{"id":9100,"date":"2010-09-22T16:28:38","date_gmt":"2010-09-22T14:28:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=9100"},"modified":"2010-09-23T13:12:06","modified_gmt":"2010-09-23T11:12:06","slug":"gemeinschaftsschule-statt-realschule-ein-hammer-angebot-der-neuen-landesregierung-welche-kommune-ist-dabei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/gemeinschaftsschule-statt-realschule-ein-hammer-angebot-der-neuen-landesregierung-welche-kommune-ist-dabei\/","title":{"rendered":"Gemeinschaftsschule statt Realschule? Ein &#8222;Hammer-Angebot&#8220; der neuen Landesregierung. Welche Kommune ist dabei?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_9107\" aria-describedby=\"caption-attachment-9107\" style=\"width: 179px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-9107 \" title=\"Ascheberg Realschule\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/aschebergrealschule01.png\" alt=\"Auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule: Realschule Ascheberg (foto: zoom)\" width=\"179\" height=\"134\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9107\" class=\"wp-caption-text\">Auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule: Realschule Ascheberg (foto: zoom)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Am vergangenen Freitag hatte das nordrhein-westf\u00e4lische Kabinett die von  Schulministerin Sylvia L\u00f6hrmann vorgelegten Eckpunkte f\u00fcr das Modellvorhaben  &#8222;Gemeinschaftsschule&#8220; gebilligt. Unter dem Titel<a href=\"http:\/\/www.schulministerium.nrw.de\/SV\/Schulmail\/Archiv\/1009211\/index.html\" target=\"_blank\"> &#8222;Startschuss f\u00fcr NRW-Gemeinschaftsschule&#8220;<\/a> hat das Ministerium gestern Informationen an &#8222;die Leitungen der \u00f6ffentlichen und privaten Schulen&#8220; sowie an die Bezirksregierungen, Schultr\u00e4ger, am Schulleben beteiligte Verb\u00e4nde und Organisationen und Lehrervertretungen herausgegeben, die es in sich haben. Kleinere Klassen, bessere Bezahlung, Absenkung der Lehrerarbeitszeit, Ganztag und eine\u00a0 gr\u00f6\u00dfere Bildungsbreite f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler.<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> KritikerInnen der Gemeinschaftsschule k\u00f6nnen sich beispielsweise <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article9803655\/Gemeinschaftsschulen-bedrohen-Gymnasien-in-NRW.html\" target=\"_blank\">hier bei der weltonline<\/a> mit Munition versorgen. Ich stelle erst einmal die inhaltlichen Positionen des Schulministeriums dar.<\/em><\/p>\n<p><strong>Warum Gemeinschaftsschule?<\/strong><\/p>\n<p>Die Gemeinschaftsschule biete den Schultr\u00e4gern bei zur\u00fcckgehenden  Sch\u00fclerzahlen vor allem im l\u00e4ndlichen Raum die M\u00f6glichkeit, ein wohnortnahes  umfassendes Schulangebot auch mit gymnasialen Standards vor Ort zu erhalten.  Gleichzeitig w\u00fcrden die Voraussetzungen f\u00fcr ein l\u00e4ngeres gemeinsames Lernen  geschaffen: die Bildungswege der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler w\u00fcrden an der  Gemeinschaftsschule l\u00e4nger offen gehalten. Ziel der neuen Konzeption sei es, die  Chancengerechtigkeit und Leistungsf\u00e4higkeit des Schulwesens zu erh\u00f6hen und die  Kinder letztlich zu besseren Schulabschl\u00fcssen zu f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Welche Ziele?