{"id":64600,"date":"2026-08-24T10:43:38","date_gmt":"2026-08-24T08:43:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=64600"},"modified":"2026-08-24T10:43:38","modified_gmt":"2026-08-24T08:43:38","slug":"wo-bleibt-die-zuversicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wo-bleibt-die-zuversicht\/","title":{"rendered":"Wo bleibt die Zuversicht?"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Leben in diesen Zeiten &#8211; eine Anleitung in 90 Minuten<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/2026082004NorbertKremser.jpg\" target=\"_blank\" rel=\" noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"941\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/2026082004NorbertKremser-1024x941.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-64601\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/2026082004NorbertKremser-1024x941.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/2026082004NorbertKremser-300x276.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/2026082004NorbertKremser-768x705.jpg 768w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/2026082004NorbertKremser-1536x1411.jpg 1536w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/2026082004NorbertKremser-1200x1102.jpg 1200w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/2026082004NorbertKremser.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Lebensphilosophie Live: Referent Norbert Kremser vermittelte in Winterberg viele kluge Gedanken, Anst\u00f6\u00dfe und Einsichten zum Thema &#8222;Zuversicht&#8220;. (foto: zoom)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Kulturgruppe KuKuK hatte am Donnerstag, 20. August, zu einem Vortrag zum Thema \u201eZuversicht! \u2013 Wie leben in Zeiten wie diesen?\u201c eingeladen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Referent Norbert Kremser<\/strong> gab den mehr als 30 Zuh\u00f6rer*innen philosophische, psychologische und auch theologische Hinweise, um das eigene Leben zuversichtlicher zu gestalten. Es ginge, so Norbert Kremser, an diesem Abend darum, einen anderen Blick auf das Leben zu bekommen und in die Lage versetzt zu werden, danach zu handeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Bildungsreferent und Krankenhausseelsorger verf\u00fcgt der studierte Theologe \u00fcber viele Zug\u00e4nge zu lebenspraktischen und philosophischen Fragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pers\u00f6nlich habe ich Norbert \u00fcber die Winterberger Klima-Initiative kennengelernt. Ehrenamtlich engagiert er sich als B\u00fcrgerbusfahrer und ist auch im Ruhestand vor allem in der kirchlichen Bildungsarbeit (St. Bonifatius, Elkeringhausen) t\u00e4tig. Ein wacher, warmherziger, aber auch analytischer Geist, der mich oft mit seinem Lesepensum \u00fcberrascht.<br \/><br \/>Soweit die Vorrede. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir f\u00fcrchten immer noch den S\u00e4belzahntiger, evolution\u00e4r seien wir auf Negatives fixiert. &#8222;Machen Sie sich nicht zum Steinzeitmenschen!&#8220;, mahnt Norbert Kremser.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir schwelgten in einer leidvolle Scheinsicherheit: &#8222;Lieber das bekannte Ungl\u00fcck als das unbekannte Gl\u00fcck. Reden \u00fcber Problem schafft Probleme, reden \u00fcber L\u00f6sungen schafft L\u00f6sungen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sagen Sie &#8222;Ich brauche eine L\u00f6sung&#8220;, statt &#8222;Ich habe ein Problem&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht die Dinge an sich machten uns Sorgen, sondern das Denken dar\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Kirmes bevorzuge er das Riesenrad gegen\u00fcber dem Geisterrad. Es biete \u00dcbersicht und sei gleichzeitig Therapie gegen H\u00f6henangst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie bew\u00e4ltigen wir die t\u00e4gliche Flut von negativen Nachrichten? Ab welchem Punkt wird Doomscrolling zu Dummscrolling?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuversicht bedeute, anzunehmen, was ist, kein blinder Optimismus. Realit\u00e4t darf sein, trotzdem sollten wir versuchen, etwas zum Positiven ver\u00e4ndern. Nichts muss so bleiben, wie es ist.<br \/><br \/>Zuversicht sei folgerichtiges Handeln auf realisierbare Ziele. Es ist falsch zu sagen: &#8222;Da kann man nix machen&#8220;.  Wir sollten daher handeln und unsere Einstellung ver\u00e4ndern: &#8222;Ja, ich kann und ich will und ich werde etwas ver\u00e4ndern.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuversicht ist die Steigerung von Hoffnung und das Gegenteil von Ohnmacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was schw\u00e4cht die Zuversicht? Das Erz\u00e4hlen von schlechten Geschichten und das &#8222;Ja, Aber-Syndrom&#8220;.  Verbieten Sie sich &#8222;Ja, aber!&#8220;, denn das bedeute stets &#8222;Nein!&#8220; Also solle man gleich ein ehrliches &#8222;Nein!&#8220; sagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frage an das Publikum: Welche Gruppe von Menschen hat den meisten Einfluss auf die Welt?<br \/><br \/>die Presse?<br \/>die Familie?<br \/>die Reichen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Antwort: die Gleichg\u00fcltigen!<br \/><br \/>Panik zerst\u00f6re Zuversicht, \u00fcberm\u00e4\u00dfige Angst, zu viele schlechte Nachrichten vernebeln das Gehirn.<br \/><br \/>Wer oder was raubt mir die Zuversicht? Von wem oder wodurch lasse ich mich ausrauben? Von mir selbst. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlechte Menschen brauchen nichts weiter zu tun, wenn gute Menschen nur zusehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gebe allerdings einen Menschen, der etwas ver\u00e4ndern k\u00f6nne: ich selbst!