{"id":64917,"date":"2026-10-27T10:07:12","date_gmt":"2026-10-27T09:07:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=64917"},"modified":"2026-10-27T10:07:41","modified_gmt":"2026-10-27T09:07:41","slug":"stefan-zweig-der-pazifist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/stefan-zweig-der-pazifist\/","title":{"rendered":"Stefan Zweig, der Pazifist"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein Lesebuch mit ausgew\u00e4hlten Dichtungen, Aufs\u00e4tzen und Vortr\u00e4gen 1914-1941<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20261027UmschlagZweigPazifismus-scaled.jpg\" target=\"_blank\" rel=\" noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"652\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20261027UmschlagZweigPazifismus-652x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-64918\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20261027UmschlagZweigPazifismus-652x1024.jpg 652w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20261027UmschlagZweigPazifismus-191x300.jpg 191w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20261027UmschlagZweigPazifismus-768x1206.jpg 768w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20261027UmschlagZweigPazifismus-978x1536.jpg 978w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20261027UmschlagZweigPazifismus-1304x2048.jpg 1304w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20261027UmschlagZweigPazifismus-1200x1885.jpg 1200w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20261027UmschlagZweigPazifismus-scaled.jpg 1630w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Umschlag des neuen Sammelbandes &#8222;Bekenntnisse zum Pazifismus&#8220; (Schalom-Bibliothek)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p><strong>Stefan Zweig: <em>Bekenntnisse zum Pazifismus<\/em><\/strong>. Ausgew\u00e4hlte Dichtungen, Aufs\u00e4tze und Vortr\u00e4ge 1914 \u2013 1941. Herausgegeben von Peter B\u00fcrger, in Kooperation mit Frieden wagen e.V. (edition pace : Regal: Pazifisten <em>&amp;<\/em> Antimilitaristen aus j\u00fcdischen Familien, 18). Hamburg: BoD 2026. (ISBN: 978-3-6967-5208-8; Paperback; 404 Seiten; 15,99 Euro). <a href=\"https:\/\/buchshop.bod.de\/bekenntnisse-zum-pazifismus-stefan-zweig-9783696752088\">https:\/\/buchshop.bod.de\/bekenntnisse-zum-pazifismus-stefan-zweig-9783696752088<\/a><br \/><\/p><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Stefan Zweig (1881-1942) geh\u00f6rt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Erz\u00e4hlern des 20. Jahrhunderts. Ein soeben erschienenes Lesebuch der Schalom-Bibliothek, herausgegeben in Kooperation mit Frieden wagen e.V., erschlie\u00dft durch einunddrei\u00dfig Dichtungen, Aufs\u00e4tze und Vortr\u00e4ge sein Bekenntnis zum Pazifismus:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>(Redaktion schalom-bibliothek.org \/ Text Peter B\u00fcrger)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e\u2026 ich halte meine Kraft gespannt zum Widerstand gegen die Anforderung, die ich als Verbrechen empfinde: Waffen gegen andere Menschen zu gebrauchen \u2026 und betrachte es als eine moralische Pflicht, den Mord zu verweigern.\u201c (Testament des Gewissens, 28.11.1917)<br \/><br \/>\u201eWir sind Defaitisten, das hei\u00dft: wir wollen keines Sieg und keines Niederlage, wir sind Siegfeinde und Freunde des Verzichts. Wir sind Defaitisten, das hei\u00dft: wir sehen mehr Gr\u00f6\u00dfe in \u2026 der Vers\u00f6hnung als im Kampf mit verbissenen Z\u00e4hnen! Wir sind Defaitisten, das hei\u00dft: wir lieben den Menschen .&nbsp;.&nbsp;. mehr als die irdischen Gebilde der Staaten. Wir sind Defaitisten, das hei\u00dft: wir f\u00fchlen keine Schande darin, die Schw\u00e4cheren zu sein im Krieg und die k\u00fcrzeren Kanonen zu haben; wir suchen die Gerechtigkeit nicht zwischen den Drahtgewinden und unsere Freude nicht an zerschmetterten Feindesregimentern. Wir sind Defaitisten, das hei\u00dft: kein Opfer des Stolzes, des Geldes, der Ehre, der Erde scheint uns vergebens, wenn das heilige Blut von Menschen nicht mehr vergossen und Europa von seiner Qual erl\u00f6st wird. \u2026 Schreien wir unsere Kriegsfeindschaft mit diesem Wort in die Welt. Seien wir Flaumacher in der eisernen Zeit!