<\/strong><\/p>\n<p>Ziel des Modellvorhabens sei es, zu erproben, wie durch l\u00e4ngeres gemeinsames  Lernen in der Sekundarstufe I die Chancengerechtigkeit und Leistungsf\u00e4higkeit  des Schulwesens erh\u00f6ht werden k\u00f6nne und Kinder dadurch zu besseren Abschl\u00fcssen  gef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Au\u00dferdem solle erprobt werden, wie im Hinblick auf die  demografische Entwicklung und der sich wandelnden Abschlussorientierung der  Eltern weiterhin ein wohnortnahes Schulangebot erm\u00f6glicht werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p><strong>Zeitdauer der Erprobung<\/strong><\/p>\n<p>Sechs Jahre beginnend mit dem Schuljahr 2011\/2012 (01.08.2011). Danach  auslaufend f\u00fcr die w\u00e4hrend des Versuchszeitraums eingeschulten Sch\u00fclerinnen und  Sch\u00fcler.<\/p>\n<p><strong>Welche Schulen k\u00f6nnen unter welchen Voraussetzungen teilnehmen?<\/strong><\/p>\n<p>Grundlegende Vorgaben:<\/p>\n<ul>\n<li>In der Regel Schule der Sekundarstufe I<\/li>\n<li>In der Regel gebundener Ganztag, ausnahmsweise offene, flexible Angebote<\/li>\n<li>Errichtung in der Regel durch Zusammenf\u00fchrung bestehender Schulen<\/li>\n<li>Gew\u00e4hrleistung auch gymnasialer Standards<\/li>\n<li>Integrierter Unterricht in Klassen 5 und 6<\/li>\n<li>Ab Klasse 7 oder sp\u00e4ter Unterricht in integrierter oder kooperativer Form  (Einrichtung von schulformspezifischen Bildungsg\u00e4ngen)<\/li>\n<li>Erreichbarkeit aller f\u00fcr die Sekundarstufe I vorgesehenen Abschl\u00fcsse  (Anerkennung der Abschl\u00fcsse muss gesichert sein)<\/li>\n<li>Eigene gymnasiale Oberstufe oder Kooperation mit Gymnasium oder einer anderen  Gemeinschaftsschule mit Sekundarstufe II und\/oder Gesamtschule und\/oder  Berufskolleg, das den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife erm\u00f6glicht<\/li>\n<li> Abitur nach 9 Jahren (G 9); bei herausragenden Leistungen \u00dcbergang nach der  Sekundarstufe I in die Qualifikationsphase m\u00f6glich<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Kleinere Klassen<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr eine Gemeinschaftsschule sind 4 Parallelklassen pro Jahrgang w\u00fcnschenswert,  mindestens erforderlich sind 3 Parallelklassen pro Jahrgang (Sicherung  wohnortnaher Beschulung im l\u00e4ndlichen Raum).<br \/>\nMindestklassengr\u00f6\u00dfe bei Errichtung 23 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler statt der  gesetzlich ansonsten vorgesehenen Mindestklassengr\u00f6\u00dfe von 28 Sch\u00fclerinnen und  Sch\u00fclern. Klassenfrequenzh\u00f6chstwert betr\u00e4gt f\u00fcr die integrative Form 25; in der  kooperativen Form ab Kl. 7 zur Erreichung vertretbarer Klassengr\u00f6\u00dfen 29. Der  Klassenfrequenzrichtwert betr\u00e4gt 24 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Diese Werte  orientieren sich an der Hauptschule. Sie tragen der Heterogenit\u00e4t der  Sch\u00fclerschaft Rechnung und ber\u00fccksichtigen, dass in der Gemeinschaftsschule  unterschiedliche Schulformen zusammenwachsen.<\/p>\n<p><strong>Lehrerarbeitszeit <\/strong><\/p>\n<p>Die Lehrkr\u00e4fte haben unabh\u00e4ngig von ihrem Lehramt eine <strong>Pflichtstundenzahl von  25,5.<\/strong> Dies entspricht der Pflichtstundenzahl an der Gesamtschule und am  Gymnasium.<\/p>\n<p><strong>Bezahlung Lehrerinnen und Lehrer<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Sie orientiert sich an der Bewertung der \u00c4mter an Gesamtschulen:- Als Eingangs\u00e4mter k\u00f6nnen der Gemeinschaftsschule A 12-Stellen (gehobener  Dienst) und A 13-Stellen (h\u00f6herer Dienst; bis zu 33 v.H.) zugewiesen werden.