{"id":62866,"date":"2026-01-14T12:35:36","date_gmt":"2026-01-14T11:35:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=62866"},"modified":"2026-01-15T17:15:05","modified_gmt":"2026-01-15T16:15:05","slug":"gewaltfreie-soziale-verteidigung-im-rahmen-einer-hypothetischen-besetzung-groenlands","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/gewaltfreie-soziale-verteidigung-im-rahmen-einer-hypothetischen-besetzung-groenlands\/","title":{"rendered":"Gewaltfreie, soziale Verteidigung im Rahmen einer (hypothetischen) Besetzung Gr\u00f6nlands"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Voraussetzungen, Strategien und Methoden eines gewaltfreien Widerstands<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Nasaasaaq_ueber_Sisimiut.jpg\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Nasaasaaq_ueber_Sisimiut.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-62867\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Nasaasaaq_ueber_Sisimiut.jpg 1024w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Nasaasaaq_ueber_Sisimiut-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Nasaasaaq_ueber_Sisimiut-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Seile erm\u00f6glichen den Aufstieg zum kegelf\u00f6rmigen Gipfel des Nasaasaaq (784 Meter), von dem aus man Sisimiut in Gr\u00f6nland \u00fcberblicken kann. (Bild: David Stanley, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Nasaasaaq_Over_Sisimiut_(26277430930).jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">wikimedia<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vorliegender Beitrag analysiert, wie sich Gr\u00f6nland im hypothetischen Fall einer milit\u00e4rischen Besetzung durch die USA mit Mitteln der gewaltfreien, sozialen Verteidigung widersetzen k\u00f6nnte. Im Zentrum stehen nicht Fragen milit\u00e4rischer Abschreckung und Verteidigung, sondern eine effektive Verteidigungsstrategie, die sich der F\u00e4higkeit und Bereitschaft zum gewaltfreien Widerstand, der Nichtkooperation mit dem Aggressor sowie Aktivit\u00e4ten mit dem Ziel einer internationalen Delegitimierung des Okkupationsversuches verdankt.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(<em>Von <a href=\"http:\/\/www.egon-spiegel.net\/curriculum-vitae\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Egon Spiegel<\/a><\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufbauend auf Theorien des zivilen Widerstands und historischen Fallbeispielen wird argumentiert, dass insbesondere kleine, sozial eng vernetzte Gesellschaften mit starker kultureller Identit\u00e4t \u00fcber spezifische Vorteile f\u00fcr gewaltfreie Verteidigungsformen verf\u00fcgen. Abschlie\u00dfend werden Voraussetzungen, Risiken und strategische Hindernisse dieser Verteidigungsform diskutiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Vorweg ist dieses noch anzumerken: Die Exemplifizierung eines Verteidigungskonzepts, das Verteidigung explizit gewaltfrei denkt, speziell am Beispiel Gr\u00f6nland, darf nicht als eine Art geistiger Kolonialismus verstanden werden. \u00dcber eine gewaltfreie Konfliktl\u00f6sung im Rahmen einer (hypothetischen) Besetzung Gr\u00f6nlands nachzudenken und Resultate der \u00dcberlegungen zu publizieren, ist das Angebot eines Friedensforschers, der sich seit gut f\u00fcnfzig Jahren mit Konzeptionen gewaltfreier, sozialer Verteidigung (unter anderem in einer von der Universit\u00e4t Freiburg i.Br. angenommen Dissertation) besch\u00e4ftigt und zu seinen Grundlagen h\u00e4ufig publiziert hat. In Zeiten der Globalisierung und vor dem Hintergrund des \u201ehuman web\u201c einer weltumspannenden Unity sowie einem Wissenschaftsverst\u00e4ndnis, das essentiell durch Universalienforschung gepr\u00e4gt ist, schlie\u00dflich als eine Stimme im Konzert unz\u00e4hliger Kommentierungen der Vorg\u00e4nge um Gr\u00f6nland versteht sich der nachfolgende Versuch und seine Ver\u00f6ffentlichung durchaus legitimiert. Mehr noch: er versteht sich als Ausdruck von Solidarit\u00e4t in der Hoffnung, dass diese nicht als unerbetene, ungewollte, ja sogar \u00fcbergriffige Einmischung empfunden wird.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Sicherheit jenseits milit\u00e4rischer Logik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Traditionelle Sicherheitskonzepte definieren Verteidigung prim\u00e4r milit\u00e4risch. Hiernach wird ein Territorium durch bewaffnete Kr\u00e4fte gesch\u00fctzt und staatliche Souver\u00e4nit\u00e4t durch Abschreckung gesichert. Diese Logik st\u00f6\u00dft jedoch \u2013 insbesondere \u2013 in asymmetrischen Konflikten, bei kleinen oder milit\u00e4risch schwachen Gesellschaften sowie gegen\u00fcber \u00fcberlegenen Gro\u00dfm\u00e4chten an klare Grenzen. Vor diesem Hintergrund wurde nach dem Zweiten Weltkrieg das Konzept der gewaltfreien, sozialen Verteidigung entwickelt. Dieses begreift Verteidigung nicht als ein milit\u00e4risches, sondern als ein gesellschaftliches, soziales Projekt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die hypothetische Annahme einer milit\u00e4rischen Besetzung Gr\u00f6nlands durch die USA \u2013 so unrealistisch sie zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt (12.01.2026) noch erscheinen mag \u2013 eignet sich analytisch besonders gut, um dieses Konzept auf seine Grundlagen und Praktikabilit\u00e4t hin zu untersuchen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gr\u00f6nland verf\u00fcgt \u00fcber vernachl\u00e4ssigbar geringe milit\u00e4rische Kapazit\u00e4ten, besitzt