Sekundarschulen in der Krise?

Die in Ostwestfalen erscheinende “Neue Westfälische” (NW) veröffentlichte in dieser Woche einen Beitrag mit der Überschrift “Sekundarschulen in NRW in der Krise“.

(Der Artikel ist heute zuerst auf der Website der Sauerländer Bürgerliste erschienen.)

Danach drohe Sekundarschulen in NRW nur sechs Jahre nach ihrer Gründung wegen sinkender Schülerzahlen das Ende. Vor allem im ländlichen Raum bestünde die Gefahr, dass die Schulen geschlossen werden, so die NW.

Dies haben sogar CDU und FDP in einem Antrag an den Schulausschuss des Landtags fest gestellt.

Aktuell gebe es in NRW laut NW noch 117 Sekundarschulen, davon 22 in Ostwestfalen-Lippe. Laut Schulministerium seien bislang zehn Sekundarschulen in Gesamtschulen umgewandelt worden. In drei weiteren Kommunen seien entsprechende Beschlüsse in Vorbereitung.

Ein gravierendes Problem für Sekundarschulen ist die fehlende Oberstufe. Im Gegensatz zu Gesamtschulen sind Sekundarschulen auf die Kooperation mit einer anderen Schule angewiesen, während in Gesamtschulen das Abitur im selben System möglich ist.

Im HSK gibt es bisher 6 Sekundarschulen (an 8 Standorten) und keine einzige Gesamtschule. Alle anderen 52 Kreise und kreisfreien Städte in NRW haben jeweils mindestens 2 Gesamtschulen, einzelne ländliche Kreise (z.B. in OWL die Kreise Gütersloh und Paderborn) sogar jeweils 10.

In mehreren westfälischen Kreisen (Gütersloh, Lippe, Ennepe-Ruhr) sind sogar die Kreise selbst Schulträger von Gesamtschulen.

In Nachbarschaft zum HSK wurde erst im letzten Schuljahr in Büren eine sehr erfolgreiche Gesamtschule neu gegründet, trotz mehrerer Gymnasien am Ort.

Im HSK beginnen bekanntlich viele Entwicklungen etwas später und dauern etwas länger. Aber auch hier wird die CDU bald ihren Fundamental-Widerstand gegen die Einrichtung von Gesamtschulen aufgeben müssen, wenn der HSK nicht bildungspolitisch abgehängt werden soll.

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gp
4 Jahre her

“Im HSK beginnen bekanntlich viele Entwicklungen etwas später und dauern etwas länger. Aber auch hier wird die CDU bald ihren Fundamental-Widerstand gegen die Einrichtung von Gesamtschulen aufgeben müssen, wenn der HSK nicht bildungspolitisch abgehängt werden soll.” Nun ja, eigentlich hat der HSK nen großen Fuß in der Tür Richtung attraktive/zeitgemäße Schulangebote. Immerhin ist Klaus Kaiser (CDU / Arnsberg) Parl. Staatsekretär im NRW-Ministerium für Kultur u. Wissenschaft. https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Kaiser Und ganz weit weg ist “Kultur u. Wissenschaft” ja auch nicht von “Schule und Bildung”. Allerdings: Klaus Kaiser und Innovation hat was von “zwei Welten treffen sich.” btw: Nicht ganz wenige SchülerInnen –… Read more »

Johanna
4 Jahre her

Der HSK hat wichtige Weichenstellungen bereits verschlafen und wurschtelt weiter: Haupt- und Realschule, Verbundschule, Sekundarschule, ein oder zwei Standorte und möglichst verschiedene Schulformen in verschiedenen Stufen an ein und derselben Schule. Großes schulpolitisches Chaos. Aus Düsseldorf kommt zusätzlich die große Rolle rückwärts: Erst kürzte die Landesregierung von G9 auf G8 und nun verlängert sie die Schulzeit am Gymnasium wieder auf neun Jahre. Ganztagsschule, offen oder gebunden, kommt und geht. Stundenlängen variieren zwischen 45, 60 und 90 Minuten, einige Schulen probieren 67,5 oder 75 Minuten. Alles ist erlaubt, jedes Experiment möglich. Was nicht und niemals sein darf: – Gesamtschule – gemeinsamer… Read more »

Sebastian Vielhaber
4 Jahre her

Es trifft jetzt genau das ein, was wir von der Bürgerinitiative und nicht zuletzt auch durch die Freie Wählergemeinschaft – Bürger für Winterberg und Ortschaften e.V. immer gepredigt und angeprangert haben!

Ich bin sehr gespannt darauf, wann diese Entwicklung auch den Hochsauerlandkreis und nicht zuletzt den Standort Medbach-Winterberg erreicht.

Am Zweitstandort Winterberg ist man ja noch drauf und dran über 4 Mio. Euro für eine Schulerweiterung und Sanierung zu investieren…