{"id":6443,"date":"2010-01-26T21:12:01","date_gmt":"2010-01-26T20:12:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=6443"},"modified":"2010-01-26T21:12:01","modified_gmt":"2010-01-26T20:12:01","slug":"bodo-hombach-im-gesprach-wolke-in-hosen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/bodo-hombach-im-gesprach-wolke-in-hosen\/","title":{"rendered":"Bodo Hombach im Gespr\u00e4ch: Wolke in Hosen."},"content":{"rendered":"<p><strong>Ich habe mich in letzter Zeit sehr zur\u00fcckgehalten. \u00dcber <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\" target=\"_blank\">dem Westen<\/a> und \u00fcber unserer Lokalzeitung, der Westfalenpost, lag der Mantel des Schweigens. Ich war es einfach leid. Jetzt aber hat Bodo Hombach, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der WAZ-Mediengruppe, dem Volont\u00e4r Christoph Winkel <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/staedte\/dortmund\/forum-lokaljournalismus\/Buergerzeitung-kein-Ersatz-fuer-Lokaljournalismus-id2441925.html\" target=\"_blank\">ein Interview gew\u00e4hrt<\/a>, welches im Zusammenhang mit dem &#8222;<a href=\"http:\/\/www1.bpb.de\/veranstaltungen\/2ODPY0,0,FORUM_LOKALJOURNALISMUS_2010.html\" target=\"_blank\">Forum Lokaljournalismus<\/a>&#8220; (ab Mittwoch in Dortmund) im hauseigenen Medium &#8222;DerWesten&#8220; ver\u00f6ffentlicht worden ist.<\/strong><\/p>\n<p>Das St\u00fcck h\u00e4tte ich immer noch nicht gelesen, wenn mich nicht in der &#8222;<a href=\"http:\/\/twitter.com\/khStannies\/status\/8241865475\" target=\"_blank\">Twitter-Welt<\/a>&#8220; verhaltene Hinweise auf die verborgenen<strong> Qualit\u00e4ten der Hombach&#8217;schen Textwolke <\/strong>erreicht h\u00e4tten.<\/p>\n<p><strong>Ich finde die Antworten von Bodo Hombach einfach brilliant.<\/strong> Der Mann leitet ein Milliarden-Unternehmen und erlaubt es sich auf die Frage<\/p>\n<p><strong><em>Immer mehr Verlage streichen Arbeitspl\u00e4tze, immer weniger Redakteure m\u00fcssen mehr Seiten f\u00fcllen. Wie kann der Lokaljournalist da noch f\u00fcr die Wurzeln der lebendigen Demokratie sorgen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Folgendes zu sagen:<\/p>\n<blockquote><p>Qualit\u00e4t ist nicht gleich Quantit\u00e4t. Ich wundere mich \u00fcber Aussagen, dass nur viele Menschen gemeinsam journalistisch hochwertig arbeiten k\u00f6nnen. Dabei sehe ich den Beruf des Journalisten als einen sehr kreativen Beruf an, etwa wie ein Operns\u00e4nger oder ein Maler. Wird die Oper besser, nur weil f\u00fcnf Geiger mehr auf der B\u00fchne sitzen? Wird das Bild des Malers besser, wenn zwei weitere mitmischen? Ich denke nicht. Tolles Schreiben ist das, womit der Journalismus punktet. Und durch Recherche, Themen und Pr\u00e4senz.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Toll!<\/strong> So hat das noch niemand auf den Punkt gebracht! Das verstehe selbst ich als Amateur, denn:<\/p>\n<ul>\n<li>H\u00e4tten &#8222;The Who&#8220; besser geklungen, wenn sie mit f\u00fcnf B\u00e4ssen, statt mit einem aufgetreten w\u00e4ren?<\/li>\n<li>W\u00e4re John Lennon erfolgreicher gewesen, wenn er anstatt allein, mit einem Newsdesk getextet h\u00e4tte?<\/li>\n<li>H\u00e4tte kleines dickes M\u00fcller mehr Tore gezaubert, wenn er statt mit einem mit sieben Beinen geschossen h\u00e4tte?<\/li>\n<li>H\u00e4tte Picasso besser gemalt, wenn er mit 20 Pinseln statt mit einem einzigen gepinselt h\u00e4tte?<\/li>\n<li> &#8230; etc. ad libidum\u00a0 &#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hombach sagt auch an anderer Stelle:<\/p>\n<blockquote><p>S\u00fcdwestfalen, diese starke Region, lebt in der Westfalenpost. Da m\u00fcssen wir hin, das muss unser Vorbild sein. Eine Heimatzeitung im besten Sinne, weltoffen, aber im Kern lokal und stark, das ist unsere Kompetenz. &#8230;<\/p>\n<p>&#8230; Es geh\u00f6rt schon ganz sch\u00f6n etwas dazu, den B\u00fcrgermeister seiner Stadt in einem Kommentar zu kritisieren, obwohl man ihn vielleicht noch am gleichen Abend auf einer Veranstaltung trifft. Meinungsfreude ist aber immer gefragt und unerl\u00e4sslich. Der Leser honoriert Journalisten mit Ecken und Kanten, die deutlich schreiben und klar Stellung beziehen. Der Journalismus wird nicht grundlos als die vierte Gewalt im Lande bezeichnet. Der Journalist kritisiert und kl\u00e4rt Missst\u00e4nde auf. Als reine Plattform f\u00fcr irgendwelche Interessen darf die Tageszeitung niemals ausgenutzt werden, dann verliert sie ihre Glaubw\u00fcrdigkeit\u00a0 &#8230;<\/p><\/blockquote>\n<p>Von welcher Zeitung spricht er denn da? Das m\u00f6chte ich lesen. Im Sauerland wird der B\u00fcrgermeister kritisiert. Ho, ho! Wo denn? Ecken und Kanten? Eher im Chor mit dem B\u00fcrgermeister als gegen ihn. Vierte Gewalt? Ein Allmachtsfantasie, ein ungedeckter Scheck! Reine Plattform f\u00fcr irgendwelche Interessen? Das schon eher.<\/p>\n<p>Sobald mir Bodo Hombach beweist, dass die Westfalenpost &#8222;kritisiert und Missst\u00e4nde aufdeckt&#8220;, und zwar bei den M\u00e4chtigen,\u00a0 bin ich wieder Abonnent.<\/p>\n<p>Wie sagte noch Majakowski in einem seiner Gedichte:<\/p>\n<p><strong>&#8222;Wolke in Hosen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Bodo Hombach konnte er noch nicht kennen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe mich in letzter Zeit sehr zur\u00fcckgehalten. \u00dcber dem Westen und \u00fcber unserer Lokalzeitung, der Westfalenpost, lag der Mantel des Schweigens. Ich war es einfach leid. 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