jedoch eine stark ausgepr\u00e4gte indigene Identit\u00e4t, dichte soziale Netzwerke und hohe internationale Sichtbarkeit. Diese Faktoren sind f\u00fcr einen zivilen Widerstand potenziell entscheidender als Waffenarsenale und Milit\u00e4rstrategien. Selbst unter der Voraussetzung seines Verbundes mit D\u00e4nemark und seiner Einbindung in die NATO, mit ihrem Schutzversprechen gegen\u00fcber allen Mitgliedsstaaten, machen \u00dcberlegungen zu einem milit\u00e4rischen Widerstand keinen Sinn. Gr\u00f6nland hat, will es einen Angriff \u2013 der jetzt schon euphemistisch mit \u201e\u00dcbernahme\u201c beschrieben wird \u2013 realistisch abwehren, nur eine einzige Chance: n\u00e4mlich sich im Rahmen von Strategien und Methoden eines gewaltfreien Widerstandes den Attacken des \u00fcberm\u00e4chtigen Aggressors und Okkupators zu widersetzen. In diesem Sinne ist nachfolgend zu fragen, wie Gr\u00f6nland eine Besetzung durch gewaltfreie, soziale Verteidigung politisch, administrativ und gesellschaftlich zu unterminieren vermag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Eckpfeiler der gewaltfreien, sozialen Verteidigung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gewaltfreie, soziale Verteidigung (social defence) bezeichnet eine Strategie, bei der eine Gesellschaft systematisch darauf vorbereitet ist, sich gegen \u00e4u\u00dfere Herrschaft durch organisierte Nichtkooperation, institutionellen Widerstand und gesellschaftliche Selbstorganisation zu wehren. Zentrale Annahmen sind dabei,<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>dass Macht auf Kooperation beruht: Auch Besatzungsm\u00e4chte sind auf lokale Verwaltung, Arbeitskr\u00e4fte, Infrastruktur und soziale Akzeptanz angewiesen.<\/li>\n\n\n\n<li>dass gesellschaftliche Kontrolle kostspielig ist: Je weniger Kooperation, desto h\u00f6her der Repressionsaufwand und desto gr\u00f6\u00dfer die politischen Kosten.<\/li>\n\n\n\n<li>dass Legitimit\u00e4t strategisch entscheidend ist: Gewalt gegen friedliche Bev\u00f6lkerung untergr\u00e4bt internationale Akzeptanz und innenpolitische Unterst\u00fctzung der Besatzungsmacht.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verglichen mit dem spontanen Protest und einer kurzfristigen Mobilisierung zielt soziale Verteidigung auf eine langfristige Unregierbarkeit, indem sie auf institutionelle Kontinuit\u00e4t, parallele Strukturen und sozialen Zusammenhalt setzt. Dem Besatzer soll die Herrschaft \u00fcber das Land unm\u00f6glich gemacht und seine Legitimit\u00e4t untergraben werden. Mit nicht zuletzt internationaler Unterst\u00fctzung soll dieser zu Verhandlungen bzw. zum R\u00fcckzug gezwungen werden. Aktivit\u00e4ten zielen auch auf die Zunahme kritischer Stimmen im Herkunftsland des Besatzers und Widerstand gegen dessen Vorgehen im eigenen Land.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gewaltfreie, soziale Verteidigung ersch\u00f6pft sich nicht in Widerstandsaktionen, sondern beinhaltet auch das Unterlaufen von strukturellen Repressalien durch die Errichtung alternativer Strukturen, einer funktionierenden Parallelgesellschaft auf der Grundlage der vor der Besetzung des Landes existierenden Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">D\u00e4nemark selbst hat reichlich Erfahrungen im gewaltfreien Widerstand aus der Zeit der nationalsozialistischen Besatzung (zur Einf\u00fchrung siehe die Wikipedia-Artikel: \u201eD\u00e4nischer Widerstand\u201c, \u201eD\u00e4nemark unter deutscher Besatzung\u201c und \u201eD\u00e4nischer Freiheitsrat\u201c), \u00e4hnlich Norwegen (1940-45), sp\u00e4ter die Tschechoslowakei (1968), j\u00fcngst die Ukraine in ihren besetzten Gebieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Generelle Studien zur gewaltfreien, sozialen Verteidigung und historisch verb\u00fcrgte Fallbeispiele f\u00fcllen ganze Bibliotheken. Sie wollen zur Kenntnis genommen und durch eine daran anschlie\u00dfende Praxis fortgeschrieben werden. In Gr\u00f6nland k\u00f6nnte sich solches als eine Notwendigkeit aufzwingen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Strukturelle Ausgangslage Gr\u00f6nlands<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In vielerlei Hinsicht beg\u00fcnstigen die f\u00fcr Gr\u00f6nland spezifischen Strukturen einen gewaltfreien Widerstand. Diese versprechen, nicht nur das Eindringen ins Land, sondern auch, eine dauerhafte Besetzung des Landes zu erschweren bzw. sogar unm\u00f6glich zu machen. Damit w\u00fcrde der potentielle US-amerikanische Aggressor, nach erheblichen Niederlagen in vorausgegangenen milit\u00e4rischen Konfliktfeldern, auch unter den Bedingungen eines gewaltfreien Widerstandes eine Niederlage erleiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.1 Demografie und Sozialstruktur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gr\u00f6nland z\u00e4hlt rund 57.000 Einwohner\/innen. Diese verteilen sich auf wenige St\u00e4dte sowie kleine Gemeinden. Das Zusammenleben ist stark gepr\u00e4gt durch soziale Dichte, soziale Kontrolle und gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit, wodurch bereits strukturell<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>starke soziale Netzwerke,<\/li>\n\n\n\n<li>eine schnelle Mobilisierung,<\/li>\n\n\n\n<li>informelle Kommunikation sowie<\/li>\n\n\n\n<li>kollektive Normbildung<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">beg\u00fcnstigt und Kollaborationen erschwert sind. Gr\u00f6nland mag milit\u00e4risch zwar schwach sein, aber gesellschaftlich