Gerade beendet: Bürgerversammlung zum Baugebiet am Allenberg

In drei Minuten wird die Bürgerversammlung eröffnet. Das geplante Baugebiet am Allenberg sorgt für Gesprächsstoff und Diskussionen. (foto: zoom)
In drei Minuten wird die Bürgerversammlung eröffnet. Das geplante Baugebiet am Allenberg sorgt für Gesprächsstoff und Diskussionen. (fotos: zoom)

Ich komme gerade von der Bürgerversammlung im Kolpinghaus zum geplanten Neubaugebiet am Allenberg in Siedlinghausen. Nach über zwei Stunden Fragen, Diskussionen und Argumenten schwirrt mir der Kopf.

Während das Bild schon einmal online ist, hacke ich noch ein paar Gedanken in den Editor. Nichts Ausgewogenes. Das bekomme ich heute Nacht nicht mehr sortiert.  Aber gebt mir noch eine halbe Stunde …

… wieder da.

Update: Von der Politik und Verwaltung saßen auf dem Podium: Bernd Kräling (FPD), Christoph Padberg (CDU), Johannes Hellwig (CDU), Bruno Körner (Ortsvorsteher, CDU), Andreas Pieper (CDU), Martin Brieden (Fachbereichsleiter Bau- und Stadtentwicklung), Peter Hiller (Bauen, Stadtentwicklung und Infrastruktur) und Andreas Schmidt (Bauingenieur).

Ratsherr Hans Walter Schneider von der SPD ließ sich wegen Urlaubs entschuldigen und hatte für seine Partei auch keinen Ersatz geschickt.

Zu Beginn referierte Martin Brieden das gesamte Flächennutzungsplan- und Bauplanverfahren von den Anfängen bis zur Gegenwart. Als erster Eindruck bleiben heute frisch, mit allen Ergänzungen der weiteren Podiumsteilnehmer und Diskutanten im Saal, folgende Punkte im Gedächtnis, ausdrücklich ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Ausgewogenheit:

1. Das Baugebiet am Allenberg wird kommen.

2. Die Zufahrts- und Entlastungsstraße über die Schnickemühle zieht wieder in die Reden der Politiker ein, wird aber erst einmal aus Kostengründen nicht gebaut.

3. Der Bauverkehr zur insbesondere zur Erschließung des Neubaugebietes wird über die Ennertstraße rollen. Die Reparaturen der zu erwartenden Straßenschäden sollen von den Anwohnern mit 60% getragen werden.

4. Die Grundstückpreise sollen 30 Euro + 25 Euro mindestens, genannt wurden bis zu 30 Euro, also insgesamt 55 – 60 Euro betragen.

5. Die Grundstücke sollen an einheimische junge Familien verkauft werden, damit diese 1-Familienhäuser bauen.

6. Der Wirtschaftsweg hinter den Häusern am Meisterstein wird durch einen Grüngürtel ersetzt.

7. Für den Umgang mit den jetzigen und zukünftigen Leerständer der alten Häuser im Ortskern existiert kein Konzept, weder für Siedlinghausen, noch für Winterberg insgesamt.

8. Das finanzpolitische Argument des CDU-Ratsherrn Andreas Pieper, es sei kein Geld für Strukturkonzepte vorhanden, wird von einigen Teilnehmern als „Totschlagargument“ bezeichnet. Es werde schließlich an anderen Stellen in Deutschland viel Geld für Unsinn ausgegeben.

9. Es gibt angesichts des demografischen Wandels bei vielen Siedlinghäusern große Sorgen um die Entwicklung des Ortes. Die Schließung jeden Geschäfts, wie jetzt Schlecker, beträfe automatisch auch die anderen Geschäfte.

10. Die Abwesenheit des SPD-Ratsherren hat ihn mit großer Wahrscheinlichkeit die politische Basis im Ort gekostet.

11. Gute Nacht!

Fragen aus der Mitte der Versammlung. Das Baugebiet auf die Leinwand projiziert (foto: zoom)
Fragen aus der Mitte der Versammlung. Das Baugebiet auf die Leinwand projiziert.

4 Gedanken zu „Gerade beendet: Bürgerversammlung zum Baugebiet am Allenberg“

  1. Politiker reagieren bisher überwiegend mit Maßnahmen, die die Auswirkungen des demografischen Wandels betreffen. Es gibt kaum Maßnahmen, die auf die Ursache – die niedrige Geburtenrate – zielen.

    Als mögliche Instrumente einer ursachenorientierten Politik werden diskutiert:

    Beendigung der Benachteiligung von Familien mit Kindern in den Sozialversicherungssystemen, Umsetzung der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu dieser Problematik.

    Flächendeckende Betreuung von Kindern im Vorschulalter in Kindertagesstätten durch gut ausgebildete Fachkräfte

    Erweiterung des steuerlichen Ehegattensplittings zu einem Familiensplitting, ähnlich wie in Frankreich.

    Ausübung des aktiven Wahlrechts durch die Eltern für ihre noch nicht wahlberechtigte Kinder, um den Kindern ein Gewicht bei politischen Entscheidungen zu geben.

    Erweiterung der Frauenförderung durch die Einführung von Mütterquoten.

    Das Ausweisen neuer Baugebiete bei bestehenden freien Grundstücken und leerstehenden Immobilien zeigt die völlige Hilf- und Konzeptlosigkeit der Politik.
    Warum sollen noch mehr leerstehende Grundstücke zu einer gesellschaftlichen Veränderung führen oder eine Gegend attraktiver machen.
    Wenn die SPD wegen der geplanten Steuergeldvernichtung nicht dabei war, ist dies verständlich.
    Wesentlich besser wäre es jedoch gewesen, sich mit Sachverstand gegen das geplante Baugebiet zu stellen.
    Ich meine die SPD hat nicht deshalb keinen größeren Zuspruch, weil die CDU stark ist.

  2. @denkmal: der Abend war, wollen wir es hoffen, der Beginn eines Diskussionsprozesses. Das Neubaugebiet kommt. Die Einwohnerzahlen sind noch stabil. Allerdings hat Winterberg noch kein Konzept zur Gestaltung des demografischen Wandels in Bezug auf Leerstand und Entkernung der Ortsmitten.

    Böse Vision: die CDU rettet die freie Marktwirtschaft gegen die böse Subventionspolitik und die Orte gehen unter = Markt lebt, Dorf tot.

    Auf Twitter sinngemäß gefunden: „Wenn ich wiedergeboren werde, möchte ich als „Märkte“ zur Welt kommen!“ ;-)

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