Freibad Winterberg – ein Abschiedsbrief

Abriss der alten Bäderlandschaft Winterberg. (fotos: Leon Reintke)
Abriss der alten Bäderlandschaft Winterberg. (fotos: Leon Reintke)

Hallo Hannes,

heute Nachmittag war ich in Winterberg und habe geschaut, wie gut die Schneelage an den Liften schon ist.

Auf dem Rückweg bin ich am Freibad hergefahren. Ich wusste nicht, dass es quasi schon weg ist … mein Herz hat doch geblutet als ich die Überreste des Bades sehen musste … Ich habe da oben das Schwimmen gelernt. Viele schöne Sommer habe ich auf der großen Liegewiese und im Wasser verbracht. Nie werde ich den Flair vergessen.

Lange sah das Freibad so aus, als könne man es sofort wieder in Bertrieb nehmen. Vorbei ...
Lange sah das Freibad, auch nach der Schließung, so aus, als könne man es sofort wieder in Betrieb nehmen. Alles vorbei … jetzt nicht mehr.

Mein erster Gedanke als ich die Ruinen sah: „Schnell weg damit, damit keiner mehr auf gute Ideen kommt und wir es endlich los sind!“ – aus Sicht der CDU (bzw. des Bürgermeisters).

Naja, das war’s dann wohl: der Grund, warum ich damals auf den Blog stieß, die Bemühungen der SPD, sämtliche Artikel, alles umsonst … dran geglaubt, dass es mal wieder eröffnet wird, das habe ich ehrlich gesagt auch nie richtig.

Trotzdem, wenn man so endgültig davor steht und das sieht, von außen in die Dusche schauen kann, in der man vor 3 Jahren noch nach dem letzten Besuch gestanden hat, ist es schon sehr traurig.

Ich habe ein paar letzte Bilder gemacht, zum Abschied quasi. Vielleicht möchtest du es mit meinen Gedanken in den Blog stellen … Dieses Mal so ganz ohne Artikel, denn da oben war ich heute auch irgendwie sprachlos.

Viele Grüße
Leon

7 Gedanken zu „Freibad Winterberg – ein Abschiedsbrief“

  1. Ein sehr trauriges Bild vom Freibad :-(

    Um den „alten Kasten“ Hallenbad Gebäude ist es nicht so schade, aber der Verlust des Freibads hinterlässt eine tiefe Wunde in unserer Stadt.

  2. Naja, besser Wunde, als jahre(zehnte)langer Anblick von maroder Infrastruktur (Bahnhof, Claasen, Kurmittelhaus, etc.).

  3. §reiter

    Wer hat uns die „marode Infrastruktur“ eigentlich beschert? Vielleicht dieselben Politiker, die uns jetzt vor dem „jahre(zehnte)langen Anblick“ der von ihnen verursachten maroden Infrastruktur schützen wollen? Unser Bürgermeister ist immerhin 15 Jahre im Amt und hätte sich in dieser Zeit der ein oder anderen „maroden Infrastruktur“ annehmen können. Hat er aber nicht.

    Der Verfall städtischer Infrastruktur ist keinesfalls alternativlos, die Verantwortlichen hätten anders handeln können.

  4. Liebe Blogger,

    Ich bin doch etwas überrascht wie hier „marode Infrastruktur“ miteinander verglichen wird.

    Zur Erinnerung:
    Das Grundstück Hotel Claasen war und ist in Privatbesitz. Wie ein Eigentümer mit seiner Liegenschaft umgeht obliegt nur im selbst. Nach mehr als 20 Jahren Verfall hat sich der heutige private Eigentümer dazu entschlossen das Gebäude abzubrechen um das Grundstück ohne „die Altlast Gebäude“ am Markt anzubieten.

    Das Bahnhof Empfangsgebäude wurde durch die Deutsche Bahn, als ehemalige Eigentümerin, dem Verfall übergeben. Es ist nicht ein Problem welches unsere Stadt alleine betroffen hat. Jeder Bahnkunde sieht selbst bei einer Reise im Nahverkehr durch die Republik wie es um die Gebäude an den Bahnanlagen bestimmt ist.