nur schwer kontrollierbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.2 Kulturelle Identit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kalaallit (Gr\u00f6nl\u00e4nder) verf\u00fcgen \u00fcber eine starke indigene Identit\u00e4t, eine eigene Sprache und kulturelle Praxis. Eine Besatzung w\u00fcrde nicht nur ihre politische, sondern auch kulturelle Selbstbestimmung bedrohen. Ein darin begr\u00fcndetes kollektives Mobilisierungsinteresse ginge weit \u00fcber eine rein staatliche Loyalit\u00e4t hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.3 Geografische und logistische Faktoren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Extreme klimatische Bedingungen, gro\u00dfe Distanzen und Abh\u00e4ngigkeit von lokalem Wissen erh\u00f6hen die logistischen Kosten jeder dauerhaften Besetzung erheblich. Ohne lokale Kooperation ist die Verwaltung eines eingenommenen Landes zur Ineffizienz verurteilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4. Nichtanerkennung und Gegenlegitimit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein essentielles Element der gewaltfreien, sozialen Verteidigung ist die Verweigerung der politischen Anerkennung des Eindringlings.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.1 Exilregierung und internationale Diplomatie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine gr\u00f6nl\u00e4ndische Exilregierung, etwa in Kooperation mit D\u00e4nemark, k\u00f6nnte \u2013 vor dem Hintergrund einer hohen internationalen Aufmerksamkeit \u2013 mit dem Ziel einer politischen Isolierung der Besatzung<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>v\u00f6lkerrechtliche Kontinuit\u00e4t sichern (im Falle der jetzigen US-amerikanischen Regierung wird das V\u00f6lkerrecht zunehmend zur Farce),<\/li>\n\n\n\n<li>internationale Organisationen mobilisieren sowie<\/li>\n\n\n\n<li>Verhandlungen auf globaler Ebene f\u00fchren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie kann \u2013 nicht zuletzt im Hinblick auf die Verletzung indigener Rechte und gegenw\u00e4rtiger Arktispolitik \u2013 mit Solidarit\u00e4tsbekundungen im Rahmen der Vereinten Nationen rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.2 Lokale politische Nichtkooperation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Strategisch operiert die gewaltfreie, soziale Verteidigung in drei Bereichen: a) dem okkupierten Land, b) dem Land des Aggressors und c) der Welt\u00f6ffentlichkeit. Im okkupierten Land ist das Agieren von Kommunalverwaltungen essentiell. Diese kann<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>sich weigern, Anordnungen des Okkupators umzusetzen,<\/li>\n\n\n\n<li>formale Verfahren verz\u00f6gern,<\/li>\n\n\n\n<li>Entscheidungen vertagen oder sogar blockieren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit w\u00fcrde ein Verwaltungsapparat zwar formal existieren, aber praktisch nicht funktionierten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>5. Institutioneller Widerstand, Arbeitsverweigerung und Errichtung alternativer Verkehrsformen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vorstellungen von Widerstand, angefangen bei Protest, d\u00fcrfen nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass sich die gewaltfreie, soziale Verteidigung nicht im Widerstand, im Nein zu den aufgezwungenen Verh\u00e4ltnissen ersch\u00f6pft, sondern auf konstruktive, gesellschaftliche Alternativen setzt und diese parallel zu den aufoktroyierten Strukturen zu nutzen sucht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>5.1 Widerstand in der B\u00fcrokratie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besatzer sind wesentlich darauf angewiesen, dass die Administration im besetzten Land nach seiner Einnahme weiterhin funktioniert. Widerstandshandlungen in diesem Bereich sind \u00e4u\u00dferst wirksam. W\u00e4hrend die Einheimischen die Administrierung ihrer Gesellschaft durch die Eindringlinge gezielt l\u00e4hmen, administrieren sie sich selbst in parallelen Strukturen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Historisch z\u00e4hlt \u201eDienst nach Vorschrift\u201c (bekannt auch als Verhalten des \u201ebraven Soldaten Schwejk) zu den wirksamsten Formen eines nichtmilit\u00e4rischen Widerstandes. So erscheinen Beamte und Angestellte zwar zu ihrem Dienst, verhalten sich aber weitestgehend \u201epassiv\u201c, ahnungslos und naiv. Um nur einige M\u00f6glichkeiten anzudeuten, k\u00f6nnten beispielsweise<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Lehrpl\u00e4ne nicht angepasst werden und Lehrkr\u00e4fte nicht nach curricularen Vorgaben der Besatzer unterrichten (vgl. den Widerstand der Norweger unter nationalsozialistischer Herrschaft),<\/li>\n\n\n\n<li>Statistiken nicht geliefert und Datenweitergabe, beispielsweise durch \u00e4rztliches Personal, verweigert werden,<\/li>\n\n\n\n<li>Genehmigungsverfahren verschleppt werden oder<\/li>\n\n\n\n<li>in den Beh\u00f6rden jede Menge Fehlleitungen von Schreiben mit der Folge von Verz\u00f6gerungen erfolgen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Spezifika sind hier besonders bedeutsam: Ma\u00dfnahmen dieser Art sind nur schwer zu ahnden und gezielt zu bestrafen. Hier kann jeder seinen\/ihren Beitrag leisten. Selbst der Rollstuhlfahrer kann an der Rezeption oder in seinem Dienstzimmer f\u00fcr Verwirrung sorgen. Dieses ist nur ein einziges Beispiel, das zeigt, dass sich die gewaltfreie, soziale Verteidigung \u2013 anders als die milit\u00e4rische \u2013 nicht auf wenige wehrtaugliche M\u00e4nner und Frauen st\u00fctzt, sondern auf die breite Bev\u00f6lkerung und darin auf jede und jeden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>5.2 Arbeitsverweigerung in Schl\u00fcsselbereichen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Besetzung eines Landes erheblich erschweren sowie verteuern k\u00f6nnte partielle Nichtkooperation in etwa folgenden sensiblen Bereichen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>H\u00e4fen (Hafenarbeiter verz\u00f6gern Transporte oder leiten sie bewusst fehl),<\/li>\n\n\n\n<li>Energieversorgung (unter Umst\u00e4nden sogar Sabotageakte),<\/li>\n\n\n\n<li>Telekommunikation,<\/li>\n\n\n\n<li>Logistik.