Westfalenpost Winterberg Quo Vadis?

Bekommt die Westfalenpost Winterberg ernstzunehmende Konkurrenz. (screenshot: zoom)
Bekommt die Westfalenpost Winterberg ernstzunehmende Konkurrenz. (screenshot: zoom)

Die Westfalenpost, eine der vier nordrheinwestfälischen Tageszeitungen der WAZ-Gruppe, ist dabei in Winterberg von  der Koerdt Promo4You GmbH an die Wand gedrückt zu werden.

Diese GmbH gibt einmal wöchentlich den gedruckten „Briloner Anzeiger“ heraus, ein Anzeigenblatt, welches  sich inzwischen auch in Winterberg ausgebreitet hat.

Allein diese Tatsache wäre für die WP im Winterberger Raum kein Grund zur Panik, denn der „Briloner Anzeiger“ erscheint lediglich einmal die Woche und enthält die üblichen Artikel, die ein Anzeigenblatt auszeichnet.

Seit einem Monat hat das Unternehmen seinen Printbereich um einen Internetauftritt ergänzt, der es in sich hat. Täglich frisch und aktuell mit Fotos und Berichten, greift „winterberg-totallokal“ die Westfalenpost bei deren altbackenen Internetauftritt im Rahmen von „derwesten“ an.

Anzeigenkunden scheinen schon in größerer Anzahl requiriert, und als Petitesse ist zu vermelden, dass das „Internetschaufenster“ Winterberg-totallokal in Zusammenarbeit mit der Stadtmarketing Winterberg mit seinen Dörfern e.V. als Newsplattform für Winterberg erstellt wird.

Vor einigen Jahren soll Gerüchten zufolge ein Signal aus der Eigentümerzentrale der WAZ gelautet haben: Die Lokalredaktionen müssten lediglich so gut sein, dass die konkurrierenden Anzeigenblätter im Schach gehalten würden.

Heute steht die Lokalredaktion in Winterberg vor dem Problem, dass sich die Stadt mit ihren Marketingwünschen einem anderen Partner zugewendet hat und sich die Anzeigenkunden anschauen werden, wie der eigene Return ist.

Die Westfalenpost hat mehrere Möglichkeiten:

1. endlich auf qualitativ guten Journalismus setzen, da haben die Werbeblätter nämlich nicht viel zu bieten

2. die Mutter WAZ kauft die Koerdt Promo4You GmbH aus der Portokasse

3. abwarten und nichts tun.

Ich persönlich würde auf die Eins setzen, dazu wären allerdings einige Änderungen nötig:

1. Der Konzern unterstützt echten Lokaljournalismus mit den nötigen Ressourcen. Geld scheint vorhanden, wie dem Interview mit Bodo Hombach zu entnehmen ist.

2. Es werden Umstrukturierungen vorgenommen, die es den Journalisten vor Ort ermöglichen, zu recherchieren.

3. Für dringende Aufgaben (langfristige Recherche u. a.) gibt es Unterstützung von außen, Hagen, Essen, Rechercheteam etc.

Vielleicht findet jemand noch mehr Punkte, aber das sind meine 5 Cent für heute Nacht.

11 Gedanken zu „Westfalenpost Winterberg Quo Vadis?“

  1. Dieses Format wird ja schon seit längerer Zeit in Brilon unter http://www.brilon-totallokal.de angeboten. Erst vom Städtespiegel gefüttert, nachdem der eingestellt wurde vom Briloner Anzeiger übernommen.. Ist eine meiner wichtigsten Webseiten geworden, um Nachrichten aus meiner Heimatstadt mitzubekommen.

  2. @Jan: Mein Eindruck ist ebenfalls, dass sie sehr geschickt agieren. Durch die tägliche Abdeckung des „Bratwurstjournalismus“ im Netz geht der täglich erscheinenden WP so ein weiteres Alleinstellungsmerkmal verloren.

    Bleiben nur noch die Todesanzeigen, aber das wäre das nächste Feld …

  3. @zoom: Na, wegen den Anzeigen brauchst die WP auch nicht mehr. Da muss man sagen hat die WAZ Gruppe nen relativ gutes Portal eingerichtet. Zu finden hier: http://waz.trauer.de/

    hier im Haus ist keine WP mehr am Start

  4. @Jan: Kann man trauer.de für seinen Ort abonnieren? Zur Zeit gucke ich nämlich immer erst im Nachhinein rein, wenn ich mir einen Trauerzug im Ort nicht erklären kann.

  5. Ach, Herr Schiebener, Herr Schiebener!
    Ich lese Ihren Blog ab und zu wirklich gern.
    Das ist ein bisschen um die Ecke gedacht, spannend.

