Gewerkschaften demonstrieren in Neheim für einen starken Sozialstaat

„Sauerland – Widerstand – Danke!“

Ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di (Dirk) auf dem Podium (foto: zoom)

Unter dem Motto Politik für die Menschen – Wir sind das Sauerland demonstrierten am vergangenen Freitag die IG Metall, ver.di und weitere DGB-Gewerkschaften auf dem Marktplatz in Arnsberg-Neheim gegen den momentan stattfindenden Sozialabbau, für einen starken Sozialstaat.

Ein starker Sozialstaat, so die Gewerkschaften sei kein Luxus. Er sei Grundlage für Würde, Demokratie, Produktivität, Sicherheit und Leistung.

Eltern, Sozialstaat, Zukunft, Ausbildung – unsere Zukunft werde heute gestaltet

Justus, Matz und Marie (12, 10, 14): Familien brauchen Zeit (foto: zoom)

Auch auf der Rednerbühne waren Justus, Matz und Marie. Ihre Forderungen: Familien brauchen Zeit und auch wir, die Kinder und Jugendlichen, wollen noch eine sozial sichere Zukunft haben.

Ein Vertreter von ver.di betonte, dass das Thema Sozialstaat alle Generationen angehe: „Ich bin richtig sauer, wenn die Kleinsten der Kleinen hier mit Tränen in den Augen stehen“

„Ich fühle mich von diesen sogenannten Reformen verarscht, das sind keine Reformen, das sind Abbaupläne.“

Der DAX sei seit dem 1.1.24 um 33 Prozent gestiegen.

„Ich glaube es ist Geld da, es ist nur falsch verteilt.“ Die Zahl der Vermögensmillionäre sei um 11 Prozent angestiegen.

Viele Teilnehmer*innen trugen die auffällig roten IG-Metall T-Shirts. (foto: zoom)

Die Redner*innen waren sich einig: Ein starker öffentlicher Dienst und ein starker Sozialstaat seien nötig.

Ihre Forderungen lauteten u.a.:

  • Finger weg vom 8-Stunden-Tag
  • Rente erst ab 70? Nein danke!
  • Teilzeit ist kein Lifestyle
  • Keine Kürzungen in der Krankenversicherung
  • Der 1. Mai muss Feiertag bleiben

Die Strategie der Regierung, um den Sozialstaat abzubauen, heiße Spaltung: zuerst gehe es gegen die Bürgergeldempfänger, dann seien die Arbeitnehmenden angeblich zu oft krank, die Rentnerinnen und Rentner seien zu faul, ebenso Teilzeitbeschäftigte und die Migrant*innen schließlich sind an allem schuld.

Nach ewigem Schichtdienst biete Altersteilzeit einen vernünftigen Übergang in die Rente. Die Forderung laute daher: Finger weg vom Blockmodell!

Menschliche Grenzen überschreiten – das sei keine Reform, das sei brutal.

Nach jedem Redeabschnitt klang der Slogan „Sauerland Widerstand“ über den Neheimer Markt.

Fatih singt: „Muss nur noch kurz die Welt retten und gleich danach bin ich bei dir“ (foto: zoom)

„Muss nur noch kurz die Welt retten
Und gleich danach bin ich bei dir“,

sang der Gewerkschafter Fatih mit kräftiger Stimme.

„Ich muss jetzt selbst die Welt retten
Und gleich danach flieg ich zu dir

Wir müssen jetzt die Welt retten“

„Sauerland – Widerstand – Danke!“

Rote IG Metall T-Shirts auf dem Neheimer Markt (foto: zoom)
Praktische „Wendeplakate“ aus Pappe (foto: zoom)
Rechts eine Anspielung auf den vielfliegenden Bundeskanzler, der ebenfalls in Arnsberg wohnt – zumindest zeitweise. (foto: zoom)
Bundeskanzler Friedrich Merz war unter den Teilnehmenden der Gewerkschaftsdemo eher unbeliebt. (foto: zoom)

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