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>5.3 \u00d6konomische Abschottung und Etablierung einer \u00f6konomischen Parallelgesellschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gewaltfreie, soziale Verteidigung setzt nicht nur auf Strategien und Taktiken des gewaltfreien Widerstandes, sondern auf funktionierende Gegenstrukturen und Isolierung des Besatzers. Mit<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>dem Verzicht auf Besch\u00e4ftigung von Einheimischen in Milit\u00e4rbasen des Okkupators,<\/li>\n\n\n\n<li>der \u00c4chtung von Besch\u00e4ftigungen bei Besatzungsinstitutionen als Formen der Kollaboration,<\/li>\n\n\n\n<li>kann die soziale Sanktionierung von wirtschaftlicher Kollaboration einhergehen und<\/li>\n\n\n\n<li>werden lokale Tauschsysteme<\/li>\n\n\n\n<li>sowie Verkehrsformen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">gef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>6. Soziale Isolation (bzw. Integration) der Besatzung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besatzungstruppen setzen sich nicht zwangsl\u00e4ufig aus nur milit\u00e4risch gedankenlos funktionierendem Personal zusammen, sondern auch aus empathischen, sozialen Akteuren\/Akteurinnen. Eine zentrale Strategie der gewaltfreien, sozialen Verteidigung zielt auf die Fraktionierung des Besatzungstruppen. Sie geht davon aus, dass es neben der einen Fraktion \u2013 ihre Mitglieder agieren ganz im Sinne ihrer Befehlshaber \u2013 eine weitere gibt. Ihr geh\u00f6ren jene an, die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der milit\u00e4rischen Aktion (innerlich) in Zweifel ziehen bzw. sogar explizit missbilligen, dieses aber nicht ohne den sicheren Verlust ihrer beruflichen Existenz zum Ausdruck bringen k\u00f6nnen. Fraktionierung meint hier: die Gruppe der Zweifler und Oppositionellen im Milit\u00e4r durch gezielte Aktionen zu vergr\u00f6\u00dfern und damit die Zustimmungsbasis in den Besatzungstruppen zu schw\u00e4chen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>6.1 Verweigerung (bzw. Intensivierung) allt\u00e4glicher Interaktion<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Historisch gut dokumentiert ist die Wirkung folgender Ma\u00dfnahmen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Nichtbedienung in Gesch\u00e4ften, Hotels, Caf\u00e9s,<\/li>\n\n\n\n<li>Ignorieren im \u00f6ffentlichen Raum,<\/li>\n\n\n\n<li>Verweigerung sozialer Kontakte.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch solches Vorgehen wird die moralische \u00dcbereinkunft der Truppen mit den Zielen des Besatzers aufgeweicht und eine l\u00e4ngerfristige Stationierung erheblich erschwert. Grundlegend zu beachten ist dabei die Unterscheidung von Rolle und Person. Formen der Missachtung beziehen sich auf die Rolle und nicht die Person. Das wird in jedem Kontakt deutlich zu machen sein. Als <em>Okkupator<\/em> muss das Gegen\u00fcber mit meinem entschiedenen Widerstand rechnen, als <em>Person<\/em> und <em>Mensch<\/em> hat er meine uneingeschr\u00e4nkte Zuneigung. Vor dem Hintergrund dieser Unterscheidung existiert eine starke Basis, einander selbst unter den Bedingungen des Konflikts mitmenschlich zu begegnen und in diesem Rahmen den anderen auch pers\u00f6nlich zu erreichen und vom Unrecht seines Tuns zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch pers\u00f6nliche Kontakte mit den Besatzern k\u00f6nnen diese moralisch unter Druck gesetzt und kann die feindliche Front aufgeweicht werden. Plakatives Beispiel aus dem Widerstand in Prag 1968: das Angebot einer Tasse Kaffee f\u00fcr den diensttuenden Soldaten \u2013 wohlwissend, dass er sich nicht unbedingt mit seinem Auftrag identifiziert, sondern Befehlen nur seinem beruflichen, existentiellen Interesse wegen folgt, oder auch zu den Hardlinern z\u00e4hlt, die das Angebot einer Tasse Kaffee nachhaltig irritieren k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>6.2 Stigmatisierung von Kollaboration<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Achillesverse des gewaltfreien Widerstandes ist die Bereitschaft von Angeh\u00f6rigen des besetzten Landes, mit dem Aggressor zu kollaborieren. Durch sie sind Marionettenregierungen realisierbar, sie k\u00f6nnen B\u00fcrgermeisterposten besetzen und aus diesen heraus Anweisungen erteilen, die dem Besatzer in die H\u00e4nde spielen und diesem das Regieren bis in die untersten Ebenen der Administration hinein erlauben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kollaborationen kann beispielsweise durch<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>soziale Ausgrenzung,<\/li>\n\n\n\n<li>Ausschluss aus Gemeinschaftsritualen,<\/li>\n\n\n\n<li>moralische Delegitimierung<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">entgegengewirkt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Will man den Ausverkauf des Landes verhindern, so wird es (Stand heute) sogar notwendig sein, dem perfiden Angebot der Trump-Regierung \u2013 eine Einmalzahlung pro Kopf \u00fcber 100.000 Dollar \u2013 zu widerstehen. Hier unternehmen feindliche Kr\u00e4fte den Versuch, Kollaboration auf breiter Basis zu erkaufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>7. Widerstand auf symbolischer Ebene<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch Aktionen symbolischer Art k\u00f6nnen Massen mobilisiert werden und der Widerstand in seiner ganzen Breite zum Ausdruck kommen. