Die Winterberger strömen zur Oversum Eröffnung. Viel Sonne, Spiel und Spaß, aber leider keine Besichtigung des Hotels möglich.

Blick vom kleinen Außenbecken auf das holzverkleidete Ei (fotos: zoom)
Blick vom kleinen Außenbecken auf das holzverkleidete Ei (fotos: zoom)

Eigentlich wollte ich nur auf ein Stündchen beim Oversum in Winterberg, welches heute offiziell eröffnet wurde, vorbeischauen. Dann wurden es aber doch drei Stunden, weil wir alle zehn Meter über Bekannte und Freunde stolperten. Ein echtes „Homecoming“ wie es sonst nur beim Schützenfest und der Kirmes vorkommt.

Die Holzbalken, die um das Ei herum verstrebt sind, haben keine tragende Funktion, sondern dienten lediglich zur Dekoration, auf der der Architekt bestanden hätte, sagten mir sachkundige Besucher. Vorteil der Holzkonstruktion: Das Ei sehe wie ein Ei aus. Nachteil: Das Holz müsse gepflegt werden.

Die Besucher drängen sich im Kongress-Zentrum.
Führung durch das Kongress-Zentrum.

Zur gestrigen inoffiziellen Eröffnung des Hotels mit angeschlossenem Sport- und Kongresszentrum für die Presse waren wir zwar einerseits nicht geladen, was aber andererseits den unschätzbaren Vorteil hat, dass wir nicht durch flankierende PR-Maßnahmen korrumpiert werden konnten.

Das Schwimmbad:  Fünf Bahnen, 25 Meter Länge.
Das Schwimmbad: Fünf Bahnen, 25 Meter Länge.

Das Schwimmbad hat einen ansprechenden Eindruck gemacht. Hier könnte ich mir gut vorstellen, ab und zu meine Bahnen zu ziehen. Die Preise standen heute noch nicht fest. In einem Gespräch hieß es, dass das der Schwimmbad-Eintritt sich im Bereich von 4 bis 5 Euro bewegen werde. Der Saunabereich mit seinen drei Saunen sei mit 16 bis 18 Euro angepeilt.  Ein Kombi-Ticket werde dann ca. 22 Euro kosten.

Der Nachteil unserer Nichtberücksichtigung bei der Presse-Vorführung bestand dann allerdings darin, dass wir die „77 modern eingerichteten Zimmer und Suiten“ mit Panoramablick und allen anderen Versprechungen nicht in Augenschein nehmen konnten. Das eiförmige, mit Holzbalken geschmückte Hotel war anscheinend schon am heutigen Eröffnungstag voll ausgebucht. Schade für die interessierten Bürger, gut für die Hotelbetreiber.

Es wäre den Gästen in der Tat nicht zuzumuten gewesen,  Hunderte von Besuchern in ihre Zimmer und Suiten gucken zu lassen.

Ein Einzelzimmer
im Erdgeschoss war zur Besichtigung freigegeben:

Einzelzimmer im Erdgeschoss
Einzelzimmer im Erdgeschoss: das Bett

Natürlich war der Blick aus dem Fenster des Erdgeschoss-Zimmers (65 €/ Nacht)  nicht so spektakulär, wie ich ihn aus den oberen Etagen erwarten würde:

Die Holzbalken des Außenverkleidung verstellen den Blick auf ein Schrägdach.
Die Holzbalken der Außenverkleidung verstellen den Blick auf ein Schrägdach.

Die Kongress-Halle selbst ist sehr geräumig. Die Stadt Winterberg darf sie 30 Tage im Jahr nutzen. In einem der vielen kleinen Gespräche am Rande sagte mir ein Besucher, dass die Stadt Winterberg nach den Anfangsinvestitionen von einmalig 4,5 Mio Euro nun jährlich 700.000 Euro Betriebskosten an den Betreiber zahle und dafür unter anderem dieses Kontingent an Tagen frei habe.

Blick vom Podium: der Veranstaltungsraum des Kongress-Zentrums
Blick vom Podium: der Saal des Kongress-Zentrums

Im Veranstaltungssaal des Kongress-Zentrums unterhielt ich mich kurz mit dem sichtlich und verständlich begeisterten Winterberger Bürgermeister Werner Eickler (CDU): „Alles, alles ist wunderbar. Jetzt können Sie mal endlich positiv berichten auf Ihrer Seite!“

Wird gemacht, Chef! ;-)

7 Gedanken zu „Die Winterberger strömen zur Oversum Eröffnung. Viel Sonne, Spiel und Spaß, aber leider keine Besichtigung des Hotels möglich.“

  1. Es ist schon spät und gleich geht es ins Bett, aber ich stelle mal eine kleine Rechnung auf.
    Das Overzum steht für 20 Jahre.

    Also die Anfangsinvestitionen auf 20 Jahre gesehen macht: 4.500.000,- € / 20 Jahre = 225.000,- € (pro Jahr) + 700.000,- € (Kosten pro Jahr) = 925.000,- € im Jahr.
    Jetzt multiplizieren wir 925.000,- € mit 20 Jahren und kommen auf eine Summe von 18.500.000,- €.

    Ich weiß nicht ob das so ein gutes Geschäft für Winterberg ist, aber vielleicht bin ich da nur zu pessimistisch.
    Morgen rechne ich das Ganze mit einer Kostensteigerung durch. Ob das der Stadtrat wohl gemacht hat?

    Fragende Grüße

  2. Ob das Winterberger Ö-Ei zum wirtschaftlichen Ü-Ei wird – also der politikertypischen Schuldenpolitik entspricht – ist schwer zu beurteilen.
    Wenn alle Verhandlungen, deren Ergebnisse und Verträge den zahlenden Bürgern (Stichwort: Der doofe Steuerzahler) vorenthalten wird, scheinbar also nicht öffentlichkeitstauglich sind, dann lässt dies nichts Gutes vermuten.

    Dabei ist die Wirtschaftlichkeit eines Projektes aus Steuerberatersicht sehr einfach darstellbar:
    Die Netto-Monatskaltmiete x 12 Monate multipliziert mit 12 Jahren ergibt den tatsächlichen Wert der Geldanlage.
    Springt mehr dabei raus macht einer Gewinn;
    kommt weniger dabei raus zahlt irgendeiner drauf.
    Letzteres fällt unter nicht öffentlichkeitstauglich.

    Die Anmietungskosten der Kongress-Halle lassen erahnen wer hier der Dumme ist:
    Also die Anfangsinvestitionen von einmalig 4,5 Mio Euro zuzüglich 700.000 Euro (Anfangs-)Betriebskosten bei einer Nutzbarkeit von 30 Tagen im Jahr bedeuten schlicht:
    4.500.000,- € / 20 Jahre = 225.000,- € (pro Jahr) + 700.000,- € (Kosten pro Jahr) = 925.000,- € im Jahr.

    Dies entspricht einer „schlichten“ Tagesmiete von 925.000,- € im Jahr / 30 Tage = 30.833 € pro Tag.

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