{"id":8551,"date":"2010-07-21T15:29:27","date_gmt":"2010-07-21T13:29:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=8551"},"modified":"2010-07-21T19:58:11","modified_gmt":"2010-07-21T17:58:11","slug":"missachtet-die-zeche-zollverein-die-panoramafreiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/missachtet-die-zeche-zollverein-die-panoramafreiheit\/","title":{"rendered":"Missachtet die Zeche Zollverein die Panoramafreiheit?"},"content":{"rendered":"<p><strong><\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_8131\" aria-describedby=\"caption-attachment-8131\" style=\"width: 240px\" class=\"wp-caption alignleft\"><strong><a href=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/revierparknord20100604021.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-8131\" title=\"Meiderich: Revierpark Nord\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/revierparknord20100604021.png\" alt=\"Meiderich: Revierpark Nord (foto: zoom)\" width=\"240\" height=\"180\" \/><\/a><\/strong><figcaption id=\"caption-attachment-8131\" class=\"wp-caption-text\">Bald kostenpflichtig? Fotografieren im Revierpark Nord (foto: zoom)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Berlin. Der<a href=\"http:\/\/www.pressebox.de\/pressemeldungen\/deutscher-journalisten-verband-ev-gewerkschaft-der-journalistinnen-und-journalisten\/boxid\/361093\" target=\"_blank\"> Deutsche Journalisten-Verband hat als nicht hinnehmbar kritisiert<\/a>, dass die Stiftung Zollverein Fotografen abmahnt, die Bilder der Zeche Zollverein auf ihren Internetseiten ver\u00f6ffentlichen. Den Hinweis auf eine angebliche Kostenpflichtigkeit einer Ver\u00f6ffentlichung von Bildern der Zeche, einem der bedeutendsten Industriedenkm\u00e4ler der Welt, h\u00e4lt der DJV f\u00fcr geradezu grotesk. Es sei paradox, dass man einerseits das Bild einer weltoffenen europ\u00e4ischen Kulturhauptstadt-Region abgeben wolle, andererseits die Panoramafreiheit missachte.<br \/>\n<\/strong><br \/>\n&#8222;Es kann nicht sein, dass Fotografen, die in die europ\u00e4ische Kulturhauptstadt-Region reisten, etwa, wie am vergangenen Wochenende f\u00fcr das Still-Leben auf der A40, oder wie am kommenden Wochenende zur Loveparade in Duisburg, Angst haben m\u00fcssen, auch die Zeche Zollverein zu fotografieren, da sonst Abmahnungen auf sie zukommen k\u00f6nnten&#8220;, betonte die stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende Ulrike Kaiser. &#8222;F\u00fcr uns ist klar: Es gilt auch im Fall der Stiftung Zollverein die Panoramafreiheit f\u00fcr Fotografen. Die Stiftung Zollverein kann diese nicht missachten&#8220;, so Kaiser. Zudem sei das die schlechteste \u00d6ffentlichkeitsarbeit f\u00fcr den Standort Ruhrgebiet, die man sich vorstellen kann.<\/p>\n<p>Kaiser wies darauf hin, dass die Zeche Zollverein mit Millionenbetr\u00e4gen aus \u00f6ffentlichen Mitteln finanziert worden sei. &#8222;Wie im Fall des Schlosses Sanssouci m\u00fcssen Fotografen auch auf dem Gel\u00e4nde frei fotografieren d\u00fcrfen. Das Haus- und Eigentumsrecht kann bei solchen aus \u00f6ffentlichen Mitteln finanzierten und f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit gedachten Geb\u00e4uden und Fl\u00e4chen nicht geltend gemacht werden!&#8220;<\/p>\n<p><strong>Die <a href=\"http:\/\/www.lifepr.de\/pressemeldungen\/stiftung-zollverein\/boxid\/177821\" target=\"_blank\">Stellungnahme der Stiftung<\/a> Zollverein:<\/strong><\/p>\n<p>Essen. Fotografen d\u00fcrfen Bilder, die au\u00dferhalb des Gel\u00e4ndes des Welterbes Zollverein ohne Hilfsmittel wie Leitern u. \u00e4. aufgenommen werden, nutzen. Das bedeutet: eine Nutzung von Bildern, die der Panoramafreiheit unterliegen, wird von der Stiftung Zollverein nicht eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Anders verh\u00e4lt es sich bei Bildern, die nicht unter die Panoramafreiheit fallen, sprich auf dem Gel\u00e4nde des Welterbes aufgenommen wurden. Hier gilt das Hausrecht. Die Hausordnung definiert dies unter Punkt 9: &#8222;Alle nicht ausschlie\u00dflich privat genutzten Foto-, Ton- und Filmaufnahmen bed\u00fcrfen einer schriftlichen Genehmigung durch die Stiftung Zollverein.