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. In Norwegen, unter dem nationalsozialistischen Quisling-Regime, trugen die Norweger B\u00fcroklammern als Zeichen ihres Widerstandes am Kragen ihrer Hemden bzw. Jacken und M\u00e4nteln. Mit dem l\u00e4cherlichen Ergebnis, dass das Tragen von B\u00fcroklammern an den Revers verboten wurde. Reaktionen solcherart bescheinigen dem System seine eigentliche Schw\u00e4che und signalisieren bereits Erfolg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>7.1 Kulturelle Selbstbehauptung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sprache, Gesang, Kleidung, Rituale, Versammlungen, Stra\u00dfentheater und Rollenspiele sind geeignet, dem Besatzer<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>kollektive Identit\u00e4t,<\/li>\n\n\n\n<li>Nichtanerkennung der auferzwungenen, neuen Ordnung<\/li>\n\n\n\n<li>und Kontinuit\u00e4t kultureller Selbstbestimmung<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">vor Augen zu f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>7.2 Regelm\u00e4\u00dfige Massenaktionen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Falle von regelm\u00e4\u00dfig stattfindenden Massenaktionen ist weniger die Gr\u00f6\u00dfe, d.h. die Zahl der Teilnehmer\/innen, entscheidend, sondern Kontinuit\u00e4t. Durch sie vor allem wird dem Eindringling demonstriert, dass die Bev\u00f6lkerung den Zustand der Besetzung nicht akzeptiert. Durch<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>w\u00f6chentliche M\u00e4rsche,<\/li>\n\n\n\n<li>kollektive Schweige- und Trauerm\u00e4rsche, Schweigeminuten,<\/li>\n\n\n\n<li>wiederkehrende Versammlungen (etwa auch in Kirchen zu Gebet und Gottesdienst),<\/li>\n\n\n\n<li>Demonstrationen und Mahnwachen,<\/li>\n\n\n\n<li>kulturelle Aktionen (T\u00e4nze, Auff\u00fchrungen, Konzerte in der indigenen Landessprache)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">macht die Bev\u00f6lkerung deutlich, dass sie auch auf Dauer gegen das feindliche Regime ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>8. Selbstorganisation und parallele Gesellschaftsstrukturen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Kernproblem jeder Besetzung ist die Versorgung der Bev\u00f6lkerung. Soziale Verteidigung setzt daher auf Selbstorganisation und die damit verbundenen Netzwerke wie Verkehrsformen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>8.1 Lokale Versorgungsnetzwerke<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Gesellschaft vom Besatzer m\u00f6glichst unabh\u00e4ngig zu machen und sich seiner Steuerungsf\u00e4higkeit zu entziehen,<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>werden lokale Entscheidungsr\u00e4te gebildet,<\/li>\n\n\n\n<li>organisieren die politischen wie kirchlichen Gemeinden die Lebensmittelbeschaffung und -verteilung,<\/li>\n\n\n\n<li>versorgen sich Nachbarn gegenseitig,<\/li>\n\n\n\n<li>stellen Einheimische die medizinische Basisversorgung sicher und koordinieren die Versorgung von behinderten und altgewordenen Menschen,<\/li>\n\n\n\n<li>machen Community Schools informelle Bildungsangebote.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>8.2 Alternative Kommunikationsstrukturen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unabh\u00e4ngige Medien, verschl\u00fcsselte Netzwerke, eigene Medienkan\u00e4le verhindern:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Informationsmonopole,<\/li>\n\n\n\n<li>Propaganda,<\/li>\n\n\n\n<li>soziale Fragmentierung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umso besser parallele Einrichtungen funktionieren, desto deutlicher wird, dass es den Besatzer nicht braucht. Die von ihm gesteuerten Strukturen und gesellschaftlichen Abl\u00e4ufe erweisen sich als ineffizient und obsolet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>9. Internationale Dimension: Konflikt ohne milit\u00e4rische Eskalation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben Aktivit\u00e4ten im besetzten Land und dem des Besatzers streben die gewaltfreien Akteure\/innen nach Verst\u00e4ndnis und Unterst\u00fctzung auf internationaler Ebene, hier beispielsweise<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>in Gremien und Unterorganisationen der Vereinten Nationen,<\/li>\n\n\n\n<li>durch engen Kontakt mit dem UN-Sonderbeauftragten,<\/li>\n\n\n\n<li>mit Hinweis auf indigene Rechtekonventionen,<\/li>\n\n\n\n<li>durch Umwelt- und Klimadiplomatie,<\/li>\n\n\n\n<li>durch internationale Kampagnen von NGOs,<\/li>\n\n\n\n<li>durch diplomatischen Druck auf B\u00fcndnispartner der USA,<\/li>\n\n\n\n<li>durch Boykottaufrufe und Sanktionen,<\/li>\n\n\n\n<li>durch Appelle an Religionsgemeinschaften.