\u201c (Friedens-Warte, Juli 1918)<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Bildungskanon des sich als feingeistig verstehenden B\u00fcrgertums gab es immer schon gro\u00dfe Namen, die von einer tiefen Abscheu vor jeglicher Kriegsert\u00fcchtigung zeugen. Aber man verehrte diese \u201aGro\u00dfen\u2018 gemeinhin nicht <em>wegen<\/em>, sondern <em>trotz<\/em> ihrer pazifistischen Standorte. Eine neue Generation kann sich die Klassiker wider den milit\u00e4rischen Heilsglauben heute aneignen, sie entwenden aus den verwaisten Bibliotheken jenes B\u00fcrgertums, das sich mit allerlei Feinsinnigkeit belud und doch zu leichtgewichtig blieb. Es wartet ein unersch\u00f6pfliches kulturelles Gemeineigentum als Wegweiser f\u00fcr Frieden.<br \/><br \/><strong>\u00dcber Stefan Zweig (1881-1942)<\/strong>&nbsp;: Als Sohn einer j\u00fcdischen Kaufmannsfamilie in Wien geboren; war ein \u00f6sterreichischer Schriftsteller, \u00dcbersetzer und Pazifist. Er geh\u00f6rte zu den beliebtesten deutschsprachigen Erz\u00e4hlern seiner Zeit. Neben den eigenen Dichtungen legte er \u00dcbersetzungen von Werken bedeutender Schriftsteller wie Baudelaire oder Romain Rolland vor. Zu Beginn des ersten Weltkrieges meldet sich Zweig zun\u00e4chst freiwillig zum Milit\u00e4rdienst, um dann im staatlichen \u201eKriegsarchiv\u201c (Propagandaeinrichtung) t\u00e4tig zu sein. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor allem auch durch die Freundschaft mit dem Franzosen Romain Rolland findet er zu einem entschiedenen Friedensstandort, der sich in zahlreichen Dichtungen, Aufs\u00e4tzen und Vortr\u00e4gen niederschl\u00e4gt. Am 28. November 1917 schreibt Zweig sein \u201eTestament des Gewissens\u201c nieder: \u201e. . . Waffen zu tragen und von ihnen Gebrauch zu machen. Ich halte im Sinne Tolstois und noch dringender in dem meiner eigenen Erkenntnis dies als das schwerste Verbrechen wider den Geist der Menschlichkeit, das wir begehen k\u00f6nnen und betrachte es als eine moralische Pflicht, den Mord zu verweigern.\u201c<br \/><br \/>Nach der Macht\u00fcbergabe an die Nationalsozialisten werden 1933 in vielen deutschen St\u00e4dten auch die Werke Zweigs \u00f6ffentlich verbrannt; ein Gleiches wiederholt sich dann am 30. April 1938 auf dem Salzburger Residenzplatz. (Juden und Pazifisten stehen im Faschismus ganz oben auf der Liste der \u201eVerbotenen Autoren\u201c). Die letzten acht Jahre seines Lebens hat der Dichter im Exil verbracht (England, USA, S\u00fcdamerika, zuletzt Brasilien). In der Nacht vom 22. auf den 23. Februar 1942 scheidet er zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Charlotte geb. Altmann (geb. 1908) in Petr\u00f3polis (Brasilien) \u201efreiwillig\u201c aus dem Leben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis zum Ende hat der Dichter sein Bekenntnis zum Pazifismus nicht widerrufen. Das haben ihm &#8211; bis heute &#8211; viele ver\u00fcbelt. Mit hoher Achtung f\u00fcr den Freund teilt hingegen Franz Werfel, der selbst einen abweichenden Standort einnimmt, in seiner Rede zur Trauerfeier 1942 mit: \u201eJa, Stefan Zweig war ein Mann ohne Zorn. Darum war er auch einer der ganz wenigen echten Pazifisten, die es gibt. F\u00fcr ihn bedeutete der Krieg die irdische H\u00f6lle, an die man nur mit Heulen und Z\u00e4hneklappern denkt.\u201c<br \/><br \/><strong>Inhalts\u00fcbersicht zum neuen Lesebuch<\/strong>&nbsp;:&nbsp;<em>Einf\u00fchrung<\/em> (Schalom-Bibliothek ? Peter B\u00fcrger) \u2013 <em>Die schlaflose Welt<\/em> (18. August 1914) \u2013 <em>Warum nur Belgien, warum nicht auch Polen<\/em> ? (Eine Frage an die Neutralen ? 