&#8220;<\/p>\n<p>Fotogenehmigungen f\u00fcr redaktionelle Nutzung werden an Fotografen kostenfrei ausgestellt, die ihre Bilder zu redaktionellen Zwecken im Auftrag einer Redaktion aufnehmen bzw. die Bilder zu redaktionellen Zwecken an z. B. Tageszeitungen verkaufen.<\/p>\n<p>Fotografieren zu privaten Zwecken<br \/>\nDas Fotografieren zu privaten Zwecken ist ohne Fotogenehmigung erlaubt.<\/p>\n<p>Fotogenehmigungen f\u00fcr kommerzielle Nutzung:<br \/>\nkostenpflichtig sind Aufnahmen, die f\u00fcr kommerzielle Zwecke verwendet werden, z.B. in Werbeanzeigen, deren Inhalte in keinem Bezug zum Welterbe Zollverein stehen.<\/p>\n<p><strong>Zum <a href=\"http:\/\/www.pro-panoramafreiheit.de\/2008\/04\/30\/panoramafreiheit-in-gefahr\/\" target=\"_blank\">Hintergrund der Diskussion<\/a> um die Panoramafreiheit schreibt der DJV:<\/strong><\/p>\n<p>Im Bericht der Enquetekommission \u00e2\u20ac\u017eKultur in Deutschland\u00e2\u20ac\u0153 wird dem Gesetzgeber die Einschr\u00e4nkung der Panoramafreiheit empfohlen, die in \u00a7 59 des Urhebergesetzes geregelt ist.<\/p>\n<p><em>\u00e2\u20ac\u017e3. Die Enquete-Kommission empfiehlt dem Deutschen Bundestag, in \u00a7 59 Absatz 1 Urhebergesetz eine Verg\u00fctungspflicht f\u00fcr die Abbildung von Werken \u00e2\u20ac\u201c ausgenommen Bauwerken \u00e2\u20ac\u201c im \u00f6ffentlichen Raum einzuf\u00fchren, die dann eintritt, wenn die Abbildung gewerblich verwertet wird und die Darstellungsabsicht sich auf das jeweilige Werk richtet.\u00e2\u20ac\u0153 <\/em>(Seite 265)<\/p>\n<p>Der \u00a7 59 Urhebergesetz erlaubt es beispielsweise Fotografen, Fotografien von H\u00e4usern, Denkm\u00e4lern oder Kunstwerken im \u00f6ffentlichen Raum ohne Erlaubnis und Verg\u00fctung anzufertigen und zu ver\u00f6ffentlichen. Durch ihn ist es auch m\u00f6glich, Internet-Fotogalerien, Filme, Bildb\u00e4nde, Kalender oder Postkarten \u00fcber Architektur oder \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze und Gedenkst\u00e4tten zu vertreiben, ohne hierf\u00fcr Restriktionen (Erlaubnis- oder Verg\u00fctungspflicht) unterworfen zu sein.<\/p>\n<p><em>\u00a7 59 Werke an \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen<\/em><\/p>\n<p><em>(1) Zul\u00e4ssig ist, Werke, die sich bleibend an \u00f6ffentlichen Wegen, Stra\u00dfen oder Pl\u00e4tzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Graphik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielf\u00e4ltigen, zu verbreiten und \u00f6ffentlich wiederzugeben. Bei Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die \u00e4u\u00dfere Ansicht. <\/em><\/p>\n<p><em>(2) Die Vervielf\u00e4ltigungen d\u00fcrfen nicht an einem Bauwerk vorgenommen werden.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.pro-panoramafreiheit.de\/2008\/04\/30\/panoramafreiheit-in-gefahr\/\" target=\"_blank\">Alles lesen beim DJV<\/a><\/p>\n<p><strong>Update (20:00):<\/strong> aktuell befasst sich auch <a href=\"http:\/\/www.ruhrbarone.de\/zollverein-soll-nicht-profanisiert-werden\/\" target=\"_blank\">Stefan Laurin von den ruhrbaronen mit dem Fall.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin. Der Deutsche Journalisten-Verband hat als nicht hinnehmbar kritisiert, dass die Stiftung Zollverein Fotografen abmahnt, die Bilder der Zeche Zollverein auf ihren Internetseiten ver\u00f6ffentlichen. 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