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Narrative, denen sich eine hohe globale Mobilisierungskraft verdanken k\u00f6nnte, k\u00f6nnten auf die Verletzung indigener Selbstbestimmung abheben oder auch auf Umweltverantwortung. Im Falle Gr\u00f6nlands k\u00f6nnten auch Goliath-David-Schemen und damit \u201aKlein gegen Gro\u00df\u2018 greifen und weltweit zu Solidarit\u00e4t motivieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>10. Risiken, Repression und strategische Grenzen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was im Falle der Anwendung milit\u00e4rischer Gewalt als eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit vorausgesetzt und akzeptiert wird \u2013 n\u00e4mlich das Risiko, sein Leben zu verlieren oder (schwerste) Verwundungen hinnehmen zu m\u00fcssen \u2013 kann f\u00fcr die gewaltfreie, soziale Verteidigung nicht ausgeschlossen, aber auch nicht als Argument gegen diese verwendet werden. Gewaltfreier Widerstand ist weder risikolos noch ungef\u00e4hrlich. Seinen Akteuren\/innen wird mindestens eine Entschlossenheit und ein Mut abverlangt, den auch Mitglieder des Milit\u00e4rs aufzubringen haben. Eines unterscheidet diese allerdings von Soldaten: ihre Aktionen bedrohen nicht andere, nehmen ihnen nicht das Leben und verletzen sie nicht. Gewaltfrei kann widerstanden, aber nicht angegriffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>10.1 Repression und soziale Belastung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um gewaltfreien Widerstand zu brechen und eine auf die Dauer der Besetzung angelegte gewaltfreie, soziale Verteidigung aufzul\u00f6sen, muss mit<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Massenverhaftungen, eventuell sogar Hinrichtungen,<\/li>\n\n\n\n<li>K\u00fcndigungen, Berufsverbote,<\/li>\n\n\n\n<li>\u00f6konomische Sanktionen,<\/li>\n\n\n\n<li>Zahlungseinstellungen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">gerechnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei k\u00f6nnen Repressionen durchaus Widerstand brechen, sie k\u00f6nnen aber auch dazu f\u00fchren, dass die Okkupierten ihren Widerstand \u2013 entschiedener noch als zuvor \u2013 verst\u00e4rken. Auch hier wird deutlich, dass man milit\u00e4risch zwar Gebiete besetzen, aber Gesellschaften nicht unbegrenzt beherrschen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Repressionen eines Okkupators kann nur \u2013 im schlimmsten Fall langfristig \u2013 ein Widerstand entgegengesetzt werden, der<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>eine transparente Vorbereitung,<\/li>\n\n\n\n<li>psychische Resilienz,<\/li>\n\n\n\n<li>\u00f6konomisches Durchhalteverm\u00f6gen sowie<\/li>\n\n\n\n<li>ein solidarisches Netzwerk<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">beinhaltet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein hoher Anspruch der gewaltfreien Verteidigung besteht darin, den Gegner nicht durch Geheimhaltung in seiner feindlichen Haltung zu best\u00e4rken und zus\u00e4tzlich zu verunsichern, sondern dadurch Vertrauen aufzubauen, dass man ihn \u201ein die eigenen Karten\u201c schauen l\u00e4sst. Er braucht keinen V-Mann einzuschleusen und auch niemanden aus dem Kreis des Widerstands zum Verrat an der eigenen Gruppe zu gewinnen, er darf alles wissen, was die zum Widerstand Entschlossenen bereit sind zu unternehmen. Dieses z\u00e4hlt bereits zur Aktion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das von den gewaltfreien Akteuren\/innen anzubringende Ma\u00df von Resilienz ist wesentlich das Resultat von Ich-St\u00e4rke. Im norwegischen Widerstand gegen den nationalsozialistischen Besatzer und seine Kollaborateure im eigenen Land waren Lehrkr\u00e4fte bereit, als jeweils Einzelne durch ein entsprechendes Schreiben an das Quisling-Regime ihre Weigerung, nach nationalsozialistischen Richtlinien zu unterrichten, zum Ausdruck zu bringen. Als Mitstreiter\/innen von Martin Luther King einmal Bedenken im Hinblick auf eine geplante Demonstration \u00e4u\u00dferten, erhielten sie von King die eindeutige Antwort, dass er auch dann, wenn ihn niemand begleiten wolle, allein die Stra\u00dfe entlanglaufen und demonstrieren werde. Diese Art von pers\u00f6nlicher St\u00e4rke ist eine wesentliche Grundlage der gewaltfreien Aktion. Wir k\u00f6nnen das vergleichen mit der Qualit\u00e4t einer Band, diese h\u00e4ngt wesentlich von der Qualit\u00e4t der einzelnen Musiker\/innen ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Resilienz ist nicht zuletzt ein Resultat von Spiritualit\u00e4t. Sie ist gepr\u00e4gt durch ein ungeteiltes Vertrauen auf ein \u201eDrittes im Zwischen\u201c, auf eine Wirkmacht im gewaltfreien Zwischen der Konfliktparteien. Die Herstellung eines solchen Zwischen ist immer ein unilaterales. W\u00e4re es ein bilaterales, w\u00e4re der Konflikt bereits im Ansatz gel\u00f6st. Gewaltfreie Akteure\/innen treten immer in Vorleistung, riskieren mit dem Hinarbeiten auf ein Gewaltvakuum im Zwischen der Konfliktparteien, dass ihre \u201eRechnung\u201c nicht aufgeht, setzen aber im Vertrauen auf eine im gewaltfreien Raum agierende \u201eforce vitale\u201c und unternehmen alles, um diese zu mobilisieren. Das dem Gewaltverzicht zugrundeliegende Vertrauen auf ein \u201ekonstruktives Potential\u201c spiegeln, unter allen Religionen, nicht zuletzt die j\u00fcdisch-christliche wider. Die entscheidende Traditionslinie reicht dort von der prophetischen Kritik des Vertrauens auf Kriegspferde, Wagen und Reiter bis hin zu Jesu demonstrativen Einritt in Jerusalem auf einem Esel anstelle eines (Kriegs-)Pferdes. Wer auf Gott vertraut, so hei\u00dft dieses, der vertraut, setzt und baut nicht auf Waffen. Im Raum der Kirche kann dieses Verst\u00e4ndnis von