Gefunden – Merkel: Wer das christliche Menschenbild nicht akzeptiert, ist “fehl am Platze” in Deutschland.

Bildstock St. Blasius (archiv: zoom)
Bildstock St. Blasius (archiv: zoom)

Ein guter Text von Wolfgang Lieb auf den Nachdenkseiten:

„Die CDU-Vorsitzende erklärte auf einer CDU-Regionalkonferenz in Berlin-Brandenburg: “Wir fühlen uns dem christlichen Menschenbild verbunden, das ist das, was uns ausmacht.” Wer das nicht akzeptiere, “der ist bei uns fehl am Platz“.

Nein, Frau Kanzlerin, ich fühle mich dem Menschenbild des Humanismus verbunden und als „Verfassungspatriot“ dem Menschenbild des Grundgesetzes und nicht dem christlichen Menschbild verpflichtet. Bin ich also „bei uns fehl am Platze“?  …

Zur Erinnerung Frau Merkel: das Menschbild des Grundgesetzes ergibt sich aus:

  • „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ (Art. I Abs. 1, Satz 1 GG)
  • „Sie (die unantastbare Würde des Menschen) zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“ (I 1, 2 GG)
  • „Die Freiheit der Person ist unverletzlich“ (II 2, 2 GG)
  • „Jeder hat das Recht auf Leben und die körperliche Unversehrtheit“ (II 2, 1 GG)
  • „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt“ (II 1 GG)
  • „Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu den unverletzlichen und veräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt“ (I 2 GG).

Nach unserem Grundgesetz bekennt sich das Deutsche Volk also zu einem universalistischen Verständnis von Menschenrechten. Wenn das Grundgesetz von der Untastbarkeit der Würde „des Menschen“ spricht, so gilt das nicht nur für die Würde des Deutschen, sondern für die Würde aller Menschen, die unter dem Grundgesetz leben …“

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4 Gedanken zu „Gefunden – Merkel: Wer das christliche Menschenbild nicht akzeptiert, ist “fehl am Platze” in Deutschland.“

  1. Zum christlischen Menschenbild gehoert auch dessen institutionalisierte Frauenfeindlichkeit. Aktuelles Beispiel fuer die diesbezueglich stets zuverlaessige Haltung der katholischen Kirche stellt das Angebot des Papstes dar, empoerte Wuerdentraeger und Mitglieder der anglikanischen Kirche aufzunehmen, die keine weiblichen Bischoefe in ihren Reihen dulden wollen.

    Dazu in der englischen Presse: http://www.guardian.co.uk/world/2010/oct/17/church-of-england-parish-folkstone-rome

  2. Blair hat sich ja schon vom Acker gemacht, nachdem er die britischen Sozialdemokraten ins Elend geführt hatte, ab in die katholische Kirche. Hier noch die Bischöfe:
    The Church of England has four bishops, known as provincial episcopal visitors, who have been appointed to minister to the small number of parishes which want nothing to do with ordained women, or with the male bishops who have ordained them.

    The Rt Rev John Broadhurst, suffragan bishop of Fulham, a long-standing and vociferous opponent of women priests, was born a Roman Catholic, subsequently became an Anglican and has been ordained in the Church of England for 44 years.

    Rt Rev Andrew Burnham, bishop of Ebbsfleet, and Abingdon-based former music teacher. Has said he wants to lead parishioners into unity with the Roman Catholic church.

    Rt Rev Keith Newton, bishop of Richborough, based in Essex. Has held talks at the Vatican about joining Rome.

    Rt Rev Martyn Jarrett, bishop of Beverley, based in Yorkshire, seems more positive about remaining in CofE.

  3. Wer ist Angela Merkel?

    Angela Merkel war früher FDJ-Leitungsmitglied und FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda. In dieser Funktion hat sie u. a. das FDJ-Studienjahr organisiert also monatlich stattfindende politische Schulungen für FDJ-Mitglieder.
    Mutig hat sie zwar auf den Fall der Mauer und auf Wiedervereinigung und Marktwirtschaft gehofft, aber die Friedens- und Umweltgruppen waren ihr suspekt, weil sie ein „tiefes Misstrauen zu basisdemokratischen Gruppierungen” hatte (und hat). Deshalb beteiligte sie sich erst dann aktiv, als die Gefahr vorüber war.
    Nach der Wahl zur Bundeskanzlerin ließ sie sich als Kanzlerin aller Deutschen feiern. Dies obwohl ca. ¾ aller Wahlbeteiligten entweder aufgrund der Verdrossenheit erst gar hin gingen oder wenn sie hingingen jemand anderen wählten.
    Akzeptieren heißt annehmen und tolerieren heißt dagegen gewähren lassen.
    Frau Merkel und ganz Deutschland hat es dem Mut der basisdemokratischen Gruppierungen in der damaligen DDR zu verdanken, dass wir wieder vereinigt sind. Zugelassen hat diese Entwicklung, das gewähren lassen, bzw. den friedlichen Umsturz einer Diktatur auch die Toleranz der Volkspolizei. Es ist die erkennbare Grundhaltung unserer Politiker heute nicht mehr zwischen Akzeptanz und Toleranz unterscheiden zu können die mir so große Sorgen macht.
    Ob es die damalige DDR heute noch geben würde, hätte die VOPO sich so „beherzt“ gezeigt wie unsere Polizei an der Startbahn West oder kürzlich bei Stuttgart 21. Die empfundene Notwendigkeit unserer Politiker solch drastische Mittel anzuwenden bei – mit Blick auf die Wiedervereinigung- vergleichsweise lächerlichen Projekten wie einer Betonpiste oder einem Bahnhof lässt nichts Gutes ahnen. Vielleicht meint Frau Merkel ja wirklich akzeptieren und übt damit den Schulterschluss mit Sarazin. So ich lese jetzt weiter in „Natan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing mit den Themenschwerpunkten zum Humanismus und den Toleranzgedanken der Aufklärung aus dem Jahre 1779.

  4. Man bekommt immer die Politiker, die man sich verdient hat ;-)

    Ich fange mal hinten an:
    Merkel wird nicht so blöd sein, sich in irgendeiner Weise mit Sarrazin einzulassen. Sie ist als Machtpolitikerin seit längerem auf dem Olymp und weiß ganz genau, dass Sarrazin den Sumpf bedeutet.

    Es ist historisch keine Frage, darüber zu spekulieren, ob es die DDR heute noch geben würde, wenn …

    Die DDR, die SU und all ihre Verbündeten waren pleite, und nicht „kassenpleite“, sondern „systempleite“ mit einer mehrfach abgeschriebenen Infrastruktur.

    Aus ökonomischen Gründen kollabierte das System mit dem Schubs der unzufriedenen Bürger.

    Die da oben konnten nicht mehr und die da unten wollten nicht mehr. Der kurzfristige Ausweg für die politische Kaste wäre Gewalt gewesen. Aber selbst für die Gewalt reichte die Kraft nicht aus.

    Die Wahlbeteiligung ist keine Besonderheit der Merkel-Wahl. Die „Nichtwähler“, die unpolitischen,die nicht Beteiligten,die sich nicht Engagierenden, die „idiotes“, sind ein allgegenwärtiges Phänomen.

    Frau Merkel ist eine CDU-Politikerin, die bestimmte politische Positionen vertritt, die man politisch bekämpfen kann.

    Aber zu ihrer Ehrenrettung muss man auch sagen, dass es noch die Herren Koch und Merz gegeben hätte bzw. gibt.

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