kosten in den Strompreisen daher nicht annähernd eingepreist sind, wäre ich ganz bei Ihnen. Dass man von Atomkraft aus ethischen Gründen wegkommen muss kann nun wirklich niemand ernsthaft anzweifeln. Aber was wir derzeit machen ist eine im Gesamtzusammenhang verschwindend geringe Anzahl AKW abschalten und das resultierende Loch durch Verstromung schmutziger Braunkohle stopfen sowie die… Read more »

7 Jahre her

Ja und jetzt? Beschränken Sie sich doch einfach mal auf einen Punkt. Warum sollte ich mich mit einer solchen Nichterkenntnis auseinandersetzten? “auch noch die hintersten Winkel Deutschlands durchkommerzialisiert und tradierte Besitzverhältnisse auf dem Land gestürzt werden sollen” Der hinterste Winkel Deutschlands ist schon lange, lange, lange “durchkommerzialisiert”. Oder meinen Sie die Fichten werden verschenkt? Der Rest trägt auch nicht zu weiteren Erkenntnissen bei. Im Grunde genommen hat Denkmal schon alles gesagt, als er schrieb: “Die Glaubwürdigkeit der Windkraftgegener würde steigen, wenn Sie sagen, dass es nach Ihrem individuellen Empfinden Sche… aussieht.” Den Begriff “Kommerz” führen Sie warum in die Diskussion… Read more »