Gottvertrauen herausgestellt und im Hinblick auf eine Verteidigung der eigenen Werte aktualisiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>10.2 Abh\u00e4ngigkeit von internationaler \u00d6ffentlichkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die unter erheblichem Druck stehenden Widerstandshandlungen m\u00fcssen mit einem hohen Repressionsrisiko rechnen. Sie sind daher auf sowohl internationale Aufmerksamkeit als auch moralische, politische wie \u00f6konomische Unterst\u00fctzung angewiesen. Dieses setzt voraus, dass globale Netzwerke \u00fcber die Repressionen informiert sind und st\u00e4ndig dar\u00fcber informiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>10.3 Keine Garantie f\u00fcr schnellen Erfolg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was f\u00fcr die Anwendung milit\u00e4rischer (Gegen-)Gewalt gilt, dass sie n\u00e4mlich nicht \u00fcber Nacht dazu beitragen kann, einen Konflikt seinem Ende zuzuf\u00fchren, das gilt auch f\u00fcr die gewaltfreie, soziale Verteidigung und kann nicht als Argument gegen gewaltfreie Verteidigung verwendet werden. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine w\u00e4hrt mittlerweile vier Jahre. Auch die gewaltfreie, soziale Verteidigung verspricht kein Rezept, mit dem schnelle Erfolge sichergestellt werden k\u00f6nnen. Oft wirken Aktionen im Rahmen der gewaltfreien Verteidigung erst mittelfristig: indem sie die Kosten f\u00fcr den Aufenthalt im besetzten Land f\u00fcr den Aggressor unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00df werden lassen, indem seine internationale Isolierung voranschreitet und die Zweifel \u00fcber Rechtm\u00e4\u00dfigkeit und Sinnhaftigkeit der Okkupation im Land des Aggressors steigen und sich zunehmend gegen die politisch Verantwortlichen richten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>11. Vorbereitung als Schl\u00fcsselfaktor<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was f\u00fcr Gr\u00f6nland zu diesem Zeitpunkt \u2013 anstelle von \u00dcberlegungen milit\u00e4rischer Art \u2013 gerade noch realisierbar w\u00e4re, w\u00e4re die gezielte Vorbereitung auf eine Besetzung. Diese ist angek\u00fcndigt und vor dem Hintergrund aktueller Erfahrungen (Verletzung des venezolanischen Selbstbestimmungsrecht durch Festnahme seines Pr\u00e4sidenten im eigenen Land sowie konkrete Drohungen gegen andere Staaten) als realistisch zu betrachten. Die h\u00e4ufigste Variante des gewaltfreien Widerstandes ist die spontan zustande gekommene. Erfolgversprechender ist selbstverst\u00e4ndlich die vorher einge\u00fcbte. Aus diesem Grund empfehlen sich im Hinblick auf den nicht mehr auszuschlie\u00dfenden Fall der Besetzung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Bem\u00fchungen um einen gesellschaftlichen Konsens hinsichtlich eines konsequent gewaltfreien Widerstands (mit u.a. dem Ziel, Fragmentierungen\/Kollaborationen auszuschlie\u00dfen),<\/li>\n\n\n\n<li>Dezentralisierungsma\u00dfnahmen hinsichtlich der politischen Struktur des Landes, um sogenannten \u201eEnthauptungsschl\u00e4gen\u201c vorzubeugen,<\/li>\n\n\n\n<li>umfassende Notfallpl\u00e4ne (Versorgung mit u.a. Nahrungsmitteln und Energie),<\/li>\n\n\n\n<li>Schulungen in gewaltfreier Aktion.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>12. Gr\u00f6nland als unfreiwilliges Modell<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der hypothetische Fall Gr\u00f6nlands zeigt exemplarisch, dass Verteidigung nicht ausschlie\u00dflich milit\u00e4risch gedacht werden muss. F\u00fcr kleine, gesellschaftlich koh\u00e4rente und international sichtbare Gemeinschaften kann eine gewaltfreie, soziale Verteidigung eine realistische, wenn auch anspruchsvolle Alternative darstellen. Sie beruht nicht auf milit\u00e4rischer Abschreckung und Verteidigung, nicht auf der Androhung eines hohen \u201eEintrittspreises\u201c, sondern auf der Aussicht des potentiellen Okkupators auf Zahlung eines hohen \u201eAufenthaltspreises\u201c. Sicherheit wird hier nicht durch milit\u00e4rische Gewalt gew\u00e4hrleistet, sondern durch Formen einer nachhaltigen Nichtkooperation von Einzelnen und Institutionen, durch ein H\u00f6chstma\u00df an kultureller Selbstbehauptung, durch eine entsprechende Solidarit\u00e4t, durch internationale Delegitimierung des Aggressors und vieles andere mehr. Gr\u00f6nland scheint, ungeachtet und gerade wegen seiner Bev\u00f6lkerungsstruktur und so gut wie geschlossenen kulturellen Identit\u00e4t geradezu ein Ideal f\u00fcr gewaltfreien, sozialen Widerstand zu sein. Gr\u00f6nland ist nicht nur weltweit kulturell wie politisch sichtbar, vieles deutet darauf hin, dass seine Bev\u00f6lkerung \u00fcber ein beachtliches kollektives Aktionspotential verf\u00fcgt. Es ist dem Land zu w\u00fcnschen, dass es nicht unfreiwillig zu einem Experimentierfeld der gewaltfreien, sozialen Verteidigung wird. Die pr\u00e4ventiven \u00dcberlegungen im Hinblick auf den allerdings nicht auszuschlie\u00dfenden Fall machen deutlich, dass die gewaltfreie, soziale Verteidigung auch unter anderen Bedingungen zur L\u00f6sung internationaler Konflikte beizutragen vermag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zum Verfasser:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prof. Dr. Prof. h.c. Egon Spiegel, Diplomtheologe, Diplompolitologe, ausgebildeter Pastoralreferent, Advisory Professor am UNESCO-Lehrstuhl f\u00fcr Friedenswissenschaft der Nanjing University, Nanjing\/China, bis 2022 Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr Praktische Theologie der Universit\u00e4t Vechta, Vechta\/Deutschland; spezielles Forschungsgebiet: Friedensforschung, Friedenserziehung, Friedensarbeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Literaturauswahl <\/strong>(eigene Publikationen)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spiegel, Egon: <em>Gewaltverzicht. Grundlagen einer biblischen Friedenstheologie<\/em>, Kassel: WeZuCo, 2. Aufl. 1989; au\u00dferdem als Nachdruck in der von Thomas Nauerth hrsg. Digitalen Handbibliothek Christlicher Friedenstheologie, Berlin 2005, sowie als Paperback in der \u201aedition pace\u2018 (Norderstedt 2024, ISBN: 978-3-7693-2404-4).