Das AKW-Gösgen (CH) und die Bar in Crans-Montana

Eine Zeichnung auf weißem Hintergrund: aus einer Schweizer Fahne (rot mit weißem Kreuz) steigt eine Wolke aus einem AKW auf, welches sich in der Mitte des Kreuzes befindet. Rechts daneben in Schwarz die Frage: Was ist los im AKW Gösgen?

Am linken Rand senkrecht in schwarz: www.mitwelt.org.
Was haben eine AKW und eine Bar gemein? (Grafik: Mitwelt)

Vor 15 Jahren schaute die Welt auf die Atomkatastrophe im japanischen AKW Fukushima. Zu Jahresbeginn schaute die Welt auf den Brand in der Bar von Crans-Montana. Mit einem gewissen zeitlichen Abstand lässt das veröffentlichte Interesse an brennbaren Bar-Decken und an alten AKW deutlich nach …

(Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein)

Das Risiko-AKW Gösgen (CH) liegt 21 km von der deutschen Grenze entfernt. Es ist seit dem 24. Mai 2025 (Jahresrevision) wegen der Reparatur der technischen Sicherheitsprobleme abgeschaltet und soll nach massiven Verzögerungen am 21. März 2026 wieder ans Netz.

Ein unabhängiges Gutachten im Auftrag der Schweizerischen Energiestiftung bestätigt: „Das Atomkraftwerk Gösgen wurde seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1979 mit einem fundamentalen Sicherheitsmangel betrieben. Im Störfall drohte die Kühlung des Reaktors zu versagen. Mögliche Konsequenz: schwere Kernschäden bis hin zur Kernschmelze.“ Diese Sicherheitsprobleme wurden schon in den 1990er-Jahren entdeckt. Sie werden aber erst jetzt behoben.

Eine der Ursachen beim verheerenden Brand in der Bar in Crans-Montana waren die mangelnden staatlichen Kontrollen der Bar. Was ist von einer AKW-Kontrolle zu halten, die riskante Schwachstellen sehr spät entdeckt und dann nicht auf eine sofortige Behebung der Probleme drängt? Ein schwerer Unfall hätte verheerende Folgen für die Schweiz und die Nachbarländer.

Die finanziellen Folgen des Ausfalls liegen bei bis zu 500 Millionen Schweizer Franken. Es gibt ein erstaunliches und erschreckendes Phänomen. Im grenznahen Deutschland ist der Zustand des AKW-Gösgen (fast) kein Thema. In der Schweiz wird jetzt viel über die massiven finanziellen Folgen der Abschaltung berichtet. Über die lange verdrängten möglichen Gefahren für Mensch und Umwelt, die Grund für die Abschaltung waren, wird wenig öffentlich berichtet und diskutiert.

Was sagt diese Gewichtung der Debatte über den Zustand der Medien und einer Gesellschaft aus? Was haben wir aus Fukushima und Tschernobyl gelernt?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Datenschutz
Ich, Hans J. Schiebener (Wohnort: Deutschland), verarbeite zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in meiner Datenschutzerklärung.
Datenschutz
Ich, Hans J. Schiebener (Wohnort: Deutschland), verarbeite zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in meiner Datenschutzerklärung.