
Kein Aprilscherz: Am 14. September vergangenen Jahres habe ich den späteren Sieger des Kassel-Marathons eher zufällig fotografiert. Am 27. März 2026 berichtet die Tagesschau, dass der gebürtige Äthiopier Mamiyo Hirsuato in sein Heimatland abgeschoben worden ist. Sein Sportverein aus Gießen sei geschockt, die Linke werfe dem Land Versagen vor.
Laut Regierungspräsidium wäre Hirsuato am 20. März festgenommen und in die Abschiebehaft nach Darmstadt gebracht worden. Am 24. März sei er dann in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba abgeschoben worden, obwohl ein Härtefallantrag vorgelegen hätte.
Mehmet Tanriverdi, Vorsitzender des MTV 1846 Gießen, könne die ablehnende Aussage zum Härtefallantrag nicht nachvollziehen. Der Verein habe ein Unternehmen gefunden, bei dem Hirsuato eine Ausbildung zum Maler und Lackierer hätte machen können. Die Zusage habe bereits vorgelegen, sagt Tanriverdi. „Er war auch dabei, die deutsche Sprache zu lernen, andere Vereinsmitglieder haben ihn dabei unterstützt“, so Tanriverdi.
Auch sozial sei der Vorzeigeathlet im Verein integriert gewesen. Er habe angeboten, mit Schülerinnen und Schülern und jungen Sportlern zu trainieren. Hirsuato sei neben seinen sportlichen Qualitäten auch menschlich ein großer Gewinn für den MTV gewesen. Mehmet Tanriverdi laut Tagesschau: „Es läuft doch etwas schief hier bei uns, wenn Menschen wie er, die über den Sport einen positiven Einfluss auf unsere Gesellschaft haben können, nicht bleiben dürfen.“