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nagler, Michael (Prof. em. der University of California, Berkeley, USA) \/ Spiegel, Egon: <em>Politik ohne Gewalt. Prinzipien, Praxis und Perspektiven der Gewaltfreiheit<\/em>, Berlin: LIT, 2008.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liu, Cheng (Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls f\u00fcr Friedensforschung in der Nanjing University, China) \/ Spiegel, Egon: <em>Peacebuilding in a Globalized World<\/em>. An illustrated Introduction to Peace Studies, Beijing: People&#8217;s Publishing House, 2015.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spiegel, Egon: <em>Dresden 1945<\/em>, Nanjing: Nanjing Normal University Press, 2022 (engl. und chin. Fassung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Thomas Nauerth \/ Annette M. Stro\u00df (Hrsg.): In den Spiegel schauen. <em>Friedenswissenschaftliche Perspektiven f\u00fcr das 21. Jahrhundert<\/em>. Ein Lesebuch mit Texten von Egon Spiegel, edition pace, Norderstedt, 2022.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spiegel, Egon: <em>Theology of Peace<\/em>, in: Kurtz, Lester R. (ed.): Encyclopedia \u201cViolence, Peace and Conflict\u201d, 3rd edition, Amsterdam: Elsevier, 2022, Volume 4, 417-429.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spiegel, Egon \/ Mutalemwa, George \/ Liu, Cheng \/ Kurtz, Lester R. (eds.): <em>Peace Studies for Sustainable Development in<\/em><em>Africa. Conflicts and Peace Oriented Conflict Resolution<\/em>, Cham\/Schweiz: Springer Nature, 2022.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spiegel, Egon \/ Mutalemwa, George \/ Liu, Cheng \/ Kurtz, Lester R. (eds.): <em>Peace as Nonviolence. Topics in African Peace Studies<\/em> (Series: Advances in African Economic, Social and Political Development), Cham\/Schweiz: Springer Nature, 2024.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spiegel, Egon: <em>Pazifismus. Eine Einf\u00fchrung<\/em>, edition pace (in Vorbereitung f\u00fcr Fr\u00fchjahr 2026).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Literaturauswahl <\/strong>(Klassiker zur gewaltfreien, sozialen Verteidigung)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bisig, Maja u.a.: <em>Soziale Verteidigung<\/em>. <em>Eine gewaltfreie Alternative zur milit\u00e4rischen Verteidigung der Schweiz<\/em>, Z\u00fcrich: Schweizerischer Friedensrat, 1976.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebert, Theodor: <em>Soziale Verteidigung. Formen und Bedingungen des zivilen Widerstands<\/em>, Waldkirch: Waldkircher Verlag, 1981.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Galtung, Johan: <em>Peace, War and Defense. Essays in Peace<\/em>, Copenhagen: Christian Ejlers, 1976.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Johansen, J\u00f8rgen \/ Martin, Brian: <em>Social Defence<\/em>, Sparsn\u00e4s\/Sweden: Irene Publishing, 2019.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Martin, Brian: Social Defence. <em>Social Change<\/em>, London: Freedom Press, 1993.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Roberts, Adam (ed.): <em>The Strategy of Civilian Defence<\/em>. Non-violent Resistance to Aggression. London: Faber, 1967.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sharp, Gene: <em>Civilian-Based Defense<\/em>. A Post-Military Weapons System, Princeton, NJ, Princeton: University Press, 1990.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Textstand: 14. Januar 2026.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Voraussetzungen, Strategien und Methoden eines gewaltfreien Widerstands Vorliegender Beitrag analysiert, wie sich Gr\u00f6nland im hypothetischen Fall einer milit\u00e4rischen Besetzung durch die USA mit Mitteln der gewaltfreien, sozialen Verteidigung widersetzen k\u00f6nnte. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/gewaltfreie-soziale-verteidigung-im-rahmen-einer-hypothetischen-besetzung-groenlands\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eGewaltfreie, soziale Verteidigung im Rahmen einer (hypothetischen) Besetzung Gr\u00f6nlands\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":18,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,173],"tags":[9430,9431],"class_list":["post-62866","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik","category-usa","tag-gewaltfreier-widerstand","tag-groenland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62866","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/18"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62866"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62866\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62866"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62866"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62866"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}