    Aber wenn Sie die Kategorie Medienkritik aufschlagen, dann frage ich mich immer, was sie reitet. Hat Sie besagter Verlag mal abgelehnt? Hat Ihnen einer der Leute die Frau ausgespannt? *scherz

    Mal im Ernst: Wenn so eine mies gemachte Website mit eingelesenen Pressemitteilungen und holzschnittartigen Fotos der Zukunft der Medien und der Untergang der Zeitung in Winterberg ist – dann: Dann müssten Sie sofort an der Schule kündigen und ich auch meinen Job verlassen. Wir müssten sofort in jedem Ort eine solche Seite aufziehen und würden bei wenig Aufwand reich mit Geld und Gold.

    Das ist doch Unsinn, und das wissen Sie auch.
    Wenn auf dieser Seite auf einmal viele gute Mitarbeiter aktiv wären, dann wäre es anders. Aber das wird niemand bezahlen können, denke ich.

    Etwas irritiert hat mich Ihr Wunsch nach Umstrukturierungen. Das kann nur jemand fordern, der zwar alle paar Jahre aus Düsseldorf vom Ministerium mit neuem Quatsch genervt wird, aber noch nie eine Umstrukturierung erlebt hat. Ich habe das in mehreren mittelständischen Unternehmen erlebt und begleitet. Das geht so: Mit 10 Prozent weniger Leuten machen wir 20 Prozent mehr Umsatz. Danach hat keiner mehr Zeit und keiner liefert besseren Qualität, im Gegenteil.

    Also, Schuster bleib bei Deinen Leisten: Machen Sie weiter mit Ihrem Blog, aber sehen Sie bitte manche Dinge nicht so reflexartig eindimensional. :)

  6. Ach Herr brillljoe, Herr brillljoe!

    Hätten Sie es doch unterlassen, sich in merkwürdigen Unterstellungen über mein Leben und meine Arbeit zu ergehen. Ich würde Ihnen mit noch mehr Freude antworten, außerdem könnten wir uns dann über die eigentlichen Argumente austauschen und Sie würden eventuell erkennen, dass ich die Dinge nicht reflexartig eindimensional sehe. Noch etwas: „mich reitet“ nichts und ich habe einfach nur Spaß daran, ein Blog herauszugeben und auch ab und zu selbst zu schreiben. Kurz und gut:wenn Sie mir antworten sollten, was ich natürlich hoffe, lassen Sie persönliche Unterstellungen einfach weg.

    Den eigentlichen Kern Ihrer Argumentation und ich gehe davon aus, dass wir beide über total-lokal sprechen, teile ich. Sie entspricht im Wesentlichen meinen Grundgedanken, die mich bei vielen Beiträgen leiten. Ihr Zitat:

    „Mal im Ernst: Wenn so eine mies gemachte Website mit eingelesenen Pressemitteilungen und holzschnittartigen Fotos der Zukunft der Medien und der Untergang der Zeitung in Winterberg ist – dann: Dann müssten Sie sofort an der Schule kündigen und ich auch meinen Job verlassen. Wir müssten sofort in jedem Ort eine solche Seite aufziehen und würden bei wenig Aufwand reich mit Geld und Gold.“

    Also: Wenn die Qualität von Reklamemedien die Zukunft des Journalismus wäre, wäre ich sehr frustriert. Ich hatte geschrieben: „endlich auf qualitativ guten Journalismus setzen, da haben die Werbeblätter nämlich nicht viel zu bieten“

    Was die Umstrukturierungen angeht, so kenne ich durchaus die von Ihnen beschriebenen Erfahrungen. Daher hatte ich geschrieben: „Der Konzern unterstützt echten Lokaljournalismus mit den nötigen Ressourcen.“

    So weit erst einmal.

  7. Woher kommen den die Werbeumsätze!

    Ich habe mir gerade das GOOGLE Ranking des immerhin schon 1 Jahr bestehenden Seite angeguckt….

    Es wird bei google doubleAD nicht mal richtig gefunden.

    Minimalre Reichweite. Da braucht sich der Westen keine Gedanken zu machen.

    Brilon totallokal.de war zu Städtespiegel Zeiten schon katastrophal und wenn ich ehrlich bin ist es fast noch schlimmer geworden.

    Übrigens betreibt laut Impressum:

    COMSYSTEM Handelsges.mbH

    Möhnestraße 16
    59929 Brilon

    Tel. Nr. 02961 – 97070

    die seite!

    1. @Ibanozzie: scroll mal im Impressum etwas weiter runter: http://winterberg-totallokal.de/?ind=impressum Du hast aber Recht, die Website ist im Internet schlecht repräsentiert und vernetzt. Ich will sie übrigens auch gar nicht hochjazzen. Deine Einschätzung zu Brilon totallokal teile ich weitgehend. Da fehlte eine gewisse „Internet-Kommunikationsfähigkeit“. Ich habe bei Winterberg mit größerer „Smartness“ gerechnet. Falls die nicht da ist oder kommt, wirst Du wohl Recht behalten.

Kommentare sind geschlossen.