
Am 12.3. wurden die Stolpersteine für Rosa und Paul Winterberger vor dem Haus Sierichstraße 98 in Hamburg-Eppendorf verlegt. Rosa Winterberger, geb. Spangenthal, kam am 2. Oktober 1888 als Tochter von Aron Spangenthal und Jeanette, geb. Goldschmidt in Spangenberg zur Welt. Sie hatte zwei Brüder und zwei Schwestern. Vermutlich machte sie eine Ausbildung zur Schneiderin. 1912 heiratete sie Paul Winterberger (*11. Oktober 1881) aus Winterberg, 1913 wurde der gemeinsame Sohn Horst Albrecht in Winterberg geboren.
(Gastbeitrag von Sabine Brunotte, Hamburg)
Paul betrieb seit 1909 zusammen mit seinem Bruder Julius die Gesellschaft „S&M Winterberger Branntwein- und Liquörfabrik mit Dampfbetrieb – Getreide en gros“. Schon die vorige Generation war wirtschaftlich erfolgreich, so dass die Familie auch über Häuser und Grundbesitz verfügte.
Im ersten Weltkrieg waren Paul und Julius Soldaten. Nach Krieg und Inflation gelang es ihnen, die Firma wieder aufzubauen.
Die Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 bedeutete auch für Familie Winterberger Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung.
1938 zog sie nach Hamburg in eine Erdgeschosswohnung in der Sierichstraße 98. Von dort aus betrieben sie ihre Auswanderung.
Sohn Horst konnte 1938 in die USA fliehen, seinen Eltern gelang dies nicht.
Beide wurden am 6. Dezember 1941 von Hamburg aus in das deutsch besetzte Lettland deportiert. Da das Getto in Riga überfüllt war, wurden die Menschen in einem nahegelegenen heruntergekommenen Anwesen untergebracht, dem ehemaligen „Gut Jungfernhof“.
Paul kam dort am 7. Januar 1942 um. Rosa wurde in das Getto Riga transferiert und überlebte zweieinhalb Jahre unter unsäglichen Umständen. Am 1. Oktober 1944 traf sie mit einem Transport im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig ein. Dort starb sie am 2. Januar 1945, vier Monate vor Kriegsende.
Auf der Webseite Stolpersteine-Hamburg gibt es ein Foto von Paul und Rosa Winterberger: https://www.stolpersteine-hamburg.de/bilder/Winterberger_Paul_Rosa_Sierichstrasse.jpg