4. April 1915) \u2013 <em>Die Legende der dritten Taube<\/em> (Entstanden im Februar 1916) \u2013 <em>Der Turm zu Babel<\/em> (Mai 1916) \u2013 <em>\u201eJeremias\u201c: Drama wider das Kriegsgeschrei<\/em> (Ausz\u00fcge ? Entstehungszeit 1915-1917) \u2013 <em>Bertha von Suttner<\/em> (Eine Ansprache, inmitten des Weltkriegs ? April 1917) \u2013 <em>Das Feuer<\/em> (\u00dcber Henri Barbusses \u201eLe feu\u201c ? Juli 1917) \u2013 <em>\u201eTestament des Gewissens\u201c<\/em> (28. November 1917) \u2013 <em>Das Herz Europas<\/em> (Ein Besuch im Genfer Roten Kreuz ? 23.12.1917) \u2013 <em>Bei den Sorglosen<\/em> (Februar 1918) \u2013 <em>Bekenntnis zum Defaitismus<\/em> (Juli\/August 1918) \u2013 <em>Die Entwertung der Ideen<\/em> (Eine Antwort an Alfred H. Fried ? August 1918) \u2013 <em>Opportunismus, der Weltfeind<\/em> (Oktober 1918) \u2013 <em>Der Zwang<\/em> (Novelle \u00fcber einen \u201aFahnenfl\u00fcchtigen\u2018 ? entstanden 1918) \u2013 <em>Die Tragik der Verge\u00dflichkeit<\/em> (1919) \u2013 <em>Die Wahl der Staatsangeh\u00f6rigkeit<\/em> (Ein Vorschlag f\u00fcr die Friedensverhandlungen ? Juni 1919) \u2013 <em>Epilog einer vergeblichen Bem\u00fchung<\/em> (10. September 1920) \u2013 <em>Die Augen des ewigen Bruders<\/em> (Eine Legende ? 1922) \u2013 <em>Reise nach Russland<\/em> (Bericht ? 1928) \u2013 <em>Romain Rolland im Weltkrieg 1914-1918<\/em> (Aus der Biographie des Pazifisten <em>&amp;<\/em> Nobelpreistr\u00e4gers ? 1929) \u2013 <em>Nehmt allen die Waffen weg, allen<\/em> \u2026 (An den Herausgeber des \u201aMorgen\u2018 ? Februar 1932) \u2013 <em>Der Europ\u00e4ische Gedanke<\/em> (Auszug aus einem Vortrag in Florenz, 1932) \u2013 <em>Gr\u00f6\u00dfe und Grenzen des Humanismus<\/em> (\u00dcber Erasmus von Rotterdam ? 1934) \u2013 <em>1914 und heute<\/em> (Anl\u00e4\u00dflich des Romans von Roger Martin du Gard <em>\u201eEt\u00e9 1914\u201c<\/em> ? 1936) \u2013 <em>Tolstoi als religi\u00f6ser und sozialer Denker<\/em> (1937) \u2013 Geschichtsschreibung von morgen (Vortrag. Amerika ?&nbsp; 1939) \u2013 Die G\u00e4rten im Krieg&nbsp; (1939) \u2013 Die Geschichte als Dichterin (1939) \u2013 <em>Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europ\u00e4ers<\/em> (1939-1941 ? Ausz\u00fcge) \u2013 <em>Das gro\u00dfe Schweigen<\/em> (Mai 1940) \u2013 <em>In dieser dunklen Stunde<\/em> (Solidarit\u00e4tsbotschaft im Namen der deutschen Schriftsteller im Exil ? New York, Mai 1941) \u2013 <em>Franz Werfel: Stefan Zweigs Tod<\/em> (Rede zur Trauerfeier, 1942) \u2013 <em>Literaturverzeichnis<\/em> (mit Kurztiteln).<br \/><br \/>*&nbsp;*&nbsp;*<br \/><br \/><strong>Bibliotheksportal<\/strong>&nbsp;: Die Buchausgabe der Sammlung \u201eBekenntnisse zum Pazifismus\u201c ist bei der Verlagsplattform BoD erschienen (<a href=\"https:\/\/buchshop.bod.de\/bekenntnisse-zum-pazifismus-stefan-zweig-9783696752088\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/buchshop.bod.de\/bekenntnisse-zum-pazifismus-stefan-zweig-9783696752088<\/a>). Alle Publikationen des nicht kommerziell ausgerichteten Regals \u201ePazifisten &amp; Antimilitaristinnen aus j\u00fcdischen Familien\u201c erscheinen zun\u00e4chst als Digitale Erstausgaben und sind frei abrufbar auf dem Projektportal <a href=\"https:\/\/www.schalom-bibliothek.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.schalom-bibliothek.org<\/a> \u2013 dort auch weitere Beitr\u00e4ge im \u201eLesesaal\u201c <a href=\"https:\/\/schalom-bibliothek.org\/lesesaal\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/schalom-bibliothek.org\/lesesaal\/<\/a> und alle Informationen zu den bisherigen Buchangeboten. \u2013 Gesamt\u00fcbersicht zur Friedensreihe \u201eedition pace\u201c <a href=\"https:\/\/schalom-bibliothek.org\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/edition-pace-katalog-2026-10-15.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/schalom-bibliothek.org\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/edition-pace-katalog-2026-10-15.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Lesebuch mit ausgew\u00e4hlten Dichtungen, Aufs\u00e4tzen und Vortr\u00e4gen 1914-1941 Stefan Zweig: Bekenntnisse zum Pazifismus. 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