{"id":64680,"date":"2026-09-13T19:57:49","date_gmt":"2026-09-13T17:57:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=64680"},"modified":"2026-09-13T21:47:24","modified_gmt":"2026-09-13T19:47:24","slug":"dankbarkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/dankbarkeit\/","title":{"rendered":"Dankbarkeit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Um es mal klar und deutlich zu sagen: Ich bin dankbar f\u00fcr mein Leben. Es w\u00e4hrt nun schon mehr als sieben Jahrzehnte. Ganz allm\u00e4hlich n\u00e4here ich mich der durchschnittlichen Lebenserwartung f\u00fcr M\u00e4nner im heutigen Deutschland an, die bei 78,5 Jahren liegt. Ich habe eine Menge kennenlernen und erleben d\u00fcrfen und hoffe auf noch einige weitere Erlebnisse in den n\u00e4chsten Jahren. Aber es ist auch ganz offensichtlich, dass ich mich dem Ziel eines jeden Lebens ann\u00e4here: dem Tod.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>(Ein Beitrag von Detlef Tr\u00e4bert)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ich an dieses Ziel gelangen werde, ist f\u00fcr mich wie f\u00fcr jeden Menschen v\u00f6llig offen. Auch wie weit es noch bis zu diesem Ziel ist, ist f\u00fcr mich wie f\u00fcr fast alle Menschen unklar. Wir wissen nur, dass wir es irgendwann erreichen werden. Jeder von uns. Was danach kommt? Dar\u00fcber gibt es die unterschiedlichsten Meinungen, Vermutungen, Hoffnungen. Aber eines ist auf jeden Fall sicher: Materiellen Reichtum werden wir nicht mitnehmen k\u00f6nnen. Warum ist er uns dann so wichtig? Wichtig ist doch nur, ein gutes Leben zu f\u00fchren. Aber was ist das, ein gutes Leben? Viel Verm\u00f6gen anzuh\u00e4ufen? Tolle Reisen zu unternehmen? Oder ist nur ein sehr langes Leben ein gutes Leben? Ein Leben ohne schwerwiegende Krankheiten? Viel \u201egutes\u201c Essen, was genussvoll sein mag, dann aber oft genug das Leben auch wieder verk\u00fcrzt?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jeder mag unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was ein gutes Leben ausmacht. F\u00fcr manche Menschen geh\u00f6ren bestimmte Alkoholika zu einem guten, \u201egehobenen\u201c Lebensstil, f\u00fcr andere ganz besondere Rauchwaren; f\u00fcr die einen schnelle Autos und f\u00fcr andere Kreuzfahrten. Ich pers\u00f6nlich finde mein Leben gut, wenn es mir gelingt, anderen Menschen mit Information und Rat zu helfen. Ein sozial engagiertes Leben ist f\u00fcr mich richtig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann nat\u00fcrlich sagen, dass das Leben \u2013 wie jeder wei\u00dft \u2013 begrenzt ist und man deswegen mitnehmen will, was nur m\u00f6glich ist. Aber wohin nehme ich denn etwas mit? In den Tod? Man kann sich aber auch auf den Standpunkt stellen, seinen Mitmenschen helfen zu wollen. Ob man das von Kindheit an bei der Feuerwehr macht oder sich in einem sozialen oder medizinischen Beruf engagiert, ob man nebenbei ehrenamtlich sozial oder politisch aktiv ist \u2013 der M\u00f6glichkeiten gibt es viele.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wohlstand macht vieles einfacher, das ist nat\u00fcrlich wahr. Aber er kann auch Neid und Missgunst ausl\u00f6sen, er kann sogar einsam machen. Vor allem ist gro\u00dfer Wohlstand ohnehin eher selten. Auf jeden Fall hege ich Bewunderung f\u00fcr jene Reichen, die mit ihrem Geld soziale Projekte unterst\u00fctzen und sich verpflichtet f\u00fchlen, wenigstens einen Teil ihres Reichtums f\u00fcr die Menschen auszugeben, die wenig besitzen. In diesem Sommer erhielten in manchen St\u00e4dten Kinder freien Eintritt in Schwimmb\u00e4der, weil Wohlhabende anonym die Kosten daf\u00fcr \u00fcbernommen haben. Leider ist diese Sorte reicher Menschen viel seltener als jene, die nur darauf achtet, ihr eigenes Verm\u00f6gen zu mehren. Wohl<em><strong>stand<\/strong><\/em> ist also nicht das, worauf es ankommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wohl<em><strong>taten<\/strong><\/em> zu tun ist hingegen jedem m\u00f6glich, auch wenn man kein Verm\u00f6gen besitzt. Ob man vielleicht nur einem einzigen Menschen in seiner Einsamkeit Gesellschaft bietet, im Seniorenheim einmal pro Woche Gesellschaftsspiele mit den BewohnerInnen spielt, ob man anderen zuh\u00f6rt oder aktiv Beistand leistet, ob man Kindern von zugewanderten Familien bei den Hausaufgaben hilft \u2013 das alles kostet kein Geld, sondern lediglich Zeit. Nat\u00fcrlich haben Menschen im Berufsleben und mit Familie eher selten diese Zeit. Aber wie viel Zeit verbringen gerade die jungen Leute mit social media oder Computerspielen! Wer sich vom Stress der Schule oder des Berufs auf diese Weise Entspannung erhofft, erlebt meist stattdessen Freizeitstress. Soziales Engagement dagegen befriedigt durch das Gef\u00fchl, etwas Sinnvolles zu tun. Und es vermittelt etwas, was man nirgendwo kaufen kann: Dankbarkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um es mal klar und deutlich zu sagen: Ich bin dankbar f\u00fcr mein Leben. Es w\u00e4hrt nun schon mehr als sieben Jahrzehnte. 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