<\/li>\n<li>F\u00fcr die Schulleiterinnen und Schulleiter sind &#8211; je nach Ausbauzustand der  Schule &#8211; \u00c4mter der Besoldungsgruppe A 15, A 15 mit Zulage und A 16 vorgesehen.<\/li>\n<li>F\u00fcr die stellvertretenden Schulleiterinnen und Schulleiter ergeben sich \u00c4mter  der Besoldungsgruppe A 14 mit Zulage, A 15 und A 15 mit Zulage.<\/li>\n<li>Als allgemeine Bef\u00f6rderungs\u00e4mter ergeben sich f\u00fcr die Lehrkr\u00e4fte des gehobenen  Dienstes die Besoldungsgruppe A 13 und f\u00fcr den h\u00f6heren Dienst die  Besoldungsgruppen A 14 und A 15.<\/li>\n<li>Ab einem bestimmten Ausbauzustand werden dar\u00fcber hinaus spezifische  Bef\u00f6rderungs\u00e4mter zur Verf\u00fcgung gestellt entsprechend der Ausbringung  vergleichbarer Funktionen an Gesamtschulen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Stellensituation und Fortbildung<\/strong><\/p>\n<p>Stellenzuschlag in H\u00f6he von 0,5 Stunden je Klasse wegen des erh\u00f6hten  Differenzierungs-\/F\u00f6rderbedarfs.<br \/>\n&#8222;Versuchszuschlag&#8220; in H\u00f6he von 0,5 Stellen pro Schule wegen des erh\u00f6hten  Schulentwicklungsaufwands.<br \/>\nZus\u00e4tzliches Fortbildungsbudget in H\u00f6he von 2.500 EUR pro Schule wegen des  erh\u00f6hten Fortbildungsbedarfs.<\/p>\n<p><strong>Zeitplan<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Beratung von Kommunen, die sich am Modellversuch beteiligen wollen l\u00e4uft<\/li>\n<li>Abstimmung mit Nachbarkommunen 10 &#8211; 11\/2010<\/li>\n<li>Entscheidung der Schulkonferenzen unter 10 &#8211; 11\/2010<\/li>\n<li>Entscheidung der kommunalen Gremien \u00fcber Beteiligung an dem Schulversuch 11\/2010<\/li>\n<li>Antragstellung \u00fcber BR an MSW Eingang MSW bis 31.12.2010<\/li>\n<li>Entscheidung MSW bis sp\u00e4testens Mitte 01\/2011<\/li>\n<li>Organisationsentscheidung Schultr\u00e4ger bis Anfang 02\/2011<\/li>\n<li>Bestellung komm. Schulleitung durch BR bis Mitte 02\/2011 (Anmeldeverfahren)<\/li>\n<li>Anmeldeverfahren 02\/2011<\/li>\n<li>Org. + p\u00e4d. Vorber. Erstes Schuljahr ab 01\/2011 (Zeitpunkt Genehmigung)<\/li>\n<li>Personalma\u00dfnahmen durch BR Ab 01\/2011 (Zeitpunkt Genehmigung)<\/li>\n<li>Start des Modellvorhabens 07.09.2011<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Das Angebot kann man auf den ersten Blick kaum ausschlagen. Kleinere Klassen, 25,5 statt 28 Unterrichtsstunden im Vergleich zum Realschullehrer\/in, gr\u00f6\u00dfere Bildungsbreite f\u00fcr die Sch\u00fclerInnen, Abitur nach G9 und als m\u00f6gliches Schmankerl f\u00fcr die berufst\u00e4tigen Eltern der gebundene Ganztag.<\/p>\n<p>Interessanterweise l\u00e4uft jetzt(s.o.) bereits die Beratung derjenigen Kommunen, die sich am Modellversuch beteiligen wollen.<\/p>\n<p><strong>Ist Ihre Kommune dabei?<\/strong><\/p>\n<p>Das <a href=\"http:\/\/www.schulministerium.nrw.de\/SV\/Schulmail\/Archiv\/1009211\/index.html\" target=\"_blank\">gesamte Dokument mit weiteren Hinweisen ist f\u00fcr die interessierte \u00d6ffentlichkeit im Archiv des Schulministeriums<\/a> zu lesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am vergangenen Freitag hatte das nordrhein-westf\u00e4lische Kabinett die von Schulministerin Sylvia L\u00f6hrmann vorgelegten Eckpunkte f\u00fcr das Modellvorhaben &#8222;Gemeinschaftsschule&#8220; gebilligt. 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