W.I.M: Wenders in Motion

Im Lauf der Zeit – eine Wim Wenders Ausstellung im Frankfurter Filmmuseum

Exponat am Eingang zur Ausstellung (foto: zoom)

Vom 11. März bis zum 18. Oktober 2026 ist im DFF, dem Deutschen Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt am Main, eine sehr interessante Ausstellung über den Filmemacher Wim Wenders zu sehen.

Ich habe W.I.M. Im Lauf der Zeit am Samstagnachmittag besucht und gedacht, dass ich in zwei Stunden alles gesehen und aufgenommen haben sollte – ein Irrtum. Als das Museum um 18 Uhr schloss, hatte ich höchstens die Hälfte bewältigt.

Mit Hilfe eines Audio-Guides konnte man sich die Lebens- und Filmgeschichte von Wenders, die er persönlich auf Deutsch oder wahlweise Englisch eingelesen hat, an den einzelnen Stationen anhören.

Musik spielte für den jungen Wim Wenders eine große Rolle (foto: zoom)

Die vielen erzählten Geschichten waren an sich schon interessante Miniaturen. Es hätte gereicht, mich in eine dunkle Ecke zu verziehen und auf einem bequemen Sitz, den Guide von vorn bis hinten durchzuhören. Aber dann sind dort noch die vielen Bilder, Filmausschnitte, Texttafeln und Figuren zu entdecken.

Wim Wenders bei den Dreharbeiten zu LISBON STORY auf dem Dach des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt 1994 (foto: zoom)

Vor einiger Zeit haben wir eine 10er-DVD-Box mit Wenders bekannten Filmen an mehreren Abenden hintereinander angesehen: Alice in den Städten; Der amerikanische Freund; Der Stand der Dinge; Paris, Texas; Der Himmel über Berlin; Bis ans Ende der Welt; In weiter Ferne, so nah! Lisbon Story; Buena Vista Social Club; The Million Dollar Hotel.

„In vielen seiner Filme stellte er nachdenkliche, suchende Figuren in den Mittelpunkt, die immer in Bewegung sind – per Zug, Auto, Schiff, Motorrad, Flugzeug oder Lastwagen. Wenders holte so Road Movie und Rockmusik ins deutsche Kino und teilte seine Faszination für die US-amerikanische Popkultur. Damit begeisterte er schon in den 1970er und 1980er Jahren das Kinopublikum, das sein kunstvolles Filmschaffen bis heute bewundert.“ (https://www.dff.film/ausstellung/w-i-m-im-lauf-der-zeit/)

On the Road – Im Lauf der Zeit (foto: zoom)

Mich haben insbesondere die Hintergrundinformationen zu den Filmen fasziniert. Viele Drehbücher sind erst während der Dreharbeiten weiter entwickelt worden, Dialoge entstanden manchmal erst in der Nacht vor dem nächsten Drehtag.

Wenders war fasziniert von der Weite des US-Amerikanischen Westens (siehe bspw. Paris, Texas).

„Das Reisen und In-Bewegung-Sein ist ein zentrales Motiv seiner Filme und spiegelt auch Wenders’ Methode wider: Neue Orte inspirieren ihn zu Geschichten. Er ist ein Regisseur, der sich ständig weiterentwickelt, angetrieben von einer unerschöpflichen Neugier auf neue Genres und Erzählformen, einer Lust, das Geheimnis von Künstler*innen aus Disziplinen wie Tanz, Mode, Architektur, Musik und dem Film selbst zu entschlüsseln. Auch die Suche nach technischen Innovationen, die immer neue Bilder ermöglichen, prägt seine Arbeit.“ (https://www.dff.film/ausstellung/w-i-m-im-lauf-der-zeit/)

Lou Reed an Wim Wenders

Wim Wenders Filme strahlen häufig eine schräge Einsamkeit aus. Gleichzeitig ist er mit vielen Musiker*innen, Schauspieler*innen, Autor*innen und anderen Künstler*innen hochgradig vernetzt.

Auf dem Soundtrack von BIS ANS ENDE DER WELT sind u.a. U2, Talking Heads, Patti Fred Smith, Nick Cave und Lou Reed zu hören.

Bob Dylan hat 2005 ein Szenenfoto aus DON’T COME KNOCKING übermalt.

Gemälde von Bob Dylan, 2005 (foto: zoom)

Als ich bei den Engeln angekommen war, schloss die Ausstellung.

Schon als junger Mensch malte Wim Wenders Engel. In DER HIMMEL ÜBER BERLIN und IN WEITER FERNE, SO NAH! bringt er sie in seinen Filmen als Schutzengel unter. Sie begleiten zwar die Menschen, können aber nicht in ihr Leben eingreifen, nur beobachten. Wenders sieht die Engel als das Gute und Kindliche. Für Erwachsene sind sie unsichtbar, Kinder können sie wahrnehmen.

Bruno Ganz als Engel Damien in DER HIMMEL ÜBER BERLIN (1987) – Requisiten, Szenen, Bilder (foto: zoom)

18 Uhr, Ende, Abgabe des Audio-Guides – ich werde im Laufe des Jahres zurückkehren und mir den Rest – insbesondere die Installation im zweiten Obergeschoss – anschauen: „Auf fünf Projektionsflächen ist eine von Wim Wenders konzipierte immersive Installation zu sehen, die Bilder- und Klangwelten aus zahlreichen seiner Filme zu einer raumgreifenden Erfahrung macht.“

Öffnungszeiten

11.3.–18.10.2026
Mo: geschlossen
Di–So: 11–18 Uhr

Tickets & Preise

15,- Euro / ermäßigt 10,- Euro

Mit dem Ticket kann die Dauerausstellung (einschließlich der immersiven Installation im zweiten Obergeschoss) und die Sonderausstellung besucht werden.

Anfahrt

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main

U1, U2, U3, U8: Schweizer Platz
U4, U5: Willy-Brandt-Platz
Tram 15/16: Schweizer-/ Gartenstraße

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