Die Hitze- und Trockensommer 2003, 2018, 2022, 2023, 2024 und aktuell 2026 zeigen Folgen: Flüsse wie Rhein und Donau, Seen und Quellen führen deutlich weniger Wasser, viele Bäche wie z. Bsp. die Dreisam trocknen aus.
(Gastbeitrag Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein)
Gewässer erwärmen sich, Sauerstoffmangel und Fischsterben nehmen zu. Die Grundwasserstände sinken und die Trinkwasserversorgung gerät regional unter Druck. Landwirtschaft, Schifffahrt und Kraftwerke leiden unter Wassermangel. Atomkraftwerke werden abgestellt. Gleichzeitig steigen Waldbrandgefahr, Ernteausfälle und der Stress für Natur und Ökosysteme deutlich an. Der von Fossil-Lobbyisten geleugnete und von der Wissenschaft und der Umweltbewegung angekündigte menschengemachte Klimawandel ist (nicht erst) im Hitzesommer 2026 in Deutschland angekommen.
Starkregen, Trockenheit, Dürre, Wasserrückhaltung und Biber
Ohne Erlaubnis, ohne Genehmigung, ohne Bauantrag und verbotenerweise macht der Biber das, was unsere Behörden schon lange machen müssten. Der Biber schafft Teiche und Feuchtgebiete, hält Wasser in der Landschaft zurück, fördert die Grundwasserneubildung, mindert Hochwasser, speist Bäche in Trockenzeiten, verbessert die Wasserqualität und schafft wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Vom Biber lernen
Angesichts sommerlich trocken fallender Bäche und der damit verbundenen Vernichtung von Flora und Fauna benötigen wir schnell eine möglichst naturnahe Wasserrückhaltung für unsere Bäche im Gebirge, um Natur, Mensch, Fischen, Wasserkraftbetreibern und Landwirtschaft zumindest mit einer Mindestwassermenge in Extremsommern dienen zu können und um die Grundwasserspeicher aufzufüllen. Wir brauchen Teiche, Seen, Tümpel und aufgestaute Täler.Hochwasserschutz muss mit Regenwasserrückhaltung verbunden werden. Niederschlagswasser sollte (nicht nur) im Gebirge dezentral aufgefangen und in Trockenphasen kontrolliert abgeleitet werden.
Auch in Zeiten, in denen wir Menschen gerade täglich 100 bis 150 Arten ausrotten und unter extremeren Hitzesommern leiden, wird der Biber von manchen Menschen immer noch als Schädling dargestellt und zum Sündenbock gemacht. Teilweise schwingt in den Debatten noch das alte, steinzeitliche Ausrottungsdenken mit. Doch der Biber macht ohne Bauantrag und verbotenerweise genau das, was eigentlich unsere Städte, Gemeinden und Behörden machen müssten, nämlich dezentrale Wasserrückhaltung.
Der Biber ist hier ein Vorbild und kein Schädling! Dort, wo er Probleme bereitet, finden sich Lösungen.
Mehr Infos:
- Hitze, Hitzesommer, Dürre, Trockenheit, Wassermangel & Waldsterben am Oberrhein
- Starkregenrückhaltung & Hochwasserschutz
- Natur am Oberrhein: Bedrohte Vielfalt
Autor: Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein, (Alt-)BUND-Geschäftsführer
