Meschede: Die Henne soll´s richten

Wie die Bezirksregierung unter dem folgenden Link berichtete fing alles im Dezember 2000 an.

http://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/presse/2011/10/191_11/index.php

Damals wurde die EU-Wasserrahmenrichtlinie verabschiedet und festgelegt, dass bis 2027 unter anderem der ökologische Zustandes der Henne auf dem ungefähr 1,7 Kilometer langen Abschnitt vom Staudamm des Hennesees bis zur Mündung in die Ruhr zu verbessern ist.

Ab da gärte es in den Köpfen der Verwaltung unserer Nothaushaltskommune, woher das Geld dafür kommen könne. Mit der Einbindung der Offenlegung der Henne in ein REGIONALE Projekt aber, konnte die Verpflichtung zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie finanziell absichert werden. Mehr noch, konnten Verwaltung und Räte sich werbewirksam in Szene setzen.

Da nun aber auch dem dümmsten Bürger schnell klar wurde, dass dies nur mit weiteren Schulden der Stadt und als Fördergelder getarnte Landesschulden einhergeht, fingen die Räte und die Verwaltungen an, der Henne-Öffnung immer größere Bedeutung zu zumessen.

Zunächst fand man, dass Projekt habe eine Zustimmung von deutlich über 90 %. Dieser Wert soll nun, mit dem Baufortschritt, deutlich gestiegen sein (vermutlich auf 125%).

Was soll die kleine Henne (offiziell Mittelgebirgsbach) alles bewirken?

Die Mescheder Innenstadt soll durch sie belebt werden. Aus meiner Sicht eine Herkules-Aufgabe.

Nun hat aber der Winziger Platz, also die Straße in der die Henne-Öffnung erfolgt, mehrere Makel:

Wer sich an die Diskussionen um die „Neue Mitte“ in Warstein erinnert, wird wissen, dass Ratsmitglied Gerd Flaig das beauftragte Stadtplanungsbüro Junker und Kruse aus Dortmund fragte, ob die Sparkasse ein Frequenzbringer sein könnte. Stadtplaner Kruse erläuterte daraufhin, dass beispielsweise ein Rathaus eine stärkere anziehende Wirkung hätte.

In der Straße Winziger Platz in Meschede sind jedoch viele Nicht-Frequenzbringer angesiedelt.

Im Einzelnen sind dies: die Commerzbank, die Deutschen Bank, die Sparkasse, der davor gelagerte Immobilienwürfel, die AOK und das Finanzamt.

Die Henne-Öffnung wird daran nichts ändern.

Das angrenzende Gebäude mit der leerstehenden Fleischerei Jung bräuchte dringend Fördergelder für eine Fassadensanierung, damit der Straßenzug ansehnlich wird und Menschen anzieht.

Die Henne-Öffnung wird daran nichts ändern.

Im Gegenteil ist zu erwarten, dass zum Verkauf stehende Gebäude „bei dem Umfeld“ im Preis mindestens stabil bleiben oder sogar im Preis steigen werden. Von Vermietern habe ich bereits gehört, dass man nach Abschluss der Arbeiten („bei der Lage“) über Mieterhöhungen nachdenke .

Dies gilt selbstverständlich auch für ein Hertie-Gebäude zwischen den neu gestalteten Terrassen am Henne-Ufer und dem rückwärtigen Neubau im Hanseshof (ehemals Hatzig). Das aufgewertete Umfeld unterstützt den Insolvenzverwalter in seiner Pflicht, den Preis des Gebäudes den die Gläubiger damals bezahlt haben nun annähernd wieder einzufordern.

Wenn Herr Bövingloh da nicht mitzieht, kommt sicherlich ein anderer Investor zum Zug. So wie es auch in Warstein geschehen wird, nachdem sich Herr Bövingloh von dem Projekt „Neue Mitte“ zurückgezogen hat. Vorausgesetzt die Verwaltung wirbt beispielsweise bei der nächsten Immobilien Messe EXPO REAL in München aktiv um weitere Investoren für ihre Stadt und ihre Bürger.

Ich bin gespannt wann beispielsweise in der Briloner Straße vor dem alten Finanzamt weitere Ausweichparkplätze oder ein kleines freundliches Parkhaus als Ersatz für die entfallenen am Winziger Platz gebaut werden wird. Die Fahrzeuge würden unmittelbar an der Hauptverkehrsader aufgenommen und die Menschen auf Ihrem Weg in die Stadt als Fußgänger an den Geschäften vorbei geleitet.