    Für Hotel Claasen & Bahnhof war die Stadt Winterberg nicht in der Verantwortung.

    Was die städtischen Einrichtungen Eisporthalle, Kurmittelhaus, Stadthalle sowie Hallen- & Freibad angeht sieht die Sache anders aus.
    Es wurde vor Jahrzehnten mit Subventionen gebaut als sich niemand Gedanken über Betriebs- & Instandhaltungskosten gemacht hat. Die Infrastruktur wurde ja nicht von selbst plötzlich „marode“. Jeder Hauseigentümer weiß dass er an seinem Gebäude immer wieder Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten durchführen muss. Würde ein privater Hausbesitzer mit seiner Immobilie so „wartungsfrei“ umgehen müsste jedes Haus in unserer Stadt ebenfalls nach 40 – 50 Jahren abgerissen werden.

    Bei einer Investition in das Kurparkprojekt von ~ 30 Millionen Euro für Neubau wäre die Option Sanierung eine Alternative gewesen?
    Wie auch immer die Entscheidung heute getroffen würde ist es nun zu spät. Wir alle müssen mit unserem Oversum leben und aus der Situation das Beste machen. Ich selbst gehe dort übrigens sehr gerne im Hallenbad ein paar Bahnen schwimmen und hoffe das sich im Wellness Sauna Bereich das Angebot verbessert wird um neue Besucher anzusprechen.

    Um das Freibad in Winterberg ist es wirklich sehr schade. Auch mit Hallenbad Oversum wäre es möglich gewesen den Betrieb wieder auszunehmen. Ob alles so „marode“ dort war wird niemand mehr in Erfahrung bringen. Das 25 Jahre nach der letzten Sanierung wirklich alles „marode“ sein sollte halten viele für einen Mythos. Es bleiben somit nur noch Erinnerung an vielen schöne Stunden im Freibad am Buchenweg. Jeder der in den nächsten Jahren im Sommer unter freiem Himmel in unserer Stadt schwimmen geht sollte das unbedingt in Siedlinghausen machen!

  5. @Torben

    „Liebe Blogger,“ … nun, ich hoffe doch, dass hier in den Artikeln nicht nur eine Meinung diskutiert wird.

    Welche Gestaltungsmöglichkeiten eine Stadt im Einzelfall hat, ist natürlich eine spannende Frage.

    Ich schwimme übrigens auch, wenn es möglich ist, mal in Winterberg und mal in Olsberg. Freibad Siedlinghausen – keine Frage, ein Muss :-)

    Das Bahnhofsgebäude habe ich persönlich immer für sehr ansprechend gehalten. Die Frage wäre, ob es bei entsprechender politischer Anstrengung in der Vergangenheit die Möglichkeit einer Sanierung gegeben hätte.

    Nun gut, es ist vorbei. Schauen wir mal auf das Bahnhofsgebiet. Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass der Winterberger Investor den Zuschlag bekäme, und wundere/frage mich, wie die Situation zur Zeit ist.

  6. @Torben
    Ich bin gespannt wie man beim Oversum mit der Wartung umgehen wird und auch auf die Umsetzung der „Projekte“. Es wird nie das Waldfreibad ersetzen und nicht im entferntesten heranreichen können, aber trotzdem bin ich gespannt.

    @zoom
    Beim Bahnhofsgelände/ex. Gebäude sehe ich es eigentlich genauso. Es ist sehr schade um das Gebäude, aber trotzdem bin ich bisher auch ganz positiv überrascht was aus dem Bahnhof geworden ist, gepflegt … wenn auch kahl und leer. Ich sehe leider auch jeden Morgen im Zug wie diese roten Häuschen nach ein paar Jahren Nutzdauer aussehen, verblichen und abgeblättert.
    Es muss jetzt nur so bleiben wie es errichtet wurde, Pflege ist hier das Stichwort! Eine hässliche Unterführung gibt es ja nicht, also ist das eigentlich garnicht so schwer.

  7. Es wird Zeit, dass die Bezeichnung „Hallen- und Freibad Winterberg“ und das blau eingezeichnete Olympiabecken bei Google Earth verschwinden …

    … nicht, dass noch jemand auf die Idee kommt, es hätte da mal was gegeben ;)

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