Ein Kurzbericht von der Info-Veranstaltung am Montag im Rathaus

Am vergangenen Montagabend fand im bis zum letzten Platz gefüllten Rathaussaal die zweite Informationsveranstaltung über den Stand der kommunalen Wärmeplanung (KWP) für die Stadt Winterberg statt.
Nach einer kurzen Einführung durch Bürgermeister Michael Beckmann stellte Volker Broekmans, Leiter des externen Dienstleisters DSK Stadtentwicklung (Düsseldorf), zusammen mit seinem Mitarbeiter Joel Porten die bisherigen Untersuchungen und vorläufigen Schlussfolgerungen seines Büros vor.
Auf dem Podium saßen ebenfalls die Fachfrauen für die Winterberger Klimapolitik Kim Peis (Klimamanagerin) und Rabea Kappen (Fachbereichsleiterin Zentrale Dienste, Bildung und Digitalisierung).
Eingeladen waren die Bürger*innen derjenigen Ortsteile, die das Potential für den Aufbau und Betrieb eines Nahwärmenetzes haben, und das sind lediglich Teile Siedlinghausens sowie der Kernstadt Winterbergs (Fokusgebiete s.u.).
In allen anderen Ortsteilen und außerhalb der Fokusgebiete müssen sich die Hausbesitzer*innen selbst bzw. gemeinsam mit dem Fachbetrieb ihres Vertrauens darum kümmern, wie ihre Immobilie bis 2045 CO2-frei beheizt wird.
Bürgermeister Michael Beckmann nahm zu Beginn möglichen Ängsten die Spitze: niemand müsse heute oder in Zukunft seine fossil (Öl, Gas) betriebene Heizung herausreißen. Wenn allerdings die alte Heizung morgen kaputt ginge, könne man sich im Hinblick auf 2045 überlegen, in eine Zukunftstechnologie wie bspw. die Wärmepumpe zu investieren.
Für den Wärmeenergiebedarf stellte die DSK folgendes Szenario vor:
Man sieht den dramatischen Abfall von Erdgas (dunkelblau) und Öl (grau) bei gleichzeitigem Zuwachs von Umweltwärme (hellgrün) und Wärmepumpenstrom (rot). Energie aus Biomasse dunkelgrün) bleibt nahezu gleich, die Solarthermie (orange) wächst im niedrigen Bereich.
Wichtig ist es an dieser Stelle zu betonen, dass es bei der Veranstaltung um Wärmeenergie und nicht um Stromerzeugung und Stromnetze, sondern um das Potential von Nahwärmenetzen in Siedlinghausen und in der Kernstadt Winterberg ging.
Von Seiten der Kommune müssen beide Bereiche systemisch, also zusammenhängend, gedacht werden, denn Wärmepumpen brauchen Strom und der muss irgendwo CO2-neutral (Sonne, Wind, etc.) herkommen.
Es wäre daher vorteilhaft, so BM Beckmann und Volker Broekmans, Wärme und Strom weitgehend in einer Hand, möglichst der kommunalen Hand zu haben. Dies könne auch den Rückkauf des Stromnetzes durch die Stadt Winterberg bedeuten, so Michael Beckmann.
Zurück zum Nahwärmenetz. Ich zeige dazu eine Übersichtsfolie von Gesamt-Winterberg. Man erkennt hoffentlich die einzelnen Ortsteile.
Nur dort, wo dunkelgrüne und hellgrüne, vielleicht auch noch orangene Linien sind, lohne es sich das Potential für ein Nahwärmenetz weiter zu erkunden. Das sind in diesem Fall Siedlinghausen (oben halb links) und die Kernstadt (untere Mitte, leicht rechts).
Was würde passieren, wenn das Potential in ca. einem Jahr positiv feststünde? Dann müsste erst noch einmal entschieden werden, ob es sich wirklich lohnt (Zahl der Häuser, die ans Netz wollen?). Dann müsste politisch entschieden werden, dass gebaut wird. Gebaut hieße, dass Rohre verlegt würden, die dann dass heiße Wasser zu den Häusern transportierten. Anschluss ins Haus. Übergabepunkt im Keller (statt bspw. Gasheizungsanlage) und weiter zu Heizkörpern und anderen Verbrauchern im Haus.
Rohre können unter der Straße, unter dem Bürgersteig oder durch die Vorgärten verlegt werden.
Muss man sich an das Netz anschließen, wenn das Rohr am Haus vorbeigeht? Nein, man kann bspw. darauf verzichten und individuell mit eigener Wärmepumpe, Geothermie, Solar heizen.
Die anderen bezahlen einmalig für den Anschluss (hier wurde grob und unverbindlich eine Größenordnung von 8000 Euro geschätzt), plus monatliche Grundgebühr, plus Verbrauchkosten (grob und unverbindlich seien 13 ct. /kWh möglich).
Das war ein ganz grober Überblick über das Referat. Ich habe vieles ausgelassen.
Die Fokusgebiete innerhalb von Winterberg (Kernstadt) und Siedlinghausen sind in der Präsentation folgendermaßen dargestellt.
Was bleibt zu tun?
Bürger*innen, deren Häuser nicht in den Fokusgebieten liegen, können sich schon heute Gedanken um eine für ihr Gebäude optimale dezentrale Versorgung machen.
Die gesamte 32-seitige Präsentation habe ich heute von der Stadt bekommen und verlinke sie etwas weiter unten. Für diejenigen, die am Montag dabei waren, ist sie vielleicht eine gute Erinnerungsstütze. Nachlesen lohnt.
Der endgültige 150-seitige Bericht mit allen Daten und Details ist noch nicht fertig, soll aber von der Stadt dann ebenfalls zu Verfügung gestellt werden.
Sollte euch noch etwas Wichtiges einfallen, bitte in die Kommentare schreiben.