<br \/><br \/>Wer etwas nicht will, findet Argumente. Wer etwas will, der findet Wege. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man solle sich auf den Weg machen und wissen, wohin man will. Dazu brauche es eine Ausrichtung, ein punktuelles Ziel sei zu verengt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende meines Lebens solle man sagen k\u00f6nnen: Ich war mehr Teil der L\u00f6sung als Teil des Problems.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht ich, ich, ich&#8230; sondern: Das Leben stellt an mich Fragen und ich habe zu antworten. Wo lasse ich mich vom Leben herausfordern (siehe <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Viktor_Frankl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Viktor Frankl<\/a>). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Beispiel nannte der Referent ein ertrinkendes Kind: selber retten, andere aktivieren, Hilfe rufen, &#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wozu fordert mich das Leben derzeit heraus?<br \/><br \/>Verschiedene Antworten seien m\u00f6glich: <br \/>nicht weiter machen, wie bisher<br \/>anderen helfen<br \/>sich um sich selbst k\u00fcmmern<br \/><br \/>Das eigene Leben solle man ganz genau anschauen!<br \/><br \/><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dalai_Lama\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dalai Lama<\/a>: das Menschenleben ist ein Wimpernschlag im Laufe des Erdlebens.<br \/><br \/>Norbert Kremser projizierte eine 10*10 Matrix. Mit 70 Jahren betrage seine statistische Lebenserwartung  noch 12 Jahre. Will ich das kurze Leben vergeuden? Wer will ich gewesen sein? Wof\u00fcr will ich gelebt haben?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuversicht: Trotz allem, Ja zum Leben sagen. Auch f\u00fcr Grenzsituationen gelte: Ich will sehen, was passiert, wenn ich nicht aufgebe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Ende seines Vortrags kam der Referent von den Apellen ans &#8222;Ich&#8220; zum &#8222;Wir&#8220;.<br \/><br \/>In seine Zeit in K\u00f6ln h\u00e4tte es Anfang der 90er Jahre eine Bewegung gegen Nazis, gegen Rechts gegeben. Deren Motto: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arsch_huh,_Z%C3%A4ng_ussenander\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arsch huh, Z\u00e4ng ussenander<\/a>, was salopp \u00fcbersetzt Hintern hoch und H\u00e4nde aus den Taschen bedeute.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuversicht hei\u00dfe Agieren und sich auf die Socken machen, statt &#8222;German Angst&#8220;. Ich, wir seien nicht ohnm\u00e4chtig.<br \/><br \/>Engagieren Sie sich! Regelm\u00e4\u00dfig. Beispiel: Ehrenamlich B\u00fcrgerbus fahren, Chor &#8230; suchen Sie!<br \/><br \/>Fernhalten von chronischen N\u00f6rglern! Seien Sie selbst kein N\u00f6rgler!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seien sie eine Kugel am Rand des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kugelsto%C3%9Fpendel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Newton-Pendels<\/a>. Seien sie ansteckend. Dann wachse die Zuversicht scheinbar wie von selbst.<br \/><br \/>Zuversicht werde gest\u00e4rkt, wenn man sich um etwas begrenzt k\u00fcmmere.  Das k\u00f6nnten Menschen, aber auch Zimmerpflanzen sein.<br \/><br \/>Dankbarkeit sei wichtig! Wof\u00fcr bin ich dankbar? F\u00fcr ein Dach \u00fcber dem Kopf, Essen, Trinken, sauberes Leitungswasser.<br \/><br \/>Ich lebe noch!<br \/><br \/>Bleiben Sie auf der positiven Seite des Lebens! Gemeinsames Singen, Spielen, Theater, Tanz&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Aufw\u00e4rtsspirale entwickelt sich durch Kleinigkeiten.<br \/><br \/>Schreiben Sie ein Tut-Gut-Liste, statt To-Do-Liste.<br \/><br \/>Ein Vorbild seien die Bremer Stadtmusikanten: Etwas Besseres als den Tod findest du\/finden wir \u00fcberall.<br \/><br \/>Zuversicht verringere das Demenzrisiko, mache weniger einsam<br \/><br \/>Hinweis auf f\u00fcnf Dinge, die Sterbende bereuen (<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Top_Five_Regrets_of_the_Dying\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bronnie Ware<\/a>):<br \/><br \/>\u201eIch w\u00fcnschte, ich h\u00e4tte den Mut gehabt, ein Leben zu f\u00fchren, das meinem wahren Ich entspricht, und nicht das Leben, das andere von mir erwartet haben.\u201c <br \/>\u201eIch w\u00fcnschte, ich h\u00e4tte nicht so hart gearbeitet.\u201c<br \/>\u201eIch w\u00fcnschte, ich h\u00e4tte den Mut gehabt, meine Gef\u00fchle auszudr\u00fccken.\u201c<br \/>\u201eIch w\u00fcnschte, ich w\u00e4re mit meinen Freunden in Kontakt geblieben.\u201c<br \/>\u201eIch w\u00fcnschte, ich h\u00e4tte mir erlaubt, gl\u00fccklicher zu sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuversicht hei\u00dft: Trotzdem Ja zum Leben sagen! Ein gutes Leben wird aus Zuversicht gemacht!<br \/><br \/>Die Sonnenblume wendet sich immer zur Sonne und in der Nacht dorthin, wo die Sonne aufgeht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende des Abends durften sich alle ein T\u00fctchen Sonnenblumensamen mit nach Hause nehmen: &#8222;N\u00e4chstes Jahr auss\u00e4en!&#8220; mahnt Norbert Kremser sein Publikum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br \/><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br \/><br \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leben in diesen Zeiten &#8211; eine Anleitung in 90 Minuten Die Kulturgruppe KuKuK hatte am Donnerstag, 20. 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